"Tag der evangelischen Frauen" nannte es am Mittwoch Margot Käßmann als sie Angela Merkel zur Wiederwahl gratulierte. Frau Merkel hat ihr natürlich auch erfreut gratuliert. Denn am gleichen Tag wurde Frau Käßmann zur Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland gewählt.
Aber in Deutschland besetzen außer den beiden noch viel mehr Frauen höchste Positionen. Und nicht nur evangelische. Die Bundeskanzlerin führt die Riege bedeutender Frauen an, gleich gefolgt von zwei Frauen in den wichtigen Schlüsselressorts Bildung und Familie: Annette Schavan und Ursula von der Leyen. Und wer denkt, ach, "nur" Bildung und Familie, der täuscht sich gewaltig. Denn Familienförderung und "Bildungsoffensive Deutschland" stehen tatsächlich ganz oben auf der Agenda. Deutschland braucht Kinder, und zwar am besten solche, die in bildungsnahen Familien geboren werden (In diesem Zusammenhang muß man übrigens Sarrazins Äußerungen einordnen). An Wichtigkeit kann hier nur noch das Finanzministerium mithalten.
Und wen haben wir stets im Hintergrund dabei: die Medienfürstinnen Liz Mohn und Friede Springer. Mitsamt der Bertelsmann-Stiftung und dergleichen.
Und nun also Frau Käßmann, als EKD-Ratsvorsitzende – und nicht vergessen Frau Knobloch, Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland. (Aber jetzt keine Panik, Katholiken und Muslime bleiben fest in Händen des Patriarchats.)
Tja, die Frauen aus der bürgerlichen Mitte. Ich sage es nicht ohne Neid: die Emanzipation hat hier eindeutig ihre größten Erfolge zu verbuchen.
In der linken Gesellschaftshälfte, angefangen von der SPD nach links, Gewerkschaften mit dazu gerechnet, sieht es wesentlich düsterer aus. Zuletzt hat man hier erfolgreich Gesine Schwan in Schach gehalten!!! Die Bundespräsidentschaft wäre jetzt die einzige bedeutende Position, die von der Sozialdemokratie gehalten würde ... Aber da waren die Sozis und die Linken kompromißlos! Und darin haben sie inzwischen echt Übung – wir erinnern uns an Frau Ypsilanti, die auch souverän in die Schranken gewiesen werden konnte. Und bei den Linken, naja, was soll man sagen. Gysi, Bisky, Lafontaine. Erst kommen die drei Götter, dann kommt lange nichts, dann kommen natürlich auch ein paar Frauen.
Nein. Vom bewährten Feindbild Feministin wird man in der linken Hälfte wohl nicht so leicht abrücken. Das ist sicheres Terrain. Da hält man zusammen. Basta.
Sollte die weibliche Führungsrolle in der rechten Hälfte vielleicht eines der Erfolgsgeheimnisse bergen? Und liegt hier der Grund, dass wir so wenig über die politischen Ziele erfahren? Reden ist Silber? Politik wird eher im goldenen Bereich gemacht? Nicht soviel quatschen läßt Probleme nicht so öffentlich werden? Oder anders gefragt? Geht das Management der Finanzkrise auf weibliche Strategien zurück? Mehr moderieren, mehr zuhören, mehr vertagen, verteilen, verschieben? Sieht das einfach gut aus fürs erste, oder ist das wirklich erfolgreich? Wer weiß.
Tatsache bleibt jedoch, dass bürgerliche Frauen, allen voran Angela Merkel, eine bemerkenswerte Karriere vorzuweisen haben. Und sie lassen linke Frauen echt blaß aussehen. Na, Männer? Hattet ihr euch das so vorgestellt? Dass wir mal von CDU-Frauen regiert werden? Also ich nicht. Ich hatte mir als junge emanzipierte Frau vorgestellt, dass ich bei den Linken beheimatet bin. Habe ich mich wohl getäuscht.
Und gerade lese ich, dass in Thüringen Christine Lieberknecht zur Ministerpräsidentin gewählt wurde. Nach gewissenhafter Vorarbeit durch SPD und Linke ...
PS: Frau Lieberknecht ist ja auch evangelische Pfarrerin! Ich glaube (!) ich lese jetzt mal bei Luther nach.
Update am 30.11.09
man bzw. frau gratuliert zur Ernennung von Ministerin Köhler und Heiratsankündigung von Müntefering.
"Tja, die Frauen aus der bürgerlichen Mitte. Ich sage es nicht ohne Neid: die Emanzipation hat hier eindeutig ihre größten Erfolge zu verbuchen", schrieb ich hier, und weiter: "In der linken Gesellschaftshälfte, angefangen von der SPD nach links, Gewerkschaften mit dazu gerechnet, sieht es wesentlich düsterer aus. Zuletzt hat man hier erfolgreich Gesine Schwan in Schach gehalten!!!"
Ist natürlich reiner Zufall, die beiden Personalien heute an einem Tag: In der CDU kann man als 32-Jährige steil Karriere machen. In der SPD kann man als 29-Jährige nett heiraten. Letzteres bringt immerhin schöne Rentenansprüche. Ist doch auch was wert.
keine Angst, das wird sich in ein paar jahren mit Einführung der Scharia von selbst erledigen.
Wenn die erst einmal unter der Burka verschwunden sind, sind sie auch sonst nicht mehr relevant.
mfg zdago
wie gut, ich freu mich schon. keine geifernden blicke mehr von unbefriedigten kerlen die alles am liebsten poppen wollen was bei 3 nicht auf den bäumen sitzt!
Auch wenn Du manches übertreibst (noch!)
und weiter seicherst gegen HartzIV (was ja verständlich ist, weil ja niemand gegen die Reichen vorgeht!),
wo ist Deine Wut geblieben, die mich so am
Leben erhält. (Deine Wut lese ich gerne!)
HartzIV ist die letzte Definition des Bürgertums, es kann nicht mehr anders!
Bürger verstehen nicht einmal mehr die einfachsten gesellschaftlichen Zusammenhänge. Sie glauben tatsächlich die Barbarei ist ihre Chance.
Ich bleib alter Anarchist, respektive angelesener Marxist, der Unterschied isr gering.
Aber Du, liebe Louise, solltest doch eine gute Anarchistin werden.
Das sagt ein alter Mann (53)
Carlo, ein böser Zahn hat an meiner Energie gezehrt, meine Wut habe ich sozusagen beim Zahnarzt gelassen. Aber so langsam komme ich wieder zu mir, kannst Dich drauf verlassen.
Bis dahin, freundlich-anarchistischen Gruß. L.