Überall in der Stadt Berlin hängen Wahlplakaten von der FDP, die das gemeine Grinsen von
Dr. Martin Lindner MdA und den Spruch: "
Leistung muss sich lohnen." hasserfüllt in die Straßen brüllen und den arbeitenden Menschen damit den Kampf zu Gunsten der Abzocker erklären. Da ist die Wut der Zimmermädchen verständlich, die zwar viel leisten, aber deren Leistung sich nicht lohnen darf, um ein paar Abzocker glücklich zu machen.
Es war ein kurzer Monat. Er begann erst am Fünften des Monats. Nun gut, da blieben ja immerhin noch 27 Tage Monat übrig. 8,15 Euro die Stunde sollten brutto gezahlt werden. Wirklich kein schlechter Stundenlohn in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit. Es kam sogar so etwas wie Freude auf. Nun gut. Eine halbe Stunde unbezahlte Pause musste genommen werden. Nicht schlimm es blieben ja noch genug Stunden.
Doch auch die Stunden schmolzen. Ab 9 Uhr konnte man erst in die Zimmer und oft genug auch dann noch nicht. An Sonntagen erst um 10 Uhr. Der Check-In begann ab 15 Uhr. Da blieben maximal nach Abzug der Pause maximal 6,5 Stunden am Tag. Aber egal. Muss man eben einen oder zwei Tage mehr arbeiten, um auf einen brauchbaren Lohn zu kommen. Alles schien gut.
Aber natürlich war nichts gut. Denn eine Stunde ist keine Stunde, ist auch keine 60 Minuten. Eine Arbeitsstunde hat 60 Einheiten. Und ein Zimmer, egal wie groß, wie verdreckt, wie viele Personen, ob Bleiber oder Abreise hat 14 Einheiten. 4,29 Zimmer pro Stunde sind der vorgegebene Minimalakkord. Wer weniger Zimmer schafft, hat weniger Stundenlohn. Logisch und perfide zugleich.
Natürlich hat nie jemand gemessen wie lange für ein ordentliche Reinigung gebraucht wird. Der Akkord ergibt sich aus dem, was das Hotel der Fremdfirma zahlen will, und dem, was der Chef der Fremdfirma für sich selbst als natürlichen Gewinn ansieht, den er für seine Ausbeutung fordert. Mit der Realität hat ein solcher Lohn nichts zu tun. Ja natürlich sind es nur Zimmermädchen. Kaum Menschen, die werden sich schon nicht wehren.
Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Sie hat alles versucht. Von den 27 möglichen Arbeitstagen hat sie an 21 Tagen abzüglich der Pausen 115 Stunden gearbeitet und war 125.5 Stunden anwesend. Sie hat 313,5 Zimmer geputzt und wie man hören kann, auch recht ordentlich. Leistung eben, die sich lohnen sollte. 596.17 Euro war der Bruttoverdienst. Netto blieben ihr 523 Euro.
Natürlich ist es ihr Fehler. Sie ist zu langsam. Anstatt 14 Minuten braucht sie für ein Zimmer 37 Minuten. Da kann doch der Herr Abzocker nicht für, der den Akkord bestimmt hat. Auch das Hotel kann doch nicht dafür, dass die meisten Gäste nur eine Nacht bleiben und eben sehr viele Abreisen zu händeln sind. Müssen die Zimmermädchen eben schneller arbeiten.
So ist sie also an ihrem miesen Lohn selbst Schuld. Es ist ihr Problem, dass sie in der Realität nur auf 4,55 Euro pro Stunde netto kommt. Dabei ist das noch nicht einmal die ganze Wahrheit. Der Guido Westerwelle von der FDP wird überall hingefahren wo auch er immer sein böses Gesicht in die Welt halten will. Das Zimmermädchen muss seine Fahrkarte selber kaufen. Das sind 72 Euro in Berlin.
Aber es geht noch weiter. Während Westerwelle für seine komischen Krawatten und lächerlichen Anzüge auch noch Aufwandspauschale bekommt, bekommen die Zimmermädchen einen Kittel und müssen Hose und Schuhe selber stellen. In den vom Hotel gewünschten Farben versteht sich. Natürlich müssen sie die gesamte Arbeitskleidung auch waschen. Schließlich sind sie ja keine Leistungsträger wie die Herren von der FDP, von denen die meisten, mit dem Wort Arbeit absolut keinen Sinn verbinden könnten.
Für Bereitstellung, Waschen, Trocknen, Bügeln, Pflegen und Wiederbeschaffung der Arbeitskleidung sind 28 Euro in Berlin im Monat wohl eher zu wenig als zu viel. Zusammen mit den Fahrkosten sind das 100 Euro im Monat. Von dem ursprünglichen Netto bleiben ihr also nur 423 Euro. Das ist ein Stundenlohn von 3,69 Euro. Sie sollte sich wirklich schämen. Ihre Leistung ist praktisch wertlos.
Nein sie muss sich nicht schämen. Natürlich stimmt das ganze so nicht. Sie hat alles getan und ihre Leistung erbracht, auf die sie stolz sein kann. Sie ist einfach nur miesen Betrügern in die Hände gefallen. Bei Fremdfirmen in Deutschland gilt für Zimmermädchen nämlich der gesetzlichen Mindestlohn für Gebäudereiniger von 8,15 Euro pro Stunde und ein Akkordlohn ist verboten.
Deshalb gehen diese Betrügerfirmen ja auch geschickt vor und schließen neben dem Arbeitsvertrag einen Zusatzvertrag ab, in dem sie sich den illegalen Akkord zubilligen lassen. Sie hoffen vor Gericht mit der Ausrede durchzukommen, dass es sich eben nicht um Gebäudereiniger handelt, da auch Betten gemacht werden. Aber sie kommen nicht durch. Auch die Richter sind schlauer geworden.
Natürlich ist es schwer bei Fremdfirmen, die zudem auch noch ihre Verbrechen über Schweizer Konten abrechnen, an sein Geld zu kommen. Das ist sogar fast unmöglich weil die Schweiz die Kriminellen dieser Welt immer stützt. Aber es gibt einen guten Trick. Man gründet einen Betriebsrat. Mit oder ohne Gewerkschaftsunterstützung und erwirkt beim Arbeitsgericht eine einstweilige Verfügung die dem Hotel verbietet, Zahlungen an die Fremdfirma zu leisten, solange die gesetzlichen Bestimmungen in Deutschland nicht erfüllt sind.
Gleichzeitig sollten sich die betroffenen Zimmermädchen an die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) beim örtlichen Zoll wenden. Die sind nämlich dafür zuständig, dass die entsprechenden Mindestlöhne in Deutschland eingehalten werden und werden Bußgeldverfahren gegen die Fremdfirmen und die Hotels einleiten, da das Hotel als Auftraggeber für die Einhaltung von Mindestlöhnen zuständig ist. In München wurden da schon Beträge zwischen 10.000 - 30.000 Euro fällig.
Das Hotel, bzw. die Hotelkette bekommt weltweite Negativpresse. Ein paar Köpfe rollen und am Ende ist die Fremdfirma draußen oder bezahlt anständig. Meist ist die Fremdfirma draußen, weil sie und das Hotel sich ja die Ausbeutung der Zimmermädchen geteilt haben. Schön ist dann auch immer der Spruch, dass die Zimmermädchen ja Trinkgeld bekämen und das Leergut behalten dürften. Das Leergut loszuwerden ist Arbeit, die eigentlich bezahlt werden müsste.
Einen klaren Standpunkt vertritt auch Thomas Lengfelder Der Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverband Berlin e.V. der Teil der DEHOGA ist.
Das geschilderte Problem betrifft die Berliner Hotelerie eigentlich nicht, da die Zimmermädchen gemäß geltenden Tarifvertrag in den Bewertungsgruppen 3 bis 5 eingestuft sind. Bei diesen Bewertungsgruppen wird eine tarifliche Vergütung zwischen € 7,85 und € 9,62 gezahlt - also über dem von den Gewerkschaften geforderten Mindestlohn.
Auch Lengfelder wies noch einmal darauf hin, dass Hotels, die Fremdfirmen beschäftigen, die Mindest- oder Tariflöhne unterbieten, selbst mit in die Haftung geraten können. Es ist wichtig zwischen den ordentlichen Berliner Hotels und den Abzockern zu trennen.
Zimmermädchen wehren sich nicht, ist ein Aberglaube. Es gibt welche die sich wehren und die sich mächtig und laut wehren. Es macht auch Sinn die Gäste über die miese Bezahlung zu informieren. Das ist das gute Recht der Zimmermädchen. Deshalb darf dieser Artikel auch in allen Hotels in gedruckter Form verbreitet werden, in dem die Zimmermädchen unter diesem oder anderen gemeinen Tricks leiden.
Es macht Spaß die Ausbeuter weinen zu sehen. Ach ja. Wer bei der Bundestagswahl FDP, CDU, CSU oder Grüne wählt, unterstützt diese Ausbeutung. Ausbeuter abwählen ist ebenso eine ständige Forderung. Ein Mindestlohn von 8,15 ist übrigens zu wenig. Die gesamte FDP Fraktion im Bundestag, ist im Jahr allerdings nicht so viel wert. Zimmermädchen hätten 10,50 Euro verdient, vor allem wenn sie ihre Arbeit gut machen. Aber der Gast kann ja durch die Wahl des Hauses entscheiden ob er ehrliche Löhne und saubere Zimmer oder Dumpinglöhne und Pfusch will.
Gestern hatte ich mal wieder eine "Vorstellungsrunde" in Hamburg bei einer Firma, die die Tutenchamun-Ausstellung organisiert ( http://www.tut-ausstellung.com/de/hamburg/die-grosse-tutanchamun-erlebnis-ausstellung.html ). Nach 1.5 Stunden Gespräch sprachen die Arbeitgeber die Löhne an:
7.50€ (oder 7€ auf 400€-Basis) - davon soll man u.a. edle Schuhe&Hose kaufen. Relativ gutes Englisch ist Pflicht und man soll ohne Ausnahmen konstant freundlich sein (lächeln). Mit den Fahrtkosten (bzw. Monatsfahrkarte im öffentlichen Nahverkehr) und der Befristung (die Eventfirma setzt für jedes Event einen neuen Vertrag auf) lohnt es sich nicht.
Für den Arbeitgeber aber schon - kostet die Ausstellung von Tutenchamun-Repliken (Nachahmungen aus Holz, Blattgold und Acryl) etwa soviel, daß bei geschätzten 5000 Besuchern pro Tag die Eintrittspreise bei min. 8€ (Kinder bis 14 Jahre innerhalb der Woche) bis max. 19€ (Erwachsene am Wochenende) liegen müssen? Die ägyptischen Künstler werden nicht viel von dem gesicherten Umsatz von mehr als 50000€ pro Tag abbekommen. Durch den Verkauf von Getränken&Merchandise-Artikeln wird noch viel mehr Geld reingespült, von dem ich gerne wissen möchte, wo es landet. Der Hamburger Bürgermeister & Schirmherr Ole von Beust könnte garantiert Auskunft geben ...
In meinem jetzigen Job betreue ich für real ~6€ Brutto auf freiberuflich/selbstständiger Basis (teilweise behinderte) Sonderschüler. D.h. ich bekomme 10€ Brutto für 45 Minuten, darf aber Vor-& Nacharbeit (in der Schule&Zuhause), Materialien und meinen "Nerven" bezahlen: Letztes mal bekam ich von einem geistig-Gestörten auf meine Frage am Anfang der Stunde "Was möchtest Du heute am liebsten machen?" die Antwort "Ich möchte mich umbringen.".
Auf den Lohn seitens der staatlichen/öffentlichen Einrichtung warte ich wie die anderen Betreuer seit dem 1. August - .
Ein Arbeitssuchender
Leider schade, daß GW solch solch´ dumme Berater [und wie in Berlin BT-Kandidaten] hat, die aufs Naheliegende nicht kamen: ARBEIT MUSS SICH ENDLICH LOHNEN
(zit. nach FLACHDENKERORGIE: http://ricalb.files.wordpress.com/2009/09/flachdenkerorgie)
Achja, Herr Hoff: CLEMENT AB ZUM SPARGELSTECHEN war m.E. eine gute Losung ... oder nicht?
Gruß Richard Albrecht
Für 500€ würde ich mich dann lieber in die Stadt setzen und betteln, da müssen pro tag ja nur ca. 17€ reinkommen und man muss noch nicht mal eine Fahrkarte kaufen.
Aber das ist ja wohl auch dass allerletzte. Für diese ganzen Schnösel werden entstehende Kosten selbstverständlich immer übernommen. Nur Leute die eh schon wenig haben müssen alles selber bezahlen.
Aber woran erkennt man die Sklaverei?
Aber das Schnitzel darf nur 7,20 Euro kosten, auch wenn ich nachher Bauchweh habe / mindere Qualität. Weil der Durchschnittskunde denkt, Mann ! : der Wirt bereichert sich an meinem Bier und meinem Schnitzelgeld.
Umdenken ist angesagt , Qualität muss bezahlt werden - aber nicht durch Polemik.
Du kleines neoliberales Spießerlein. Die DEHOGA hat Hotels, die es sich leisten den Tariflohn zu bezahlen. Das sind die ehrlichen Kaufleute.
Die Leute für die du und die bis ins Mark verkommene FDP stehen, sind diejenigen die Recht und Gesetze zu ihrem eigenen Nutzen immer brechen um sich zu bereichern und dann die Schuld auf die verarmten Massen schieben.
Du bist ekelerregend. Schleich dich du FDP-Fuzzi oder komm raus auf die Straße und stell dich als Mann.
die Dehoga hat im Moment mehr mit Sanierungsberatung zu tun als sonstwas.
Da merkt man mal, dass Du dich nicht auskennst.
Betriebe, die den Tariflohn im Gastgewerbe zahlen (können ! wohlgemerkt) sind in der Minderheit.Ich lach mich krank.
Ich bin Unternehmer und fahre einen 9 Jahre alten BMW, habe 3 Arbeitnehmer und bin in der Unternehmensberatung Gastgewerbe tätig. Wo ich mich mit meiner 3 Zimmer Wohnung bereichert haben soll, auf der noch Schulden lasten , weiß ich nicht.
Ich weiß nur, dass ich meinen Arbeitnehmern gerne 30% mehr zahlen würde, aber soll ich das auf mein Honorar draufschlagen beim Gastwirt ?
Und wie zahlt der das ? Du kannst es ihm ja auslegen oder besser sozial schenken.
So und nun bin ich gespannt auf deine Antwort mit Fakten !
Nein. Du hast dieses Recht nicht. Such dir einen Beruf den du kannst und arbeite dort so hart wie es die Zimmermädchen tun. Ich werde mich sofort dafür einsetzen dass du gut bezahlt wirst.
Aber du jammerst ja lieber. Ich habe mit über 130 Mitarbeitern auch mal versagt, musste in den Konkurs. Aber niemand außer dem innersten Kreis hat von mir je gehört, dass ich anderen einen Vorwurf gemacht habe.
Du bist Chef, du bist schuld. Und jetzt fang an zu arbeiten.
Daher Mindestlohn 15 Euro.
Jedes Kind weiß, dasss 7,20 € keine 15 DM mehr sind , schön wärs.
Rechnen wir anders, damit es auch jeder kapiert, auch der Richard :
Der Wirt verkauft 15 Schnitzel (das wäre schon nicht schlecht als Umsatz für ne kleine Kneipe,
nicht Berlin Innenstadt wohlgemerkt, Randlage) = 108 Euro Umsatz brutto ./. 19 % USt = Euro 90 netto ;
so : davon zahlt er Miete, Strom,Gema, Wasser,Reinigung, den Schnitzelkoch, die Bedienung und sonstige Gemeinkosten,Steuern vom Ertrag bleiben ihm ca. 10 Euro, wer es nicht glaubt = bitte Dehoga Übersicht anfordern.
(verderbliche Ware, Lagerhaltung nicht berücksichtigt, Bevorratung)
dann verkauft er noch ein oder zwei Bier dazu(da bleibt wenigstens was hängen)
und dann kommt er zur Übelegung : bald mache ich besser zu, bevor ich weiter 14 Stunden hinterm Tresen stehe und die anderen ausbeute - so einfach ist das, Jungens !
Du möchtest über Ausbeutung Betriebe retten die nicht lebensfähig sind. Die Mitarbeiter sollen dir einen neuen BMW kaufen, den du zur Schwanzverlängerung brauchst.
So geht es aber nicht und mir tun die Menschen leid die du beraten hast. Sie dürften alles verloren haben.
Du hast verloren, weil du den Kampf aufgegeben hast. Du kannst nicht mehr gewinnen. Aber die Zimmermädchen in diesem Fall werden gewinnen und ein anständiges Gehalt für anständige Arbeit bekommen.
Das wird anderen zeigen, dass sich der Kampf lohnt. Wähl du FDP. Die passt zu dir und bescheiße weiter Zimmermädchen, Köche und Serviererinnen. Mehr kannst du eben nicht leisten.
Leider schade, daß GW solch solch´ dumme Berater [und wie in Berlin BT-Kandidaten] hat, die aufs Naheliegende nicht kamen: ARBEIT MUSS SICH ENDLICH LOHNEN
(zit. nach FLACHDENKERORGIE http://ricalb.files.wordpress.com/2009/09/flachdenkerorgie)
Achja, Herr Hoff: CLEMENT AB ZUM SPARGELSTECHEN war m.E. eine gute Losung...oder nicht?
Gruß Richard Albrecht
Sie hat daraufhin gekündigt. Wieviele Leute würden das genauso machen?
Ich schieße aus allen Rohren, benutze die Finanzkontrolle Schwarzarbeit gegen die Auftraggeber und Auftragnehmer, die Arbeitsgerichte für einstweilige Verfügungen die den Zahlungsverkehr stoppen und die dafür sorgen das die Löhne gezahlt werden müssen.
Das halten die Firmen auf Dauer nicht aus. Sie haben die Wahl. Vernünftige Verträge oder Untergang.