Was fehlt, ist nicht nur Bühnenmut, wie ihn unsere PolitikerInnen immer wieder selbstbeweihräuchernd aufbringen. Besonders fehlt es an dem, was wir nicht zu erbringen bereit sind – das Selbstbewusstsein. Moral hat längst nicht mehr denselben Stellenwert in der Gesellschaft, den sie einmal hatte, auch wenn sie immer wieder eingefordert wird. Es fehlt uns gesellschaftlich überhaupt erst einmal ein allgemeingültiges moralisches Konzept und weil dieses fehlt, ist es mit dem Bühnenmut für die Politiker auch denkbar einfach: ihr einziges Rezept besteht im freizügigen Umgang mit eben jener Moral. Moralisch vertretbar ist nur solches, wovon man selbst überzeugt ist.
Wenn wir uns befreien wollen, müssen wir handeln. Dies kann auf vielfältige Weise geschehen. Um die Werte, für die wir stehen, nicht zu verraten, müssen wir an ihnen festhalten und jegliche Doppelmoral auch unter Zwang verwerfen. Wir müssen uns darüber bewusst sein, daß ein feststehender Wert, auch wenn uns nicht immer bequem scheint, ein unveräußerlicher Wert ist und zwangsläufig auch bleiben muss. Wir können nicht einerseits sagen, „dies und das gefällt uns nicht“, um dann aber, wenn es uns zuträglich erscheint, sämtliche Werte über Bord werfen. Wir müssen erkennen und verinnerlichen, daß ein solches Verhalten sich von den Staatsgebärden nicht wesentlich unterscheidet.
Wir haben weltweit unveräußerliche Rechte und sie gelten für jeden. Auch wenn wir sehen, daß Staatspolitik sich oftmals mit allen möglichen Mitteln – darunter auch der Lüge – darüber hinwegsetzt, müssen wir standhaft bleiben und dürfen uns nicht bei der nächstbesten Gelegenheit auf das selbe unehrliche Niveau herabziehen lassen. Wir müssen eine klare Linie zwischen den wahrhaftigen und unverbrüchlichen Rechten und der offen-sichtlichen Lüge ziehen. Unser erster und wichtigster Feind dabei ist die Doppelmoral.
Erstveröffentlichung 9. November 2009:
Auto-Anthropophag
Mein Selbstbewusstsein ist in letzter Zeit sehr gestiegen. Trotzdem verändert sich draußen überhaupt nichts. Ich sehe nur, dass die Kluft zwischen Staat und Bürger immer tiefer wird. Eigentlich haben wir es mit zwei Staaten zu tun. Einmal der Staat von dem wir ausgenommen und kontrolliert werden und auf der anderen Seite steht der Staat, wie ihn die Bürger sich wünschen. Nur ist beides nicht mit einander in Einklang zu bringen. Also muss einer von beiden WEG! Und da man das Schlechte getrost in den Mülleimer kippen darf, sollte man mich jetzt nicht fragen, welchen von beiden ich meine. Aber die meisten sind es selbst schuld - sie sind wieder Wählen gegangen und das verlogene Recht ist eben auf der Seite, die schon wieder bestätigt worden sind, in dem was sie tun und taten. Hört einfach auf zu jammern. Das Konzept kann nur sein, sich als Einzelner nicht mehr einschüchtern zu lassen und dem zu widersprechen, was eigentlich nicht sein darf und eigentlich auch null und nichtig ist (wißt ihr ja hoffentlich selbst). Nur wenn möglichst viele so denken, wird sich einmal etwas Größeres bewegen. Etwas Mut gehört natürlich schon dazu. Aber den hat man den meisten ja aberzogen. Nur von Gerechtigkeit zu träumen bringt es nicht, manchmal muss man sie auch mit den Haaren herbeiziehen.
nun einmal langsam. Die "Staatsgewalt" - sind auch Menschen aus Deutschland - unsere Brüder und Schwestern, Nachbarn, Freunde und Verwandte.
Auch Schäuble hat Nachbarn - gut, vielleicht keine Freunde, sondern nur ...!
Es liegt an jedem, seinen Teil beizutragen -und wenn solche Dinge passieren, sind alle mit beteiligt.
Auch Schäubles Nachbarn haben versagt, auch die Nachbarn, Verwandt und Bekannte von Richtern, Arge-Mitarbeitern, usw.
Nicht immer auf fremde Welten zeigen - es geschieht auch in ihrer Nachbaerschaft.
mfg zdago