Natürlich war es ein geschickter Schachzug mittels der WASG und der Verschmelzung mit der PDS, DIE LINKE zu schaffen. Das war genial. Allerdings hat Oskar auch dabei viele Linke heimatlos gemacht, die eben nicht die Kaderpartei PDS, sondern die eher sozialdemokratische WASG Richtung wollten, die er sofort aufgab. Es wäre sicherlich klug gewesen möglichst viele mitzunehmen und wenigstens etwas Zeit in Überzeugungsarbeit zu stecken.
Heute ist es ein Treppenwitz der Geschichte, dass gerade die Mitglieder der ehemaligen PDS eher
sozialdemokratisiert sein möchten, während die LINKE in Westdeutschland eher die sozialistischen Positionen vertritt. Nun hat Oskar der Krebs erwischt. Damit kann man noch lange leben, aber man kann auch sehr schnell tot sein. Diesmal entscheidet sich Oskar nicht in den Sielen zu sterben, sondern sich auf das Saarland zu konzentrieren. Das er dabei der Partei noch eine Reihe von
Punkten mit auf den Weg gegeben hat, die er für zukunftsweisend hält, ist richtig gut.
Er hat damit ein politisches Vermächtnis herausgegeben, das andere als Leitlinie aufgreifen und in das kommende Parteiprogramm einarbeiten können. Angesichts der gnadenlosen Aktionen des Raubtierkapitalismus gegen die arbeitenden Menschen gibt es keinen anderen Weg als eine sozialistische LINKE. Alles andere wäre nur ein müder Abklatsch der SPD und die stirbt gerade selbst. Bisher war die LINKE nur eine Partei, die sich im Osten auf Altwähler der PDS und wenige bewusste Protestwähler verlassen konnte. Diese Altwähler sterben langsam aber sicher aus. Neuwähler können nur mit neuen Themen und Ansätzen gewonnen werden.
Die LINKE steht am Scheideweg. Will sie ein Anhängsel der SPD werden oder eine starke Partei für Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie. Beides zusammen geht nicht. Diesmal hat Oskar seine Pflicht voll und ganz erfüllt. Er wird sie sicher auch im Rahmen seiner Möglichkeiten noch im NRW Wahlkampf und bei der Diskussion um das Parteiprogramm tun. Es bleibt nur zu hoffen, dass er seine Eckpunkte im wesentlichen durchbringt. Nur so kann langfristig gewonnen werden.
Für eine neue Parteiführung sollten neue Wege gegangen werden. Es macht keinen Sinn, die alten Politileichen wie Klaus Ernst oder Herrn Bartsch wieder auszubuddeln. Sie stehen für nichts, nicht einmal für sich selbst. Außerdem beginnen sie bereits zu riechen. Es muss ein guter junger Mix entstehen, der die Kraft hat, sich durchzusetzen. Das Ramelow aus dem Vorstand verschwindet ist ein guter Anfang.
Macht die Jungen stark und gebt den Jungen die Kraft sich von den Altkadern zu lösen. Es macht keinen Sinn nach hinten zu schauen. Gestern hat keine Ähnlichkeit mehr mit Heute und was Morgen sein wird, wagen wir nicht einmal in unseren Albträumen zu erblicken. Die Zukunft heißt ständige Herausforderung. Das ist nichts mehr für Männer die eher in der Vergangenheit leben. Fangt neu an und fangt stark an.
Ach ja. Natürlich ein dickes Dankeschön an Oskar.
Wo sind deine Alternativen. Wenn du keine hast, halt einfach das Maul.
Wenn man sich heute die Mühe macht, durch einen Twitter-Search "Lafontaine" zu blättern, wird da fleißig von der "2. Fahnenflucht" gesprochen. Widerlich. Diesen Leuten, die mit Lafontaines Krebserkrankung so umgehen, sollte man den Krebs à la "Green Mile" selber an den Hals wünschen.
Wenn dem so ist, dann hatte die SPD nie wirkliche Linke, sondern lediglich Opportunisten.
Ich sehe Lafontaine als Denker, oder Parteiphilosoph keinesfalls geschwächt. Dies könnte allenfalls durch seine Krankheit geschehen und das wünsche ich ihm natürlich nicht. Die LINKEN müssen einfach etwas mehr Selbstdisziplin üben und sich nicht ständig auseinander dividieren lassen von den Medien (und von Siegmar Gabriel).