Natürlich werden die meisten Waldbrände immer noch aus Fahrlässigkeit oder kriminellen Methoden von Menschen verursacht, aber ihre Folgen und ihre Ausbreitung könnten deutlich abgemildert werden, wie auch der renommierte Waldbrandforscher Johann Goldammer in der FAZ feststellt:
Haben sich die Ursachen für Waldbrände im Mittelmeerraum verändert?
Nein, es hat immer kriminelle und politisch motivierte Brandstiftungen gegeben, etwa wegen Nachbarschaftsstreit oder im Konflikt mit Behörden. Dann gibt es immer wieder Rodungsfeuer, die außer Kontrolle geraten. Was sich verändert hat, ist die Struktur des ländlichen Raums: Die Menschen haben das Land verlassen. Viele Höfe werden nicht bewirtschaftet. Die Fläche zwischen den Wäldern wuchert zu. Niemand sammelt mehr Brennholz. Wenn es dann zum Brand kommt, werden die Feuer heißer, als es je in der Geschichte dieser Kulturlandschaften der Fall war.
Wald, Unterholz und Buschwerk werden also nicht mehr so intensiv genutzt. Was kann man dagegen tun?
Der Bedarf an der Nutzung pflanzlicher Biomasse zur Energiegewinnung wächst. Wir müssen wirtschaftlich tragfähige Verfahren entwickeln, diese pflanzliche Biomasse in Form von Brennholz, Hackschnitzeln oder Pellets aus dem Wald zu holen. Wer den Wald von Brennmaterial entlastet, beugt Schadensfeuern vor.
Das Interview bezieht sich zwar vordergründig auf die aktuellen Brände in Griechenland und auf den Kanaren, ist aber auch für uns gültig. Insbesondere in den forstwirtschaftlich intensiv genutzten Wäldern, wird nur das Nutzholz aus dem Wald entnommen und aus dem Rest, werden zwischen den Stammreihen Wülste mit Ästen, Rinden und sonstigen Resten gebildet. Dieses Verfahren hat auch einen guten Grund, weil es dem Wald einen Teil der Nährstoffe zurückgeben und als Basis für Pilze und andere Sporen dienen soll.
In feuchten Jahren wie diesem, stellt dies auch kein großes Problem dar, aber ein oder zwei trockene Sommer können die Situation schon dramatisch verändern, wie dieser Bericht aus der Lüneburger Heide zeigt.
Wir müssen also die Biomasse aus den Wäldern nehmen und die Biomasse auf allen Randflächen nutzen. Dazu gehört auch der Abschied von den Stillegungsflächen und von der Mär, das Straßenränder, Bahnnebenfläche, die Flächen unter Stromtrassen oder über Gastrassen nicht genutzt werden könnten. Sobald wir uns konsequent entscheiden macht das Sinn um die Biomasse in möglichst großer Menge zu bekommen.
Natürlich kann das nur dezentral in überschaubaren Einheiten erfolgen, was die Sache in Deutschland schwer macht, weil dort die Politik immer nur Großanlagen will, um Bestechungsgelder und Parteispenden generieren zu können. Ein weiteres Problem ist auch unser falsches Ökoverständnis, das sich nicht damit beschäftigt im Sinne einer Hoftürbilanz zu ermitteln, was der Fläche an Energie entnommen wurde und danach eine Düngestrategie zu entwickeln, die den Bodenwert mit unbedenklichen Düngemitteln erhält. Das gilt natürlich auch für Waldflächen.
Bodenverbesserung ist ausdrücklich nicht Teil einer solchen ökologischen Düngestrategie sondern müsste aus dem energetischen Gesamtertrag des Betriebes genommen werden, da es sich ja um eine Wertverlagerung innerhalb des Betriebes handelt.




















Dieser Artikel ist so ziemlich das dümmste Plädoyer für eine noch stärkere Ausbeutung der Natur, das ich je gelesen habe. Das ist einfach so dumm, daß ich momentan keine Lust habe, da überhaupt drüber zu diskutieren. Nur soviel: durch das jahrzehntelang praktizierte Ausräumen des Waldes sind bereits unzählige Tierarten ausgestorben. Aber für Dich ist die Welt wahrscheinlich in Ordnung, so lange es noch Menschen, Dackel und billigen Kraftstoff für Dein Auto gibt.
Aber wenn es dich tröstet. Ich bin für Hecken und würde eine allgemeine Ackerrainbepflanzungspflicht sofort mittragen. Ich bin für Unterwuchs und für das Verbot von Monokulturen. Und ich weiß, das auch das erst in Jahrzehnten greifen wird.
In den brandenburgischen Kieferwüsten haben wir erst vor zehn Jahren angefangen Laubhölzer dazwischen zu pflanzen und das vor vier Jahren intensiviert.
In den nordrheinwestfälischen Fichtenwüsten ist kaum ein Anfang geschaffen. Deshalb muss dieses Totholz raus.
Aber ich verstehe deinen Ärger. Du hast recht, aber ich meine das es keine Wahl gibt. Leider.
In den Mischwäldern stellt sich das Problem nicht. Deshalb brauchen wir mehr Mischwälder.
Glaub mir ich will die Natur nicht ausbeuten. Eher das Gegenteil. Aber ich habe Waldbrände und ihre Folgen real gesehen.
Ich will auch keinen billigen Sprit, aber ich will Biosprit aus Deutschland, der nicht den Regenwald vernichtet und nicht mit Pflanzenschutmitteln und übermäßiger Düngung geschaffen wird.
Aber ich bin soviel Bauer, das ich weiß, das ich nur dann etwas nehmen kann, wenn ich das entnommene ersetze.
Im Wald wie auf dem Acker. Es kommt auf die Vernunft an.