Natürlich gibt es neue Arbeitsplätze. Zum Beispiel bei Schlecker und der Telekom. Da werden anständig bezahlte Arbeitsplätze in unanständig bezahlte Arbeitsverhältnisse umgewandelt. Langjährige Mitarbeiter werden zu neuen Mitarbeitern, die dann natürlich keinen Anspruch auf Kündigungsschutz haben.
Auch in der Sklavenarbeit, die ein paar Leute wie Peter Dussmann und Wolfgang Clement, die gut am Elend der anderen verdienen, als Zeitarbeit bezeichnen, gibt es wieder neue Arbeitsplätze. Natürlich nicht mehr so viele wie vor der Krise, aber dafür schlechter bezahlt.
Auch die SPD hat am Tag der Arbeit nichts mehr mit Arbeit zu tun. Unter Schröder wollte man ja Genossen der Bosse werden und hat alles getan um die Arbeitnehmer zu schädigen. Andrea Nahles, das schon sehr übelriechende Generalsekret der SPD hat dem Tag deshalb auch flugs einen neuen Sinn gegeben. Es ist jetzt der Tag an dem die Bürger gegen die Nazis kämpfen.
Es ist gut und notwendig, wenn die Bürgerinnen und Bürger die Straßen und Plätze ihrer Stadt verteidigen gegen die Besetzung des öffentlichen Raumes durch Neonazis. Wir dürfen die Instrumentalisierung des 1. Mai durch rechtsextreme Gruppen nicht zulassen, sondern müssen laut und deutlich widersprechen und damit für Freiheit und Solidarität, für Menschenwürde und Menschenrechte eintreten und unsere Demokratie gegen ihre Feinde verteidigen.
Nun ja. Was soll sie auch machen. Wenn sie verspricht etwas gutes für die Arbeitnehmer zu tun, oder einfach weitere Gemeinheiten gegen die Arbeitnehmer zu unterlassen, dann könnte der Zorn der Menschen ihre komische Partei einfach wegschwemmen. Also macht sie aus dem Tag der Arbeit einen Kampftag gegen die Nazis. Sie wird damit durchkommen.
Die Gewerkschaften machen Kundgebungen. Fahren mit Rädern und allem möglichen und gehen auch ein paar Schritte als machtvolle Demonstration. Vor allem haben sie ein starkes Motto.
Nun ja. Das ist ein offenes Geheimnis. Zuerst kommen die Gewerkschaftsfunktionäre und dann lange nichts und sie gehen wirklich gegen die Arbeitnehmer vor. Sie vereinbaren mit ihren Kumpels vom Arbeitgeberlager Mehrarbeit und weniger Lohn. Aber Moment. Da gibt es ja noch einen Untertitel:
Gute Arbeit
Gerechte Löhne
Starker Sozialstaat
Natürlich meinen die das nicht wirklich so. Dann könnten sie ja nicht mehr so vertraut mit dem Großkapital im Bett liegen und kuscheln. Dann müssten die Gewerkschaften auf die verkommene Politik einschlagen, aber das geht nicht, weil sie ja dann ihre Funktionäre nicht mehr in die Parteien bekommt und Versorgung ist doch alles.
Selbstverständlich kämpfen auch die Gewerkschaften gegen die Nazis und kuscheln mit der Kirche. Nur ja nichts für die arbeitende Bevölkerung tun müssen und schon gar nicht am 1. Mai. Natürlich sind auch die Wohlfahrtsverbände und die Arbeiterwohlfahrt (AWO) auch am ersten Mai nicht auf der Seite der Arbeitnehmer. Die müssen sich sogar von Nordrhein-Westfalens Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU), der mit Sicherheit nichts für die Arbeitnehmer übrig hat, dazu auffordern lassen, wenigstens in der Pflege keine Sklavenarbeiter zu beschäftigen, die er Leiharbeiter nennt. Welch ein Hohn.
Die Partei DIE Linke hat wie immer nichts auf die Reihe bekommen. Sie greint, weil die Gewerkschaften in NRW am 1. Mai Wahlkampf für Rot/Grün machen und damit am Ende Schwarz/Grün und weitere Hassangriffe auf Arbeitnehmer und Arbeitslose zu bekommen. Wer sich an diese Gewerkschaften und an die SPD hängt, wie DIE LINKE es in Brandenburg und Berlin tut, der gibt die eigene Identität auf. Der wird dann auch nirgendwo als Redner gebraucht.
So richtig Grund zum feiern haben am 1. Mai die Abzocker vom Großkapital. Die Gewinne steigen und die Löhne sinken. Dafür lobt der DGB dann auch noch die Merkel und findet alles prima. Sie sehen nicht, wie wenig Arbeit sich in Deutschland noch lohnt und schauen dümmlich aber fröhlich grinsend zu, wenn die Unternehmensgewinne wieder zweistellig steigen, während die Reallöhne sinken.
Die Gewinne des Kapital bekommen einen immer größeren Anteil am Bruttoinlandsprodukt und steigen ständig, während die arbeitenden Menschen, die diese Gewinne erwirtschaftet haben immer weniger Anteil haben und infolgedessen auch nicht konsumieren können. Das ist ein System, das auch von neoliberalen Wirtschaftswissenschaftlern mittlerweile als Problem erkannt wird. Denn diese Entwicklung muss in eine Revolution münden.
Der 1. Mai ist als Tag der Arbeit verkommen, wie das gesamte politische System. Die Menschen sollten sich einen neuen Tag aussuchen. Generalstreik ist die Losung. Bei der Wahl in NRW muss die LINKE stark gemacht werden. Nicht weil sie so toll ist, sondern weil alles andere zu noch mehr Betrug führt.
Wer übrigens Kritik am Parteiprogramm der Linken hat, der hat Recht. Es geht nicht weit genug. Das Ziel des neuen Parteiprogramms, sollte sein, das
Ahlener Programm der CDU noch zu übertreffen.
Deutschland befindet sich mitten im Klassenkampf. Wer das nicht wahrhaben will, muss gut gekauft sein oder hofft, das es ihn nicht treffen würde. Dies ist ein Irrtum. Es trifft alle.
Auch ich empfinde die Neuestlosung von "Die Linke" GUTE ARBEIT FÜR ALLE nicht nur wegen der Leerformel "ALLE" als politpeinlich und sozialdumm ...
Dazu bei Bedarf in diesem Monat bisserl Bert Brecht´sches ...
Und weil der 1. Mai mal der "internationale Kampftag" der Arbeiterklasse sein sollte ... die in der Tat "unbequemen Fragen", die ein DGB-Kritiker hier öffentlich stellte, sind berechtigter als berechtigt
http://www.labournet.de/diskussion/gewerkschaft/real/hansenmarcks.html
Maigruß ZG´in
Ruft zum Generalstreik aus, den ihr selber dann wahrscheinlich als erster brechen würdet.
Schon klar, immer gegen die Solidarität schreiben, weil es ja so anstrengend ist sich mit dem Pöbel zu zeigen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Haymarket_Riot
Darum geht es, und nicht um eure Befindlichkeiten.
Wenn du mich allerdings ehrlich als Streibbrecher bezeichnen willst, dann tu das öffentlich. Deine Reste können deine Freunde falls du so was hast aus dem Asphalt kratzen du erbärmliche Pfeife.
Du hast ja nicht einmal eine ehrliche Mailaddi sondern bist ein falsches Arschloch, welches sich nur traut in der Anonymität zu stänkern. Mit Leuten wie dir wische ich mich nicht mal den Arsch ab.
erstens stänkere ich ebensowenig wie ich stinke, zweitens habe ich eine dum-dum-dum-Politlosung glossiert, drittens auf einen wichtigen DGB-kritischen Text in Form eines Links verwiesen, viertens mögen Sie sein wer immer Sie schein wollen und fünftens mich bitte nie wieder duzen
ZG´in
Ich habe nämlich schon für Gewerkschaften gekämpft und mich nicht wie du als billige Nutte aushalten lassen.
"Liebe Kolleginnen und Kollegen,
zuallererst möchte ich mich beim DGB Südbaden für die Einladung bedanken, im Namen des Freiburger Friedensforums und des RüstungsInformationsBüros bei der heutigen Kundgebung zum 1. Mai einige Worte an euch richten zu dürfen. Ich selbst bin Mitglied des Schriftstellerverbandes von ver.di und Mitglied der GEW, Mitbegründer des Freiburger Friedensforums und Vorsitzender des RIB e.V., zudem Bundessprecher der größten deutschen Friedensorganisation, der Deutschen Friedensgesellschaft Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK).
Zurzeit leben wir wirtschafts- wie finanzpolitisch in einer bedrohlichen Zeit. Deutschland, selbst hoch verschuldet, stemmt sich gemeinsam mit anderen EU-Staaten gegen den Kollaps Griechenlands. Was jedoch kein Regierungspolitiker anspricht: Das monetäre Sponsoring mit deutschen Steuergeldern dient zu einem erheblichen Teil auch der Absicherung milliardenschwerer Waffengeschäfte.
Mit den Geldern aus Deutschland soll der Kauf von Leopard-Kampfpanzern von Krauss-Maffei-Wegmann und Kriegsschiffen von Thyssen-Krupp-Marine Systems finanziell abgesichert werden. Griechenland stellt gerademal 0,2 Prozent der Weltbevölkerung, leistet sich jedoch Anteil am Weltwaffenmarkt von 4 Prozent – also das Zwanzigfache.
Der Tod ist ein Meister aus Deutschland. Wir Deutschen sind Europameister – jedoch nicht beim Erhalt und Ausbau des Sozialstaates, nicht in ökologisch definierter Nachhaltigkeit und schon gar nicht in der Friedenspolitik. Nein, Deutschland steht auf Platz 3 der Weltwaffenexporteure. Von Deutschland aus werden Waffen an NATO-Partner, wie die USA und Großbritannien, exportiert, die im Irak und in Afghanistan Krieg führen. Von Deutschland aus werden seit Jahrzehnten Scheindemokratien und Diktaturen in aller Welt mit Waffen versorgt. Lasst uns heute als DGB Südbaden klar und unmissverständlich die Forderung an die Adresse der Bundesregierung richten: Stoppen Sie Rüstungsexporte!
Der Tod ist ein Meister aus dem Regierungsbezirk Freiburg. Gemessen an der Zahl der Kriegstoten gibt es keinen anderen Regierungsbezirk in Deutschland, dessen Rüstungsfirmen derart hohe Opferzahlen zu verantworten haben. Bis zum heutigen Tag haben mehr 1,5 Millionen Menschen ihr Leben durch eine Waffe verloren, entwickelt von Heckler & Koch in Oberndorf. Weitaus mehr Menschen sind zeitlebens verstümmelt. Seit über 50 Jahren stirbt durchschnittlich alle 14 Minuten ein Mensch durch eine Kugel aus dem Lauf einer H&K-Waffe.
Der Tod ist aber auch ein Meister aus Freiburg. Das Fraunhofer-Institut ist in der Militärforschung tätig. Die Freiburger LITEF GmbH, ein Tochterunternehmen des US-amerikanischen Rüstungsriesen Northrop Grumman, stellt faseroptische Navigationssysteme für Kampfflugzeuge, Kriegsschiffe und Landfahrzeuge her. Litef fertigt den Bordcomputer und Militärelektronik für das Kampfflugzeug Eurofighter/Typhoon.
Demnächst sollen 70 Eurofighter an Saudi-Arabien geliefert werden, ein Land, in dem schwere Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung sind. Viele weitere menschenrechtsverletzende Empfängerländer der LITEF-Militärelektronik wären zu nennen. Ich kenne kein anderes Unternehmen in Freiburg, das so schamlos von den Kriegen in aller Welt profitiert. Litef ist Freiburgs tödlichstes Unternehmen.
Ich möchte hiermit nachdrücklich anregen, dass der DGB und die IG Metall bei H&K, Mauser, Junghans, Rheinmetall und LITEF den großen Waffenschmieden im Regierungspräsidium, „Runde Tische Rüstungskonversion“ einberufen. Lasst uns die Forderung nach der „Friedenstadt Freiburg“ ernst nehmen und bei uns beginnen. Am „Runden Tisch Rüstungskonversion bei LITEF“ sollten Vertreterinnen und Vertreter der Rüstungsfirmen, die Bundestagsabgeordneten Gernot Erler und Kerstin Andreae, die Stadtratsfraktionen, die Kirchen sowie die Friedens- und Menschenrechtbewegung teilhaben. Denn in Südbaden dürfen nicht länger Todesprodukte entwickelt, produziert und exportiert werden. Lasst uns Arbeitsplätze in Südbaden durch die Fertigung sinnvoller, sozial und ökologisch verträglicher Produkte sichern!
In der Kürze der Redezeit kann ich vieles nicht näher ausführen. Deshalb nur stichwortartig drei weitere zentrale Forderungen aus der Friedens- und Menschenrechtsbewegung. In einer Woche, am 8. Mai, feiern wird das Ende des Faschismus vor 65 Jahren. Grund zum Feiern gibt es allerdings wenig. Denn heute führt Deutschland wieder Krieg. Soldaten der Deutsch-Französischen Brigade in Müllheim werden weltweit zu Kampfeinsätzen abgeordnet. Zu Recht fordern, je nach Umfrage, 60 bis 80 Prozent der Bevölkerung in Deutschland den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan. Erst wenn die Militäreinheiten abgezogen sind, wird der zivile Aufbau des Landes möglich sein. Erst dann können die zivilen Aufbauhelfer wieder tätig sein, ohne dass sie beschossen werden. Lasst uns deshalb als DGB Südbaden klar sagen: Die Bundeswehr und mit ihr alle anderen Armeen müssen sich aus Afghanistan zurückziehen!
Als Mitglied der GEW fordere ich: Die Bundeswehr darf nicht in Schulen für ihre Kriegspolitik werben. Wenn Schulen Veranstaltungen mit der Bundeswehr durchführen, dann müssen auch immer ein Vertreter der Friedensbewegung eingeladen werden. Und noch ein absolut bedeutendes Thema: das Schicksal von Flüchtlingen. Roma-Flüchtlinge sollten aus historischen Gründen Arbeitsplätze in Freiburg erhalten. Menschen, die vor Waffengewalt und Hunger zu uns fliehen, muss Asyl gewährt werden. Die menschenverachtende Abschiebepolitik muss beendet werden!
In unserer Satzung haben wir Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter uns zur Friedensverantwortung bekannt, nämlich zum „Eintreten für eine allgemeine und weltweite kontrollierte Abrüstung, für die Verwirklichung und Erhaltung des Friedens und der Freiheit im Geiste der Völkerverständigung“. (Satzung DBG 2006, Punkt 3a) Unsere Satzung ist uns Verpflichtung. Lasst uns alle daran arbeiten, dass zukünftig von Südbaden und von Freiburg aus das Signal für Abrüstung und Völkerverständigung ausgeht – und nicht länger todbringende Waffenexporte und Kampfeinsätze. Vielen Dank."
Rede von Jürgen Grässlin anlässlich der Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes zum 1. Mai 2010 in Freiburg