Der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, geht davon aus, dass nur für die Personalkosten der Polizei im Jahr mehr als 100 Millionen Euro investiert werden müssen. Mit den Sach- und den Folgekosten dürften wohl weitere 50 Millionen dazukommen. Die Sachschäden an öffentlichen und privaten Einrichtungen, an Bussen und Bahnen und die Personenschäden dürften nach Schätzungen ebenfalls rund 100 Millionen betragen.
Insgesamt geht es also um 250 Millionen die an Schäden rund um den Kristallisationspunkt Fußball durch Hooligans in Deutschland angerichtet werden. Rainer Wendt möchte gerne, dass sich der Deutsche Fußballbund (DFB) und die Liga mit insgesamt 50 Millionen Euro, also rund einem Fünftel der Kosten beteiligt. Dieses wird von beiden aber vehement abgelehnt.
Der GdP-Vorsitzende Konrad Freiberg, spricht davon, dass sich die Situation immer mehr verschärfe und die Polizei nun auch bei Begegnungen von kaum regional bekannten Vereinen schon 500 bis 1000 Beamte in den Einsatz schicken muss und mehr Polizisten als Zuschauer im Stadion sind. Freiberg geht sogar davon aus, dass gezielt Angriffe auf Polizisten schon weit vorher vorbereitet werden.
Freiberg will das Vereine und Spieler auf die Hooligans einwirken. Dies wird allerdings seit Jahren ohne Erfolg versucht. Es macht also keinen Sinn weitere Zeit mit Hoffen und Bangen zu verlieren. Deshalb sind einfache aber wirkungsvolle Maßnahmen gefordert. Kommt es am Rande eines Spiels zu Ausschreitungen, müssen Heim- und Gastmannschaft die nächsten drei Heimspiel ohne Zuschauer spielen. Ist dies auf eigenem Platz nicht möglich, weil das Spielfeld von außen einsehbar ist, muss ein geeigneter Spielort gefunden werden. Die Kosten tragen die Vereine selbst.
Die Hooligans selbst können nur durch Stadionverbot und Aufenthaltsverbote zu Spielzeiten in der Nähe von Stadien und auf den Fanwegen von weiteren Manövern abgehalten werden. Es macht Sinn, schon nach dem ersten Vorfall eine dreimonatige Sperre für alle Stadien und alle Anfahrtswege zu allen Stadien in Deutschland während der Spielzeiten zu erteilen. Ein Verstoß, oder ein erneuter Vorfall macht daraus ein Jahr Verbot und weitere Verstöße führen zu einer lebenslangen Sperre, eventuell mit Meldeauflagen während des Spiels bei der Polizei.
Trotzdem ist es wohl unausweichlich, dass die kommerziellen Fußballvereine natürlich für die Polizeieinsätze und die Folgeschäden aufkommen müssen. Sie verdienen Geld mit dem Produkt Fußball und müssen die Kosten für Sicherheit als Betriebskosten sehen.
Schlimm wäre, wenn sich die Gewaltbereitschaft der Chaoten wegen fehlendem Fussball zwangsläufig in die restliche Gesellschaft hinein entladen würde.
P. S.
Ich persönlich interessiere mich nicht die Bohne für Fussball.