Samhain - was ist eigentlich Samhain? Um es kurz zu machen: Die wahre Geschichte hinter dem Kommerzfest Halloween.
Jedes Märchen, jede Legende und Sage basiert auf wahren Hintergründen. Vermischt mit Ausschmückungen verwischen diese mit der Zeit die Begebenheiten die zur Entstehung beigetragen haben. Erst das macht sie für jeden zugänglich, aber auch manchmal angreif- und ausnutzbar. So auch das Fest namens Halloween.
Viele wissen zwar, dass zu Halloween Kinder verkleidet durch die Straßen laufen. Von Haus zu Haus ziehend um Süßigkeiten zu erbetteln. Gibt es nichts, gibt es mitunter einen schlechten bis makaberen oder bösartigen Streich als Belohnung für das 'Nichtgeben' - in Anlehnung an die Heimsuchung des Bösen Geistes. Aber nicht nur Kinder sind bemüht sich an dem Tag des 31. Oktober eifrig Gutes einzusammeln. So sind Gewerbebetreibende im Harz zum Beispiel geneigt an diesem Tag einige Extras oder spezielle Veranstaltungen anzubieten - selbstverständlich nicht umsonst. Schließlich will man ja davon auch profitieren. Ein ehemaliger Gedenktag wurde so kommerzialisiert.
"Ein Gedenktag?" werden jetzt sicherlich einige LeserInnen ungläubig die Augenbrauen hochziehen. Nun, wenn man es so will: Ja, ein Gedenktag. Jedenfalls war er das einmal. Bevor das Christentum sich auch noch die letzten Heiden einverleibte.
Halloween bezeichnet nichts anderes als den Abend vor Allerheiligen - 'All Hallows Eve'. Wobei Allerheiligen, wie wir es kennen, nicht immer in christlicher Hand am 1. November gefeiert wurde. Erst durch Papst Gregor IV. wurde der 1. November endgültig zu Allerheiligen deklariert. Früher ehrten die Christen ihre Toten nämlich bereits schon am 13. Mai. Aber auch der Glaube, dem viele aufsitzen, Halloween sei ein typisch amerikanisches Fest... ist so vollkommen aus dem Zusammenhang gerissen. Ursprünglich stammt es tatsächlich aus Irland und wurde durch Emigration der überwiegend bereits katholischen Iren aus ihrem Heimatland nach Amerika mitgeschleppt.
Das Samhain-Fest feierten die Kelten am 1. November. Es symbolisiert den Beginn des dunklen Halbjahres. An diesem Tag – so glaubten die Kelten – sei die Grenze zwischen den Welten offen, wie auch an Beltane (Walpurgisnacht). Aus diesem Grund nahm man an, dass die verstorbenen Ahnen in dieser Nacht auf der Erde wandeln, um ihre Verwandten zu besuchen. Um ihnen den Weg zu leiten, stellte man Lichter in den Fenstern auf - heute stehen diese Lichter auf Grabmälern. Man stellte Brot und andere Nahrungsmittel am Kamin oder vor der Tür auf, um die zurückkehrenden Geister der Toten freundlich zu stimmen - das, was die Kinder heute unwissend mit ihrem Sammeln von Süßigkeiten nachahmen, wenn sie keine bekommen und dann entsprechend Streiche spielen. Andere Interpretationen sagen, dass sich die Geister der Verstorbenen an den Lebenden rächen wollen und Unheil bringen. Deswegen war es wichtig sich zu verkleiden, um einerseits von den Geistern nicht erkannt zu werden oder sie andererseits selbst zu erschrecken. Samhains-Vorabend war eine Nacht der Angst und der Gefahr. Beim Übergang vom alten Jahr zum neuen Jahr öffnete sich unsere Welt und das Jenseits füreinander. Tote kehrten zurück, Geister und Dämonen waren allgegenwärtig, und die Zukunft konnte vorher gesehen werden.
Es war die Seelenwoche und währte bis zum 8. November. Spätestens am 11. November hatte alles Vieh in den Ställen zu sein. Zu gleicher Zeit begann die 40-tägige christl. Fastenzeit mit St. Martin (Martinstag).
"All Hallows Eve" hieß vor der Christianisierung „Oidhche Shamhna“, so wie Allerheiligen einst „Féile na Marbh“ (Feier der Toten) hieß und mit dem eigentlich christlichen Allerheiligen rein gar nichts zu tun hatte. Es wäre nicht mal gelogen, wenn wir behaupten, dass die Christen heute noch keltische Gebräuche ehren in dem sie genau das tun, was man in jener Zeit unter anderen Bezeichnungen ausübte, denn... - nur so war es möglich einen sehr großen Teil der Heiden nach und nach ins Christentum zu integrieren. Die Zeit der Jahrhunderte trug zum Vergessen bei.
In diesem Sinne..
Gesegnet seien alle Heilige und Ehre allen Toten
Traditionelle Anmerkung:
Die Mädchen legten Bohnen auf heiße Steine und warfen sie anschließend in kaltes Wasser. Gingen sie unter galt dies als Vorzeichen für kommende Harmonie, blieben sie an der Oberfläche so stand Streit ins Haus, blieb nur eine an der Oberfläche würde keine Heirat im nächsten halben Jahr zustande kommen.
Diese Zeremonie sollte Wegweiser für eine Partnerschaft sein. So wie auch das Finden von Gegenständen im Barmbrack (Süßes Brot). Dem Barmback kommen so gleich zwei Nutzungen zu gute. Außerdem legte man auch dieses ins Feuer. Verbrannte es war eine gute Ernte vorprogrammiert, sprang es heraus so deutete es auf Untreue in der Partnerschaft hin.
Traditioneller Zeremonien gab es viele. Alle hatten zu Samhain den Zweck in die Zukunft zu schauen.