Bereits in seinem Freitagskommentar wies das ecolot schon auf die Pawlowschen Reflexhandlungen unser Medien hin, die bei jedem Unternehmenver- oder ankauf im gesamten Rudel Beifall heulen, ohne nachzudenken.
"Der neue Siemens-Chef Peter Löscher legt einen guten Start hin", lobte die FTD. "Da mag die Börse grummeln, wie sie will: Der Doppelschlag von Siemens, den Automobilzulieferer VDO an Continental zu verkaufen und gleichzeitig den US-Medizintechnikhersteller Dade Behring zu übernehmen, ist für die beteiligten Konzerne strategisch sinnvoll und für den Standort Deutschland uneingeschränkt positiv" jauchzte das Handelsblatt.
Dabei stehen hinter dem Deal auch abgesehen vom drohenden Jobabbau mindestens so viele Fragezeichen wie Nullen im Kaufpreis - und es ist nicht so, als wenn die Kommentatoren die nicht sehen würden. Die FTD selbst weist daraufhin, dass die 11,4 Mrd für Conti ein Riesenbatzen sind und das Unternehmen seine liebe Mühe haben wird, sie an anderer Stelle wieder hereinzusparen.
Wir alle wissen genau das Continental den Kaufpreis aus seinen Mitarbeiter herauspressen wird und wir wissen auch jetzt schon, das genau die gleichen Blättchen dann jubeln werden, wie toll das Krisenmanagement des Conti-Chef Manfred Wennemeyer ist, wenn er wieder einmal seine falsche Unternehmenspolitik auf Kosten der Mitarbeiter refinanziert.
Die Preise solcher überteuerten Übernahmen sind nur zu stoppen, wenn die dafür notwendigen Zins- und Tilgungszahlungen in der Buchhaltung als betriebsfremde nicht abzugsfähige Ausgaben auftauchen und bis zur kompletten Bezahlung auch nicht abgeschrieben werden können. Dann müssten nicht mehr die Arbeitnehmer und die Allgemeinheit die Zeche zahlen, sondern die Kapitaleigner. Die würden in solchen Fällen sehr schnell das unfähige Management austauschen.
Ich bin ja mal gespannt, was der von Siemens-Chef Löscher geplante Umbau in einen Medizinkonzern uns kosten wird. Wir sollten uns aber in Sachen Medien nicht täuschen lassen. Die Medien leben von Werbung, die sie nur von den Leuten bekommen, über die sie auch berichten. Eine Trennung von Werbung und Inhalt ist dabei einfach nicht mehr möglich.






















