Das hört sich schlimmer an, als es ist. Denn da es diesen Gottessohn physikalisch nicht gibt und vermutlich auch nie gegeben hat, beschränken die sich darauf nur so zu tun als ob. Dem ganzen bleibt trotzdem ein morbider Zug und man sollte Kinder unter 16 sicher von dem irren Treiben fernhalten, aber im Grunde genommen soll doch jeder nach seiner Fasson selig werden.
Artikel 4 des Grundgesetzes garantiert das Recht auf ungestörte Religionsausübung. Dieses Recht ist wichtig. Allerdings kann dieses Recht nicht bedeuten, dass der Sonntag eine andere Position einnimmt, als der Samstag, an dem die Juden ihren Tag haben. Am wenigsten Probleme haben die Muslime, die nach ihrem Freitagsgebet ganz normal wieder an die Arbeit gehen.
Die christlichen Kirchen haben natürlich ein Interesse an Sonn- und Feiertagen. Nur an diesen Tagen bekommen sie noch ein paar Besucher in ihre ansonsten fast menschenleeren Hallen und können diesen mittels Klingelbeutetel noch zusätzlich Geld aus den Taschen ziehen, obwohl sie doch schon Kirchensteuer und allerlei sonstige Geldmittel vom Staat bekommen.
Die Kirche schützt also Sonn- und Feiertage aus kaufmännischem Interesse. Die Frage ist, ob das kaufmännische Interesse der Kirche, ihre Veranstaltungen an Sonn- und Feiertagen ohne Konkurrenz durch weltliche Geschäfte durchzuziehen, wirklich ein Rechtsgut sein kann. Der Grundsatz müsste lauten:
Alle oder keiner! Aber die Kirchen werden ihre Geschäfte wohl am Sonntag nicht schließen wollen.
Tatsächlich würde dies auch nichts nützen. Denn viele Leute müssen am Sonntag arbeiten. Geschäfte an den Bahnhöfen und Flughäfen oder Tankstellen bieten alle Waren die gebraucht werden. Mangels Wettbewerb sind diese Geschäfte aber teurer. Ein Verkaufsverbot am Sonntag macht den Einkauf also nicht unmöglich sondern nur teurer.
Bleibt Artikel 140 des Grundgesetzes der Artikel 139 der Weimarer Verfassung beinhaltet:
Der Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage bleiben als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung gesetzlich geschützt.
Tatsächlich ist dieser Passus aber ein Relikt aus der Vergangenheit. Durch die diversen Konkordate wollte die katholische Kirche ihren Machtanspruch festigen und die evangelische Kirche übernahm diese Regeln gerne. Die Nazis erkauften sich mit dem Reichskonkordat praktisch die Freiheit für den Holocaust. Aber selbst wenn man diese Herkunft solcher Paragraphen nicht berücksichtigt, sagt die heutige Lebenswirklichkeit, dass es es keine Möglichkeit mehr gibt, archaische Strukturen wie Sonn- und Feiertage wirklich zu berücksichtigen.
Unter freundlicher Duldung der Kirchen sind immer mehr Menschen in Jobs gedrückt worden von denen sie nicht leben können. Sehr viele müssen mehr als einen Job ausüben um nur die Grundbedürfnisse bezahlen zu können. In der aktuellen Wirtschaftskrise kommen immer mehr Menschen in diese Lage und sind froh an Sonn- und Feiertagen wenigstens die Zuschläge abgreifen zu können.
In der Wirtschaft ist es längst üblich geworden Mitarbeiter an Sonn- und Feiertagen arbeiten zu lassen, wenn es die Auftragslage erfordert. Da widersprachen die Kirchen nie. Ging es doch darum das Kapital zu stützen. Als in Berlin für alle Adventssonntage oder besser deren Nachmittage die Öffnung der Läden erlaubt wurde, gingen die Kirchen auf die Barrikaden. Der Grund ist klar. Sie wollen über eigene Veranstaltungen das Geld der Bürger einsammeln.
Die Sonn- und Feiertagsruhe wird auch nicht durch das ewige Gebimmel der Kirchenglocken gestört, aber ein Jazz-Frühschoppen bringt die Pfaffen zur Weißglut. Unsere Gesellschaft allerdings hat sich gewandelt. In den Kirchen sitzen nur noch wenige, selbst von den Kirchensteuerzahlern verirren sich die meisten nur selten in die Kirchen, oder nur an hohen Feiertagen. Insgesamt spielen die Kirchen in unserer Gesellschaft praktisch keine Rolle mehr, auch wenn sie politisch noch Macht haben.
Moralisch hat die katholische Kirche bereits komplett verloren, weil sie dem ständigen Missbrauch von Kindern durch ihre Priesterschaft keinen Einhalt gebietet. Die sonstigen Ansichten der Kirchen stammen aus einer Zeit der Unterdrückung und Bevormundung und haben in einer Demokratie nicht zu suchen.
Der Bundesgerichtshof hat sich der Linie der Kirchen angeschlossen. Das ist typisch. Die Lebenswelt dieser Richter liegt auch meist in einer verklärten Vergangenheit. Wenn das Gericht davon spricht, das der Schutz der Sonn- und Feiertage der Regeneration und der persönlichen Entfaltung und dem Zusammenhalt von Familien dient, dann macht es einen entscheidenden Fehler. Die Menschen können sich nur entfalten, wenn sie Geld haben.
Ein Mindestlohn von 10,50 Euro würde den Menschen die Mittel geben wirklich am Leben teil zu haben. Das Abschaffen der Sanktionitis bei Hartz IV würde den Menschen Luft zum Atmen lassen. So wird den Menschen lediglich die Chance genommen ein paar Sonn- und Feiertagszuschläge mitzunehmen.
Das vom Gericht extra erwähnte Vereinsleben findet für Millionen nicht mehr statt, weil sie sich die Beiträge nicht leisten können, sie laden auch keine Freunde mehr ein, weil es hinten wie vorne nicht mehr reicht. Ein Herr Papier hat als Richter überhaupt gar keine Vorstellung was wirklich los ist. Er muss nicht um sein Überleben kämpfen. Er wird gemästet damit er die "richtigen und nützlichen" Urteile fällt.
Nein man muss nicht am Sonntag einkaufen. Aber viele müssen am Sonntag arbeiten um Essen in den Kühlschrank zu bekommen.
Schon mal etwas von den "Des Siebenten Tages Adventisten" gehört? Dies ist die einzige religiöse Gemeinschaft, welche sich auf die ursprüngliche Bibel und deren Lehre beruft. Leider sind auch sie heute dieser Linie nicht mehr 100%ig treu. Der katholischen Kirche unter der Leitung des Papstes geht es heute darum, alle religiösen Institutionen unter einen Hut zu bringen - hängt übrigens auch mit der UNO und der WHO zusammen. Angestrebt wird eine EINZIGE Weltreligion für alle und die sogar einmal gesetzlich bindend für alle sein soll. Ihr glaubt das nicht? Es ist aber genau so wie ich es sage. Deshalb wird die Kirche auch nicht immer dabei zusehen, wenn der Sonntag als verkaufsoffen gilt, auch nicht, wenn das nur manchmal ist.
Würde heute noch nach den richtigen 10 Geboten des Herrn gelebt und gehandelt, dann wäre die Frage des Artikels oben überflüssig. Der Sabbat (also der Samstag) wurde vom Herrn geheiligt, und die Frage müsste lauten: Warum lässt die römisch katholische Kirche es zu, dass der Sabbat als Tag des Herrn missachtet wird und als ganz normaler Wochentag deklariert ist?
Diese Welt hat ihren Glauben verloren, diese Welt stellt sich gegen Gott und seine Gebote und deshalb wird diese Welt untergehen. Das heißt nicht, sie würde vernichtet, nein, aber alles was hier auf der Erde auf Lug und Trug, Gemeinheiten und Verbrechen aufgebaut ist, das wird eines Tages dem Erdboden gleichgemacht werden. Und in der Bibel steht, dieser Tag ist nicht mehr allzu fern.
Da gibt es seit Jahren allerlei zu kaufen :-).
Stofftiere, Speißen und Getränke allerlei, sowie weiterhin Artikel wie CD´s, Blumen, Naschereien und vieles mehr, selbstverständlich jeden Sonntag. Logo, wer kann vom Sprit noch leben?
Bestes Beispiel: Tankstelle Reeperbahn.
Da wird auch immer sehr ordentlich getankt, auch Sprit, aber der andere eben :-).
Gerecht ist das freilich nicht. Wenn schon, dann eine Regel für alle. Ich frage mich immer mehr, wie blöd doch Deutschland in ihren Urteilsbegründungen ist. Die Damen und Herren in ihren roten Gerichtsroben kennen nun einmal das wahre Leben nicht, sie leben in ihrer §-Welt und helfen nur selten weiter.
Gegenfrage, macht dies die Wirtschaft etwa nicht? Alle haben doch nur profitsteigernde Interessen.
Lohnt es sich für ein paar poblige Zuschläge nen freien Tag zu opfern?
Ich lebe in Großbritannien, wo fast alle Läden sonntags offen haben, jeden Sonntag, wenn auch die meisten nur eine eingeschränkte Anzahl an Stunden (z.B. 11 bis 16 Uhr). Das macht die Lebensmittelbeschaffung schon mal deutlich einfacher.
Klar ist es für die Angestellten im Supermarkt vielleicht nicht unbedingt spaßig, am Sonntag zu arbeiten. Ist es für Krankenschwestern und Ärzte aber auch nicht, oder für Polizisten, Busfahrer etc. Durchzusetzen dass die trotzdem brauchbare Arbeitsbedingungen haben, wäre IMHO ein Job für Gesetzgeber und Gewerkschaften, sollte aber mit der Frage, ob am Sonntag die Läden geöffnet werden oder nicht an sich nichts zu tun haben.
Der Verkäufer ist einfach kein Polizist und auch kein Notarzt, dessen Dienst für die Gesellschaft wirklich notwendig wäre. Auch haben wir keine starken Gewerkschaften, die hier ordentliche Sonntags- und Feiertagszuschläge und Rahmenbedinungen aushandeln würden. Viele Menschen im Einzelhandel können von Tariflöhnen nur träumen und viele von ihnen sind Frauen und Mütter - und diesen Leuten soll auch noch der Sonntag als freier Tag geraubt werden?
Und auch wenn die Gegner dann immer mit dem Mitleid für die Supermarktkassierin kommen: Wieso denn? Sonntagsarbeit heißt ja nicht, die Woche über UND Sonntags zu arbeiten, sondern, statt eines Wochentages am Sonntag zu arbeiten. Ich kenne ne Menge Leute, die froh wären, wenn man sie nicht zwingen würde, ausgerechnet am Sonntag frei zu nehmen. Da hat doch eh nix offen, aufs Amt kann man auch nicht. ;)
Gruß, Braz
Ich persönlich bin übrigens zufrieden nicht an Sonn- und Feiertagen arbeiten zu müssen. Mein Partner muss es, die Zuschläge dafür sind übrigens lachhaft. Und ich geniesse wenigstens EINEN Tag in der Woche an dem man mal aus dem Haus gehen kann ohne sich durch Kaufwütige Menschemassen quälen zu müssen. Offensichtlich haben ja doch genügend Geld um es ausgeben zu können.
Ich möchte gerne meinen freien Tag behalten. Dankeschön.