BAYER ist humanitär und wirtschaftsfördernd?
In regelmäßigen Abständen, so fern es öffentlich gemacht wird, beweist die Firma BAYER was sie unter Humanität und Wirtschaftsmanagement verstehen. Das dies nicht immer so ist wie wir uns das vielleicht vorstellen mag nicht verwundern, möglicherweise aber übel aufstoßen.
Beginnen wir jedoch mit Hintergründen aus dem letzten Jahrhundert.
Nach Firmenzusammenschlüssen entstand in den Jahren '25/'26 die I.G. Farbenindustrie AG (). In deren Aufsichtsrat der erste Vorsitzende Carl Duisberg von der BAYER AG seine Position inne hielt. Bis 1937 waren nahezu alle Direktoren der I.G. Farbenindustrie Mitglieder der NSDAP. Eine Tochtergesellschaft der Degussa AG und der I.G. Farben, die Deutsche Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung (Degesch), vertrieb das Schädlingsbekämpfungsmittel Zyklon B, das in den Gaskammern des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau zum Massenmord eingesetzt wurde. Der starke Bedarf an Rohstoffen zur Kriegsführung, wie Synthetikkautschuk und -benzin, führte 1941 zur Errichtung einer großen Bunafabrik in Auschwitz. Die Finanzierungskosten in Höhe von ca. 1 Mrd. Reichsmark trug die I.G. Farben allein, um so Herr im eigenen Haus bleiben zu können. Für die Häftlinge, welche die Fabrik bauen mussten, wurde extra das Konzentrationslager Monowitz, Auschwitz III errichtet. Man ging eine unheilvolle Symbiose ein: Die SS war für die Verfügbarkeit und Bewachung der Gefangenen zuständig und die I.G. würde die Investitionen tätigen und das Baumaterial heranschaffen. Beim Bau und Betrieb dieser riesigen Fabrik, die eine Fläche von ungefähr 30 km² einnahm, ließen nach Schätzungen 20.000 bis 25.000 Menschen ihr Leben.
Im Zuge der CDU-Spendenaffäre aus dem Jahr 1999 wurde die Rolle der IG Farben in Liquidation und ihres ehemaligen Mehrheitsaktionärs Karl Ehlerding untersucht. Der Hamburger Milliardär, Besitzer der Immobiliengesellschaft WCM (), war lange Zeit Mitglied des Aufsichtsrats der IG Farben. Ehlerding hatte 1998 mehr als drei Millionen Mark an die CDU gespendet. Die IG Farben i.L. widersetzt sich seit 50 Jahren ihrer Auflösung – trotz ihrer Verurteilung im Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozess. Die WCM übernahm die IG Farben, da sie auf das ehemalige “Ostvermögen” des berüchtigten Chemie-Kartells spekulierte.
In den darauf folgenden Jahrzehnten machte BAYER immer wieder auf sich aufmerksam. Nach Angaben der Londoner Sunday Times im Jahr 2000 verschwieg der Bayer-Konzern jahrzehntelang mögliche Unverträglichkeiten eines Antibiotikums und gefährdete damit 650 Patienten in englischen Krankenhäusern. In einer klinischen Studie in sechs Hospitälern war das Medikament Ciproxin bei Operationen eingesetzt worden, obwohl dem Unternehmen Untersuchungen vorlagen, nach denen Ciproxin im Zusammenspiel mit anderen Pharmazeutika seine Wirksamkeit verlieren kann. Hierdurch stieg die Gefahr von Infektionen. Den beteiligten Krankenhäuser wurden die Risiken vor Beginn der Studie nicht mitgeteilt. In Deutschland war das Medikament unter dem Namen Ciprobay bekannt.
Nicht nur dem Markt der wichtigen Medikamente schlossen sich BAYER und andere Firmen gedankenlos an um eine schnelle Mark zu machen. La Roche brachte ein Präparat gegen Fettleibigkeit auf den Markt, MSD ein Mittel gegen Haarausfall. In den USA hatten die Hersteller Lustpillen für Frauen und Wachstumsförderer für Kinder in der Pipeline, darauf folgte die erste Anti-Raucher-Pille. Die Bayer AG arbeitete an einem Konkurrenzprodukt für Viagra. Viele der Alltags-Pillen haben ein hohes Suchtpotenzial und verwischen die Grenze zwischen Medikamenten und Drogen. Eine Studie der Universität Bielefeld belegt, dass ”normale” Medikamente den Einstieg zu Designerdrogen wie Speed und Ecstasy erleichtern. Befindlichkeitsstörungen werden zunehmend mit einer ”reflexartigen pharmakologischen Reaktion” beantwortet. Der Zugang zu Medikamenten, so die Bielefelder Untersuchung, sei durch immer mehr frei verkäufliche Mittel in den letzten zehn Jahren extrem erleichtert worden, was das Suchtverhalten bei den Betroffenen wie den Profit bei der Pharmaindustrie fördere.
Im Oktober des Jahres 2000 forderte eine Gruppe von Imkern in Frankreich den sofortigen Marktausschluss des Pestizid-Wirkstoff Imidacloprid. Imidacloprid, enthalten in den Produkten Gaucho und Confidor, wird für das Absterben von 40% aller französischen Bienenvölker in den zuvor vergangenen sechs Jahren verantwortlich gemacht. In den Niederlanden wurde Gaucho im Januar 2000 auf allen freien Flächen verboten. Der jährliche Imidacloprid-Absatz in Deutschland liegt zwischen 25 und 100 Tonnen, genauere Angaben sind öffentlich nicht zugänglich. Über 1.000 Tonnen exportiert BAYER in rund 120 Länder. Im Jahr 2007 setzte der Konzern mit Imidacloprid 556 Millionen Euro um. Die Substanz ist damit das bestverkaufte Pestizid von BAYER und gehört zu den weitest verbreiteten Insektiziden weltweit. Im Jahr 2003 brachte BAYER ein weiteres Produkt auf den Markt, welches ähnlich wirkt: Clothianidin.
Wegen der Gefährlichkeit für den Bienenbestand hat die französische Regierung im Jahr 1999 den Einsatz von Imidacloprid zur Saatgutbeizung von Sonnenblumen verboten. Die Zulassung des Wirkstoffs als Beizmittel von Mais wurde 2004 aufgehoben. Auch das Nachfolgeprodukt Clothianidin erhielt in Frankreich keine Zulassung. In der Schweiz wurde der Wirkstoff zeitweise auf Maisfeldern verboten. In Baden-Württemberg kam es im Frühjahr 2008 nach der Aussaat von Clothianidin-behandeltem Mais zum größten Bienensterben seit Jahrzehnten. Rund 700 Imker verloren ihre Bestände zum Teil oder ganz, insgesamt rund 11.500 Völker. Nach Aussage des Bundesforschungsinstituts für Kulturpflanzen (Julius Kühn-Institut, JKI), das mit der Untersuchung des Bienensterbens betraut wurde, ist "eindeutig davon auszugehen, dass Clothianidin hauptsächlich für den Tod der Bienen vor allem in Teilen Baden-Württembergs verantwortlich ist". Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) reagierte und verbat am 16. Mai die Anwendung mehrerer Beizmittel, darunter Imidacloprid und Clothianidin, mit sofortiger Wirkung. Schon am 25. Juni wurde die Zulassung dieser Mittel für die Behandlung von Raps-Saatgut jedoch wieder in Kraft gesetzt.
Bayer war als Weltmarktführer für Faktor VIII-Präparate verantwortlich für die HIV-Infektion Tausender Bluter. Obwohl Mitarbeiter von Bayer intern bereits 1983 vor einer "gigantischen Epidemie" warnten, weigerte sich das Unternehmen lange, entsprechende Tests und eine Hitze-Behandlung der Gerinnungspräparate einzuführen. Als diese Verfahren in den USA obligatorisch wurden, setzte Bayer die unbehandelten Produkte weiter in Japan und Lateinamerika ab. Mord wegen des Profits?
Zwei Jahre nach der tödlichen Pestizid-Vergiftung von 24 Schulkindern im peruanischen Tauccamarca reichten Eltern der Opfer beim Zivilgericht Lima eine Schadensersatz-Klage gegen die Firma BAYER ein. Zu der Tragödie am 22. Oktober 1999 war es gekommen, als die Lehrerin von Tauccamarca ein von Bayer hergestelltes Pestizid mit Milchpulver verwechselte. 22 Kinder überlebten mit schweren Nervenschäden. Nach Auffassung der KlägerInnen ist es erwiesen, dass die Kinder durch das Bayer-Pestizid FOLIDOL ums Leben kamen. Bayer trägt Mitverantwortung für die Vergiftungen, da die ungenügenden Sicherheitsstandards, unter denen FOLIDOL in den peruanischen Anden vertrieben wurde, der Firma bekannt waren. Im Jahre 2000 fügte sich BAYER den Forderungen von kirchlichen Organisationen und Umweltschutzgruppen aus aller Welt und stellte den Handel mit diesem Produkt ein.
Bayer hatte den Blutfettsenker Lipobay/Baycol im Herbst 2001 vom Markt genommen – mit Ausnahme von Japan. Zuvor war bekannt geworden, dass das Mittel in Verbindung mit einem anderen Medikament gefährliche Nebenwirkungen auslösen kann. Weltweit wurden über hundert Todesfälle mit Lipobay in Verbindung gebracht. BAYER erachtete es als nicht notwendig umgehend die Apotheken darüber zu informieren. Ohne offizielle Information kann die ABDA die 22 000 deutschen Apotheken nicht anweisen, das Produkt nicht mehr abzugeben. Ratlosigkeit machte sich breit "Sofort absetzen, vorerst weiternehmen oder durch andere Produkte ersetzen?" Folgende Schadensersatzklagen entgegnete Konzernchef Werner Wenning mit den Worten "Wir sind weiterhin fest davon überzeugt, dass wir im Fall Lipobay/Baycol verantwortungsvoll und angemessen gehandelt haben". Nachdem Skandal um das Medikament machte er sich Sorgen über desaströse Zahlen des Geschäftsjahres 2002.
Im selben Jahr wird bekannt, dass die Firma BAYER Antrag auf Zulassung von Pestizidtests an Menschen gestellt hat. BAYER hatte bereits 1998 in Schottland Tests durchgeführt, in deren Verlauf acht Personen Organophosphate verabreicht wurden. "Das Unternehmen BAYER hat wohl verdrängt, dass Menschenversuche seit den grauenvollen Experimenten im Dritten Reich geächtet sind - Auftraggeber war im übrigen schon damals die BAYER-Gruppe innerhalb der IG Farben.", so Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren. Dr. Richard Dixon, Forschungsleiter von Friends of the Earth: "Es ist nicht akzeptabel, dass ein Chemie-Gigant wie BAYER hochgefährliche Pestizide an Menschen ausprobiert. Schlimmer noch aber ist der Versuch des Konzerns, die internationale Ächtung solcher Tests auszuhebeln." Bislang bezeichnete die EPA entsprechende Tests als "unethisch" und "unnötig", jüngste Äußerungen von EPA-Mitarbeitern deuten aber auf eine Lockerung der Ächtung hin. BAYER-Sprecher bestätigten einen diesbezüglichen Antrag. Menschenversuche haben bei BAYER Tradition - bereits in den faschistischen Konzentrationslagern ließ BAYER Menschenversuche durchführen. Das Unternehmen lehnt jede rechtliche Verantwortung für etwaige Geschehnisse unter der Nazi-Diktatur und die IG-Farben ab. Von März 1943 bis Januar 1945 führte Ding-Schuler auch Versuche zur Behandlung des Fleckfiebers durch. Als Therapeutika kamen mehrere Medikamente der Firma Hoechst (IG-Farben) sowie ein Fleckfieber-Impfstoff zum Einsatz. Die Versuchspersonen wurden künstlich infiziert und der Verlauf der Krankheit mit und ohne Behandlung verglichen. Die Medikamente erwiesen sich als unwirksam und hatten schwerste Nebenwirkungen. In beiden Gruppen starb jeder zweite Häftling. ()
Die Liste bis ins aktuelle Jahr 2009 ist lang. Eine abendfüllende Lektüre soll dieser Artikel allerdings nicht werden und deswegen kommen wir abschließend zu der vorerst letzten Meldung in Sachen BAYER AG. Es macht uns tatsächlich den Eindruck, als sei der BAYER AG -wie vielen anderen Firmen auch -völlig egal das Menschen das Recht auf körperliche Unversehrtheit haben. Es mag der Eindruck entstehen BAYER nehme Tests an Menschen mit allen erdenklich und unerdenklichen Konsequenzen in Kauf um vielen anderen helfen zu können -wir jedoch tragen die feste Überzeugung in uns, dass es hier nicht um das Wohl vieler, sondern um die bevorzugt positiven Dividenden und Provitmaximierung geht. Anders lässt es sich nicht erklären, warum BAYER -als letztes westliches Unternehmen -den bereits verbotenen Wirkstoff Endosulfan produziert und damit Menschen in direkte Lebensgefahr bringt. Endosulfan wird im Baumwollanbau als Pestizid benutzt und führt zu zahlreichen, oftmals tödlichen, Vergiftungen.
Wir schließen den Artikel mit einer Frage von Linda Craig, Direktorin des Pestizid Aktions Netzwerk in Großbritannien:
Informationen entnommen aus verschiedenen Quellen:
http://www.cbgnetwork.org
http://www.handelsblatt.com
http://www.wikipedia.org/de/
http://www.science.orf.at
http://www.www.faz.net
http://www.www.greenpeace.de
In den darauf folgenden Jahrzehnten machte BAYER immer wieder auf sich aufmerksam. Nach Angaben der Londoner Sunday Times im Jahr 2000 verschwieg der Bayer-Konzern jahrzehntelang mögliche Unverträglichkeiten eines Antibiotikums und gefährdete damit 650 Patienten in englischen Krankenhäusern. In einer klinischen Studie in sechs Hospitälern war das Medikament Ciproxin bei Operationen eingesetzt worden, obwohl dem Unternehmen Untersuchungen vorlagen, nach denen Ciproxin im Zusammenspiel mit anderen Pharmazeutika seine Wirksamkeit verlieren kann. Hierdurch stieg die Gefahr von Infektionen. Den beteiligten Krankenhäuser wurden die Risiken vor Beginn der Studie nicht mitgeteilt. In Deutschland war das Medikament unter dem Namen Ciprobay bekannt.
Nicht nur dem Markt der wichtigen Medikamente schlossen sich BAYER und andere Firmen gedankenlos an um eine schnelle Mark zu machen. La Roche brachte ein Präparat gegen Fettleibigkeit auf den Markt, MSD ein Mittel gegen Haarausfall. In den USA hatten die Hersteller Lustpillen für Frauen und Wachstumsförderer für Kinder in der Pipeline, darauf folgte die erste Anti-Raucher-Pille. Die Bayer AG arbeitete an einem Konkurrenzprodukt für Viagra. Viele der Alltags-Pillen haben ein hohes Suchtpotenzial und verwischen die Grenze zwischen Medikamenten und Drogen. Eine Studie der Universität Bielefeld belegt, dass ”normale” Medikamente den Einstieg zu Designerdrogen wie Speed und Ecstasy erleichtern. Befindlichkeitsstörungen werden zunehmend mit einer ”reflexartigen pharmakologischen Reaktion” beantwortet. Der Zugang zu Medikamenten, so die Bielefelder Untersuchung, sei durch immer mehr frei verkäufliche Mittel in den letzten zehn Jahren extrem erleichtert worden, was das Suchtverhalten bei den Betroffenen wie den Profit bei der Pharmaindustrie fördere.
Im Oktober des Jahres 2000 forderte eine Gruppe von Imkern in Frankreich den sofortigen Marktausschluss des Pestizid-Wirkstoff Imidacloprid. Imidacloprid, enthalten in den Produkten Gaucho und Confidor, wird für das Absterben von 40% aller französischen Bienenvölker in den zuvor vergangenen sechs Jahren verantwortlich gemacht. In den Niederlanden wurde Gaucho im Januar 2000 auf allen freien Flächen verboten. Der jährliche Imidacloprid-Absatz in Deutschland liegt zwischen 25 und 100 Tonnen, genauere Angaben sind öffentlich nicht zugänglich. Über 1.000 Tonnen exportiert BAYER in rund 120 Länder. Im Jahr 2007 setzte der Konzern mit Imidacloprid 556 Millionen Euro um. Die Substanz ist damit das bestverkaufte Pestizid von BAYER und gehört zu den weitest verbreiteten Insektiziden weltweit. Im Jahr 2003 brachte BAYER ein weiteres Produkt auf den Markt, welches ähnlich wirkt: Clothianidin.
Wegen der Gefährlichkeit für den Bienenbestand hat die französische Regierung im Jahr 1999 den Einsatz von Imidacloprid zur Saatgutbeizung von Sonnenblumen verboten. Die Zulassung des Wirkstoffs als Beizmittel von Mais wurde 2004 aufgehoben. Auch das Nachfolgeprodukt Clothianidin erhielt in Frankreich keine Zulassung. In der Schweiz wurde der Wirkstoff zeitweise auf Maisfeldern verboten. In Baden-Württemberg kam es im Frühjahr 2008 nach der Aussaat von Clothianidin-behandeltem Mais zum größten Bienensterben seit Jahrzehnten. Rund 700 Imker verloren ihre Bestände zum Teil oder ganz, insgesamt rund 11.500 Völker. Nach Aussage des Bundesforschungsinstituts für Kulturpflanzen (Julius Kühn-Institut, JKI), das mit der Untersuchung des Bienensterbens betraut wurde, ist "eindeutig davon auszugehen, dass Clothianidin hauptsächlich für den Tod der Bienen vor allem in Teilen Baden-Württembergs verantwortlich ist". Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) reagierte und verbat am 16. Mai die Anwendung mehrerer Beizmittel, darunter Imidacloprid und Clothianidin, mit sofortiger Wirkung. Schon am 25. Juni wurde die Zulassung dieser Mittel für die Behandlung von Raps-Saatgut jedoch wieder in Kraft gesetzt.
Bayer war als Weltmarktführer für Faktor VIII-Präparate verantwortlich für die HIV-Infektion Tausender Bluter. Obwohl Mitarbeiter von Bayer intern bereits 1983 vor einer "gigantischen Epidemie" warnten, weigerte sich das Unternehmen lange, entsprechende Tests und eine Hitze-Behandlung der Gerinnungspräparate einzuführen. Als diese Verfahren in den USA obligatorisch wurden, setzte Bayer die unbehandelten Produkte weiter in Japan und Lateinamerika ab. Mord wegen des Profits?
Zwei Jahre nach der tödlichen Pestizid-Vergiftung von 24 Schulkindern im peruanischen Tauccamarca reichten Eltern der Opfer beim Zivilgericht Lima eine Schadensersatz-Klage gegen die Firma BAYER ein. Zu der Tragödie am 22. Oktober 1999 war es gekommen, als die Lehrerin von Tauccamarca ein von Bayer hergestelltes Pestizid mit Milchpulver verwechselte. 22 Kinder überlebten mit schweren Nervenschäden. Nach Auffassung der KlägerInnen ist es erwiesen, dass die Kinder durch das Bayer-Pestizid FOLIDOL ums Leben kamen. Bayer trägt Mitverantwortung für die Vergiftungen, da die ungenügenden Sicherheitsstandards, unter denen FOLIDOL in den peruanischen Anden vertrieben wurde, der Firma bekannt waren. Im Jahre 2000 fügte sich BAYER den Forderungen von kirchlichen Organisationen und Umweltschutzgruppen aus aller Welt und stellte den Handel mit diesem Produkt ein.
Bayer hatte den Blutfettsenker Lipobay/Baycol im Herbst 2001 vom Markt genommen – mit Ausnahme von Japan. Zuvor war bekannt geworden, dass das Mittel in Verbindung mit einem anderen Medikament gefährliche Nebenwirkungen auslösen kann. Weltweit wurden über hundert Todesfälle mit Lipobay in Verbindung gebracht. BAYER erachtete es als nicht notwendig umgehend die Apotheken darüber zu informieren. Ohne offizielle Information kann die ABDA die 22 000 deutschen Apotheken nicht anweisen, das Produkt nicht mehr abzugeben. Ratlosigkeit machte sich breit "Sofort absetzen, vorerst weiternehmen oder durch andere Produkte ersetzen?" Folgende Schadensersatzklagen entgegnete Konzernchef Werner Wenning mit den Worten "Wir sind weiterhin fest davon überzeugt, dass wir im Fall Lipobay/Baycol verantwortungsvoll und angemessen gehandelt haben". Nachdem Skandal um das Medikament machte er sich Sorgen über desaströse Zahlen des Geschäftsjahres 2002.
Im selben Jahr wird bekannt, dass die Firma BAYER Antrag auf Zulassung von Pestizidtests an Menschen gestellt hat. BAYER hatte bereits 1998 in Schottland Tests durchgeführt, in deren Verlauf acht Personen Organophosphate verabreicht wurden. "Das Unternehmen BAYER hat wohl verdrängt, dass Menschenversuche seit den grauenvollen Experimenten im Dritten Reich geächtet sind - Auftraggeber war im übrigen schon damals die BAYER-Gruppe innerhalb der IG Farben.", so Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren. Dr. Richard Dixon, Forschungsleiter von Friends of the Earth: "Es ist nicht akzeptabel, dass ein Chemie-Gigant wie BAYER hochgefährliche Pestizide an Menschen ausprobiert. Schlimmer noch aber ist der Versuch des Konzerns, die internationale Ächtung solcher Tests auszuhebeln." Bislang bezeichnete die EPA entsprechende Tests als "unethisch" und "unnötig", jüngste Äußerungen von EPA-Mitarbeitern deuten aber auf eine Lockerung der Ächtung hin. BAYER-Sprecher bestätigten einen diesbezüglichen Antrag. Menschenversuche haben bei BAYER Tradition - bereits in den faschistischen Konzentrationslagern ließ BAYER Menschenversuche durchführen. Das Unternehmen lehnt jede rechtliche Verantwortung für etwaige Geschehnisse unter der Nazi-Diktatur und die IG-Farben ab. Von März 1943 bis Januar 1945 führte Ding-Schuler auch Versuche zur Behandlung des Fleckfiebers durch. Als Therapeutika kamen mehrere Medikamente der Firma Hoechst (IG-Farben) sowie ein Fleckfieber-Impfstoff zum Einsatz. Die Versuchspersonen wurden künstlich infiziert und der Verlauf der Krankheit mit und ohne Behandlung verglichen. Die Medikamente erwiesen sich als unwirksam und hatten schwerste Nebenwirkungen. In beiden Gruppen starb jeder zweite Häftling. ()
Die Liste bis ins aktuelle Jahr 2009 ist lang. Eine abendfüllende Lektüre soll dieser Artikel allerdings nicht werden und deswegen kommen wir abschließend zu der vorerst letzten Meldung in Sachen BAYER AG. Es macht uns tatsächlich den Eindruck, als sei der BAYER AG -wie vielen anderen Firmen auch -völlig egal das Menschen das Recht auf körperliche Unversehrtheit haben. Es mag der Eindruck entstehen BAYER nehme Tests an Menschen mit allen erdenklich und unerdenklichen Konsequenzen in Kauf um vielen anderen helfen zu können -wir jedoch tragen die feste Überzeugung in uns, dass es hier nicht um das Wohl vieler, sondern um die bevorzugt positiven Dividenden und Provitmaximierung geht. Anders lässt es sich nicht erklären, warum BAYER -als letztes westliches Unternehmen -den bereits verbotenen Wirkstoff Endosulfan produziert und damit Menschen in direkte Lebensgefahr bringt. Endosulfan wird im Baumwollanbau als Pestizid benutzt und führt zu zahlreichen, oftmals tödlichen, Vergiftungen.
Wir schließen den Artikel mit einer Frage von Linda Craig, Direktorin des Pestizid Aktions Netzwerk in Großbritannien:
"Warum verkauft BAYER ein Pestizid, das in Deutschland verboten ist, ausgerechnet an arme Bauern in Entwicklungsländern?"
Informationen entnommen aus verschiedenen Quellen:
http://www.cbgnetwork.org
http://www.handelsblatt.com
http://www.wikipedia.org/de/
http://www.science.orf.at
http://www.www.faz.net
http://www.www.greenpeace.de























Das Fundament auf dem das heutige Deutschland wirtschaftlich aufbaute ist, entgegen der immer wieder heroisierenden Aussagen der INSM, alles andere als heldenhaft. Die ‘Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft’ (INSM) plakatiert ihren Helden im ...