Die Zinsfalle
Es gibt auf der Welt eine ganze Reihe von sehr reichen Menschen. Daran ist wie im Fall Bill Gates auch nichts auszusetzen, wenn das Geld durch Arbeit oder Entwicklung neuer Produkte verdient wurde. Die meisten diese Vermögen entstanden jedoch nicht durch Arbeit oder Produktentwicklung, sondern durch Betrug oder Veruntreuung.
Aber selbst da, wo das ursprüngliche Vermögen noch auf Arbeit oder Innovation basierte, wurde es dann durch Erbschaft und Heirat akkumuliert. Genau an dieser Stelle beginnt das Problem. Immer dann, wenn das Vermögen nicht mehr auf eigener Leistung sondern auf Erbschaften beruht, gibt es eigentlich keinen Grund mehr, dieses Vermögen als gerechtfertigt anzusehen.
Feynsinn plädiert aus diesem Grunde darauf, eine Erbschaftssteuer von 100 Prozent einzuführen. Damit wäre zwar das formale Problem des Eigentumerwerbs durch Erbschaften ohne eigene Leistung verhindert, allerdings würden solche Erbschaften dann über Verkäufe, Stiftungen und Auslandsfirmen abgewickelt.
Das Kapital findet immer wieder Mittel und Wege sich aus seiner Verantwortung für die Allgemeinheit und aus der Steuerpflicht zu befreien. Der Ansatz müsste also an anderer Stelle gefunden werden. Das eigentliche Problem ist der Zins. Eine Ansammlung von Kapital ist wie eine Ansammlung von Kartoffeln, sie hat nur dann einen Wert, wenn es jemand gibt der sie braucht.
Kartoffeln kann man verkaufen, sie sind danach weg und spätestens nachdem sie gegessen wurden, sind sie aus dem Wirtschaftskreislauf verschwunden. Das Kapital wird aber lediglich verliehen, es verbraucht sich nicht.
Typischerweise leiht sich der Bauer das Geld für das Saatgut, also die Setzkartoffeln und gibt dafür eine Hypothek auf das Produktionsmittel Boden, also auf seinen Acker und investiert dazu noch seine Arbeitskraft, Maschinen und Kenntnisse, sowie Lagerräume. Das Kapital gibt nur sehr wenig und lässt sich dieses wenige, auch noch gut absichern.
Geht die Ernte aus Witterungsgründen oder durch Schädlinge zugrunde, oder können auf Grund des großen Angebotes nicht ausreichende Preise für die Ernte erziehlt werden, hat der Bauer den alleinigen Schaden, das Kapital nimmt ihm im Zweifelsfall sogar noch das Produktionsmittel Boden, dass er als Sicherheit hinterlegt hatte. Wenn es besonders pervers kommt, darf er dann im nächsten Jahr, den Boden vom Kapital pachten, der ursprünglich ihm gehörte.
Aber selbst wenn alles gut geht, ist der Bauer der Dumme. Das Kapital verlangt viel mehr von seiner Rendite als ihm selbst bleibt. Er arbeitet also im wesentlichen für das Kapital. Seine Freiheit und Gestaltungsmöglichkeit endet an der Forderungsgrenze des Kapitals.
Wohl gemerkt, dies wird hier keine Philippika gegen den Zins und das Kapital. Es geht um etwas anderes. In einer fairen Gesellschaft müssten sich der Produktionsfaktor Kapital, der Produktionsfaktor Boden und der Produktionsfaktor Arbeit, das Risiko des Kartoffelanbaus teilen, da um Kartoffeln setzen und ernten zu können, jeder der drei Produktionsfaktoren gebraucht wird.
Dabei ist der Boden unabdingbar, weil Kartoffeln ohne Boden keinesfalls wachsen. Genauso wichtig sind die im Produktionsfaktor Arbeit gebundenen Kenntnisse über den Anbau, die Pflege und die Ernte von Kartoffeln. Aber beim Produktionsfaktor Arbeit, gibt es schon eine Auswahlmöglichkeit, da die notwendigen Kenntnisse bei vielen Leuten vorhanden sind. Der Produktionsfaktor Kapital ist am leichtesten zu ersetzen, da das Kapital von jedem Kapitalbesitzer kommen kann. Normalerweise würde der billigste Kapitalgeber ausgewählt, da das Kapital eben keine Qualifikation braucht und nur wenig zum Erfolg des Projektes Kartoffelanbau beiträgt.
In der Realität ist es allerdings so, dass die Ansprüche des Kapitals riesengroß sind, obwohl es kaum zum Gelingen des Projektes beiträgt. Das ist nur möglich, weil das Kapital sich nicht anbieten muss, sondern nachgefragt wird, obwohl es praktisch in unbegrenzten Mengen vorhanden ist.
Wenn man sich überlegt, dass die Banken sich das Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) für ein Prozent Zinsen leihen und die frechsten Bankster bei Dispoüberziehungen 19 Prozent Zinsen verlangen und bekommen, dann wird schnell klar, was nicht stimmt. Die Banken machen auf Kosten ihrer betrogenen Kunden horrende Zinsgewinne.
Das gilt auch, wenn für einen Kredit an ein Produktionsunternehmen 8,7 Prozent Zinsen oder an ein Handelshaus 11,2 Prozent gefordert wird. Natürlich argumentieren die Banken immer mit einem Mittelzins über die Laufzeit. Nur seltsam, dass es nie eine Rückvergütung für Zinsen weit über dem Mittelzins gibt.
Häufig wird dann, das Argument nachgezogen dass der Bank ja auch Kosten durch die Bearbeitung des Kredites entstehen. Dafür gibt es allerdings die Bearbeitungsgebühr und auch die Risikoabdeckung erklärt nicht die hohen Zinsdifferenzen. Die einzige Erklärung ist die maßlose Gier der Kapitalbesitzer.
Diese Gier lässt sich aber über Steuern regeln. Man muss endlich dafür sorgen, dass sich Leistung und Einsatzfreude, sowie Arbeit wieder lohnen. Bisher lohnt sich nur die Bereitstellung von Kapital. Zinserträge sind aber eben leistungslos und müssen deshalb anders besteuert werden, als Einkommen aus Leistung.
Für Zinserträge wäre es sinnvoll nach einem Grundfreibetrag von 25.000 Euro pro Jahr und Person (auch bei juristischen Personen) alle Zinseinkünfte mit 75 Prozent zu besteuern, ohne dass diese Steuer mit anderen Steuern und Abgaben oder Verlusten verrechnet werden kann. Selbstverständlich müsste dies für alle gelten die in Deutschland Zinseinkommen haben, auch wenn sie ihren Sitz im Ausland hätten und natürlich auch für Deutsche die im Ausland Zinseinkünfte haben. Dazu dürfen Zinszahlungen eben auch nicht mehr steuermindernd verrechnet werden.
Damit würden automatisch zwei Dinge passieren. Viel mehr Kapital würde als haftendes Kapital in die Unternehmen gehen, weil die Beteiligungsgewinne eben aus Leistung und nicht aus Zinsen stammen. Dadurch würde automatisch die Nachfrage nach Kapital sinken, was die Zinsen drückt. Nebenbei könnte durch die erheblichen Steuermehreinnahmen auch die Staatsverschuldung sinken, und die staatlichen Anleihen auf ein niedrigeres Zinsniveau gesenkt werden.
Mittelfristig würde sich das Kapital auch anders verteilen, da es bei einer echten Beteiligung auch echtem Risiko ausgesetzt ist. Ein Risiko, dass das Kapital ja schon seit Ewigkeiten gar nicht mehr kennt. Natürlich braucht es auch noch eine Reihe von flankierenden Maßnahmen. All die hübschen Produkte, die von den Betrügern aus der Finanzindustrie in den letzten Jahren erfunden wurden, müssen selbstverständlich verboten werden.
Optionen, Derrivate, Hebelgeschäfte oder Hedgefonds. Wenn man sie nicht verbieten kann, muss ihr Umsatz bzw. Kapitaleinsatz mit 75 Prozent besteuert werden um derartige Betrügereien wirtschaftlich sinnlos zu machen.
Es braucht allerding auch ein Gesetz, das jedes Handeln, dass einem Unternehmen schadet, Eigentümern und Management zu Schadenersatz verpflichtet und die Finanzbehörden müssen an dieser Stelle sehr streng und genau prüfen. Insbesondere die Verschleierung von Problemen in der Bilanz oder gar die Konkursverschleierung oder Bilanzbetrug müssen durch einen Schadensersatz bestraft werden, der mindestens doppelt so groß wie der entstandene Schaden ist.
Natürlich darf man bei Erbschaften, die ja auch leistungsloses Einkommen sind, ebenfalls hohe Erbschaftssteuern bei gleichfalls hohen Freibeträgen verlangen, solange über ein faires Bewertungsverfahren sichergestellt ist, dass keine Firmen ruiniert werden. Es wird Zeit, dass leistungsloses Einkommen in der Gesellschaft als das parasitäre Einkommen verstanden wird, das es ist.
Nicht der Hartz IV Empfänger der verzweifelt einen Job sucht und sich dazu noch schikanieren lassen ist ein Schmarotzer, sondern die Leute die ohne Eigenleistung nur von der Arbeit der anderen leben. Dabei sollte auch nicht vergessen werden, dass ein Großteil der großen und kleinen Vermögen in Deutschland noch aus der Nazizeit stammen, und die Gewinne aus Arisierung und Völkermord beinhalten.
Es gibt keinen Grund auf Zinserträge stolz zu sein. Zinsen sind parasitär.























Zins ist leistungsloses Einkommen, d.h. dem Zins steht kein realer Wert gegenüber, d.h. er bringt die Wirtschaft automatisch in eine Schieflage, d.h. er gehört grundsätzlich verboten.
Wer einen Kredit braucht (und ohne Kredit geht es oft nicht), der zahlt eine Bearbeitungsgebühr an die Bank und einen Beitrag an eine Risikoversicherung, so einfach wär's. Die Wirtschaft würde boomen und den Kapitalisten wäre der Boden für den größten Teil ihres Einkommens entzogen.
Der Geldgeber gibt nicht einfach einen Kredit, er wird Mitunternehmer. Damit trägt er auch das Unternehmensrisiko mit.
Zum Rest bleibt zu sagen, jemand der sich mit dem Finanzsystem beschäftigt und ein wenig Mathematik beherrscht, dem sollte sehr schnell klar werden, daß diese Gleichung immer zu einer Lösung für wenige tendiert, oder kurz gesagt lediglich Betrug ist. Geld arbeitet nicht. Wenn es (das Geld) nur eine Maßeinheit von Arbeit sein soll, so darf dessen Ausgabe und Verleihung nicht durch "private" Systeme vorgenommen werden, ansonsten wird damit Macht durch dritte ausgeübt.
also eine geldumlaufsicherungsgebühr, d.h. einen negativen zins, der das geld allgemein zu dem zurückführen würde, was es eigentlich ist: ein tauschmittel.
dies würde auch den ständigen wachstumszwang unserer wirtschaft aufheben.
eine weitere gewalt (im sinne der gewaltenteilung) könnte, die geldmenge steuern. diese sollte natürlich unabhängig von regierung und wirtschaft sein.
umso länger man das geld behält, desto wertloser wird es. so würde geld horten keinen sinn mehr machen und es gäbe automatisch nicht diese horrenden kapital akkumulationen wie es heute der fall ist.
hier und da verbote und beschränkungen lösen das problem meiner meinung nach nicht. so fühlen sich nur diejenigen vom staat beklaut, die ihre firmen über jahre hinweg aufgebaut haben. wenn dann das kind auch jahrelang im unternehmen arbeitet und der senior die firma vererbt, muss die erbschaftssteuer bezahlt werden. und den betrag muss die firma nicht haben, denn so weit ich weis, muss ein teil des wertes der firma abgeführt werden.
bei privatvermögen sehe ich das natürlich anders! dort halte ich eine satte erbschaftssteuer auch für sinnvoll... ab einer bestimmten obergrenze.
Die NSDAP forderte in ihrem 20-Punkte-Programm 1920 die Brechung der Zinsknechtschaft (ob mit oder ohne Gesell ist mir jetzt nicht mehr erinnerlich).
Eins weiß ich noch genau: so um 1972/78 gab´s in der Alt-BRD ´ne Juso-Stamokapfraktion.
STAMOKAP (SMK) - vulgo STAMOKACK - bezeichnet/e die letzte Entwicklungsphase des entwickelten, vom Finanzkapital bestimmten, staatsmonopolistischen Kapitalismus
Wie die wirkliche Entwicklung besonders seit Herbst 2008 mit Blick aufs international organisierte, großbankbestimmte parasitäre Finanzkapital (nicht nur) um die Hypo Real Estate (HRE) weltweit zeigt/e - die Stamokap-These war ´ne verdammpt weitsichtige Analyse - vor allem weil´s um gesellschaftliche Grundzusammenhänge und nicht um die eine oder andere Einzelmaßnahme (Verschrottprämie, Milliarden an Banken und Autokonzerne, Kurzarbeitergeld, Erbschafts-, Dosen-, Katzen-, Kiffer-, Siffer- oder Schlucksteuer etc.) ging und geht ...
RicAlb
großen Schaden zugefügt und umfassende Diskussionen zum Thema in der Nachkriegszeit sehr erschwert bzw. verhindert.
... wie du in dem zusammenhang auf stamokap kommst erschließt sich mir grad nicht.
Der Kapitalismus könnte so schön sein - wenn bloß der böse Zins nicht wäre. So´n Quatsch, mit Verlaub.
Geld ist nicht gut und nicht schlecht.
Das einzige was am Zins zu bemängeln ist, ist seine Höhe.
Wollen wir nicht doch den genialen Marx zu Rate ziehen - auch wenn seine Theorie anspruchsvoll ist? Und Gsell, dessen Ideen verführerisch einleuchtend erscheinen, als, na sagen wir mal, "Anregung", stehen lassen?
Karl Marx kann doch nichts dafür, dass er so "unromantisch" war.
Luise
Was meinst du mit mit "Gesell immer problematisch"?
Vielleicht kanm ich dazu beitragen Missverständnisse auszuräumen.
Gruß R.Czop
Deshalb ist es schwierig alleine mit Gesell zu argumentieren, weil man zu viele Wölfe vertreiben muss, denen es nicht ums Freigeld sondern um andere Themen geht.
Zinsverpflichtungen aus Konsumentenkrediten
Betrachten wir einen Kreditvorgang zwischen zwei privaten Haushalten: der Kreditgeber verzichtet durch den Geldverleih auf an und für sich möglichen Konsum in der Gegenwart, er
erleidet durch seinen Konsumverzicht einen Nutzenentgang; dazu kommt, dass ihm 100 Euro
heute lieber sind als 100 Euro in ein paar Jahren. Wegen der Unsicherheit in der Zukunft und der Geldentwertung fordert ein ökonomisch denkender Kreditgeber einen Aufschlag (Zins) für sein verliehenes Geld, so dass er in ein paar Jahren z.B. 105 Euro je heute verliehene 100 Euro zurückerhält. Andererseits ist das Verlangen des Aufpreises vom Kreditnehmer her ebenfalls gerechtfertigt, denn der ihm durch den Kredit ermöglichte Mehrkonsum ist ihm offenbar den Aufpreis (Zins) wert, da er in der Gegenwart entsprechend mehr Bedürfnisbefriedigung genießt.
Zinsverpflichtungen aus Investitionskrediten
Hier werden Kreditvergaben von privaten Haushalten an Unternehmer untersucht. Im Kapitalismus gehören die Produktionsanlagen den Unternehmern, einer relativ kleinen Schicht, während die große Mehrheit, die Lohnabhängigen, ihre Arbeitskraft zur Existenzsicherung den Kapitaleignern verkaufen muss. Übersteigen die Verkaufserlöse der Produkte die vertraglich fixierten Kosten (u.a. Löhne), so verbleibt ein Profit, der allein den Kapitaleignern zufällt. Unter kapitalistischen Produktionsbedingungen fragen die Unternehmer nur dann Investitionskredite nach, wenn aus dem Einsatz des damit finanzierten Sachkapitals (Gebäude, Anlagen, Maschinen usw.) Profite zu erwarten sind. Der Fremdkapitalgeber fordert vom Investor berechtigterweise den Zins als Beteiligung am Profit aus dem kreditfinanzierten profitsteigernden Sachkapitaleinsatz. Das gilt verstärkt, wenn die Kapitalgeber nur durch Zinszahlung zum Sparen, d.h. Verzicht auf Gegenwartskonsum, bereit sind. Auch wenn es überhaupt keinen Geldzins mehr gäbe, könnte unter kapitalistischen Produktionsverhältnissen jeder Unternehmer weiter einen Profit erzielen – allein wegen der Eigentums- und Herrschaftsverhältnisse: die Vermögenden könnten sich – anstelle nun nicht mehr rentabler Finanzanlagen –selbst Produktionsmittel kaufen, an denen sie Arbeiter beschäftigen und mit deren Hilfe sie Profit erzielen könnten.
Geld-/Kapitalmärkte und Zins
In einer Marktwirtschaft und bei prinzipieller Knappheit des Geldes bildet sich an den Geld und Kapitalmärkten aus dem Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage ein Zinssatz als Knappheitspreis des Geldes, wobei der Zinssatz zu verstehen ist als Preis für die zeitweise
Überlassung von Kaufkraft in Geldform (Kredit) auf dem Geldkapitalmarkt. Das Kreditangebot stammt vor allem von den Privathaushalten, aber auch von Unternehmen, die Kreditnachfrage erfolgt für Zwecke des Investierens und Konsumierens. Die Zinshöhe
sorgt nun dafür, dass nur die rentabelsten bzw. erfolgreichsten Vorhaben am Kreditmarkt platziert werden können; bei sehr niedrigem Zinssatz – so eine vorliegende Auffassung – würden die Fehlinvestitionen zunehmen, weil die billigen Kredite nicht mehr die sorgfältige Auswahl der Investitionsprojekte nach Erfolgsaussichten und Rentabilität erzwingen würden.
Fazit: Der böse Zins ist nicht schuld, sondern die ungleiche Verteilung von Kapital. Es ist an der Zeit die Freiwirtschaftstheorie zu den Akten zu legen.
Die Lösung in Verboten und Zinssteuern zu suchen, hieße das Problem nicht an der Wurzel zu packen, einmal abgesehen davon, dass die Umgehung von derlei Gesetzen zum "Volkssport" werden würde. Reformieren wir das System so, dass leistungslose Einkommen aus Besitz erst gar nicht entstehen können, dann sind wir an der Wurzel des Problems. Dazu gibt es hinreichend Literatur.
Doch es nützt alles nichts. Solange das eigentliche Problem nicht von sehr vielen Menschen erkannt wurde, werden wir uns mit den Lösungsvorschlägen für ein humanes Geldsystem schwer tun. Bleibt nur zu hoffen, dass die Einsicht vor dem schmerzlichen Zusammenbruch kommt.
dennoch sind diese Mikrokredite natürlich sehr erfolgreich und richtig! Das Geheimnis ihres Erfolges liegt übrigens unter anderem daran, dass sie tatsächlich zurückgezahlt werden.
Und wir sehen: der Zins ist nicht das Problem.
Werte(r) L,
wenn Jemand in der Lage ist, sich auf diese einfache Weise ein Wolkenkuckucksheim zu bauen, dann werde ich richtig neidisch. Das wäre als setzte ich mich in meinen gepflegten blühenden Garten mit den gesunden Bäumen, den zwitschernden Vögeln und den zirpenden Grillen und dächte mir so: "Was soll nur dieses Gerede von der Umweltzerstörung, alles ist doch in bester Ordnung."
Das steht im Widerspruch zu der These, dass die Zinserhebung die Ursache unserer aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise ist.
Viel Spaß in Deinem Garten noch. Trotz Umweltzerstörung.
Luise
Wohlgemerkt: Positive Beispiele im täglichen Leben sind lobend zu erwähnen und würden in einem guten System auch ungeheure und nachhaltige Wirkung entfalten können. Solange wir aber das zerstörerische System im Hintergrund weiter laufen lassen, sind alle positiven Entwicklungen nichts weiter als das Verzögern des großen Zusammenbruchs.
Bei jeder Wahl einer anderen Partei zur absoluten Mehrheit verhelfen, und das konsequent so lange, bis die gewünschten Resultate erzielt sind.
Das ist natürlich Utopie, aber der Ball liegt damit wieder beim Volk; bei einem Volk, das von den Herrschenden wie Vieh gehalten wird und mehrheitlich auch so gehalten werden will.
Aber alles, was wir hier vorschlagen, ist in diesem Sinne Utopie.
stell dir mal vor,die BRD würde ihre Währung,also das Tauschmittel das wir zum Handeln
brauchen selbst herstellen anstatt es gegen Zins zu leihen und am Ende gar noch Privatbanken verbietet...
ich bin mir ziemlich sicher,wir würden morgens aufwachen und uns wundern warum so viele unserer "Freunde" in Uniform und schwerem Gerät auf unseren Straßen zu finden wären um uns wieder auf den richtigen Weg zu bringen!
Wie wird Mann/Frau sei´s €- sei´s US-Dollarmilliardär allein durch eigne (Erwerbs-) Arbeit innert von 50 Erwerbsjahren bei nicht weniger als 60 Erwerbsarbeitsstunden/Woche und 50 Erwerbswochen/Jahr ?
Höchstinteressiert an wenigstens einem lebenspraktisches Beispiel verbleibt
mit bestem Gruß RicAlb
Darauf kommt es doch letztlich dann im Leben an?
Ich wußte damals nach 13 Jahren Schule auf einem naturwissenschaftlichen Gymi (Abi '87, heute Dipl.Ing.) nicht was ein Girokonto ist ("Für das Leben nicht für die Schule lernen wir").
Irgendwann wurde in der Mittelstufe mal das Geld durchgenommen, man mußte glaube ich u.a. lernen was der Unterschied ist zwischen einer AG und einer GmbH, aber das war's dann auch schon wieder. Es gab auch mal ein Aktienspiel mit Unterstützung durch Banken.
Man weiß nach 13 Jahren Schule wer Rembrandt war, man kann Ableitungen 3. Grades bilden, sagen welcher Fluß der längste der Welt ist, bestimmt die maximale Ladung eines Kondensators oder kann ein Gedicht von Mörike interpretieren, aber wie das mit dem Geld ist (z.B. der Unterschied zw. Vermögen und Besitz oder die Bedeutung von Zentralbanken), das für jeden so wichtig ist, da muß jeder irgendwann selber drauf kommen.
Wie wär's wenn jeder Schüler, am Besten schon nach 10 Jahren, weiß wie man eine Bilanz lesen muß, um beurteilen zu können, ob man ein Unternehmen durch Aktienkauf unterstützt bzw. sich daran beteiligt?
ich spende 50€ meines kargen Lohns Duckhome, wenn irgend ein Leser mir ein antisemitisches Zitat Gesell aufzeigt das nicht aus dem Zusammenhang gerissen ist.
Jutta Dittfurth versuchte sich schon an diesem erbärmlichen Spiel, dabei hätte sie nur aufmerksam ihren geistigen Ziehvater Karl Marx lesen müssen, dort kann der Leser fündig werden.
Ditfurth nennt Gesell "rassistisch" und einen "Antisemiten" .
Mal ganz abgesehen davon, dass selbst dann, wenn Gesell tatsächlich ein Rassist und Antisemit wäre, das noch nicht gegen seine Geld-, Zins- und Bodentheorie spräche.
Sollte diese richtig und wichtig sein, kann mich nichts davon abhalten, sie dennoch für meine Zwecke auszuschlachten.
Kein Marxist hat sich je von Marxens antisemitischen Sprüchen - ja ja, die gibt es! abhalten lassen, den "historischen Materialismus" zu studieren und zu propagieren. Doch was lesen wir bei Gesell über die Juden?
In seiner Schrift Nervus rerum aus dem Jahre 1892 schreibt er in dem Kapitel Die Judenfrage, hier in der Gänze:
"Bei dem heutigen Geldwesen hat der Geldinhaber dem Wareninhaber, d. h. dem Producenten, gegenüber große Vorrechte und wenn er aus diesen Vorrechten Nutzen zu ziehen sucht, so thut er nicht mehr, als jeder andere an seiner Stelle auch thun würde. / Die Juden beschäftigen sich nun mit Vorliebe mit Geldgeschäften und es ist klar, dass diese Vorrechte des Geldinhabers darum auch vorzugsweise den Juden zu Gute kommen. / Hat aber darum Herr Stöcker [der damalige Hofprediger Kaiser Wilhelms II] ein Recht, die Juden zu verfolgen? / Ist nicht das Geld eine öffentliche Einrichtung, kann nicht Jeder, wenn er dazu befähigt ist, den Juden Concurrenz machen, hat nicht schon Jeder, selbst Herr Stöcker, den geheimen Wunsch gehegt, selber Bankier zu sein? / Die Judenhetzerei ist eine colossale Ungerechtigkeit und eine Folge einer ungerechten Einrichtung, eine Folge des heutigen Münzwesens. / Wo Aas ist, da versammeln sich die Adler; will man die Adler vertreiben, so braucht man die Lockspeisen nur fortzuschaffen und die Adler werden von selbst verschwinden, ohne dass es nöthig sein wird, auch nur einen einzigen zu thödten [!]. / Die Münzreform macht es unmöglich, dass jemand erntet ohne zu säen, und die Juden werden durch dieselbe gezwungen werden, die Verwerthung ihrer grossen geistigen Fähigkeiten nicht mehr im unfruchtbaren Schacher zu suchen, sondern in der Wissenschaft, Kunst und ehrlichen Industrie. / Die Münzreform schützt die Juden nicht allein vor jeder weiteren Verfolgung [!], sondern sie sichert auch der deutschen Wissenschaft und Gesetzgebung die Mitwirkung des jüdischen Scharfsinnes."
So spricht also ein Antisemit.
(1) Nach Duchsicht dieser beiden Texte
-http://209.85.135.132/search?q=cache:1Gxu7vqnbScJ:userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/bartsch/geschichte/1_I_22.htm+"münzreform"+gesell&cd=1&hl=de&ct=clnk&gl=de
-http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/gesell/nwo/3_5.htm
ist aus mindestens zwei Gründen zweifelhaft, ob Gesell bedeutsam sein kann, weil i) jede (gesamt-) gesellschaftliche Analyse fehlt und ii) sich Gesells vor allem auf den gesellschaftlichen Teilbereich: Geld beziehende Hinweise für die qualitativ neue kapitalistischen Entwicklung der letzten hundert Jahre - vulgo: Imperialismus - mit der Herausbildung des Finanzkapitals (Rudolf Hilferding) wenig compatible sind.
(2) zur Judenfeindschaft fand ich diesen, auf das Ernten ohne zu säen - Syndrom bezogenen Text
-http://docs.google.com/gview?a=v&q=cache:vakD3oF29XMJ:www.wip-online.org/public/47a1f396b9d90luehrs_2008a.pdf+"münzreform"+gesell&hl=de&gl=de
(3) Die Frage oben (10) lautete
[Zitat]
SCHLICHTFRAGE AN ALLE HIER VERSAMMELTEN TIEFDENKER/INNEN
Wie wird Mann/Frau sei´s €- sei´s US-Dollarmilliardär allein durch eigne (Erwerbs-) Arbeit innert von 50 Erwerbsjahren bei nicht weniger als 60 Erwerbsarbeitsstunden/Woche und 50 Erwerbswochen/Jahr ?
Höchstinteressiert an wenigstens einem lebenspraktisches Beispiel verbleibt
mit bestem Gruß RicAlb
[Zitat]
Da kam nix. Konnte auch nicht. Denn diesen Typ gibt´s nicht, kann´s nicht geben und wird´s nicht geben: q.e.d.
Schön´ Sonntagvormittagsgruß noch;-)
Richard Albrecht/060909
Zu dem verlinkten Text des Hermann Lührs gibt es eine Stellungnahme Prof.Bernd Senfs
Titel:
Denunzieren statt Argumentieren -
Die irrationale Abwehr der Zinskritik
Eine Entgegnung auf den absurden Antisemitismus-Vorwurf von Hermann Lührs
http://www.berndsenf.de/pdf/Denunzieren%20statt%20Argumentieren%20-%20Die%20irrationale%20Abwehr%20der%20Zinskritik.pdf
Wie sehr Gesell bedeutsam ist, kann man jetzt in Schweden beobachten, dort gibt es ihn (endlich), den Negativzins.
Schweden hat damit angefangen, was Silvio Gesell schon vor über einhundert Jahren erkannte.
http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2009/09/schweden-ist-das-erste-land-mit.html
besten Eilgruß;-) Richard Albrecht
Prof. Senf ist grundsätzlich zu empfehlen und seine stellungnahme zu Hermann Lührs sind doppelt lesenswert. erkennt doch der geneigte leser, wie plump die ANTISEMITISMUS-KEULE auf alles geschlagen wird, dass sich der ZINSPROBLEMATIK auch nur nähert!
schöne grüße
Karuna