Wir leben in einer schnellen Gesellschaft, in der die Produktion effektiv sein muß. Weniger Kosten, mehr Einnahmen. Da sind Menschen überwiegend nur im Weg, weil sie einfach zu viel Kosten verursachen. Besser als in Zeiten einer Wirtschaftskrise kann man dies nicht beobachten. Die Einnahmen zählen mehr als der Mensch der sie einfahren könnte. Um Kosten zu sparen werden die Arbeitnehmer gekündigt um sie schlußendlich dem Steuerzahler zu überlassen. Aber wie lange funktioniert das? Wenn es immer mehr Arbeitslose gibt, dann gibt es längerfristig gesehen weniger Steuereinnahmen mit denen man staatliche Ausgaben wie zum Beispiel Hartz IV finanzieren könnte.
Gibt es weniger staatliche Hilfen, werden Menschen irgendwann zu Tieren. Nämlich dann, wenn sie um ihr eigenes Leben fürchten müssen und alle erdenklichen Möglichkeiten in Betracht ziehen ihr Überleben zu sichern. Das ist es, wovon Herr Sommer und auch Frau Gesine Schwan dieses Jahr sprachen, als sie darauf aufmerksam machten, daß es unter Umständen zu Ausschreitungen kommen könnte. Ausschreitungen deren Grundlage die Wirtschaftsschieflage ist -Massenentlassungen wegen Kostenersparnis und Gewinne die man sich dadurch verspricht.
Es ist kein Gewinn und es steht auch kein solcher ins Haus wenn man Arbeitnehmer zu hauf entlässt. Das ist eine Milchmädchenrechnung bester Qualität und Dummheit wie sie größer nicht sein kann. Es sei denn, man hat einen Plan wie es nach der Entlassungswelle, nach den Insolvenzen und Bankrotterklärungen weitergehen kann. Ein möglicher Plan kann sein, nicht mehr viele Betriebe und Einzelfirmen Deutschlands Wirtschaftsmotor zu nennen, sondern eine überschaubare Anzahl an Firmenzusammenschlüssen. Der Eine nennt dies Expansion, ich nenne es "Kostenersparnis" und liege damit vermutlich genau richtig. Denn seit Jahren wird nichts anderes in der Wirtschaft getan als so weit wie möglich Kosten einzusparen. Das Abwandern in Billiglohnländer ist nur ein Weg von vielen und Expansion ist ebenfalls ein probates Mittel.
In ihrer Rechnung hat man allerdings einen ganz entscheidenden Faktor übersehen. Den Faktor Konsument. Um Gewinne zu erzielen braucht es Abnehmer. Um Abnehmer sein zu können braucht es ausreichend Einkommen. Um Einkommen zu haben bedarf es Arbeit. Maschinen sind leider noch nicht geschäfts- oder vertragsfähig und Geld ausgeben, um etwas produziertes zu kaufen, können sie auch nicht.
"Wir brauchen die Maschinen" hört man immer wieder. "Ohne Maschinen sind wir nicht mehr Einnahmefähig". Ist dem tatsächlich so? Nein! Würde weniger mit Maschinen automatisiert, hätten wieder mehr Menschen Arbeit. Zwar würde einiges vielleicht länger brauchen herzustellen, aber am Ende zählt doch nur was dabei heraus kommt: Ein Leben in Würde.
Ich plädiere also für Arbeitszeitverkürzung, für mehr Zeit für Muse, Kreativität und Menschlichkeit!
Der Plan für einen ersten Richtungswechsel könnte bspw. so aussehen:http://www.antikapitalistische-linke.de/topic/16.text.html
wie gesagt, das hier aufgeführte mag nur die erste Weichenstellung sein, auf dem Weg in ein selbstbestimmte, menschenwürdiges und solidarisches Leben
da hab ich doch gerade was ganz tolles wiederentdeckt: http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/916564
Ich finde schon dass hier durchaus ein Funke Realität zu bemerken ist. Auch wenn ich der Meinung bin, dass eben einige Maschinen tatsächlich eine lebensnotwendige Aufgabe haben die man bestehen lassen sollte. Andere hingegen - und da stimme ich durchaus zu - haben wieder dem Menschen Platz zu machen, nicht anders herum.
irgendwo las ich das bsp. mit dem bäcker:
früher brauchte man für 100000 brötchen/std 1000 bäcker, heute produziert 1 bäcker dieselbe menge/std mit hilfe eines automaten
wir sollten also lieber darüber nachdenken wie wir die 999 bäcker versorgen und/oder beschäftigen
brauchen wir eine 40std-woche?
http://de.wikipedia.org/wiki/Jeremy_Rifkin
Wichtig ist, das die Maschinen der ganzen Menschheit dienen. Also so etwas wie eine bedingungslose Grundsicherung für alle Menschen. Für einen Kapitalismus in der derzeitigen Form ist in so einer Gesellschaft kein Platz mehr.
Die Pflicht für seinen Lebensunterhalt aufzukommen beschreibt Paulus in dem ins umgangssprachliche eingegangenen Ausspruch in 2. Timotheus 3:10 zum Ausdruck "Wer nicht arbeiten WILL, soll auch nicht essen!" Das will hebe ich gerne hervor, denn das ist im puritanischen Denken und der neoliberalen Zitatsweise gerne ignoriert worden. Wer nicht arbeiten kann, sollte auch versorgt werden. Das wird deutlich bei allen Aufforderungen in der Bibel die Armen zu speisen.
In jedem Falle ist Arbeit kein Mittel zur Unterjochung, sondern eine Sache die Lebensfreude und Sinn vermittelt. Leider ist die Abkopplung des Arbeitsprozesses vom Schaffensdrang des Menschen häufig das Problem, daß Arbeit nur noch Qual statt Freude ist. Fragt man aber Menschen, die oft sogar extrem viel Arbeiten, aber dabei ihrer Berufung folgen können, ist selbst das pervertiert harte hetzende Arbeiten heutiger Zeit noch eine Freude stiftende und sinngebende Tätigkeit.
Selbst Jesus hatte einen Beruf gelernt und ausgeübt :-)
Also Arbeit ist nicht eine Strafe, sondern gehört in der Bibel zu der von Gott erdachten Ordnung für den Menschen, der durch Ordnung zu Glück und Zufriedenheit kommen kann.
Philosophen, die nicht arbeiten und lieber das Denken in den Stand der Arbeit erheben, erinnern zuweilen an verwöhnte reiche Schnösel, denen es an Sinnhaftigkeit fehlt, weil all ihre Grundbedürfnisse durch ihren Reichtum gestillt sind.
Da könnte man jetzt noch die Kurve zu den Oberschichtlern schlagen, die sich auch zu fein sind für Arbeit und die meisten Menschen für sich arbeiten lassen, dabei aber an der produzierten Langeweile und Spießigkeit nahezu verrecken. Das führt allerdings weit weg vom eigentlichen Punkt, nämlich der Richtigstellung deiner Aussage.
Ich finds immer wieder schade, daß viel der Bibel angedichtet wird, aber nur wenige den Schneid haben mal WIRLICH reinzuschauen.
Andere Arbeit gibt es zuhauf; nur wird sie erstens nicht bezahlt, und auch nicht als solche anerkannt.
Deshalb muss das ganze gesellschaftliche Modell, welches auf Erwerbsarbeit, und Geldeinnahmen beruht, gewechselt werden.
Arbeit an sich ist genug da. Auch genug die sich nicht wirklich automatisieren lässt. Man muss nur in Krankenhäuser, Schulen, Altenheime, Kindergärten, Polizeistationen, etc. gehen. Fast alle dort würden gerne mehr Mitarbeiter haben. Angeblich können wir es nicht bezahlen. Wir können aber 6 Millionen Arbeitslose bezahlen die durch ein marodes System unterdrückt werden und Quersubventioniert werden. Da soll es nicht gehen ihnen eine vernünftigen Job zu geben?
Außerdem können alle weniger arbeiten. Das geht auch nicht in die Köpfe der "hochintelektuellen" Ökonomen. Wenn die Produktivität im selben Maße steigt wie die Arbeitszeiten sinken muss niemand entlassen werden. Sollen neue Industrien entstehen müssen die Arbeiter eben abgeworben werden. Aber das würde die Macht über das Einkommen wieder ungünstig verschieben und die Mehrheit würde etwas gewinnen. Was wäre an einer 20 Stunden Woche schlimm? Kein Tier der Erde ist so aktiv wie der Mensch habe ich mal gelesen. Also eigentlich handeln wir absolut gegen unsere Natur.
Bei "Matrix" dienen die Menschen zu nichts weiter als Energiegewinnung (da sonst die Maschinen sich nicht speisen könnten) - alles andere ist "gesteuerter Traum". Also, für den Inhalt und die Kernaussage dieses Beitrags (den ich gar nicht mal schlecht finde) leider ein völlig danebengegangenes Beispiel.
Matrix ist voller Metaphern und Energie ist auch nur eine Metapher für Arbeit.
Die Energie ist eine physikalische Größe, die in allen Teilgebieten der Physik sowie in der Technik, der Chemie, der Biologie und der Wirtschaft eine zentrale Rolle spielt. Ihre SI-Einheit ist das Joule.
In ... Physik wird Energie ... als Fähigkeit,... Arbeit zu verrichten [definiert].
http://de.wikipedia.org/wiki/Energie
Das ist nach der physikalischen Definition nicht ganz richtig, aber Energie = Arbeit ist eine häufig verwendete Gleichung, weil für Arbeit immer auch Energie aufgewendet werden muss.