Eine Freundin von mir hat ihr Leben verändert. Gut, würde man sagen, dass geschieht tag-täglich in deutschen Landen. Menschen versuchen sich den Gegebenheiten anzupassen. Oftmals notwendiger Weise. Wie meine Freundin ihr Leben nun umstrukturierte, davor kann ich genauso meinen Hut ziehen, wir bei vielen anderen Mitbürgern auch.
Vor 2 Monaten ging sie in Erziehungsurlaub. Für sie stand von Beginn der Schwangerschaft an fest ihr Kind so lange wie möglich stillen zu wollen. Da sie Alleinerziehend ist und über nicht ausreichend finanzielle Mittel verfügt, stellte sie einen Antrag auf Hilfe bei der AWO. Für die ihr daraufhin ausgezahlten finanziellen Mittel erwarb sie eine Kinderzimmer-Erstaustattung. Teppich, Bett, Schrank sowie übliche Gebrauchsgegenstände, aber keine Wickelkommode und auch keine Babybadewanne. Auf die Frage, warum sie diese Gegenstände ausgeschlossen hatte, brachte sie das Argument der fehlenden Notwendigkeit. Sie könne ihr Kind auf ihrem Bett wickeln und zum baden habe sie schließlich eine normale Badewanne. Solange das Kind noch kaum mehr als 60cm klein ist reiche auch das Waschbecken.
Gestern Abend telefonierten wir dann mal wieder miteinander. Ein fast übliches Gespräch zwischen zwei Müttern. Was macht der Kleine, kommst Du zurecht, alles in Ordnung? Dann überraschte sie mich ein weiteres mal mit der Aussage, dass sie nun vom Kauf handelsüblicher Windeln absieht. Um stubenrein zu sein ist's dann aber doch noch ein bisserl zu früh. Sie ist umgestiegen. Von der Plastik- zur Mullwindel. Argument: Längerfristig kostengünstiger - "waschen muss ich so oder so". Respekt! Ich bin schon jetzt gespannt auf ihre nächste Überraschung - und die kommt, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Klasse Frau!
Deine Freundin macht das schon richtig !!