Zudem müssen die größten Banken ihr Eigenkapital um rund 38 Milliarden Dollar erhöhen, von denen aber angeblich die Hälfte schon eingesammelt worden sein soll. Zudem wird ständig betont, dass die chinesischen Banken keine gefährlichen Kredite mehr in ihrem Besitz hätten, aber neben der offiziellen Lesart hat der Chef der Industrial and Commercial Bank of China (ICBC), Yang Kaisheng, bereits angekündigt, dass die vier größten chinesischen Banken in den nächsten fünf Jahren mindestens weitere 52 Milliarden Dollar benötigen, wenn sie ihre Kredite wie von der Regierung beschlossen um 15 Prozent ausweiten sollen.
Dieses Geld ist seiner Meinung nach nicht am internationalen Kapitalmarkt zu beschaffen und damit läuft alles auf eine Bankenkrise mit Ankündigung in China hinaus. Es macht dabei nicht wirklich glücklich, dass China im März zum ersten Mal seit langer Zeit ein Außenhandelsdefizit hatte. Offiziell liegt das an Rohstoffbeschaffung und daran, dass China mehr Autos für sich selbst braucht. Allerdings sind die Aussenhandelsüberschüsse im gesamten ersten Quartal gegenüber dem schwachen Vorjahr noch einmal um 76,7 Prozent gefallen. Da schwingt es wohl doch nicht ganz so toll auf.
In den USA ist die Immobilienkrise schon wieder einmal für beendet erklärt worden. Deshalb musste die US-Bank Morgan Stanley ihren Kunden auch gerade erklären, dass ihr Fond MSREF VI International mal eben 5,4 Milliarden Dollar und damit fast zwei Drittel seines Wertes verloren hat. Das ist aktueller Rekord an Verlust in einem Fond. Aber keine Sorge. Diese Nachrichten werden sich häufen. Selbstverständlich nicht nur in den USA, sondern überall auf der Welt. Auch und gerade in Deutschland.
Vielleicht kann sich der geneigte Leser noch an die tollen Bankengewinne im letzten Jahr erinnern. Ja, das waren die echten Zeiten des Aufschwungs. Und wie er schwang. Dumm nur, dass mittlerweile erhebliche Zweifel an den Zahlen aufgekommen sind. Einige Banken haben ihre Schulden zum Quartalsende drastisch gesenkt um zu Quartalsbeginn wieder neue Schulden aufzunehmen und damit heftig zu spekulieren. Diese Art der Bilanzkosmetik ist zwar nicht strafbar aber in den USA geht zumindest die US-Börsenaufsicht SEC innerhalb eines Ermittlungsverfahrens gegen die Banken vor.
In Deutschland ist ein Ermittlungsverfahren unnötig. Denn es steht wohl fest, dass die HSH-Nordbank und die Hypo Real Estate solche Geschäfte gegenseitig abgedeckt haben und die machen doch sicher nichts Falsches, wo sie doch praktisch den Bürgern gehören, oder besser gesagt die Bürger direkt für deren Fehler haften. Nein, auch Josef Ackermann ist nicht zu tadeln. Die Deutsche Bank steht außerhalb des Rechts.
Ein wenig beunruhigend ist allerdings, dass nach Berechnungen von Analysten des Researchhauses Creditsights alleine die Bank of America, Wells Fargo und JP Morgan Chase in diesem Jahr noch einmal 30 Milliarden an Krediten aus Eigenheimhypotheken abschreiben müssen. Natürlich gilt das auch für andere Banken überall in der Welt. Da kommen dann schnell ein paar Hundert Milliarden zusammen. Dazu die Unternehmensinsolvenzen und die Probleme mit den Gewerbeimmobilien. Hier scheint der Aufschwung auch nicht zu sein.
Aber zumindest Griechenland glaubt an den Aufschwung. Sie wollen nämlich keine Kredite von Europa weil der Preis dafür ein Zusammenbruch des sozialen Friedens im Lande wäre. Die Griechen tun übrigens recht daran zu zögern. Ihr Paket ist geschnürt und bleibt geschnürt. Aber wenn Portugal und Spanien jetzt im nächsten Atemzug ihren drohenden Staatsbankrott ankündigen müssen, dann ändern sich die Regeln. Das ist wie in der Kindheit, konnte einer alleine erwischt werden, dann setzte es eine harte Strafe. War es eine ganze Gruppe, sah die Sache schon viel besser aus.
Griechenland hat ja nur 43 Milliarden Euro Schulden bei deutschen Banken, aber wenn Portugal und Spanien dazu kommen wird es sehr ernst. Dann wackeln die Herren mit dem ansonsten strahlenden Siegerlächeln. Natürlich werden sie kommen, weil es keinen Ausweg gibt. Das gilt auch für Irland und Italien. Aber man lernt nicht in der Welt. Island hat gerade vorgemacht wie es
richtig gemacht wird und hat einen Bericht über die Machenschaften von Bankstern und Politikern herausgebracht, der im ganzen Land ein Verkaufsschlager ist.
Solange in der restlichen Welt nicht ähnlich ermittelt wird, macht es keinen Sinn bei den Bankstern nach dem Aufschwung zu suchen. Von dort wird und kann er nicht kommen. Aber irgendwo muss der Aufschwung doch sein, von dem alle reden. In Deutschland verliert die Binnenschiffahrt in 2009 knapp 17 Prozent mit steigender Tendenz. Im verarbeitenden Gewerbe sinken die Beschäftigtenzahlen im Februar 2010 um 4,7 Prozent zu dem schon schwachen Vorjahresmonat. Tendenz weiter abnehmend.
Besonders betroffen sind die Bereiche Maschinenbau mit einem Minus von 5,7 Prozent, die Herstellung von elektrischen Ausrüstungen mit einem Rückgang um 6,4 Prozent und die Produktion von Metallerzeugnissen mit minus 8,4 Prozent. Die Steuereinnahmen brechen im März erneut um 3,7 Prozent ein und das bei steigender Tendenz. Bei der deutschen Bahnindustrie ist der Auftragseingang um 19,5 Prozent eingebrochen, wobei die Nachfrage nach Schienenfahrzeugen sogar um 27 Prozent schrumpfte.
Die Branche hat Kündigungen angekündigt und fordert staatliche Maßnahmen um durch die Krise zu kommen. Gleichzeitig ziehen die Großhandelspreise um 4,3 Prozent an, was genau wie der Anstieg der Teuerung auf 1,1 Prozent mit dem Ölpreis erklärt wird. Tatsächlich dürfte die Teuerungsrate viel höher liegen, wenn sie auf aktuelle Lebensverhältnisse abgebildet würde und insbesondere die neuen Verpackungen haben im Lebensmittelbereich eine deutliche Verteuerung mit sich gebracht, wozu sie ja wohl auch gedacht waren.
Die Kommunen wissen nicht mehr ein und aus und trotzdem wird überall von Aufschwung geredet. Gleichzeitig müssen ein paar der
tollen Wirtschaftfachleute jedoch zugeben, dass sich das Leben in Deutschland für die Zukunft wie eine Dauerkrise anfühlen wird. Dabei weiß jeder, dass es sich nicht nur so anfühlt sondern so ist.
Ein paar ganz Dumme verweisen dann auf die Aktienmärkte, die ja angeblich der realen Wirtschaft vorauslaufen. Sie haben es zu Beginn der Krise nicht getan und sie tun es auch jetzt nicht. Sie reagieren nur auf die Unmengen von Geld, die durch die Staaten in einen Markt gepumpt worden sind, der mit Wirtschaft nichts zu tun hat, sondern lediglich ein Casino ist in dem das ganz große Glücksspiel gespielt wird, ohne dass der realen Wirtschaft damit geholfen würde.
Es gibt keinen Aufschwung und es kann ihn nicht geben. Diesmal wurde die ganze Welt getroffen. Und da gibt es kein Land, das die Lokomotive für einen Aufschwung sein könnte. Ja schlimmer noch. Das Hilfskapital wurde von den Bankstern schon längst wieder verballert und für eine zweite Hilfsaktion steht kein Geld mehr zur Verfügung. Es ist weg, liegt auf den Konten der wenigen Superreichen und der Rest soll die Zeche zahlen.
Aufschwung bedeutet, dass die Menschen in ihren Ländern analog zu ihrem Preisgefüge bezahlt werden. Er ist eine Frage einer anspringenden Binnenkonjunktur. Die Binnenkonjunktur kann aber nur anspringen, wenn die Menschen für Arbeit ein anständiges Einkommen erhalten. In Deutschland driften
Arm und Reich immer weiter auseinander und diese Entwicklung ist gewollt und wird von der Politik noch gefördert.
Die Einkommensverteilung in Deutschland wird immer ungleicher. Immer mehr Menschen haben Angst, in den Sog dieser Entwicklung zu kommen, die immer mehr auch den Mittelstand erfaßt und damit das dynamische Herz jeder Gesellschaft. Das unterste Fünftel der Haushalte kam 2008 nur noch auf 9,3 % aller Einkommen. Ein international gängiger Maßstab ist das Anteilsverhältnis zwischen dem obersten und dem untersten Fünftel. Es betrug für Deutschland im Jahre 2008 bereits 4,8. Also hatte das oberste Fünftel fast fünfmal mehr Anteil am Einkommen als das unterste. Deutschland wurde in dieser Ungleichheit nur noch von den armen Ländern am Mittelmeer (Italien, Spanien, Griechenland und Portugal) sowie von dem besonders neoliberalen Großbritannien übertroffen.
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Nicht nur die allgemeinen Einkommen gehen in Deutschland - angetrieben von den Kapitaleinkommen im obersten Fünftel - auseinander, sondern zunehmend auch die Arbeitseinkommen. Das ist der Graben zwischen den Managern, wie Ackermann, den kleinen Angestellten und den Arbeitern bis zu den Niedriglöhnern am unteren Ende. Hier kommt Deutschland mit einem Verhältniswert von 3,3 ebenfalls in die Nähe der armen Länder
Nein, ein Aufschwung ist nirgendwo in Sicht. Es gibt keine Politik die ihn stützen würde. Im Grunde genommen geht es mit neuem Geld einfach nur weiter so wie immer. Allerdings ist damit der zweite Teil der Weltwirtschaftskrise in direkte Nähe gerückt worden. Schon zum Jahresende werden die Arbeitslosenzahlen drastisch steigen. Da hilft auch die Verlängerung des Kurzarbeitergeldes nicht mehr viel.
Oh ja, es wird immer mal wieder einen besseren Monat geben. Vor allem immer dann, wenn die Lager gefüllt werden müssen, oder unbedingt Ersatz beschafft werden muss. Dabei geht es dann aber immer darum, die Kosten zu senken und deshalb ist aus dieses Ersatzbedarf auch kein Aufschwung abzulesen. Wer den Aufschwung predigt, will einfach nur Nachdenken verhindern und sich ein paar Wochen mit dieser Lüge weiterretten. Einen Aufschwung gibt es nur mit einem Systemwandel.
Und da hat der Niebel der Frau Will gestern Abend 1 Milliarde € zum Aufbau in Afghanistan versprochen.
Und in Deutschland können die Gemeinden nicht mal die Frostschäden beseitigen.
Von den verfallenden Schulen und Universitäten ganz zu schweigen.
Super Artikel Jochen.
Das sehe ich genauso. Überall fehlt das Geld in Deutschland. Egal ob es um Bildung, Kita´s, Sanierungen für Schulgebäude, Beitriebsprüfer, Staatsanwälte, Richter etc. geht. Überall fehlt das liebe Geld in Deutschland. Aber unsere Freiheit muss ja im Gebirge von Zentralasien verteidigt werden.
Dennoch: Für die Bad-Bank(ster) hatte man doch richtig viel übrig :-) - HRE beispielsweise 120 Mrd. Euro. Ist das nicht schön?
Wenn die Börsenkurse fallen, regt sich Kummer fast bei allen, aber manche Blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leeverkauf.
Keck verhögern diese Knaben, Dinge die sie garnicht haben, treten selbst den Absturz los, den sie brauchen- echt famos.
Leichter bei solchen Taten, tun sie sich mit Derivaten: wenn Papier den Wert frifisiert, wird die Wirkung potenziert.
Wenn in Folge Banken krachen, haben Sparer nichts zu lachen, und die Hypothek auf s Haus,heißt, Bewohner müssen raus. Trifft s hingegen große Banken, kommt die ganze Welt ins Wanken- auch die Spekulantenbrut zittert jetzt um Hab und Gut.
Soll man das System gefährden, muss eingeschritten werden !
Der Gewinn, der bleibt privat.
Die Verluste kauft der Staat.
Dazu braucht der Staat Kredite, das bringt erneut Profite, hat man doch in jenem Land die Regierung in der Hand.
Für die Zechen dieser Frechen hat der kleine Mann zu blechen, und das ist das Feine ja, nicht nur in Amerika.
Und wenn Kurse wieder steigen, fängt von vorne an der Reigen, ist halt Umverteilung pur,stets in eine Richtung nur !
Aber sollten sich die Massen das mal nimmer bieten lassen, ist der Ausweg längst bedacht- dann wird bisschen Krieg gemacht.
Die gestiegenen Aktienkurse sind in den meisten Fällen auf den Eigenhandel von Banken zum Zweck der Bilanzkosmetik zurückzuführen. Die propagierten Bankgewinne werden sich mit fallenden Aktienkursen wieder in Luft auflösen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Eigenhandel
Es gehört zu den großen Irrtümern, dass steigende Aktienkurse Investitionen in den betreffenden Unternehmen nach sich ziehen. Mit steigenden Kursen sind Renditeerwartungen verbunden, die zu Lasten von Investitionen und Substanz der Unternehmen befriedigt werden müssen.
Zur Herstellung von wirtschaftlicher Prosperität wird es nötig sein völlig neue Wege zu gehen. Eine Belebung der Binnennachfrage ist mit den derzeit herrschenden Kräften auszuschließen. Eine Revision des gegenwärtigen Systems wird unausweichlich.