Er kann einem wirklich leid tun der Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg. Er startete hervorragend gestützt durch Atlantiker und CIA als Überflieger in die deutsche Politik. Ein Superstart. Klar an Angela Merkel vorbei, praktisch in die obersten Weihen politischer Beliebtheit.
Natürlich wurde er von den Systemmedien hochgeschrieben. Die wussten dass sie ihn zu stützen hatten, wenn sie weiter Werbung wollten. Egal welchen Quatsch auch immer er redete, er wurde als Wirtschaftsminister der nichts tat, in den höchsten Tönen gelobt. Aber dann kam Mutti. Angela Merkel die wirklich einsame Spitze im aussortieren von Konkurrenten ist, widmete ihm ein Lächeln und verpasste ihm den Posten des Kriegsministers als Schleudersitz.
Deutscher Kriegsminister zu sein, ist nie ein dankbarer Posten gewesen und etliche von diesen Vögeln haben sich daran ihren politischen Hals gebrochen oder mussten doch zumindest zurücktreten. Und das in einem Land in dem Politiker nicht zurücktreten sondern umgebettet werden. Guttenberg hatte keine Wahl, er musste Kriegsminister werden und hielt sich dank seiner klaren Befehlswege aus den USA auch für gut gerüstet.
Was Guttenberg nicht ahnte, war die Tatsache, dass sein Parteifreund - Parteifreund ist die stärkste Steigerung von Feind, die die deutsche Sprache kennt - ihm bereits ein veritablen Skandal hinterlassen hatte. Auch seine amerikanischen Brüder haben ihn nicht gewarnt. Wahrscheinlich waren die Befehls- und Informationsketten noch nicht auf Guttenberg umgestellt.
Das Kriegsverbrechen des Oberst Klein an den Zivilisten rund um die beiden Tanklaster in der Nähe von Kundus hat Guttenberg völlig falsch bewertet. Das könnte ihm im Normalfall niemand vorwerfen, wenn er nicht in den ersten Amtstagen mal eben schnell und laut dieses Kriegsverbrechen als angemessen bezeichnet hätte. Das war sein kapitaler Fehler. Denn anders als sein Dummschwatz bei Wirtschaftsdingen, reagiert hier die Bevölkerung allergisch und auch die Soldaten die in Afghanistan aber auch die in Verwaltungsposten in der Heimat sitzen, wollen derartige Verbrechen nicht.
Natürlich konnten Merkel, Steinmeier, Thomas de Maizière und Jung das Verbrechen bis zur Bundestagswahl im wesentlichen unter der Decke halten, aber überall in besser informierten Kreisen außerhalb der Systemmedien war der Gestank schon zu riechen. Guttenberg roch ihn nicht. Ein typischer Blender eben.
Als die Soldaten merkten, dass die Geschichte unter den Teppich gekehrt wurden, informierten sie nicht nur wie üblich Blogger und andere Eingeweihte, sondern drehten an den großen Knöpfen. Es wurde an Informationen geleakt, was eben möglich war. Damit kam der wesentliche Teil der Geschichte hoch. Merkel, Steinmeier, Thomas de Maizière und Jung hatten schon im Frühsommer die Devise ausgegeben, dass die Bundeswehr von einer Schutzmacht in eine Angriffsarmee umgebaut werden sollte.
Dafür fehlte zwar das Material und die Bewaffnung aber egal. Man wollte nicht mehr ängstlich in den Lagern sitzen sondern kräftig mitmorden. Diesen Befehl hat Oberst Klein umgesetzt und dabei bewusst die amerikanischen Verbündeten getäuscht und gegen alle Regeln des Krieges in Afghanistan verstoßen.
Das ist peinlich und Jung musste zurücktreten, was kein Verlust ist. Dummerweise hatte Guttenberg aber da seine Klappe schon aufgerissen und das Kriegsverbrechen als angemessen bezeichnet. Als er merkte, dass dies unhaltbar war, opferte er einen Staatssekretär und den Generalinspekteur der Bundeswehr Wolfgang Schneiderhan, die angeblich nicht richtig über das informiert hatten, was schon seit Wochen in vielen Blogs und ausländischen Publikationen zu lesen war.
Mit diesem Bauernopfer waren aber weder die Soldaten noch die Generalität der Bundeswehr zufrieden und auch die politische Opposition empfand das Ganze als das Ablenkungsmanöver, das es auch war. Hätte er sich einfach entschuldigt, die Sache wäre längst vergessen. Man darf nämlich auch als Minister Fehler machen, wenn man die Größe hat, zu diesen Fehlern zu stehen.
Aber ein Freiherr von und zu Guttenberg macht keine Fehler und ist in schönster neoliberaler Tradition schon so sehr Elite, dass er nicht einmal mehr über Verantwortung nachdenken muss. Er ist nie verantwortlich. Um dem Untersuchungsausschuß und seiner drohenden Totalblamage dort, wenigsten etwas entgegensetzen zu können, sucht er nun nach dem Maulwurf der seine Unfähigkeit und die wahren Geschehnisse verraten hat.
Er möchte eine Verräter vorstellen und den Zorn des Volkes auf diesen leiten um von sich selbst abzulenken. Das hat Nixon schon in Watergate versucht und ist damit kläglich gescheitert. Überhaupt sind Maulwurfsjäger ein eher lächerliches Volk
Aber es ist schon beachtlich wie der Freiherr in so kurzer Zeit seine ganze Herrlichkeit eingebüßt hat und selbst die Medien die ihn einst im neoliberalen und us-amerikanischen Auftrag hochgejubelt haben, kommen heute nicht mehr umhin festzustellen, dass der Kaiser nicht nur keine Kleider, sondern dazu noch eine jämmerliche Figur hat und ihm die Moral scheinbar völlig fehlt.
Er versucht mit tollen Kapriolen wieder Boden unter die Füße zu bekommen. So will er plötzlich gar keine Demokratie mehr in Afghanistan und möchte gemäßigte Taliban an der Regierung beteiligen. Dabei sagt er nicht, was gemäßigte Taliban sind und er sagt auch nicht laut, dass er im Grunde genommen die alten Stammesgesellschaften so wie immer weitermachen lassen will. Das ist im Prinzip sogar vernünftig, aber kaum durchführbar, weil Obama dann seine Niederlage eingestehen müsste und damit politisch erledigt wäre.
Guttenberg steht auf Treibsand und Mutti lächelt. Angela Merkel bestimmt jetzt den Zeitpunkt zu dem sie Guttenburg stürzt. Er ist ein Minister und Politiker auf Zeit. Selbst nach Bayern kann er sich nicht mehr retten. Dort sitzt ein breit grinsender Söder und weiß schon jetzt wie der nächste bayrische Ministerpräsident heißt, nachdem Seehofer endlich seine Sachen gepackt hat.
Guttenberg ist für längere Zeit erledigt, oder er führt ein Dasein als Merkels Schoßhündchen. Beides kommt aber auf das Gleiche heraus.
Guttenberg als Maulwurfsjäger
Von Jochen Hoff | Duckhome Er kann einem wirklich leid tun der Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg. Er startete hervorragend gestützt durch Atlantiker und CIA als Überflieger in die deu... ...
Womblog [Worte oder mehr] am
12/27/09 um 11:21
Guttenberg als Maulwurfsjäger
Von Jochen Hoff | Duckhome | – Er kann einem wirklich leid tun der Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg. Er startete hervorragend gestützt durch Atlantiker und CIA als Üb... ...
Irgendwer hatte den Kuttenzwerg als Kanzler vorgesehen. Seine medial hochgejazzte Beliebtheit ist bei SPD-Anhängern nicht geringer als in der Union. Merkel bekam auf einmal Feuer von ungewohnter Seite, vom ASV! Wenn er nicht schnell gestolpert wird, dann kann der Plan immer noch klappen. Die Wähler sind erschreckend vergesslich!
Deshalb müssen Merkel und Guttenberg zu Beginn des Untersuchungsausschusses aussagen und nicht in einem dreiviertel Jahr, wenn keiner mehr weiss, worum es eigentlich ging, damals in Kundus.
Herr Freiherrn Karl-Theodor von und zu Guttenberg ist ein Kämpfer. Er hat dieses Debakel nicht verursacht und gibt deshalb nicht auf. Er ist kein Jammerlappen - in der Denkform - ich trete zurück, übernehme die Verantwortung mit satten Pensionen usw. Ok. Er hat es nicht nötig, wie alle anderen, aber er ist ein echter TYP. Der soll alle aufmischen!
WEITER SO!
Auch wenn Sie Herr Hoff diese adeligen nicht schätzen, (ich auch nicht) empfinde ich doch genau diesen einzelnen adeligen als einen echten Politiker.
Er tritt einfach nicht zurück, sondern vertritt seine Position. Der Mann ist für mich ein Vorbild, weil er einfach nicht aufgiebt, wie andere jämmerlichen Politiker.
Ich finde Herr Freiherrn Karl-Theodor von und zu Guttenberg einfach gut, wenn ich mir gleich bewusst bin, dass mich wieder Schelten erreichen.
schau an, "dagegen" im neuen gewande! das nenn ich einen raffinierten schachzug, donnerlüttchen!
ob er die idee alleine hatte? oder war's das ergebnis wochenlangen brainstormings der spitzengruppe eines von ihm gegründeten denksportvereins? jener gefürchteten hochleistungsgrübler, deren geistesblitze uns dagegen bis dato so konsequent vorenthalten hat. aber das wird bestimmt noch ganz schrecklich
...uninteressant
Warum Schelte, die doch so wenig bewirkt wie Strafe. Nein, besser Jochen Hoffs sehr guten Text zwei- vielleicht auch dreimal lesen. Womöglich erübrigt sich dann die Schelte.
zu Guttenberg könnte in die SPD gleicher Farbe wechseln und sich dort um Neue Medien kümmern ...
Deshalb müssen Merkel und Guttenberg zu Beginn des Untersuchungsausschusses aussagen und nicht in einem dreiviertel Jahr, wenn keiner mehr weiss, worum es eigentlich ging, damals in Kundus.
WEITER SO!
Auch wenn Sie Herr Hoff diese adeligen nicht schätzen, (ich auch nicht) empfinde ich doch genau diesen einzelnen adeligen als einen echten Politiker.
Er tritt einfach nicht zurück, sondern vertritt seine Position. Der Mann ist für mich ein Vorbild, weil er einfach nicht aufgiebt, wie andere jämmerlichen Politiker.
Ich finde Herr Freiherrn Karl-Theodor von und zu Guttenberg einfach gut, wenn ich mir gleich bewusst bin, dass mich wieder Schelten erreichen.
Der Mann ist klasse!
ob er die idee alleine hatte? oder war's das ergebnis wochenlangen brainstormings der spitzengruppe eines von ihm gegründeten denksportvereins? jener gefürchteten hochleistungsgrübler, deren geistesblitze uns dagegen bis dato so konsequent vorenthalten hat. aber das wird bestimmt noch ganz schrecklich
...uninteressant
Warum Schelte, die doch so wenig bewirkt wie Strafe. Nein, besser Jochen Hoffs sehr guten Text zwei- vielleicht auch dreimal lesen. Womöglich erübrigt sich dann die Schelte.