Egal wie man es dreht und wendet. Die CSU rutscht gefährlich nahe an die Fünf-Prozent-Hürde im Bund und könnte in Zukunft gar nicht mehr im Bund vertreten sein, wenn jetzt die Grausamkeiten der Neoliberalen gegen die einfachen Menschen erst richtig losgehen. Egal ob Bauern, Quelle Mitarbeiter oder die Reste der bayrischen Industrie. Die FDP wird alles lachend opfern um das internationale Großkapital zu befriedigen.
Vor allem die Mehrwertsteuererhöhung auf 25 Prozent wird die bayrischen Verbraucher hart treffen. Polizisten in München, aber auch Krankenschwestern in Nürnberg oder Hof werden genau wie Arbeitslosen in Fürth in die Armut gedrückt. Dass dafür die Damen und Herren am Tegernsee besser gestellt werden, wird die Verluste an Wählern nicht ausgleichen.
Seehofer hat mit seinen Angriffen auf Angela Merkel auch eine andere Chance verspielt. Er darf von ihr keine Unterstützung mehr erwarten und Bayern wird die volle Härte ihrer Wut zu spüren bekommen. Die Dame rächt sich nämlich gerne. Das haben auch die anderen Granden der CSU begriffen. Selbst der Huber, der wegen des von ihm und Beckstein zu verantwortenden schlechten Abschneidens zurücktreten musste, ist wieder obenauf und spricht davon, dass Seehofer kein Teamspieler sei und nicht die klassischen CSU-Positionen vertritt.
Ja, der ungeliebte Seehofer. Von einigen wird er ja bereits als Fluch der CSU bezeichnet. In Bayern ist Götterdämmerung. Bis zu einem Showdown im Wildbad Kreuth ist einfach noch zu lange hin. Auch der nächste Parteitag liegt zu weit weg. Seehofer könnte versuchen die Situation auszusitzen. Allerdings nimmt der Druck fast stündlich zu.
Die CSU müsste einen Schlussstrich unter die gesamte Ära Stoiber, Huber, Beckstein und Seehofer ziehen und die Jungen an die Macht lassen. Söder oder Guttenberg. Wieder einmal wird über eine Doppelspitze geredet. Söder als Ministerpräsident in Bayern und Guttenberg als Parteichef und wichtiger Minister in Berlin. Allerdings zögert Guttenberg. Noch ist nicht klar mit welchen Forderungen die FDP in den Koalitionsverhandlungen durchkommt.
Weder der Posten eines Wirtschaftsministers noch der eines Finanzministers dürfte in den kommenden Jahren besondere Anerkennung vom Publikum erfahren und der Außenminister heißt sicher Westerwelle. Guttenberg könnte sehr gut beraten sein, die Berliner Bühne zu verlassen und als Bayrischer Ministerpräsident und CSU-Parteichef gleichermaßen in Sicherheit, aber mit Einfluss zu sein.
Söder wäre dann wieder mal ein ganz Blöder, müsste aber gute Mine zum Spiel machen und könnte neben einem Ministeramt auch Peter Ramsauers Position ergattern. Die nächsten Tage und Wochen könnten schon spannend werden in Bayern. Es wird eine Personaldiskussion geben müssen. Wie hart sie ausfällt und wie die Ergebnisse sein werden, hängt weitgehen an Guttenberg.
Seehofer ist auf jeden Fall politisch erledigt. Ein Untoter der nur noch auf seine Bestattung wartet.
Ein Schlechtental wirkt auf das gerade keimende bayerische politische Bewusstsein als ultimatives Sedativ. Nichts dient der Befreiung Bayerns Bierseeligkeit so sehr wie ein hoffentlich noch einige Jahre agierender Seehofer.
Schon allein sein irrtümlich als modern und (für bayer. Verhältnisse?) urbaner Lebenswandel: nicht katholisch genug auf der einen Seite, dann kann man ja gleich auf der anderen Seite das Original wählen.
Schick' dem Horst einen großen Strauß weißer Lilien und die allerherzlichsten Genesungswünsche! Und wenn Du den Strauß dann im Fernsehen siehst, dank' der nächstgelegenen Jungfrau Maria!
Bayern hätte nichst gewonnen wenn jetzt ein anderer Kurs Richtung bayerischem Feudalismus hält - aber für ein Aufwachen aus vierzigjährigem (politischen) Martyrium braucht es Zeit und die Möglichkeit der eindeutigen Identifikation der Täter - aber ohne dabei den Opfern durch fortgesetzte Schockwellen und erneuter Sedierung weitere Qualen zuzufügen. Aus dem Koma erwacht man schließlich auch langsam.
Das ist ein Dilemma der Linken (schon immer gewesen): immer kommt zuerst die Partei, die Partei, die Partei. Frei nach dem Motto: zuerst kommt das Fressen, dann die Moral, sprich poltisches Erwachen und Bewusstsein.
Das linke Spektrum verliert so viele Wahlen, weil es mit Schocktherapien die zuvor über Jahrzehte (Bayern Jahrhunderte?) religiös/medial/oral sedierten Menschen regelrecht dazu zu zwingen versucht, plötzlich ihr eigenes Angesicht im Spiegel zu ertragen.
Sag's mit Blumen, sei nett und freundlich, auch zur Ommma die gerade auf dem Weg in die Kirche ist und lass' ihr Zeit - auch wenn Du/wir/die Linke keine hat!
Mir scheint ein Seehofer zur Zeit ganz passend. Er wird den Weg für die bayerische «Erlösung» bereiten.
Und wenn in zwei, drei Jahren dann mal Wahlergebnisse von 3x,yz% für die Heilige Bayerische Inquisition zu Buche stehen, veranstalten wir einen Dankgottesdienst - von mir aus auch mit Sedativa.