Gesundheitssystem: 1. Medikamente werden immer teurer, was sich auch auf die, von Patienten zu leistende, Zuzahlung auswirkt. 2. Überfüllte Praxen und staatliche Gesundheitszentren sorgen für eine Fließbandmentalität. 3. (Unterbezahlter) Personalmangel sorgt zwangsläufig für Überstunden deren Auswirkung sich in der Konzentration wiederspiegeln.
Zu 1.:
Immer mehr Patienten suchen kostengünstigere Alternativen auf, wodurch sich der Umsatz der Pharmaindustrie bisweilen und auch der Verdienst der Ärzte zwangsläufig reduziert. Es entsteht ein künstlicher Konkurenzkampf gegen dagebotene Alternativen und dem erwünschten Regelfall.
Dem kommt man nicht nur dadurch bei indem man die Medikamentepreise noch weiter künstlich in die Höhe schraubt, sondern auch bemüht ist Alternativen zu diskreditieren. Überlegungen zu einer logischen Schlussfolgerung werden gar nicht erst angestrebt. Alternativen werden versucht einfach "wegzubeissen".
Eine große Anzahl von Allgemeinmedizinern, aber auch Fachmediziner, sind bereits dazu übergegangen selbst jene Alternativen - zusätzlich zum allgemeinen Repartoire - den Patienten anzubieten. Ein Mehrwert für den Patient, jedoch nicht für die Pharmaindustrie. Diese sieht sich weiterhin direkter Konkurenz gegenübergestellt, da sie an den Alternativen eben nicht selbst verdienen.
Die eigentliche Konkurenz aber ist der Preisunterschied der Medikamente. Das ist der Bärenanteil der für das Abwandern der zahlenden Kunden sorgt. Ob nun die Alternativen besser oder schlechter sind ist in der Wirtschaftssparte Pharmaindustrie erst einmal zweitrangig, wichtiger jedoch die Position gegenüber direkter Konkurenz auf dem Markt. Der Wettkampf um den größeren Marktanteil.
Die letzte Konsequenz sieht jedoch anders aus. Nicht mit überteuerten Medikamenten die niemand mehr bezahlen will, geschweige denn sich leisten könnte (viele sind durch Überteuerung genötigt auf kostengünstigeres umzusteigen), fährt man wieder mehr Einnahmen in die Kassen. Mehr Gewinne lassen sich durch ein Absenken der Preise erzielen. Günstigere Medikamente = mehr Abnehmer (= Produktionssteigerung = mehr Arbeitnehmer).
Zu 2. & 3.:
Führen wir Punkt 1 logisch fort, gelangen wir zu der Erkenntnis, dass mehr Abnehmer auch notwendigerweise zu einer noch höheren Überfüllung der Einrichtungen führt. So sehen wir das hier erhöhter Handlungsbedarf ist. Ein erwähnenswerter Gedanke wäre, die Pharmaindustrie gesetzlich zu verpflichten einen gewissen Anteil an zusätzlichen Kosten zur Bewältigung zu decken. Sie müsste sich am Ausbau der Praxen und der Ausbildung von zusätzlichem Personal nicht unwesentlich finanziell beteiligen.