Eigentlich sollte ich nicht über Michael Wolffsohn schreiben, weil ich mit dem gerade noch in einem Prozess wegen
angeblicher Beleidigung feststecke. Tatsächlich hatte ich seine
seltsame Analyse bereits einmal weggeklickt, aber da kam sie über Twitter noch einmal und ich konnte nicht mehr widerstehen. Zuerst kam sie nur auf die Halde aber jetzt ist Zeit mit dem Herrn Professor abzurechnen.
Tatsächlich stammen circa 35 Prozent der Bundeswehrangehörigen aus den neuen Ländern. Deren Anteil beträgt aber nur etwa 20 Prozent der Bundesbürger. Dieses Faktum untermauert die These, dass die Bundeswehr auf dem Weg ist, eine Unterschichtenarmee zu werden.
Mangels Jobalternativen und weniger aus innerer Überzeugung dient die Bundeswehr den beruflich dienenden Ostdeutschen oder auch Arbeit suchenden Westdeutschen als Ein- und Aufstiegskanal. Das ist legitim, es widerspricht jedoch soziologisch dem Geist einer echten „Volksarmee“, die dadurch zur Volksteilarmee schrumpft. Psychologisch ist zu bedenken, dass der Beruf des Soldaten eher Berufung als Beruf sein sollte, gerade weil – und wenn – er lebensgefährlich ist. Und lebensgefährlich ist das Berufsleben in der neuen Bundeswehr, die international militärisch interveniert.?
Man muss sich das mal ganz langsam auf der Zunge zergehen lassen. Weil der Anteil der Ostdeutschen höher ist, als ihr Bevölkerungsanteil wird die Bundeswehr zu Unterschichtenarmee, was im Grunde bedeutet, dass alle Ostdeutschen Unterschichtler sind. Aber hallo. Was nimmt sich dieser Herr Professor heraus. Wie kommt dieser feine Herr dazu 20 Prozent der Deutschen in eine Unterschicht zu stopfen.
Aber er geht ja noch weiter. Jeder der Soldat wird, ist für ihn Unterschicht, die wollen sich für ihn alle nur aus ihrem Elend hinauswinden. Ob die Väter und Mütter der in Afghanistan getöteten Soldaten die auch nur als Unterschichtenmüll sehen, wage ich zu bezweifeln. Vielleicht tritt er ja mal auf einen realen Soldaten außerhalb seiner Bundeswehruniversität, ob er es dann wohl wagen wird einem Afghanistanveteranen als Unterschicht zu beschimpfen? Dessen Reaktion möchte ich dann aber in Bild und Ton auf Video haben.
Scheinbar gibt es an der Bundeswehrhochschule München auch keine Dienstvorgesetzte die dem Herrn Professor mal etwas Nachhilfe in öffentlichem Auftreten geben könnten. Er war nachdem er den Einsatz von Folter befürwortete schon nicht mehr tragbar. Jetzt ist er es ganz sicher nicht mehr.
Natürlich sieht sich Prof. Wolffsohn als Teil der Oberschicht. Er sieht sich als Teil einer Elite die zum Herrschen geboren wurde. Für Leute wie ihn, sind normale Menschen wertlos. Er teilt sie von oben herab ein, wie es ihm gerade gefällt. Er meint er habe dazu das Recht. Wird er dann aber für seine Unverschämtheiten gerügt, zieht er sein Judentum aus dem Zylinder und ist dann als Verfolgter nicht mehr angreifbar. Wenn das nichts nützt, kommt er mit der Würde der Bundeswehr und wissenschaftlicher Freiheit.
Wenn die Bundeswehr aber nur Unterschicht ist, welche Würde meint er dann? Ist das, was Wolffsohn betreibt überhaupt Wissenschaft, oder versucht er nur neokonservative Propaganda zu betreiben und die Menschen nieder zu machen, damit sie in totaler Hoffnungslosigkeit, alles mit sich machen lassen. Hoffentlich wählen die Unterschichtler aus Ostdeutschland jetzt wenigsten die Linke, die als einzige Partei den Krieg und das Morden beenden will.
Mit einer starken Linken, könnten Leute wie Wolffsohn entlassen werden und würden ihre Beleidigungen wenigstens nicht noch staatlich alimentiert verbreiten. Aber auch die jüdischen Gemeinden in Deutschland sollten sich mit ihren vielen aus dem Ostblock stammenden jüdischen Gemeindemitglieder fragen, ob es nicht an der Zeit ist, ein klares Wort über Wolffsohn zu reden und ihm den berechtigten Schutz, den die Juden bei uns genießen, zu entziehen. Denn wenn er die Ostdeutschen schon pauschal zur Unterschicht macht, möchte ich nicht wissen was er über Juden aus Osteuropa denkt.
Was ist eigentlich die größere Beleidigung eines Soldaten? Wenn ein notorischer Linker verkündet "Soldaten sind Mörder", oder wenn ein Lehrer angehender Offiziere Soldaten als Menschen zweiter Klasse abstempelt?
Da ich weder Soldat bin, noch jemals einer war würde ich die Antwort darauf gerne mal von einem hören.
Nun hat ja der Herr Prof. Wolffsohn mit einem nicht ganz unrecht. Auch ich bin der Meinung, dass sich viele junge Menschen, aus wirtschaftlichen Gründen, für den Dienst an der Waffe entscheiden. Doch was sollen sie denn sonst tun? Würden sie sich die Alternative, Hartz IV entscheiden, täten Leute wie er sie doch auch missbilligen. Er bekommt doch was er will. Also was sollen derartige Abfälligkeiten?
Das die Bundeswehr dadurch zu einer "Volksteilarmee schrumpft" würde ich auch nicht sehen. Denn eigentlich spiegelt sie doch so den tatsächlichen Zustand des deutschen Volkes wieder. In diesem "schrumpft" nämlich der Anteil der wirtschaftlichen Verlierer nicht. Sondern er steigt kontinuierlich an. So eben auch in der Bundeswehr. Von einem Professor, der sich mit der jüngeren Geschichte beschäftigt, hätte ich dann doch eine bessere Beurteilung der gegenwärtigen Realität erwartet.
Um Jochen, Deinen letzten Satz aufzugreifen, sollten sich die Offiziere der deutschen Bundeswehr mit ihren Kameraden aus der Mannschaft einmal fragen, ob es nicht an der Zeit ist, ein klares Wort über Wolffsohn zu reden und ihn auf das, durch sie, zu verteidigende Gut Grundgesetz hinzuweisen.
Wenn den Menschen in diesem Land keine ausreichenden Perspektiven, ausserhalb der militärischen Option, gegeben werden, dann ist in erster Linie der Staat daran schuld und nicht derjenige der durch fehlende Perspektiven genötigt wird die militärische Option zu wählen.
Eines gibt aber dennoch zu überdenken. Wenn Soldaten in spe es vorziehen Menschenleben in Kauf zu nehmen, statt ihnen durch zivildisentliche Arbeit zu helfen, muss ich ihnen entweder Spaß am möglichen töten unterstellen oder fehlendes Verständnis der Menschenrechte. diese Unterstellung gilt zunächst erst einmal für jene Soldaten, die sich nach der Grundausbildung verpflichten. Gott-seis gedankt werden noch keine Soldaten in der Grundausbildung gefordert sich an Kriegen zu beteiligen. Allerdings besteht auch nach der Grundausbildung die Möglichkeit in den Kriegsdienst einberufen zu werden und dann gibt es nur noch wenig Möglichkeiten dem bewussten töten auszuweichen.
Würde ich zur Bundeswehr gehen, dann ausschließlich nur in den Sanitätsdienst, denn als Mensch habe ich die Pflicht anderen zu helfen - auch dem propagierten Feind.
L.
.. Gesinnugswächter der Budneswehr - der nach eigener Aussage angehende Bundeswehroffiziere auf ihre Gesinnung kontrolliert (sinngemäß- die Formulierung war positiver)
- und mit ein Grund, warum ich die Bundeswehr heute für eine NWO-Schlägertruppe halte.
mfg zdago
dem Altgesellen abends ein Bier bevor er
die Werkstatt abschließt, zufrieden mit der
gelungenen Arbeit des Tages.
Nebenan sitzt der Gärtner hinter dem Haus
auf der Bank, und raucht seine Feierabend-
pfeife. Der Wissenschaftler hockt bis
Mitternacht im Institut, weil ihn ein spann-
endes Problem beschäftigt, und ein paar
tausend Kilometer östlich, steht ein Soldat
vor einem Leichenhaufen und wischt das
Blut von den Stiefeln. Er schaut auf sein
Tagwerk und ...
Soldat aus Berufung?
Einen an der Erbse oder wie?