Erinnern Sie sich noch an
Thomas Middelhoff. Ja genau der ist es, der sein Familienunternehmen nach Griechenland verlegte, weil er nicht schlau genug war als Textilunternehmer in Deutschland zu arbeiten. Der Middelhoff der dann bei Bertelsmann im Bereich Druck anfing und als Multimedia Vorstand an Pixelpark und AOL scheiterte.
Jener Elitemanager den die Mohns dann nur noch los werden wollten, weil seine Erfolge ungefähr 1.000 Meter unter Normalnull lagen. Elite eben. Ja der Middelhoff der dann zu Arcandor ging und erst die Immobilien verkaufte und gegen viel Geld zurückmietete, sich daran vermutlich auch persönlich bereicherte und die Karstadt Mitarbeiter zu Lohnverzicht zwang, um dann zum Schluss auch dieses Unternehmen gegen die Wand zu fahren, bzw. kurz vor seinem Ende zu gehen.
Thomas Middelhoff hat an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster studiert und drei Jahre am Institut für Marketing bei Heribert Meffert gearbeitet. Abschlüsse sind nicht bekannt, sind aber sowieso gegenstandslos, wenn jemand aus der BWL ins Marketing will. Betriebswirtschaft kann man nämlich seriös betreiben, Marketing ist nichts anderes als Betrug und Kundenverdummung. Darin braucht niemand einen Abschluss. Aber Middelhoff sah und sieht sich natürlich als Elitemensch. Deshalb und aus ein paar primitiveren Gründen
fördern er und seinesgleichen so gerne die kommenden Eliten.
Natürlich machen die edlen Elitemenschen dies nicht aus der eigenen Tasche. Nein, so edel sind sie dann doch nicht. Sie lassen einfach andere zahlen.
Essen (dts Nachrichtenagentur) - Der ehemalige Vorstandsvorsitzende des Arcandor-Konzerns, Thomas Middelhoff, hat Berichten zufolge in den Jahren 2008 und 2009 aus Mitteln des bereits damals angeschlagenen Konzerns Elite-Universitäten mit einer Millionensumme gefördert. Wie das Magazin "Spiegel" schreibt, habe Middelhoff noch am 27. Februar 2009, einen Tag vor seinem Ausscheiden aus dem Unternehmen, das im Juni insolvent wurde, eine Überweisung von 715000 Pfund für die Saïd Business School der englischen Universität Oxford angeordnet. Grundlage der Zahlung sei ein Ende Januar 2008 abgeschlossener Vertrag. Der Kontrakt sicherte der Uni im ersten Jahr 465000 Pfund, in den folgenden vier Jahren jeweils 250000 Pfund. Für die großzügige Unterstützung der Forschung in Sachen "Corporate Reputation" habe Middelhoff als Arcandor-Chef einen Sitz im Beirat des Forschungsinstituts der Business School erhalten, den er auch nach der Arcandor-Insolvenz noch immer inne hat. Der Aufsichtsrat des Konzerns erfuhr von diesen Aktivitäten offenbar nichts. Ebenfalls Ende Januar 2008 habe der klamme Konzern auch noch einen Sechs-Jahres-Vertrag mit der deutschen Privatuniversität Witten/Herdecke abgeschlossen. Darin sicherte Middelhoff der Uni jährlich 350000 Euro zu.
Ja, Thomas Middelhoff ist ein edler Spender. Während die Karstadt-Mitarbeiter um ihre Löhne und ihre Arbeitsplätze zitterten, markierte er den Großzügigen. Die Privatuniversität Witten/Herdecke ist ja so gut geführt, dass über ihr seit Jahren der Pleitegeier kreist, obwohl sie natürlich auch etliche Millionen vom Land bekommt. Die letzte Rettung hat übrigens in diesem Januar NRW-Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) durchgeführt. Die FDP ist ja schließlich auch Elite.
Die Retter stammen auch aus der Elite, es waren die Software AG Stiftung aus Darmstadt, die katholischen Diözesen Essen, Paderborn und Stuttgart und die Unternehmensberatung Droege International aus Düsseldorf. Alles Leute die ein hohes Interesse daran haben, dass die Universitäten für alle abgeschafft werden und nur das Wissen, das ihnen genehm ist, gelehrt wird.
Tatsächlich bezahlen aber alle nicht mit ihrem Geld. Middelhoff nahm das Geld von Karstadt und Karstadt verbuchte das als Aufwand, was den Gewinn verringerte und den Steuerzahler belastet. Also den, der nie in seinem Leben an eine solche private, aber von allen Bürgern finanzierte Uni kommt.
Wafic Saïd der Finanzier der Saïd Business School ist ein schwer reicher Mann, dessen Geld vor allem aus Rüstungsgeschäften mit Saudi-Arabien stammt, dem aber auch Waffenhandel in anderen Regionen nachgesagt wird. So rücksichtslos wie seine Geschäfte sind auch die Lehren in dieser Schule. Es geht darum reinen Raubtierkapitalismus schön zu reden.
Dass Middelhoff Karstadt da noch mal eben reichlich Geld reinstecken ließ, bevor er ging ist nur logisch. Denn als Chairman von Berger Lahnstein Middelhoff & Partners LLP (BLM) wäre eine Oxforder Professur und sei sie auch noch so dünn, ein toller Schlüssel um an gute Geschäfte zu kommen. Deshalb sind auch Roland Berger und Wolfgang Clement, sowie Manfred Lahnstein und Mark Wössner mit an Bord. Lahnstein muss was für seinen Sohn tun, der Rest hofft, dass Middelhoff nicht auch noch das Ding vergeigt.
Tatsächlich ist diese Art von Elitenförderung weltweit auf diese Art in Gang. Anstatt anständig Steuern zu bezahlen und Bildung für alle zu schaffen, gehen Leute wie Middelhoff her und verkürzen die Steuerschuld ihres Unternehmens, indem sie sinnlose und gefährliche Bildungseinrichtungen für angebliche Eliten schaffen. Es entstehen daraus natürlich keine Eliten, meist gibt es auch nur wenig an Wissen das vermittelt wird. In der Hauptsache geht es darum gefügige Kader zu schaffen, die auch den größten neoliberalen Unsinn kraftvoll und ohne Nachdenken durchsetzen.
In einem Rechtsstaat würde man Middelhoffs Verhalten bei Arcandor sowohl im Bereich der Immobiliengeschäfte als auch bei seiner seltsamen Elitenförderung als kriminell bezeichnen. Die Bundesanwaltschaft wird sich bei einem Strafantrag als nicht zuständig bezeichnen und lieber Phantomterroristen jagen. Der kleine Staatsanwalt in Essen hat gar keine Chance zu ermitteln, weil er weder das Personal noch die Kenntnisse hat. Außerdem weiß er ganz genau, dass nach viel Ermittlungsarbeit, ein Rechtsgespräch folgt, dass Middelhoff ein paar Millionen kostet, aber ansonsten folgenlos bleibt.
Jeder Eierdieb wird in Deutschland auf das Härteste und Gnadenloseste verurteilt. Leute wie Ackermann und Middelhoff lässt man mit einem Lächeln laufen.
Wo man auch hinsieht sieht, überall nur Spitzenleistungen von Spitzenleuten -Elite eben.
die eliten-verschwörungstheorie passt vielleicht in ein drittklassigen kriminalroman, aber nicht in ein kommentar, das ernstgenommen werden möchte - zB folgender satz bzgl der finanziellen förderer der uni witten/herdecke "Alles Leute die ein hohes Interesse daran haben, dass die Universitäten für alle abgeschafft werden und nur das Wissen, das ihnen genehm ist, gelehrt wird." entbehrt jeglicher grundlage und bewirkt höchstens, dass sich der autor lächerlich macht. Immerhin letzteres klappt ganz gut.
über das unseriöse und teils kriminelle geschäftsverhalten mancher manager wie ackermann od. middelhoff braucht man sich nicht streiten - aber wenn man einen kommentar zu diesem thema schreibt, dann doch bitte entweder einen kurzen, aber stichhaltigen, oder aber einen ausführlichen - dieser sollte dann aber doch bitte halbwegs seriös und professionell recherchiert worden sein.
Die Zuwendungen des Landes NRW betragen nur knapp 5Mio Euro pro Jahr (und selbst das war bis Ende 2008 lediglich ein Defizitausgleich und keine Pauschalunterstützung), also nur einen Bruchteil des Etats der Uni Witten/Herdecke.
Ein sinnvolleres Verwenden der Semestergebühren für die staatlichen Hochschulen würde wohl diesen weitaus mehr nutzen als das Verteilen der besagten 5Mio auf all die Hochschulen in NRW.
1) Klar möchte man sich die Idee eines solchen Beitrags nicht durch zu viel Recherche verderben, aber die Software AG Stiftung unter die hier beschworenen Eliten kommentarlos zu subsummieren, wirft schon Fragezeichen auf. Darüber hinaus haben die Erzdiözesen nichts zur Rettung der UW/H beigetragen.
2) Anders als - zugestanden - an vielen anderen "Elite"-Universitäten steht die Universität Witten/Herdecke tatsächlich jedem offen, was einem von Studenten entwickelten und angebotenen Finanzierungsmodell zu verdanken ist, das dafür sorgt, dass für das Studium an der UW/H kein großer Geldbeutel notwendig ist - der Mut, sich zu bewerben, wird allerdings vorausgesetzt.
Auch die anderen Eliteuniversitäten stehen im Prinzip jedem offen, seltsamerweise sammelt sich aber überall der gleiche Typ Mensch. Die Aussage, dass kein großer Geldbeutel notwendig sei, ist wohl eher ein Witz.
Bildung darf gar keinen Geldbeutel erfordern. Sie ist nämlich das Fundament auf dem ein Land prosperiert.