Zwar wurde diese
Berolina Statue nur für den Besuch des Königs Umberto von Italien im Jahre 1889 errichtet, aber sie stellt natürlich auch einen Bezug zu der Berolina dar, die Kaiser Wilhelm I. auf dem Belle-Alliance-Platz (heute: Mehringplatz) zum Einzug der siegreichen Truppen des deutsch-französischen Krieges 1871 hatte aufbauen lassen.
Die Berliner selbst hatten mit der Berolina weniger zu tun. Für das gemeine Volk gehörte der lateinisierte Name von Berlin mitsamt der Dame nie so richtig dazu, während die Bildungsbürger die vom Spree-Athen träumten, ihr zu Füßen lagen. Es ist auch kein Zufall, dass die Berolina gerade 1933 wieder aufgebaut wurde. Als man ihr Kupfer brauchte, wurde sie 1944 genauso typisch wieder eingeschmolzen und fehlte seit dem niemand.
Aber seit Deutschland wieder überall auf der Welt in Kriege und Massenabschlachtungen von Zivilisten verwickelt ist, bricht der alte Geist wieder durch. Da muss der
Palast der Republik, dem Stadtschloss weichen damit der Sieg des Kapitalismus über den Sozialismus auch symbolisch klar wird und ebenso muss jene hässliche Dame, deren künstlerischer Wert bei Null liegt, wieder auf den Alexanderplatz.
Und weil das
Dampfschiff grad gar so schön raucht beglückt man sich mit Statuen und Orden:
Berlin (ddp-bln). Der Förderverein Wiederaufbau Berliner Schloss wird am Montag mit dem erstmals verliehenen Preis des Fördervereins zur Wiedererstellung und Pflege der Berolina ausgezeichnet. Der Verein erhalte eine Bronzestatue der Berolina für sein historisches Engagement, teilten die Veranstalter mit.
Fünf weitere Einzelpersonen, unter ihnen der Geschäftsführer des Schloss-Fördervereins, Wilhelm von Boddien, erhielten bei der Preisverleihung im Roten Rathaus zudem einen Orden. In der Jury saßen der ehemalige Senatsbaudirektor Hans Stimmann und Bezirksbürgermeister Christian Hanke (SPD).
Det is Berlin. Demnächst kommt der Förderverein des Schlosses und verleiht dem Berolina Verein und seinen Hintermännern ebenfalls Orden. Der regierende Partybürgermeister strahlt, die LINKE schweigt und alle tanzen fröhlich um das Goldene Kalb. Gleichzeitig fehlt der Stadt das Geld für ordentliche Schulen und das was Herr Zöllner für Bildungspolitik hält, ist ein Verbrechen an den Kindern.
Ach, damit das klar ist. Alle Gelder die diese Vereine verballern verkürzen die Steuern der edlen Spender. Anstatt also ehrlich ihre Steuern zu bezahlen, finanzieren sie eben Teile ihrer Hobbys und der dämliche Senat gibt dann noch Fördergelder, Steuerprivilegien und kostenlose Grundstücke. Det is wirklich Berlin, wie es die Berliner seit Jahrzehnten mit Grausen sehen. Es ist höchste Zeit solch einen Schwachsinn zu beenden.
Ach ja, es sind die ewig gestrigen die sich an alten Siegessymbolen festhalten und neue Ehrenmale bauen.