Dies ist ein Kommentar von unserem Leser Karl B. der uns freundlicherweise zur Veröffentlichung überlassen wurde:
Über Fliegen lässt sich ja bekanntlich vieles sagen. Die einen finden sie lästig, andere mögen sie als eklig bezeichnen, wenn sie denn in der Bäckereiauslage über den Kuchen lecken und wieder andere meinen sie seien die größten Krankheitsüberträger. Jene kleinen Tierchen die vor nichts und niemandem zurückschrecken dienen in der Natur als Nahrungslieferant für andere, größere Tiere. Sie sind wichtig, ja!
Und dann gibt es da noch diese anderen Tierchen. Im Volksmund: Ratten.
Auch sie sollen Krankheitsüberträger sein; nagen alles an was nicht niet- und nagelfest ist, haben in der Kanalisationen ihren Freischwimmer gemacht und sind bisweilen auch an Müllkontainern nachweisbar. Diese Ratten jedoch, sie meine ich hier und heute allerdings nicht, wenn ich diesen Begriff in die Zeilen dieses Textes schreibe. Ich meine jene Ratten, die über die Gesellschaft herfallen als sei eben diese Gesellschaft ihre Henkersmahlzeit.
Da steht in der heutigen BILD-Zeitung in riesigen Lettern: Hartz IV soll nur noch 5 Jahre gezahlt werden. Das schlägt zumindest irgend so ein dahergelaufener Nager öffentlich vor. Die Autoren des Artikels voraussagen dieser Überschrift in Deutschland Gesprächsstoff und damit liegen sie ja nun nicht gerade falsch. Die schon elendige Diskussion seitens der Rattenschar wie man Ärmere Menschen noch ärmer machen kann wird seit eh und je geführt. Redelsführer sind immer die gleichen: jeder der poilitisch auch nur irgendwie, irgendwo auf dem Paket steht gräbt seine dreckige Nase mit in diesen Scheißhaufen - namentlich Hartz IV - tief hinein und sie scheinen sich dabei sehr wohl zu fühlen. Eben so wie die Fliegen sich auch auf jedem Kuhfladen wohl fühlen; genau so wie Ratten gerne im Müll wühlen um daraus für sich noch etwas brauchbares mitzunehmen. Jedem Tierchen sein Pläsierchen!
Auch Ratten dienen in der Natur als Nahrungsgrundlage; das sei nur mal so am Rande bemerkt.
Und wenn die Not und der Hunger am Größten ist, dann - ja, dann werden sich die "Hartz IV'ler" wohl demnächst ihren Magen fassen und die Ratten besuchen gehen. Schließlich hat man dort schon auf Vorrat gedisst.
Unrat und Ungeziefer sollte beseitigt werden - der Hygiene wegen. Warum haben wir wohl Hygienegesetze? Einmal, einmal nur sollten wir uns diese Gesetze zu Herzen nehmen. Weg mit dem Dreck! Nix recyclen! Spülen wir die Ratten vom sinkenden Schiff, bevor sie uns mit ihrem Gewicht in die Tiefe reißen! Geben wir ihnen ihr verdientes Gnadenbrot.
-CK-
Aber es erschreckt mich doch, wenn man unsere Gegner als Ratten und Fliegen bezeichnet. Das haben die Nazis auch gerne gemacht. Ich weiß, dass man damit auch seinem berechtigten Ärger Ausdruck gibt, und ich verstehe das völlig. Trotzdem begeben wir uns mit solchen Bezeichnungen auf die Ebene derjenigen, die uns hassen.
Grund zum Ärger hab ich durchaus: Nach 41 Jahren Arbeit, davon 32 Jahre in vollem Schichtdienst, bin ich nach langer Krankheit bei 359 Euro plus Miete angelangt. Das fand sogar meine Sachbearbeiterin in der Arge eine Schweinerei. Und wenn ich dann lese, was die neofaschistischen Menschenfeinde über Hartz-IV-Empfänger loslassen, dann packt mich auch die kalte Wut. Übrigens bin ich nicht dafür, dass jene, die weniger lange gearbeitet haben als ich, weniger Geld bekommen sollten. (Dies sei nur erwähnt, um Missverständnisse zu vermeiden.) Auch wer keine Lust hat, sich jahrzehntelang ausbeuten und fremdbestimmen zu lassen, soll anständig leben können. Ich weiß ja, was es heißt, den größten Teil des Lebens fremdbestimmt zu funktionieren - ist nicht schön. (Denn trotz allem - endlich kann ich tun was mir Spaß macht, und nächstes Jahr geh ich sowieso in Rente. Und die wird nicht schlecht sein dank zusätzlicher Betriebsrente. Es geht mir also letztlich noch besser als vielen anderen.)
Na ja - was ich sagen wollte - wir wollen doch besser nicht so denken wie unsere Gegner und sie nicht Ratten nennen. Ganz anders als unsere Neoliberalen sind Ratten sehr soziale Wesen!
Ich werde die Herren und Damen die Hartz IV Empfänger zu nideren Menschen abstempeln genauso entgegentreten wie sie mir entgegentreten. Anderes verstehen sie längst nicht mehr.
Es geht schon lange nicht mehr um Sprache, sondern darum wie wir diesem klar erklärten Krieg gegen die Bürger begegnen wollen. Wenn nicht schnell etwas passiert, bleibt am Ende nur die bewaffnete Auseinandersetzung.
Trotzdem - von „Sozialrassismus“ zu sprechen ist schlichtweg Blödsinn und eine Verkennung des Rassismusbegriffs. Ebenso unpassend ist es, sich sprachlich und mental in die Tradition des „Stürmers zu begeben und somit diskreditiert sich leider der Artikelschreiber!
ich könnte es verstehen, wenn sich eine ratte beleidigt fühlen würde, sollte man sie mit professor ansprechen.
ich möchte in diesem Zusammenhang auf den Artikel auf Telepolis verweisen:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32272/1.html
Das sind auch die Links zu den Originalartikeln in der FAZ drin.
Grüße
Martin
Ein bekannter "linker" Bremer Prof. vorschlug die Peter-Hartz-Vier-Begrenzung auf fünf Jahre.
Was doppelt schlimm ist ...
Ich hätt´ gern was gesagt zum Falsifikator der seinerzeitigen Losung BESSER´N WARMER BRUDER ALS´N KALTER KRIEGER mit Blick auf den Herrn immer noch amtierenden Bundesaußenminister Dr. iur. Guido Westerwelle (Bonn/Berlin) ... aber gut: Jetzt nicht. Vielleicht später mal ...
Hierzu eine schon etwas aeltere Idee fuer Ihr Gnadenbrot:-)
http://www.youtube.com/watch?v=DWpXdQJ-8bg&feature=related
Im Übrigen sollte es reichen, in diversen Erwerbslosenforen darauf hinzuweisen, dass es zu Gunnar Heinsohn in Bremen einen Eintrag bei telefonbuch.de gibt. Die Möglichkeit zu direktem sozialen Feedback ist also gegeben, da braucht es keinn Strafanzeigen und anderen Kokolores gegen so ein Mietmaul der Arbeitgeberverbände und Lobbyisten. Wir sollten den Bonzen langsam aber sicher die Wahrheit eröffnen, dass sich ganz schnell im Krieg wiederfindet, wer eine Schlacht beginnt. Notwehr oder Widerstand gegen Leute, welche die grundgesetzlich garantierte Ordnung beseitigen wollen, sollten einschlägig sein. Wir sollten solchen Leuten keinen Fußbreit Boden mehr gewähren, es sei denn, es ist z.B. ein Fußbreit unterhalb der Grasnarbe.