Vor nicht ganz zwei Wochen hatte die pakistanische Armee die Taliban in Süd-Waziristan schon einmal glorreich besiegt und nach eigener Aussage aus dem Gebiet herausgeworfen. Ein wirklich großartiger Sieg. Trotzdem verwundert es nur ganz Uninformierte wenn Armeesprecher Athar Abbas nun die nächste Unterwerfung Süd-Waziristans verkündet und dort mit 60.000 Soldaten gegen 10.000 Taliban und angeblich 1500 ausländischen Extremisten kämpfen will.
Wer nur die Propaganda der Systemmedien kennt, kommt gar nicht auf die Idee die ganze Sache einmal zu hinterfragen. Alles erscheint schlüssig. Zumindest für die Leute, die
Jean-Henri Dunant den Begründer des Roten Kreuzes und Ideengeber für die Genfer Konvention, mit
Henry Mortimer Durand verwechseln ist dies auch völlig in Ordnung, obwohl beide wohl unterschiedlicher nicht hätten sein können.
Henry Mortimer Durand ist der Namens- und Ideengeber für die
Durand-Linie die ziemlich ungenau auf 2450 km, die Grenzlinie zwischen Afghanistan und Pakistan bestimmt. Diese Linie wurde von Durand als damaliger Außenminister von Britisch Indien, dem heutigen Pakistan, bewusst durch das Siedlungsgebiet der Paschtunen gezogen und teilte einen Teil Afghanistans von Afghanistan ab, um es es Pakistan zuzuschlagen.
Der Gedanke war auf diesem Weg eine Pufferzone zu Afghanistan zu schaffen, dass die Briten schon zweimal geschlagen und aus Afghanistan vertrieben hatte. Wie alle Ideen der britischen Kolonialherren, war das Ganze ausgemachter Unfug. Die Vereinbarungen über diese Linie sind zudem 1993 endgültig abgelaufen und große Teile Belutschistans, sowie die pakistanische Nordwestliche Grenzprovinz und die Stammesgebiete unter Bundesverwaltung (FATA) hätten eigenlich längst an Afghanistan zurückgegeben werden müssen, woran die USA natürlich kein Interesse haben.
Zu den Stammesgebieten unter Bundesverwaltung (FATA) gehört auch
Süd-Waziristan, dass sich nie der britischen oder pakistanischen Herrschaft unterworfen hat. Im Krieg Russland gegen Afghanistan, waren Warizistan und andere durch Pakistan besetzte Gebiete, das Rückzugsgebiet der afghanischen Kämper, der Mudschahedin und wurden in diesen Rückzugsgebieten von den USA über die CIA mit Waffen versorgt.
Heute benutzen die als Taliban bezeichneten Freiheitskämpfer gegen die aktuelle Besetzung Afghanistans durch die Nato und die USA die gleichen Gebiete als Rückzugsgebiete die schon ihre Vorväter im Kampf gegen die Russen und Engländer benutzten. Immer wieder tut Pakistan mal so, als ob es dort etwas unternehmen würde und bezieht Prügel, besetzt kurzfristig ein leeres Gebiet, in dem sich nach ihrem Rückzug sofort die alten Verhältnisse wieder einrichten.
Allerdings darf Pakistan auch nicht wirklich siegen, weil das sogleich überall woanders im Land neue Aufstände und Anschläge hervorruft. Andererseits muss Pakistan so tun, als ob es siegen wollte, um die Amerikaner zu beruhigen. Also siegen sie in ihrem Meldungen und letztendlich bleibt alles wie es ist.
In Afghanistan ändert sich alles. Zumindest wenn man dem Gerede Glauben schenkt. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen will einen Strategiewechsel und mehr Truppen. Vielleicht hätte der Kriegstreiber erst einmal fragen sollen, welche Strategie denn überhaupt hinter dem Einmarsch stand. Auf jeden Fall will er jetzt die Menschen in Afghanistan in den Mittelpunkt stellen. Das ist nicht neu. Im Mittelpunkt der Bombenabwürfe standen sie doch bisher auch schon.
Momentan wollen die USA noch nicht sagen, wieviele neue Soldaten sie nach Afghanistan schicken. Vermutlich werden es die von General Stanley McChrystal, Befehlshaber der US-Truppen und der Internationalen Sicherheitskräfte in Afghanistan (ISAF) geforderten 40.000 Mann. Um den Kongress zu beruhigen, wird einfach ein Infanterie-Verband der 10. Berg-Division in Fort Drum (Bundesstaat New York) mit 3.500 Mann nicht in den Irak gehen, sondern stattdessen in Afghanistan eingesetzt. Mit anderen Truppen soll ähnlich verfahren werden.
Gleichzeitig haben die USA ihre Strategie bezüglich Al Quaida geändert. Der laut dem
ehemaligen Nachrichtenmagazin im amerikanischen Finanzministerium für
Terrorfinanzierung zuständige Abteilungsleiter David Cohen , sieht die Taliban im finanziellen Aufwind, da sie Schutzgelder von Geschäftsleuten, Bauern und Drogenhändlern erheben würde. während die Spenden für Al Quaida ausblieben.
Die mangelnde Spendenbereitschaft an Al Quaida könnte natürlich daran liegen, dass die USA in der Weltwirtschaftskrise stecken und selbst die CIA nicht mehr über unbegrenzte Gelder verfügen. Bei den Taliban könnte es sein, dass sie sich nicht nur von den Italiener für die Ruhe bestechen lassen. Immerhin wäre es ein feiner Zug der italienischen Regierung die Gefahr für ihre Soldaten durch Schutzgeldzahlungen zu minimieren. Dumm allerdings, dass sie den Franzosen diesen Trick nicht verraten haben, als diese das Gebiet übernahmen.
Auch wenn immer wieder mit Schnellschüssen, wie dem Police Mentoring Team (PMT) im Rahmen der gezielten Distriktentwicklung (FDD) versucht werden soll, so etwas wie Normalität herzustellen, scheitern diese Bemühungen zumeist kläglich. Ob es wirklich Sinn macht deutsche Feldjäger und Bundespolizei gemeinsam patroullieren zu lassen, ist zumindest fraglich. Wer sich die
Aufgabenbereich der Feldjäger anschaut, der weiß, das es wohl eher darum geht, Bundespolizei und Feldjäger an gemeinsame Aufgaben im Bereich
"Kontrolle von Menschenmengen und gewalttätigen Ausschreitungen" oder auch Crowd and Riot Control (CRC) zu gewöhnen um dann in Deutschland gemeinsam Demonstrationen und Streiks niederwerfen zu können. Aber im angeblichen Kampf gegen den Terrorismus lässt sich eben alles verstecken.
Der stellvertretender Kommandant der internationalen Schutztruppe Isaf in Afghanistan, der britische Generalleutnant Jim Dutton spricht davon, dass die Lage schlechter als erhofft ist. Das ist allerdings typisches britisches Understatement, denn in Wirklichkeit ist die Lage hoffnungslos. Die gesamte afghanische Bevölkerung, bis auf wenige Profiteuere im Schatten der Besatzungsmächte, ist gegen die Besatzung und die Zentralregierung. Das heißt nicht, dass sie für die strengen religiösen Ziele der Taliban sind, aber diese dem weiteren Morden durch die Besatzer, vorziehen.
Das einzige was bleibt, ist ein Friedensschluss mit möglichst vielen Gruppen und auch den Taliban. Dazu ein schneller Abzug. Aber das würde Mut erfordern, den zunächst Präsident Obama aufbringen müsste und dem dann Leute wie Merkel sicher folgen. Aber ohne diesen Mut, gibt es ein neues Vietnam für die Amerikaner und die Europäer.
Das Ding heißt SEEKREISonline in Anlehnung an die Chefredaktion. Leider ist dieses noch nicht offline also auch noch nicht ehemalig. Allerdings bin ich der Meinung, dass Blogger die auf sich halten, auf Links zu SEEKREISonline verzichten sollten. Mit etwas Mühe lassen sich die Originalmeldungen auch immer an den eigentlichen Quellen finden. Zu guter Letzt hängt man sich an dpa Ticker oder ähnliches, schlimmstenfalls an so Pseudoticker wie http://rhein-zeitung.de/tick/?km
Ich bedauere ein wenig, zwar über die groteske Grenzziehung der Briten zwischen dem was heute Afghanistan genannt wird, und Pakistan zu lesen, aber leider nichts über den eigentlichen Antrieb wieso dort seit Jahrzehnten gemetzelt wird: noch viel unsinniger ist die Grenzziehung der selben Briten zwischen Pakistan und Indien. Solange Kaschmir nicht zu Pakistan kommt, Indien hierfür international aufzubringende (oder besser noch, durch die Briten aufzubringende) Entschädigungen/ Kompensationen bekommt und China endlich die Finger von Kaschmir lässt, wird Pakistan für den Fall einer atomaren Eskalation des Konflikts mit Indien immer das Land der Paschtunen (also beiderseits der Durand-Linie) seinerseits als Puffer benötigen. [Einmal von den meines Wissens zu 90% muslimischen Bewohnern Kaschmirs abgesehen.] Die beiden Afghanistanfeldzüge der letzten 30 Jahre dienen also einerseits um ggf. China freundlich übern Zaun zuwinken zu können, für den Fall, dass die Währungsfrage Dollar akkut wird (siehe gestern, Dollar=Öl) und anderseits (auch schon zu Zeiten der (un)seeligen UDSSR, um im latent immer schon atomaren Kaschmirkonflikt «beruhigend» einzugreifen. Das jetzige Gemetzel der Nato in Afghanistan und schon immer, seit Jahrzehnten (USA), in Pakistan wird nicht so enden wie Vietnam, sondern wie beim ersten Mal die UDSSR. Im Grunde waren es schon damals die Taliban zusammen mit den Paschtunen, die die UDSSR niedergerungen haben, die ganze UDSSR. Die Folgen dieses damaligen Schwachsinns haben den Rückhalt der Roten Armee in der Bevölkerung nachhaltig erschütert, dagagen war der sog. NATO-Doppelbeschluss eine Witznummer. Und genau so wird es auch diesmal der NATO, sprich den USA und Europa ergehen: anschließend werden sie ähnlich der UDSSR in die zweite, dritte oder gar vierte wirtschaftliche Reihe zurücktreten - verdient haben sie es!
Es ist immer das Gleiche: wo die Briten gewesen sind (z.B. 1910 Kuwait/ Irak, z.B. Durand-Linie, z.B. Kaschmir, z.B. Südafrika, usw.) haben sie künstliche Konfliktherde angelegt/ hinterlassen damit die von britischer in USAnische Kolonisation Entlassenen nur ja nicht ... vital werden. Es ist an der Zeit, dass die Briten aus den div. europäischen Verbänden raus geschmissen werden und für ihre Schweinereien bezahlen (z.B. 50 Millionen Versklavte). Auch, wenn es die Briten gar nicht (mehr) gibt und sie im englisch genannten Teil zumeist Nachkommen von Angeln, Sachsen und Nord-Germanen sind.
Die Afghanen sind es Leid ständig bombardiert zu werden.
Als Erstes wäre es also notwendig, dass die Kriegsverbrecher abziehen und Reparationszahlungen leisten.
Das gilt auch für israel / nahost. Ich verstehe nicht, wie manche immer noch wollen, dass es für ungültig erklärt wird. Das ist humaner unsinn in meinen Augen.. Das stört den Friedensprozess. ich will im Interesse des Friedens und der Völkerverständigung ja auch nicht die sog. ostgebiete wieder zurück und hab sie auch nie vermisst. Mir tut es für die mittlerweile fast ausgestorbene generation , leid. die menschen sind immer die Leiddtragenden der angezettelten Kriege. Aber die Dinge haben nun mal stattgefunden.
Es geht also nicht um Revisionismus sondern um Beseitigung eines aus niederen imperialen (imperialistischen) Motiven angelegten Dauerkonflikts. Allerdings wäre hierfür notwendig, dass man wenigsten in groben Umrissen sich mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut gemacht hätte, bevor man instinktiv und reflexartig mit Worthülsen einer von vielen Voraussetzungen für ein bisschen mehr Frieden in Afghanistan, Kaschmir und Pakistan der eigenen Selbstgefälligkeit wegen im Wege steht.
Wenn man die Realität des fortdauernden bewaffneten Konflikts endlich mal (Zitat:) «anerkennen» würde und das Plotikerdeutsch («man muss doch eine Basis haben») endlich mal weg lassen würde, wäre den Menschen der Region wenigstens ein bisschen geholfen. Und vielleicht verzieht sich dann auch der Nebel, der verhindert das man erkennt, wie sehr man seiner eigenen Dogmatik («Das gilt auch für israel / nahost. Ich verstehe nicht, wie manche immer noch wollen, dass es für ungültig erklärt wird. Das ist humaner unsinn in meinen Augen.. Das stört den Friedensprozess. ich will ... Mir tut es ... Aber die Dinge haben nun mal stattgefunden.») erlegen ist.
Als es in Deutschland noch Politik gegeben hat, nannte man so etwas schlicht affirmativ. Und das trifft es noch immer am besten.
http://terrorexperte.blogspot.com/2009/10/us-eingestandnis-wir-bekampfen-das.html