Aber einen Bundeszuschuss kürzen, den es gar nicht gibt?
Allen voran die BLÖD am Sonntag (22.5.10), aber auch der Spiegel, die Frankfurter Rundschau, um nur einige Medien zu nennen, verbreiten, dass der Bund jährlich etwa 80 Milliarden an die GRV zahlt.
Mit freundlicher Genehmigung hier veröffentlicht dazu einen Brief an den
Präsidenten des Bundesverbandes der deutschen Industrie (BDI):
"Sehr geehrter Herr Prof. Dr.-Ing. Keitel,
mit Empörung und Entsetzen habe ich von Ihrem Interview gelesen. Was veranlasst Sie Lügen zu verbreiten? Entweder haben Sie bewusst, vorsätzlich gelogen, um zu provozieren oder Sie wissen es nicht besser. Ich bin der Meinung, dass Ihnen die nachstehenden öffentlichen Äußerungen nicht zustehen. Zum einen sind Sie nicht persönlich betroffen, zum anderen ist das ganz bestimmt nicht Ihr Fachgebiet. Kennen Sie das Sprichwort: "Schuster bleib bei deinen Leisten?" Sie kommen als Fachmann aus dem Baugewerbe, sie sind aber kein Sozial-und Rentenexperte.
Wenn Sie soziale Gerechtigkeit ansprechen, sollten Sie auch davon etwas verstehen. Mittlerweile weiß es jedes Kind, dass die Krise und die Staatsverschuldungen von gierigen Bankern, korrupten Politikern und nimmersatten Unternehmern verursacht wurde. Nicht die Rentner und auch nicht die unverschuldet in Arbeitslosigkeit und dann in Hartz IV gerutschten Personen haben mit den Staatsschulden annähernd etwas zu tun. Ich sehe es als eine Unverschämtheit an, dass ausgerechnet Sie ein solches Interview und dann noch mit Reportern der Bild-Zeitung geben.
Sie hätten Größe zeigen können und als BDI-Präsident Zeichen der Solidarität setzen sollen. Sie kennen mit Sicherheit den Paragraphen und die entsprechenden Artikel des Grundgesetzes: "Eigentum verpflichtet". Das trifft für mich im besonderen Maße für die industriell angehäuften Gewinne zu, die nur durch die ausgebeutete Arbeitskraft der Belegschaften erwirtschaftet werden konnte.
Sie hätten beispielsweise verkünden können, dass Sie als Mann der Bauindustrie in ganz Deutschland die Frostschäden auf allen Straßen kostenfrei beheben. Sie könnten sich für die kostenlose Sanierung der Schulen einsetzen. Sie könnten verkünden, dass die Pharmaprodukte um 50 % gesenkt werden, weil die Gesundheitskosten so immens und unverhältnismäßig gestiegen sind. Sie könnten auch die Energieindustrie zur Mäßigung zwingen. Das wäre Solidarität mit den Menschen, die insbesondere durch die Gier Anderer in Armut leben müssen und immer mehr davon betroffen sein werden.
Sie sind heute in der führenden Position, um ein solidarisches Umdenken der Industriellen einzuleiten. Sie könnten verkünden, dass Sie in Zukunft keine Parteispenden Ihrer Klientel mehr zulassen und statt dessen Steuern entrichten, wie die Normalbürger auch. Sie könnten dafür sorgen, dass die Industriezweige, die sich ins Ausland verzogen haben ihre Produktionsstätten wieder nach Deutschland holen. Sie könnten besser als jeder Minister für Arbeit und Soziales gegen die hohe Arbeitslosigkeit die entsprechenden Maßnahmen einleiten.
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. -Ing. Keitel, Sie müssten die Zusammenhänge besser kennen als die meisten Politiker. Mein/unser Appell an Sie: Bitte handeln Sie verantwortungsvoll und solidarisch und gehen mit gutem Beispiel voran. Mit Ihren Äußerungen, die Sie in dem besagten Interview von sich gegeben haben, machen Sie sich unglaubwürdig und Ihres Amtes nicht würdig.
Ausschnitt aus Ihrem Interview:
"Müssen wir also auch über die größten Posten im Haushalt sprechen – den Zuschuss an die Rentenkasse von 80 Milliarden Euro und die Hartz-IV-Leistungen in Höhe von 40 Milliarden Euro? Zur Sanierung der Staatsfinanzen müssen alle solidarisch beitragen. Wir kommen nicht an den Budgets für Arbeit und Soziales vorbei. Denn eine Haushaltssanierung, die die meisten Bürger gar nicht merken, wird niemals ausreichen. Wir müssen die Diskussion darüber aber mit aller Sorgfalt führen, dürfen die soziale Gerechtigkeit nicht aus den Augen verlieren."
Gerne gebe ich Ihnen die richtigen Zahlen bezüglich der Bundeszuschüsse zur Rentenkasse, die tatsächlich keine Zuschüsse sind. Es wird mit den so genannten Zuschüssen nur vertuscht, dass versicherungsfremde Leistungen die Rentenkasse seit 1957 übergebührend belasten.
Hier in einer Tabelle für 2008 zusammengefasst, die aufzeigt, dass Jahr für Jahr viele Milliarden mehr aus der Rentenkasse entnommen wurden, als je wieder zurück gezahlt wurden. Somit hat sich ein riesiges Defizit aufgebaut, dass die Beitragszahler sukzessive enteignet. Ich denke, jetzt verstehen Sie annähernd die Empörung der Betroffenen.
Sie sehen, dass Sie mit Ihren Zahlen restlos daneben liegen und so gefährlich falsche Informationen verbreiten. Ich bin der Meinung, dass Ihnen, in Ihrer Position solche Fehler nicht passieren dürfen und Sie umgehend eine Richtigstellung durchsetzen sollten.
Mit freundlichen Grüßen
Doris Freyer
Von diesem Schreiben erhalten meine Freunde und Bekannte je eine Kopie. Sie haben sich ebenso wie ich über Ihre Falschaussagen entrüstet gezeigt. Auch werden die Medien, die Ihre Aussagen gedruckt haben mit einer Kopie dieses Schreibens bedacht. Wenn Sie sich entschließen sollten, sich zu entschuldigen und eine Richtigstellung veranlassen, werden ich gern Ihre Antwort auf mein Schreiben an die Verärgerten und Medien weiterleiten."
www.adg-ev.de























die Empörung ist zwar Richtig und Wichtig, aber leider wird dieser offene Brief wieder nur von Nicht Bild Lesern konsumiert. Das was dieser Prof. Keitel bezweckt, ist wohl erreicht. Langsames weich Kochen der Unter- u. Mittelschicht. Vergessenmachen wer denn die Krise verursacht hat. Und bloß nicht über die Steuerungerechtigkeit reflektieren.
MfG
gerd schwertfeger
Trotzdem muss man Stellung beziehen wo man kann.
Diese klare Ansage sollten wir auch nie vergessen:
Der ehemalige Vorsitzende des Bundesverbandesder Deutschen Industrie (BDI) Michael Rogowski sagte am 16.12.2004 beim TV-Sender Phoenix
"Am 9. November 89 haben wir mit der Maueröffnung auch die Abrissbirne
gegen den Sozialstaat in Position gebracht.
Hartz V bis VIII werden demnächst folgen.
Es ist Klassenkampf und es ist gut so, dass der Gegner auf der anderen Seite kaum noch wahrzunehmen ist."
Aber es merken offensichtlich noch zu Wenige?
Ohnmächtig vor Wut habe ich seinen Beitrag gelesen.
Da der Kerl auch in Neckersulm am ASG war, hoffe ich das dieser Mann sich nie mehr hier sehen lässt.
Schande über so einen Mitbürger !
Leider ist der Deutsche ein absoluter Untertan.
Ihm ist Aufbegehren fremd!
Causa
Nur mit Rambazamba und Riesengeschrei können und müssen sie ihre nicht zugedachten Rechte einfordern.
Es ist unglaublich, dass Arbeiter und Rentner in einem angeblich demokratischen Land solche Ungleichheit hinnehmen müssen.
"Vor dem Gesetz sollen alle gleich sein?" Da weinen sogar die Hühner!
Das Bundesverfassungsgericht bleibt dabei:
Der Gleichheitsgrundsatz gilt nicht für Arbeitnehmer und Rentner.
Mit Urteil vom 27.02.2007 (1 BvL 10/00) hat das Bundesverfassungsgericht seine bisherige Rechtsprechung bestätigt. In Bezug auf die Altersvorsorge gelten für Arbeitnehmer und Rentner – im Gegensatz zu Selbständigen, Beamten und Richtern – elementare Grundrechte nicht, sondern „die Gestaltungsfreiheit des Gesetzgebers“, mit anderen Worten politische Beliebigkeit bzw. politische Willkür.
Im Rentenrecht gibt es keine Rechtssicherheit wie vergleichsweise im Vertragsrecht: regelmäßige rückwirkende Rechtsänderungen verletzen den Grundsatz von Treu und Glauben.
Durch den umfangreichen Missbrauch von Beiträgen wird die Finanzverfassung verletzt, da auf dem Umweg über die gesetzliche Sozialversicherung praktisch eine vom Grundgesetz nicht vorgesehene Sondersteuer für Arbeitnehmer und Rentner erhoben wird.
Der Gleichheitsgrundsatz wird verletzt (Vertragsrecht, Zweckbindung von Beiträgen, Grundgesetz), da die Mitglieder anderer Altersvorsorgesysteme vergleichbare rechtswidrige Eingriffe in ihr System nicht hinnehmen müssen. Dadurch hat sich in der Bundesrepublik Deutschland ein Zwei-Klassensystem bei der Altersvorsorge entwickelt, das in Europa einmalig ist.
Pikante Note am Rande: Auch Verfassungsrichter profitieren von diesem Zwei-Klassensystem.
Frau von der Leyen hat es verkündet:
Das Ministerium für Arbeit und Soziales will 7.000.000.000 Euro einsparen!
Wir hören seit Monaten von unvorstellbaren Summen.
Ein paar Nullen mehr oder weniger - das regt kaum noch jemanden wirklich auf.
Aber wenn wir die 7 Milliarden auf den betroffenen Personenkreis herunter brechen,
dann, ja dann haben wir eine Vorstellung von der systematischen Enteignung bis hin zum Existenzminimum.
Wir können bereinigt von rund 23 Millionen betroffenen Bürgern (mit Einsparpotenzial) ausgehen.
Teilt man 7.000.000.000 durch 23.000.000 dann müsste jeder betroffene Bürger 304 Euro im Jahr für die Schuldenmacher zwangsspenden.
Teilen wir die 304 durch 12, dann müssen wir im Ergebnis 25,34 Euro durchschnittlich pro Person und Monat für Banken usw. abzwacken.
Das wären knapp 50 DM monatliche Einbuße!
Da seit Einführung des Euro diese Personengruppen nie einen Inflationsausgleich erhalten haben, ist ihr Einkommen in diesem Zeitraum schon um ca. 12 % geschrumpft. Nach der geplanten Leistungskürzung sind es dann gut und gerne 18-20%, - aber nur unter der Voraussetzung, dass alle Preise ab jetzt stabil bleiben.
Ob wir uns nach lebenslanger Arbeitsleistung noch mal ein Eis oder einen Cappuccino nach einem Spaziergang leisten können, ist fraglich und interessiert die Politiker und die Gierhälse, die die Fäden ziehen, herzlich wenig.
Gestern hörte ich von einem Politiker: "...das können wir nicht durchsetzen, dann steigen uns die Menschen auf`s Dach!"
Es liegt an uns, ob das Ministerium für Arbeit und Soziales die geplante Kürzung durchsetzen kann oder nicht!