Nein, das ist kein Grund sich aufzuregen. Das ist in Deutschland völlig normal. In Deutschland werden die führenden Herrschaften nie angeklagt. Das Management ist unantastbar. Alles darunter darf geopfert werden. Fred Apostel hatte sich ja schon im März ein
Hintertürchen geöffnet, um nicht gegen die Mächtigen und Reichen ankämpfen zu müssen:
Oberstaatsanwalt Fred Apostel hatte im März gesagt, eine Anklage gegen die früheren Spitzenmanager hänge davon ab, ob der Ermittlungsrichter den Hauptbelastungszeugen Michael Hoffmann-Becking zu einer Aussage zwinge. Hoffmann-Becking habe Zumwinkel und Ricke 2005 beraten, als die Telefondaten erhoben wurden. Der Anwalt habe Zumwinkel und Ricke schwer belastet, berufe sich inzwischen aber auf seine Schweigepflicht. Wenn er aussage, werde zumindest Zumwinkel vermutlich angeklagt, sagte Apostel damals.
Aber keine Sorge. Auch wenn Apostel die wirklich Schuldigen nicht anklagen will, er hat sich längst ein Opfer bereit gestellt:
Die Zeitung berichtete weiter, die Staatsanwaltschaft wolle nun Anklage gegen den früheren Sicherheitsmanager der Telekom, Klaus Trzeschan, Anklage wegen «gewerbsmäßiger Untreue» erheben. Trzeschan werde neben dem illegalen Erfassen und Auswerten von Telefondaten von Aufsichtsräten, Betriebsräten und Journalisten auch das planmäßige Veruntreuen Hunderttausender Euro vorgeworfen. Die Anklagebehörde strebe in diesem Fall eine Haftstrafe von deutlich über zwei Jahren an.
Na bitte. Es geht doch Der Trzeschan kann sich schon gleich schuldig erklären und sollte besser auch den Mord an Kennedy zugeben, weil Oberstaatsanwalt Apostel nämlich ein ganz scharfer Hund ist. Dass musste auch schon Jan Ullrich erfahren, der von Apostel gnadenlos zum Schuldigen gemacht wurde und am Ende zahlen musste, um überhaupt leben zu können. Die Geschichte von Apostels Vorgehen in dieser Sache wurde auf Duckhome erzählt:
Ein wahrhaft offenes Ermittlungsverfahren
Ist T-Mobile nun das Beispiel für eine deutsche Verlogenheit?
Warum lesen die eigentlich nicht ihre eigenen Doping-Akten
Und dann war da noch Staatsanwalt Fred Apostel
Besser dopen mit der Telekom
Bei Jan Ullrich hat Apostel sein Ziel erreicht. Er hat die Telekom massiv geschützt und einen Popanz aufgebaut. Auch diesmal schützt Apostel die Telekom, wenn auch nur die Ex-Oberen. Wieder baut er einen Popanz auf. Vermutlich hält er das, was er betreibt für Justiz. Viele andere werden es einen Skandal nennen. Aber ein Oberstaatsanwalt der den Mächtigen so hilft, wird immer gute Fürsprecher haben. Vielleicht kommt er ja eines Tages in den Telekom-Aufsichtsrat oder bekommt doch zumindest einen gut dotierten Beraterjob.
Ach ja. Justizia in Deutschland. Die Dame sind nicht nur die Augen verbunden. Auch die Nase muss verschlossen sein, weil sie den üblgen Gestank nicht bemerkt und ihre Ohren sind wohl nur auf das Klimpern des großen Geldes geeicht. Sie sollte die Stöpsel aus der Nase nehmen, sich die Binde herrunterreißen und dann mit dem großen Käsemesser in ihrer Hand zuerst auf die einschlagen, die in ihrem Namen das Recht so verbogen haben. Aber die Olle bleibt stehen wie sie ist. Sie ist ja auch aus Stein.
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