Aber die Probleme verschärfen sich immer mehr. Gegenüber dem Euro wird der Yen aufgewertet und ähnliches passiert auch mittelfristig gegenüber dem US-Dollar. Damit bekommt die rein auf Export ausgelegte japanische Wirtschaft ein ernstes Problem. Wie es für Japan so typisch ist, scheint der vermeintliche Aufschwung direkt in eine sehr harte Rezession überzugehen, was die politischen Verhältnisse dort erneut verändern könnte.
Während die Bank of Japan im Land die Deflation bekämpft, laufen die Konjunkturmaßnahmen endgültig aus. Aufgrund der Gefahr eines Abschwunges wird bei einem Leitzinssatz von Null Prozent aber über neue Kredite nachgedacht, was genau das Gegenteil bewirken dürfte. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann Japan einen Rettungsschirm braucht. Da hilft es auch nicht, wenn noch die Exporte gegenüber dem Vorjahr steigen, gegenüber dem Vormonat beginnen sie bereits wieder zu fallen.
Vieles von dem was Japan exportiert geht nach China. Da wird von einer Steigerung von 41,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gesprochen. Dumm nur, das gleichzeitig das Handelsbilanzdefizit gegenüber China auf 21,3 Milliarden Yen ansteigt. Überhaupt China. US-Finanzminister Timothy Geithner hat China mehr Haushaltsdisziplin versprochen un möchte sich damit China als Finanzier amerikanischer Schulden erhalten.
China besitzt rund 895 Milliarden Dollar an US-Staatsanleihen und die amerikanische Schuldenpolitik macht dieses "Vermögen" zunehmend wertloser. China versucht zwar bereits die Staatsanleihen gegen Beteiligungen bei Rohstoffunternehmen und Rohstoffkäufe zu tauschen, stößt dabei aber an natürliche Grenzen. Hinter den amerikanischen Schulden stehen eben keine realen Werte mehr.
Das gilt übrigens für die Schulden aller Staaten und Unternehmen weltweit. Sie übersteigen die realen Werte dieser Staaten und Unternehmen bei weitem. Auch wenn die Expo in Shanghai noch einmal die Stärke Chinas beweisen soll, ist sie jedoch wie bereits die olympischen Spiele nur ein Kostenfaktor. Ein potemkinsches Dorf.
Die Aktienkurse in China brechen ein und jeder erwartet ständig den Zusammenbruch der dortigen Immobilienblase. Gleichzeitig verlangsamt sich trotz aller statischen Tricks das Wachstum in China, weil es auf den Weltmärkten kein echtes Wachstum gibt. Der Realwirtschaft fehlt überall billiges Geld, während die Casinos brummen. Alle Maßnahmen gegen die Spekulation haben weltweit versagt und nun muss der Preis dafür bezahlt werden.
Aus Asien kommt auf jeden Fall keine Hoffnung. China kann sich im Preiskampf gegen Vietnam, Laos und Kambodscha verzetteln, aber gleichzeitig steigt die Produktivität im Eurobereich, was dazu führt, dass einige Produkte stillschweigend längst wieder hier gefertigt werden. Oftmals dient China nur als Popanz, mit dem die Preise auf den heimischen Märkten noch einmal gedrückt werden sollen.