Normalerweise gehen in Deutschland die zuständigen Minister an den akuten Problemen mit einem leise wissenden Lächeln vorbei und arbeiten dann die Liste ab, die ihnen von den Lobbyisten entweder direkt oder über ihre Parteizentralen zugesteckt wurden. Aber es gibt
Ausnahmen. Der Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus (SPD), hat zusammen mit Vertretern von Jagd- und Bauernverbänden gemeinsame Maßnahmen beschlossen, um den Druck auf die Schwarzwildbestände zu erhöhen.
Der Maßnahmeplan sieht unter anderem die Einführung eines landesweiten Abschussmeldesystems, revierübergreifende Schwarzwildjagden und eine verstärkte Jagd nach der Ernte vor. Darüber hinaus verpflichteten sich Landwirte, unmittelbar neben größeren Mais- und Rapskulturen sowie an Feuchtgebieten niedrig wachsende Kulturen zu pflanzen, um die Jagd auf die Schwarzkittel zu erleichtern.
Manch einer wird an dieser Stelle einwenden, dass es zu Zeiten des Bundestagswahlkampfes wichtigere Themen gibt, allerdings ist die Entwicklung beim Schwarzwild wirklich besorgniserregend. Wildschweine sind schwer zu bejagen und stellen als Trophäe kaum einen Wert da, da selbst ein gut gebauter und zu Lebzeiten durchaus gefährlicher Keiler an der Wand, nicht besonders beeindruckend aussieht. Die Jagd auf Wildschweine ist also Arbeit und hat mit Hobby und Jagdtrieb nur wenig zu tun.
Da Wildschweine in einer Nacht bis zu 80 km wandern, fühlen sich Revierbesitzer oft allzu gerne unzuständig, weil es sich ja nicht um "IHRE" Wildschweine handelt, sondern stets um zugereiste. Es macht auch wirklich keinen Spaß sich Abend für Abend und Morgen für Morgen den Hintern vollregnen zu lassen, ohne eine einzige Sau zu sehen und wenn sie dann wirklich kommen, ist das gerade der Moment, wo man mal am Baum steht oder die Kaffeetasse in der Hand hat. Es ist Arbeit. Harte Arbeit. Nichts für Herrenjäger.
Da Wildschweine wie auch anderes Wild in unseren Wäldern keine natürlichen Feinde hat, unsere Landwirtschaft mit großen Monokulturen aber immer üppigere Fressplätze anbietet, bedarf es ordnungspolitischer Lösungen. Der Versuch von Backhaus ist ein guter Anfang. Tatsächlich muss aber die technische Entwicklung mit eingebracht werden. Deutschland gibt schon heute viel Geld für Videoüberwachung durch Satelliten aus. Aus diesen Bildern, Bildfolgen und Filmen wird geprüft ob Landwirte nicht bei Subventionen für Anbau und Stilllegung betrügen.
Genau so gut könnte festgestellt werden, wie hoch der Wildbestand wirklich ist - natürlich gibt es Fehlerquellen - und damit könnten verpflichtende Abschussquoten festgelegt werden, die weit über den heutigen liegen würden. Sie würden sich vermutlich - zumindest bei einigen Tierarten - verdreifachen. Erfüllt der Jagdpächter diese Quoten nicht, muss er für den Nichtabschuss bezahlen. Dann können die Bundesländer dieses Geld verwenden um mit Berufsjägern den Teil der jagdlichen Arbeit zu erledigen, für den sich die Herrenjäger zu schade sind.
Der Druck der Wildschweine auf unsere Städte wird immer größer. Die Wildschweindichte könnte bei der nächsten Krankheitswelle zu einem Problem werden. Es muss etwas getan werden. Das gleiche gilt für den Damwildbestand, der zumindest im Osten eine echte Bedrohung für den Straßenverkehr geworden ist.
Natürlich werden jetzt wieder all die tollen Tierschützer wie Peta aufschreien, denen ja tote Autofahrer egal sind, wenn nur das Bambi gerettet wird. Peta ist eine zutiefst selbstverliebte Truppe, die nur ihre eigene Wahrheit kennt und alles andere ausblendet. Sie passen gut zu den faulen Herrenjägern, die eben auch nur ihrem Hobby nachgehen. Beide sind immer da, wo es vermeintlich etwas zu erben gibt.
Peta fährt ja seit einiger Zeit eine Kampagne gegen die Haltung von Wildtieren im Zirkus und begründet das damit, dass Wildtiere im Zirkus nicht artgerecht gehalten werden können. Das ist eine tolle Erkenntnis. Außer beim Biobauern, der sich selbst ausbeutet, gibt es nicht einmal eine artgerechte Haltung von Nutztieren, sondern immer nur eine Menge fauler Kompromisse. Die Haltung armer deutscher Kinder in völlig überbelegten, aber Hartz-IV gerechten Wohnungen, ist noch viel schlimmer.
Aber Menschen interessieren Peta genauso wenig wie Fakten. Wir müssen Wildtiere halten, weil in mittlerweile vielen Fällen nur so die Art erhalten werden kann und weil Zuchtprogramme Reserven für die Natur beinhalten. Dies geschieht in Zoos in der Form, dass durch das Zuschauerinteresse und staatliche Gelder Tiere als Ansichtsobjekte, als Show präsentiert werden. Diese Art der Präsentation bringt zwar mehr Tiere als notwendig in menschliche Gefangenschaft, aber sie führt auch zu einer Haltungskontrolle durch die Besucher. Da die meisten Tiere in heutiger Zeit keine Wildfänge sind, wird auch der Wildpopulation nicht geschadet.
Ein Zoo verbindet das Notwendige mit dem Angenehmen und ist ohne Frage nützlich. Selbstverständlich sind alle Zoos dieser Erde zu klein um die Tiere wirklich artgerecht zu halten und die Fleischfresser dürfen nicht wirklich jagen gehen. Das ist Teil des Kompromisses. Die Zoos haben mittlerweile gelernt, dass ein wesentliches Moment der Haltung, die Beschäftigung ist. Mit allerlei Tricks wird den unterschiedlichsten Tieren Unterhaltung und Beschäftigung verpasst. Selbst im Schweine- und Kuhstall des Bauern sind, rückenkraulende Besen und Schweinespielzeuge angekommen.
Die Elefanten wurden im Zoo schon immer als "Arbeitselefanten" dressiert um überhaupt mit ihnen umgehen zu können. Viele Zoos beklagen, dass sie keine Möglichkeit haben, ihre Raubtiere in Form einer Dressur zu beschäftigen, weil Personal, Zeit und Raum fehlen. Jede Art von Tierhaltung bleibt eben ein Kompromiss.
Nachdem Peta die Bärenhaltung angegriffen hatte, ist jetzt in Berlin der Circus Krone an der Reihe. Seine Löwen, Pferde und Elefanten sollen nicht gezeigt werden, weil das angeblich Tierquälerei ist. Jeder der einmal ein Pferd besessen hat, das auf Turnieren des öfteren gewonnen hat, wird bestätigen, dass diese Tiere in der turnierlosen Zeit oft leiden. Es fehlt ihnen etwas. Kaum geht die grüne Saison wieder los, sind sie voll da.
Gerade gute Dressurpferde beginnen, kaum das die Mähne eingepflochten wurde, praktisch über dem Boden zu schweben. Der Trab der vorher wie ein müdes Latschen aussah, wird exakt ohne das der Mensch etwas getan hätte. Es ist als ob das Pferd ausrufen wolle: "Hurrah es geht los!" Natürlich gibt es auch andere Pferde.
Aus den Winterquartieren von gut geführten Zirkussen hört man ähnliches. Am Ende der Winterpause haben alle Tiere die Schnauze voll. Tatsächlich muss, um sie bei Laune zu halten, öfter geprobt werden, als eigentlich notwendig ist. Wer eine der ersten Vorstellungen einer neuen Saison zu sehen bekommt wird schnell verstehen was los ist.
Natürlich soll nicht jeder Zirkus mit Tieren jeder Art durch die Gegend reisen. Sachverstand und klare Regeln sind unbedingt erforderlich. Wer aber wie die Peta-Typen allen alles verbieten will, will nur sein eigenes übersteigertes Ego befriedigen.
Es ist an der Zeit, dass vernünftige Menschen über die Haltung von Tieren wachen, die um die Notwendigkeit von Kompromissen wissen und das Wohl der Tiere und Halter im Auge behalten. Das gleiche gilt für die Jagd, die sich immer mehr zu einer verantwortungslosen Herrenjagd entwickelt, die weder auf Ackerbau noch auf den Wald und die Menschen Rücksicht nimmt. Peta und die Herrenjäger sind gleichermaßen überflüssig.
Natürlich gibt es auch Jäger die verstanden haben was los ist. Es sind auch nicht wenige, aber in den Gremien und bei den Entscheidungen sind sie in der Minderheit. Da regiert das große Geld mit der gleichen Verantwortungslosigkeit wie sie in der Wirtschaft auch zu sehen ist.
klar sind die Jungs/mädels von Peta "nicht ohne" und in ihre aktionformen oft übers ziel hinausschießend. und ich teile auch nicht alle ansichten, welche sich Peta als dogma auf die stirn gekleckert hat. aber immerhin bemühen sie sich um die rechte von tiere. lebensformen die genauso viel anspruch auf ein lebenswertes dasein haben, als das tier "mensch". und die wenigen bio-bauern, welche den stempel "bio" wirklich verdienen sind wohl eher selten, da sehr viele "bio-höfe" nur zum schein (und als folge des profitdenkens) "artgerecht" lebendige "ware" halten (ein blick "behind the scenes" ist dann meist sehr ernüchternd und erschreckend). und klar gibt es auch zoos und manège-halter die sich bemühen den tieren ein "lebenswertes dasein" zu bieten. aber auch diese sind wohl eher eine rarität... leider.
Irgendwann werden Fußgänger und Radler in Innenstädten noch zur Gefahr für polierte Stoßstangen erkoren. Keine Angst, statt abschießen könnte man einfach Geländer an den Gehwegen anbringen und Leuchtkleidung anordnen. An immer mehr Ampeln muss man ja schon das Grünsignal durch einen Knopfdruck beantragen, so dass der Autofahren auch keine Sekunde zu lange warten muss, aber ich schweife ab...
P.S: ich fahre selbst auch Auto
Die Anzahl der Verkehrstoten durch Unfälle mit Damwild steigt und steigt, weil faule Jäger ihre Pflicht nicht erfüllen.
Ach ja. Du bist ein Troll.
Da wird dann geschildert wie die Wildschweine über die Jahre von ein paar tausend (70er ?) in ganz Deutschland inzwischen zu zehntausenden unterwegs sind (Zahlen jetzt aus dem Gedächtnis geschätzt).
Ist es aber nicht so, dass diese z.T. im Winter gefüttert werden?
Weil da gibt es ja praktisch nichts zu essen, da Wildschweine keinen Winterschlaf halten und sich z.B. Nahrung durch Wühlen im Boden besorgen und der Boden auch mal wochenlang zugefroren und mit Schnee bedeckt sein kann.
Übrigens mit Bio-Rindern lässt sich sehr wohl Geld verdienen. In MV gibt es jede Menge Wiesen wo die Rinder ihr Futter haben und es gibt dann eine gute Prämie von wegen Bio und so.
Z.B. wird für Hipp geliefert.
Sie werden nur gefüttert, bzw. angefüttert, damit faule Jäger sie leichter erledigen können.
Ich habe eine Jaglizenz in den USA gemacht, dauert drei Tage a 3 Stunden und kostet 75$, dann muss man nur noch eine Waffe kaufen, eine Game Harvest Report Card 70 - 90$, einen Besitzer von Land um Erlaubnis fragen und schon kanns Los gehen.
In Deutschland ist das eine so Elitäre Geschichte da möchte ich eigentlich auch gar nicht dazugehören, in den USA gehört das zum Alltag. Spielt wahrscheinlich auch mit rein das die Deutschen generell angst vor Waffen haben. Vielleicht sollte man das generell mal überdenken mit unseren Gesetzen zur Jagt, dann würden sich vielleicht auch ein paar finden die gerade Hungrig sind und da mal die Gefriertruhe voll machen.