Erstaunlicherweise hat die FDP aber sogar teilweise recht mit ihrem Vorschlag, auch wenn ihr dieser Teil wohl gar nicht schmecken wird. Das Schienennetz der Bahn sollte nämlich dem Staat gehören. Wie das Telefonnetz, die Wasser-, Abwasser, und Gasleitungen, sowie die Stromnetze. Natürlich ist mit Staat nicht immer der Bund genannt. Wasser und Abwasser, die lokale Stromverteilung, die lokalen Gas- und Telefonnetze sollten an die Kommunen gehen.
Beim Schienennetz macht das allerdings keinen Sinn, wie auch nicht bei Überlandleitungen und den großen Gaspipelines. Infrastruktur sollte immer im Staatsbesitz sein. Tatsächlich kann nach einer Verstaatlichung des Netzes auch wirklich ein Wettbewerb auf der Schiene zustande kommen und durch sich ständig erhöhende Mautgebühren kann die Fracht auf die Bahn gezwungen werden, was nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für die Bahn ist.
Selbst die USA haben erkannt, dass sie mehr Schienenverkehr brauchen und planen gigantische Projekte. In Deutschland müssten natürlich auch die durch Mehdorn verlotterten Schienenwege, Signalanlagen erneuert und erweitert werden. Der Staat könnte dies sehr schnell durchführen und würde damit praktisch ein Konjunkturprogramm starten, das allen nützt.
Neben den Schnellverbindungen für IC und ICE werden Güterstrecken für schnellen Verkehr gebraucht und an den schon heute bekannten Engstellen müssen weitere Gleise geschaffen werden. Gleichzeitig müsste der Regionalverkehr gestärkt werden. Mit der heutigen Bahn ist das alles nicht zu machen. Private Investoren die mir ihrem rollenenden Material als Konkurrenz zur Bahn AG antreten, würden Geld in die Kasse des Netzbetreibers spülen und weiteren Ausbau möglich machen.
Die Bahn müsste sich reformieren und zum Beispiel ihren Tarifdschungel durchforsten. So wie es aktuell läuft würde die Bahn immer schlechter und so wie in Berlin mit der S-Bahn sogar zu einer Gefahr für die Reisenden. Wer glaubt, dass nur die Bremsen in Berlin nicht gewartet wurden, der dürfte sich sehr irren. Die Bahn wird noch viele solcher Leichen in ihren Kellern haben. Mehdorn ließ die Bahn auf Verschleiß fahren, Grube hat mit keiner Geste angedeutet, dass sich dies ändern soll.
Das Netz für das Volk und den Betrieb für alle die ein Angebot machen wollen und sich dem Eisenbundesamt und seinen Regeln unterwerfen. Wer die Sicherheitsregeln missachtet, gehört einfach nicht auf die Schiene.
na sicher doch - wo es Geld kostet, darf der Staat - meint damit den gemeinen Steuerzahler - und wo es Gewinne gibt, wird privatisiert.
Privatisierung der Gewinne und Sozialisierung der Verluste - wie gerade bei den Banken vorexerziert. Und jetzt soll das Geld direkt an die Banken verschenkt werden:
http://www.focus.de/finanzen/news/tid-15646/oekonomenvorstoss-der-staat-muss-banken-geld-schenken_aid_439179.html
Und so soll es auch bei der Bahn sein. Nebenbei - der Legende nach fährt die Bahn mehr Last mit dem LKW neben der Schiene her als über die Schiene - was ist denn mit der LKW-Fuhrpark der Bahn? Davon hört man doch so gar nichts!
mfg zdago
Natürlich ist die Bahn auf der Straße größer im Güterverkehr, als auf der Schiene. Schenker sollte ursprünglich den Rollverkehr, also vom Bahnhof zum Kunden übernehmen. Das wäre auch richtig, aber Mehdorn wollte der Transportanbieter in Europa sein. Die Bahn war für ihn nur ein Teilstück.
Bei Schenker werden jetzt ein fünftel der Arbeitsplätze abgebaut. 4.000 von 20.000.
wirklich - ich bezweifle ehrlich, daß die Benutzer das Netz bezahlen werden. Einige wenige Strecken werden im Plus sein, die Mehrheit wird im Minus stehen, weil nicht genügend Benutzer da seine werden, und die Preise nicht wirklich auf die Benutzer umgesetzt werden.
Das ist wie überall, wo soziale Systeme um gestellt werden auf Privatisierung - das Netz wird sich auflösen.
Beispiel Post - jetzt soll schon nur noch an einigen Tagen die Post ausgetragen werden - früher war einmla der anspruch: täglich. Obwohl : früher hieß auch: die Bahn fährt immer.
Der Zerfall der letzten 40 jahre wird sich beschleunigen - und schlußendlich wird der Steuerzahler die Gewinne der Investoren direkt finanzieren, wie jetzt schon bei den Banken.
mfg zdago
http://www.focus.de/finanzen/news/tid-15646/oekonomenvorstoss-der-staat-muss-banken-geld-schenken_aid_439179.html