Eine etwas überspitzte und ironisch gemeinte Darstellung der Erwerbsgesellschaft sowie der Umgangsart mit Problemen, die zwar nicht in Deutschland entstanden sind, aber hier auch ausgelebt werden. Die Entwertung der Arbeit durch Abwertung.
Von der Arbeit und dem was daraus gemacht wurde – Teil 1!
Wie ist das mit dem Kapitalismus und der Produktionsgesellschaft? Unsere Produktionsgesellschaft ist hoch produktiv, hoch effizient und kommt mit wesentlich weniger Menschen aus als noch vor 50 Jahren. Der technische Fortschritt in der industriellen Fertigung führt immer wieder dazu, dass sich Berufe verändern oder sogar überflüssig werden.
Die kreativen Kräfte des Fortschritts führen auch dazu, dass neue Berufe entstehen und sich berufliche Gewichtungen verschieben. Wurden noch vor 50 Jahren mehr Menschen für einfache Arbeiten benötigt (als Helfer), die eher körperlich schwere Arbeiten ausführten, sind heute vielfach Arbeitskräfte nötig, die über eine gute Schulische Bildung verfügen oder akademisch gebildet sind. Infolge der Verschiebungen im Arbeitsmarkt haben es deshalb heutige Berufsanfänger, die keine hochwertige Schulbildung haben oder keinen Beruf erlernen, sehr viel schwerer, überhaupt eine Erwerbsarbeit zu bekommen.
Menschen, die auch einfachste Arbeiten ausführen, werden wir auch in unserer Gesellschaft immer benötigen, aber die Menge die wir benötigen wird laufend geringer.
Der Verlust von Arbeitsplätzen gehört zum Kapitalismus dazu, denn nicht benötigte Arbeitskraft wird ausgesondert bzw. nicht mehr nachgefragt. Bis in die 60er Jahre war die Nachfrage nach Arbeitskräften größer, als durch Arbeitsplatzabbau verloren ging. Deshalb fanden Menschen, die ihre Arbeit verloren, schnell eine andere. Überall in den Industrienationen war das so. Arbeitslosigkeit war infolge der Kriegszerstörungen ein Randproblem, weil es viel aufzubauen gab und überall gab es großen Nachholbedarf nach Waren. Eine neue Ära begann, die der Konsumgesellschaft. Steigende Produktion wurde durch starke Nachfrage aufgebraucht. Steigende Löhne feuerten den Konsum an, der manchmal nur schwer befriedigt werden konnte.
Der Bedarf an Arbeitskräften in den Industriestaaten vor allem Europas stieg soweit, dass Mitte der 50er Jahre, ausländische Arbeiter aushelfen mussten (auch, weil infolge des Krieges viele Männer gefallen oder noch in Kriegsgefangenschaft waren). Diese als „Gastarbeiter“ bezeichneten zusätzlichen Arbeitskräfte waren anfangs vielerorts in den ehemaligen Holzbaracken untergebracht, wo einst die Zwangsarbeiter der Nazis eingesperrt wurden. Erst nachdem öffentliche Kritik laut wurde, kurbelte der Staat ein Wohnungsbauprogramm an, um der Wohnungsnot abzuhelfen. Auch das schaffte zusätzlich Arbeitsplätze in der Bauindustrie.
Die aus einem empfundenen Mangel erzeugte Konsumnachfrage wurde zunehmend gesättigt und wurde zum „Überfluss- oder Luxuskonsum“. Überangebote massenhaft erzeugter Überfluss- oder Luxuskonsumware verbilligte diese soweit, dass sich nun viel mehr „Durchschnittsverdiener“ z.B. einen PKW kaufen konnten. Die Überproduktion wurde nun auch verstärkt exportiert, obwohl infolge des viel geringeren Lebensstandards in vielen Teilen der Welt, sich kaum jemand deutsche oder europäische Produkte leisten konnte. Deshalb wurden diese recht belad subventioniert. Auf diese Weise wurden die Preise „marktfähig“ gemacht.
Durch Umverteilung des Geldes und Erwerbslosigkeit fallen breite Teile der Bevölkerungsteile als Konsumenten aus und Hersteller müssen sich neue Tricks einfallen lassen, um für ihre Produkte neue Kunden zu finden. Die Überflussgesellschaft der letzten 20 Jahre mündet in einer „auf Pump“ finanzierten Welt, in der die Wirtschaft mit kreditfinanzierten Konsum die „real“ nicht vorhandene Kaufkraft teilweise ersetzen muss, um zu überleben. Mit der Folge, dass viele der Konsumenten verschuldet sind. Die Kreditfinanzierte Konsumblase hält mittlerweile einen Teil der Volkswirtschaft am laufen und daher sind Ängste begründet, dass die Kreditgebenden Institute ins Trudeln geraten könnten, weil bei Millionen von „schwachen Krediten“ hohe Ausfallrisiken bestehen. Geschickt inszenierte und umfangreiche Medienkampagnen sollen einen „Hype“ auf Produkte erzeugen, die sonst keiner starken Nachfrage unterliegen.
Der Zusammenhang zwischen Erwerbsarbeit und Kaufkraft! In früheren Zeiten brauchte die Industrie viel menschliche Arbeitskraft. Die Produktivität lag nicht so hoch wie heute und Überproduktion gab es noch nicht. Technologische Entwicklungen in der Maschinentechnik haben meist zur Folge, dass weniger menschliche Arbeitskraft gebraucht wird. Auch der Produktionsausstoß der Industrie erhöhte sich jeweils. Mit steigender Produktivität, höhere Technologie und mehr Wettbewerbern, kommt es zur Überproduktion.
Erwerbslosigkeit arbeitsfähiger Menschen gab es schon immer in der kapitalistischen Produktionsgesellschaft. Sie ist im Wesentlichen durch Profitabsichten bedingt und orientiert sich nicht an dem menschlichen Bedürfnis „gebraucht zu werden“. Viele Menschen finden in einer Arbeit ihren Lebenssinn und Erwerbslosigkeit wirkt wie der Entzug dieses Lebensinhalts. Die staatliche Verwaltung kann Erwerbsarbeit als Ersatzarbeitsmarkt nur bedingt erzeugen. Kaufkraft ist der wesentliche Schlüssel, auf den die kapitalistische Gesellschaft angewiesen ist.
Wer kein Kapital besitzt, konsumiert kaum und daher ist Armut der Feind des Kapitals. Geringe Löhne und das gegenseitige Unterbieten verringern den Gegenwert des Faktors Arbeit.
Erwerbslosigkeit und die Entwertung der Arbeit sind die entscheidenden Kriterien für die ökonomischen Probleme der kapitalistischen Gesellschaft. Kaufkraftverlust schädigt letztendlich diese Gesellschaft. Die staatliche Verwaltung kann solche Prozesse beeinflussen, beseitigen oder gar aufheben kann sie der Staat aber nicht.
Immer mehr Länder der Erde haben ihre Industrieproduktionen und Technologien verbessert und die Masse der produzierten Waren, übersteigt die Nachfrage deutlich. In der Folge sind die Preise verfallen und viele Produzenten gehen kaputt. Dies führt einerseits zwar zu einer „gewissen“ Marktbereinigung, aber andererseits entsteht dadurch neue Erwerbslosigkeit, die nicht kompensiert werden kann. Infolge dessen sinken Kaufkraft und Bedarf weiter. Diese Wechselwirkung kann durch staatliche Eingriffe entscheidend verändert werden.
Ab wann ist Erwerbslosigkeit Systemrelevant? Wenn Erwerbslosigkeit und Armut einen bestimmten Größenanteil der Bevölkerung erreicht, wird sie systemimmanent, weil sie damit die Überlebensfähigkeit des Staates gefährdet. Wenn das Bruttoinlandsprodukt so gering wird, dass die Steuereinnahmen des Staates nicht ausreichen, um die öffentliche Verwaltung zu finanzieren oder um das Versorgungssystem aufrecht zu erhalten. Dann gibt es keine funktionierenden Sozialsysteme mehr und keine Grundversorgung der Bevölkerung, Chaos, Hunger und Elend regieren.
Die ärmsten Länder dieser Erde haben solche Zustände (z.B. Bukina Faso). Mit internationaler Hilfe und finanzieller Unterstützung kann nur begrenzt geholfen werden. Denn solche Hilfe schafft keine Armut ab und beseitigt nicht die Korruption oder Kriminalität. Der Neuaufbau der Wirtschaft, wäre zwar ein Lösungsansatz, scheitert aber daran, weil dadurch neue Konkurrenz für Industriestaaten entsteht. Viele dieser armen Länder sind Rohstoffreich und daher bemühen sich die Industriestaaten z.B. diese Rohstoffe zu erschließen und helfen bei der Vermarktung.
Einerseits entstehen dadurch Arbeitsplätze, das Land bekommt Geld für seine Rohstoffe und die Geberländer erhalten günstig diese Rohstoffe. Damit entsteht eine neue Art Abhängigkeit. Die Ausbeutung der Rohstoffe wirkt wie eine Form der Kolonialisierung.
Zurzeit gelten knapp 43 Millionen Menschen als Erwerbsfähig und ca. 40 Millionen sind Erwerbstätig.
Nur 27 Millionen davon sind Sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Etwa 35 Mill. Menschen arbeiten als Beschäftigte und knapp 2, 4 Mill. sind Selbstständig. Deutschland hat etwa 80 Mill. Einwohner. Problematisch erscheint die statistische Erfassung der Erwerbslosigkeit, weil die Bundesagentur für Arbeit, aus politisch motivierter Situation, die Statistik einseitig bereinigt, um ein positiveres Bild zu zeichnen, als es tatsächlich ist. Unterschiedliche Quellen geben die Zahl der Erwerbslosen zwischen 3 bis 5 Millionen Menschen an. Fakt ist, dass jeder zweite Deutsche, Transferleistungen des Staates erhält. Wann ist also die „Schallgrenze“ staatlicher Leistungsfähigkeit erreicht? Noch lange nicht, solange das Bruttoinlandsprodukt und die Summe aller eingenommenen Steuern den Staat handlungsfähig machen.
Wie wird Erwerbslosigkeit und wie werden Erwerbslose in Deutschland bewertet? Das Grundgesetz verbietet Unmenschlichkeit bzw. hat Deutschland sich zur Einhaltung der Menschenrechte verpflichtet. Aber ein Grundrecht auf Arbeit kennt das Grundgesetz nicht. Das Grundgesetz regelt im Art. 12 Abs. 2, dass niemand zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden darf, außer im Rahmen einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentliche Dienstleistungspflicht. Auch diese grundgesetzliche Formel, ist nicht klar verständlich. Das Grundgesetz ist lückenhaft und gesetzliche Kommentierungen sind der breiten Bevölkerung meist unbekannt. Die staatliche Verwaltung müsste ihre Sorgfaltspflicht folgend, mehr Klarheit in die Grundrechte bringen und gezielt über die grundgesetzlichen Rechte und Pflichten der Bürger aufklären. Sie sind nicht verhandelbar, nach politischer oder ökonomischer Situation.
Die „sozialstaatliche Verpflichtung“ des Grundgesetzes ist keine Einheitsformel und enthält daher keine Ausführungsbestimmung. Sie gibt der Politik lediglich die verpflichtende Aufgabe auf, dazu weitere Regelungen in Form von Gesetzen und Vorschriften zu erlassen. Damit ist klar, dass die „sozialstaatliche Verpflichtung“ des Grundgesetzes kein Grundrecht an sich ist.
Das Bundesverfassungsgericht hat in einer Grundsatzentscheidung zu dieser Frage geurteilt, dass es der politischen Handlungsebene überlassen ist, gemessen an der Leistungsfähigkeit des Staates (also der Bürger), die Art und Form staatlicher Hilfe, zu bestimmen. Nach dem Grundgesetz ist Deutschland eine auf Erwerbstätigkeit ausgerichtete Gesellschaft, in der jeder der arbeitsfähig ist, sich nach seinen Möglichkeiten eine Erwerbstätigkeit suchen kann, um ihr frei und ohne Zwang nachzugehen. Die Berufswahl, Ausbildung und Arbeitsplatzwahl ist frei, nur die Berufsausübung soll durch weitere Gesetze geregelt werden.
Ist Deutschland eine Erwerbsgesellschaft?
Wir sollen für selbstherrliche Unternehmerfürsten und gierige Geldverwalter die sich als „Herrscher der Welt“ aufspielen, schuften, uns unterordnen oder verrecken, wenn man es „uns“ nur genug plausibel beibringt?Statt diese asoziale Brut zum Teufel zu jagen, heulen wir Ihnen nach und betteln darum, das etwas von ihrem Goldstaub in unseren Taschen hängen bleibt, damit wir weiter den Konsum frönen können, während uns der Krebs der Selbstverachtung von innen langsam auffrisst.Statt die Chance der Freiheit zu nutzen, opfern wir uns mit der „Inbrunst von Selbstmördern“ den Hyänen der Finanzwelt oder lassen zu, dass wir zu ihren Erfüllungsgehilfen, Mitwissern und Kollaborateuren machen, die ihre eigene Klientel verraten, um für sich einen besseren Stand zu verschaffen. Wir werden beherrscht und unterdrückt durch die eigene Unfähigkeit Frei zu sein.
Die Art, wie die Reformen am Arbeitsmarkt genannt Hartz IV bis IV umgesetzt und Wirkung zeigen, ist ein Fingerzeig der Geschichte – In der sich alles wiederholt, schafft es sich neu!Wer geglaubt hat, dass die alten Lehren von Marx und Engels oder den Begründern der Arbeiterbewegung überholt sind, hat diese nicht verstanden, ignoriert oder verleugnet sie. Macht euch frei von dem Makel der unterdrückten „darüber redet man nicht“; Redet, erklärt und berichtet jedem nicht betroffenen, was ihm passiert, wenn er „ausgesondert“ wird. Hartz IV steht sinnbildlich für die Unehrlichkeit der Diskussion über Erwerbsarbeit, Massenarbeitslosigkeit und deren Lösungswege. Arbeitslosigkeit kann systemrelevant werden.Politiker scheuen sich offen zu bekennen, das ihre Politik weder die Sozialsysteme stabilisiert, noch die Situation der Arbeitslosen Menschen entsprechend verbessern konnte.- Man hat der Wirtschaft das Handlungskonzept überlassen.
Die etablierte Politik macht sich anscheinend nichts aus sozialer Gerechtigkeit, Mehrung des Lebensstandards für alle oder der Umverteilung von Erwerbsarbeit zur Vollbeschäftigung, sondern ist Ausdruck der verkommender Bourgeoisie, aus Arroganz und Überheblichkeit, die sich darin wieder findet, keine staatlichen Leistungen für Menschen dulden zu wollen, die es ihrer Meinung nach „nicht geschafft“ haben, weil sie zu faul, zu schwach oder ungebildet waren, um sich gesellschaftlichen Aufstieg zu verdienen. Haben sie es deshalb nicht verdient auf gleicher Stufe zu stehen und sollen sie deshalb die neue Unterschicht bilden, die sich selbst als abgehängtes Prekariat begreift?
Siehe Fortsetzung in Teil 2
Von Thomas Marschner | Duckhome | – Eine etwas überspitzte und ironisch gemeinte Darstellung der Erwerbsgesellschaft sowie der Umgangsart mit Problemen, die zwar nicht in Deutschland entstanden sind, aber hier auch ausgelebt werden. Die Entwertun... ...




















High Duck!
Sehr gut und eigentlich für Jeden verständlich erklärst Du "das Gesetz vom tendenziellen Fall der Profitrate" aus dem dritten Band von Marxens Kapital.
Darüber hinaus weist Du auch auf die gesellschaftlichen Folgen hin.
Dennoch ein kleiner Hinweis am Rande:
Es sind Dir im Text ein paar Zahlenschnitzer passiert.....wir verstehen das, aber neoliberale Korinthenkacker nutzen schon den kleinsten Zahlendreher oder Schreibfehler um einen guten Beitrag zu diskreditieren.
Bitte noch mal gegenlesen!
salud
carlo
In Wahrheit war sowohl das männliche als auch das weibliche Arbeitskräfteangebot in der alten BRD der 60er nicht zuletzt auf Grund der gewaltigen Zuwanderung aus den ehemaligen Ostgebieten und später noch aus der DDR (über 2 Mio "Flüchtlinge") sehr üppig, deutlich besser als zu dieser Zeit etwa in der DDR.(Welche in den 60ern ebenfalls bereits "Gastarbeiter" in bestimmten Umfang einsetzte)
Die Wahrheit ist, dass diese "Gastarbeiter" vor allem als LOHNDRÜCKER in die alte BRD importiert wurden, um so den Forderungen der einheimischen westdeutschen Arbeitnehmer nach höheren Löhnen mehr Paroli bieten zu können.
Auch damals bereits bestätigte sich der westdeutsche Staat als Büttel des Kapitals, und auch damals spielten die korrumpierten gekauften Gewerkschaften fleißig mit - "begrüßten" die neuen "Gastarbeiter" = Lohndrücker als "Bereicherung" oder "Notwendigkeit"....
Bei meiner Richtigstellung geht es keinesfalls um "Ausländerfeindlichkeit" sondern nur darum zu zeigen, wie das Kapital immer wieder auch Arbeitnehmer verschiedenster Nationalitäten für seine Profitinteressen und seine Macht über die Arbeitnehmer auszunutzen weiss - natürlich immer eben auch mit Hilfe des Staates, der Politik - und leider: "Gewerkschaften"!.
Mit freundlichen Grüßen, Hansi
richtige Anmerkung, dass Gastarbeiter als Lohndrücker benutzt wurden; Richtig aber auch,
dass infolge eines Männermangels tatsächlich der erhöhte Arbeitskräftebedarf nicht mehr so einfach gedeckt werden konnte.
Hinzu kam, dass auf Grund einer reaktionären Steuer- und Familienpolitik in jenen Jahren auch eine Menge arbeitsfähiger Frauen der Erwerbstätigkeit entzogen wurden, also auch auf eine gezielte staatliche Praxis zurückzuführen sind.
"Wir riefen sie und sie (die Gastarbeiter) kamen" war und ist ein Mythos, ein Mythos, um die wahrhaftig Verantwortlichen für diese teilweise völlig irrsinnige Ausländer- bzw. Einwanderungspolitik (ganz zu schweigen von der "Asyl"- Politik späterer Jahre!)zu entschuldigen.
Dass es in einigen Branchen(z.B. Bau, aber auch Gastronomie) jener Jahre zeitweiligen bzw. saisonalen Bedarf für zusätzliche Arbeitskräfte gab ist völlig unbestritten, nur hätten diese eben zum Großteil sehr wohl auch aus dem einheimischen Arbeitskräfteangebot gewonnen werden können - bei einer anderen Politik.
Doch im Vordergrund, der Hauptgrund des massiven Gastarbeiter-Imports war das Lohndumping, Schwächung der einheimischen Arbeitnehmer, Stärkung der Macht der Unternehmer und vieler anderer Besitzender(z.B. Immobilienbesitzer!)durch zusätzlich angeheizte Konkurrenz zwischen den Arbeitnehmern mit Hilfe von importierten Arbeitnehmern.
Mit freundlichen Grüßen Hansi
nun richtig sind Deine Argumente insoweit, dass mit eigenen Arbeitskräften, ein Teil der schliesslich durch Gastarbeiter besetzten Stellen besetzt hätte werden können, aber eben nur teilweise. Zudem hätten die Arbeitgeber die originären Tariflöhne zahlen müssen, was sie letztendlich nicht wollten. Vielleicht kann man sogar sagen, dass der Verfall der Tariflöhne am Bau, damit anfing, als schlechter bezahlte Gastarbeiter beschäftigt wurden. Letztendlich ist die Wirkung für den Arbeitsmarkt sowie für die Ausländer- und Asylpolitik genau die erwähnte Lohndrückerei und eine nicht gewollte aber notwendige Politik. Denn die politische Handlungsebene hat sehr lange ignoriert, dass es eine staatliche Regelung der Ausländer- und Asylpolitik geben musste.
So eine Ausgewogenheit bedeutet aber in vielen Fällen in der Praxis, dass nicht wie heute die Arbeitnehmer um fast jeden Preis um rare Arbeitsplätze kämpfen müssen, sondern umgekehrt, dass die Arbeitgeber untereinander um Arbeitskräfte konkurrieren müssen, was sie aber nur dann in jenen Jahren erfolgreich konnten, wenn sie bei Löhnen und sonstigen Arbeitsbedingungen zu beachtlichen Zugeständnissen bereit waren.
Für jeden "guten" Unternehmer einfach eine Tragödie, ein "unhaltbarer" Zustand!
Also setzten die Unternehmer die dicke Lüge von "massenhaft fehlenden Arbeitskräften" in die Welt und veranlassten ihren Bonner Staat, massiv im Ausland Arbeitskräfte anzuwerben.
Ja: Sie wurden tatsächlich "gerufen", die Gastarbeiter - auch mit Hilfe der wetdeutschen Arbeitsämter, die selbst im hintersten Anatolien generalstabsmäßig REKRUTIERUNGSSTELLEN einrichteten.
Und auf diese Weise wurde langsam aber sicher das Kräfteverhältnis auf dem westdeutschen Arbeitsmarkt zu Gunsten der Arbeitgeber verändert, nach gut 10 Jahren bereits so massiv, dass es nach einem wirtschaftlichen Einbruch 1973 dann 1975 bereits die ersten 1 Million registrierten Arbeitslosen gab - und seit dieser Zeit nie wieder wirklich spürbare , wirklich "nachhaltige" Verbesserungen bei den Löhnen, die gesamte westsdeutsche Tarifpolitik wurde seither "moderat", die Arbeitslosigkeit begann, langsam aber sicher, zu einer "Dritten Tarifpartei" zu werden.(Spätere Arbeitszeitverkürzungen wurden mit LOHNZUGESTÄNDNISSEN erkauft! Heute alles "vergessen"...)
Ist man sich dieser Hintergründe des westdeutschen Gastarbeiterimports als auch dieser teilweise ähnlich motivierten "Asylpolitik" bewusst, welche ebenfalls zu einer weiter massiven Zunahme des Arbeitskräfteangebotes auf dem westdeutschen Arbeitsmarkt führte, so erkennt man schnell die ganze Verlogenheit aller westdeutschen Politiker seit den 70er Jahren, welche immer und immer wieder dem Volke vorlogen, die "Arbeitslosigkeit bekämpfen" zu wollen!
SIE WAR EINFACH ERWÜNSCHT UND WURDE DESHALB GEFÖRDERT!!!!
Es ist daher völlig falsch und völlig irreführend, von einer "verfehlten" oder gar "nicht vorhandenen Ausländerpolitik" zu sprechen, diese hat es immer gegeben, nur wurde sie niemals öfflich gemacht, wurde verleugnet, abgestritten - bis heute.
Und noch immer fallen so viele Leute darauf herein.
Mythen sind halt schier unsterblich...
Gruß, Hansi