Chilon von Sparta soll den berühmten Satz "De mortuis nil nisi bene - Über die Toten nur Gutes" geprägt haben, was ihn sicherlich ehrt, es aber verdammt schwer macht, über den Selbstmord des Günter Freiherr von Gravenreuth zu berichten, der sich in der Nacht zum 22. Februar 2010 selbst richtete. Wer ihn, seine Vorgehensweise und seine Taten gekannt hat, wird es schwer haben auch nur ein einziges gutes Wort zu finden.
Oh natürlich versuchen die sogenannten Journalisten dies in etlichen Nachrufen, aber selbst bei denen klingt es noch schaler, als ihr sonstiger Lob auf die Abzockergesellschaft. Gravenreuth stand immer auf der falschen Seite. Irgendwann hielt er sich für unüberwindbar und brach sich bei seinem Versuch die taz in die Knie zu zwingen, letztendlich den Hals. Er hätte in den nächsten Tagen eine Gefängnisstrafe wegen Betruges antreten müssen.
Vor dieser Strafe und wohl auch vor seinem verpfuschten Leben ist er in den Freitod geflohen. Es ist eben leichter andere in ihren Existenzen zu vernichten, als vor dem Ende der eigenen wirtschaftlichen Existenz zu stehen. Sie fragen nach Mitleid. Mitleid ist nicht angesagt. Im Sauerland spricht man davon, dass da eine "gute Saat an der Erde sei", wenn solch ein Typ eingescharrt wird. Dann trinkt man einen oder zwei Schnäpse darauf, dass der mit dem Pferdefuß ihn nett empfangen solle, grinst und geht auseinander.
Tatsächlich ist mit Gravenreuth ein Anwalt nun endlich weg vom Fenster, dem man in einer Demokratie und in einem Rechtsstaat hätte schon längst das Handwerk legen müssen. Andere machen weiter und jeden Tag kommen neue dazu. Es ist ein gutes Geschäft, weil unsere Justiz nicht nach Recht oder Gerechtigkeit sondern nach Formalien arbeitet und nichts mehr fürchtet als den gesunden Menschenverstand einsetzen zu müssen.
Mit diesem Selbstmord ist leider keine Schlacht gewonnen und schon gar kein Krieg. Um den Krieg gegen die Abmahnwälte zu gewinnen, braucht es starke Gesetze und die brauchen eine starke Demokratie. Von einer starken Demokratie entfernen wir uns täglich immer weiter und damit auch von einem anständigen Gesetz. Lassen wir also die Gravenreuths ihren Gravenreuth beerdigen und bereiten wir uns lieber auf den letzten Verteidigungskampf für die Demokratie vor.
Überall liest man von "Trauer" und "Beileid" zu diesem "Schicksalsschlag".
Da tut es gut zu sehen dass jemandem auffällt dass Chilon nicht immer recht hat.
Unter'm Strich, kein Verlust für die Menschheit!
Mir zeigt der Fall GFvG, dass sich rücksichtsloses Verhalten nicht lohnt. Dennoch hätte ich die Nachricht von seiner Inhaftierung und möglicherweise eine späte Läuterung viel lieber vernommen als die Meldung seines Freitods.
Vorsicht!! ... uebelst elitaere Inhalte.
http://jakester-express.blogspot.com/2010/02/germanischelitaere-teabagger.html
Gruss
Jake