Das
Bundesamt für statistische Lügen hat auftragsgemäß einen neuen Beitrag zur weiteren Senkung der Reallöhne in Deutschland geliefert. Die Arbeitskosten sind gestiegen und liegen somit in Europa im oberen Drittel. Wenn man davon absieht, dass es sich um eine Schätzung auf sehr ungenauer Datenbasis handelt, ist eine Steigerung um insgesamt 4,1% die siebthöchste Wachstumsrate und im Verarbeitenden Gewerbe mit 5,1% die sechsthöchste Wachstumsrate in Europa. Glücklicherweise liegen wir damit aber immer noch hinter Dänemark, Belgien, Luxemburg, Frankreich, Österreich, Finnland und den Niederlanden. Bulgarien wurde glatt geschlagen.
Was aber bedeuten nun diese Arbeitskosten in einem Jahr der Weltwirtschftskrise? Gar nichts. Wenn mit massiver Kurzarbeit und dem Abbau von Arbeitszeitkonten Beschäftigung erhalten werden soll, dann sinkt die Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden und die Arbeitsstunde an sich verteuert sich. Nichts worüber man sich aufregen müsste, denn Entlassungen hätten zu einer erhöhung der Lohnnebenkosten geführt und damit den gleichen Effekt gehabt.
Selbstverständlich wird von den Propagandamedien wie dem Handelsblatt sofort die gewünschte
Tatarenmeldung geliefert: "
Wirtschaft verliert deutlich an Wettbewerbsfähigkeit" und natürlich fordern die Wirtschaftsforschungsinstitute sofort eine Mäßigung bei den Tariflöhen. Allen voran das DIW von Herrn Zimmermann, welches ja Grund genug hätte, den Mund zu halten und erst einmal die internen , vom Berliner Landesrechnungshof gerügten Mißstände abzustellen.
Im Übrigen sind die Arbeitskosten völlig nebensächlich. Wichtig sind die
Lohnstückkosten und die zeigen laut Jahnke ein völlig anderes Bild:
Auch die Nachdenkseiten kommen zu dem
gleichen Schluss.
Es geht also wieder einmal nur um Propaganda um die Löhne klein zu halten und damit einen Export zu fördern, der sich auf Dauer so nicht halten lässt. Export bedeutete früher einmal, dass man Waren mit sehr guten Gewinnen im Ausland absetzte und damit die Innovation und die Beschäftigung im eigenen Land förderte. Heute ist Export der Wettbewerb um die billigsten Löhne um jeden Blödsinn im Ausland verkaufen zu können.
Angesichts der Gewinne die sich mit reiner Zockerei auf den Finanzmärkten erwirtschaften lassen und die dann von so Typen wie Ackermann als Ertragsziel von 25 Prozent für die ganze Wirtschaft vorgegeben werden, macht es natürlich keinen Sinn Innovationen zu betreiben und es braucht auch keinen Vertrieb den man wirklich so nennen könnte. Es reicht ein paar Juristen auf Managerposten zu heben, die zwar keine Kaufleute aber dafür perfekte Selbstabsicherer sind.
Anstatt zu versuchen einen Maximalpreis bei gleichzeitiger Kundenbindung zu erzielen, geht es heute nur noch darum auf dem Markt präsent zu sein und über schiere Größe einen Anteil am Umsatz zu bekommen. Theoretisch ein denkbares Vorgehen. Langfristig aber tödlich. Man kann allerdings von niemandem verlange, dass er das Risiko einer stringenten Weiterentwicklung der eigenen Produkte finanziert, wenn er bessere Gewinne scheinbar risikolos auf den Finanzmärkten erwirtschaften kann und dort nicht den Forderungen der Kunden unterliegt.
Man kann in Deutschland die Löhne zwar auf chinesisches Niveau senken, aber das sichert keinen Export. Es sichert nur die Wettbewerbsfähigkkeit gegenüber China. Natürlich gibt es Leute, die auch bei diesem Spiel Reichtümer anhäufen, aber diese Leute können nicht mehr Essen, als sie jetzt schon tun. Sie sind mit ihrem Konsum an ihrer persönlichen Obergrenze angekommen.
Sie zahlen kaum Steuern und investieren ihre Gewinne nicht in Deutschland und nicht in Produktion oder Entwicklung. Alle Gewinne die sie erhalten, verschwinden ohne einen volkswirtschaftlichen Nutzen zu hinterlassen und gleichzeitig bekommen sie noch alle möglichen Förderungen. Ja selbst die Steuern die sie durch Steuerberater und Betrug vermeiden, müssen von den anderen, den ehrlicheren Bürgern getragen werden.
Daraus resultiert, dass Deutschland auf geringe Löhne auch noch eine der höchsten Abgabenlasten in Europa hat. Ein Normalverdiener mit zwei Kindern zahlt in Deutschland im Jahr 6.000 Euro mehr an Steuern und Abgaben, als die anderen Europäer. Dabei sind die Geschenke der FDP an Mövenpick und andere Hoteliers noch gar nicht berücksichtigt. Deutsche Durchschnittsverdiener haben also jeden Monat 500 Euro weniger, als die anderen Europäer.
Rechnet man dazu noch die vielen prekären Arbeitsverhältnisse und das System der ewigen Praktikanten, der Sklavenarbeit, die so schön als Zeitarbeit verbrämt wird, dann ist schnell klar wo die Probleme in Deutschland liegen. Zunächst muss einmal das Großkapital zu ehrlichen Steuerzahlern gemacht werden. Dann müssen sich alle an den Kosten für die solidarischen Versicherungssystem beteiligen und Verluste aus Zockerei an Börsen oder anderen Spielcasionos dürfen nicht mehr zu den Betriebsausgaben gerechnetet werden. Das gleiche gilt für Mitgliedschaften in Verbänden und für Propagandaausgaben die nicht produktbezogen sind.
In Deutschland müssen die Unternehmer wieder ans unternehmen gebracht werden.
Erdulden? Man sucht sich seine Nische und versucht, sein Leben anständig zu leben, andere Möglichkeiten, so fürchte ich, haben (wir) nicht mehr.
Z.B. brauchst Du Dir nur die Petitionen gegen die Hartz-Gesetze ansehen. Wenn nur 10% dieser Menschen mitgemacht hätte wären, je Petition, 750.000 Unterschriften zusammengekommen. Warum also soll ich mich für Menschen engagieren, die es für sich selber nicht fertigbringen. Das Thema ist zu umfassend differenziert, als daß weiter darüber zu schreiben ist.
Wir kämpfen gegen die gut bezahlten Demagogen von ARD und ZDF, Springer, Holtzbrinck, Burda und den anderen die das sterbende System verteidigen. Da sind unsere Erfolge kaum messbar.
In Deutschland müssen sie jetzt aber zugeben, dass sich bereits 15 Prozent der Menschen ihre Informationen aus dem Netz holen und sich daraus ihr Meinungsbild erschaffen.
Auch im Netz sind die Systemmedien übermächtig und wir können bestenfalls an große Bäume pissen. Aber es tut sich etwas. Wir bringen unsere Themen langsam aber sicher in die Massenmedien.
Und stell dir vor, du würdest wieder deine klugen Artikel schreiben, dann wäre da ein Kämpfer mehr.
Nein, ich kann dir keinen Erfolg garantieren. Aber am Ende kannst du wenigstens sagen, dass du gekämpft hast. Und ein gutes Beispiel ist mehr wert als alles andere.
Wir müssen die Menschen dort draußen dazu bekommen sich selbst zu artikulieren. Wenn jeder nur drei andere mitzieht können wir nicht verlieren.
Komm lass uns kämpfen. Lachend dem Feind begegnen. Wir haben den Mut und die Wahrheit, er hat nur schäbiges und fast wertloses Geld. Er hat nur eine Ideologie des Unrechts. Solche Gegner fallen immer.
Vor allem aber lass uns eine gerechtere Gesellschaft vorbereiten. Eine solidarische Gesellschaft in der, der Wettbewerb nicht ausgeschlossen, sondern vernünftig geregelt ist. Eine Gesellschaft in der die Qualität eines Produktes wichtiger ist als die Quantität. Eine nachhaltige Gesellschaft.
Dir brauche ich nicht zu erzählen wie es gehen könnte. Das weißt du selber genau. Das einzige was gebraucht wird, sind Kämpfer die sich nicht entmutigen lassen.
Denn genau darauf setzt das System. Es möchte uns entmutigen, weil wir doch so erfolglos sind. Aber damit belügt und betrügt das System sich selbst. Ein großer Brocken hat zwar viel Beharrungsvermögen, aber erst einmal in Bewegung gebracht, rollt er nach den gleichen Gesetzen wie ein kleiner Kiesel.
Los komm wieder zurück in sie Sielen. Es steht genug Arbeit an. Und das gilt auch für all die anderen dadraußen. Ihr werdet gebraucht. Jetzt und solange ihr eben könnt. Den Sieg erreicht man nur mit erhobenem Kopf und es schadet auch nicht die Faust zu ballen.