Nun raunt es überall Immobilien. Stephan Kippes vom Immobilienverband Deutschland sieht schon seit der Lehman-Pleite, natürlich völlig uneigennützig, einen Trend zu Immobilien als sichere Anlage. Und das Fachblatt für Spekulationswerbung, die FTD, sieht aufgrund des hohen Goldpreises die Anleger in die Immobilien strömen.
Vorsichtshalber nehmen die Protagonisten der Immobilienanlage aber Berlin aus ihren Lügen aus. Da ist es einfach zu offensichtlich, dass mit Immobilien nur Geld verloren werden kann. Wieso das, bei überall sinkender Qualität der Immobilien und hohem Wartungsrückstand von Immobilien, an anderer Stelle anders sein soll, entzieht sich jeder Erklärung.
Tatsächlich haben die Bankster, Fondverwalter und die Versicherungen ihre Giftschränke durchforstet und jede Menge Immobilien gefunden, bei denen der Ausdruck Zweifelhaft noch eine strafbare Verharmlosung wäre. Aber das Zeug muss weg. Am besten an die einfachen Bürger, die die Hintergründe nicht begreifen.
Allerdings sind auch die einfachsten Bürger und selbst jene, die geistig ohne Schwierigkeiten unter dem Teppich mit einem Hochrad fahren könnten, allergisch gegen den Begriff Immobilien. Denn selbst die Allerdümmsten haben nicht vergessen, das die Weltwirtschaftskrise aus den faulen Immobilienkrediten in den USA, aber auch in der restlichen Welt resultiert.
Deshalb werden heute von der sogenannten Fachpresse, die nichts anderes als Werber für Anlagebetrüger sind, Immobilien in den wärmsten Farben dargestellt. Auch wenn diese Texte im Inhalt stehen, sind sie nichts als Werbung. Am gemeinsten ist es, wenn für Immobilienfonds geworben wird, die einfach die Kassen dicht machen, wenn die Leute ihr Geld retten wollen.
Dabei ist eine Immobilie in Wirklichkeit keine schlechte Geldanlage wenn man ihre Besonderheiten berücksichtigt. Das ach so beliebte Einfamilienhaus, auch mit Einliegerwohnung für die Kinder, die dann in weite Ferne flüchten, ist eher ein Verlustbringer. Der Aufwand für Reparatur und Außenanlagen steht in keinem Verhältnis zum Wert. Er ist Hobby.
Effektiver ist da die selbstgenutzte Wohnung in einer Wohnanlage. Die Effektivität steigt und fällt aber mit der Eigentümergemeinschaft und vor allem der Verwaltung. Wenn bei Renovierung und Weiterentwicklung immer nur der kleinste gemeinsame Nenner machbar ist, verlieren solche Wohnung schnell an Wert.
Denn man muss Immobilien weiterentwickeln. Was nützt der schönste Altbau, wenn die Leitungen nicht mehr zeitgemäß sind, die Raumaufteilung eher dem Jahr 1900 entspricht und die Badezimmer nur in die Vorratsschränke gequetscht wurden. Ein Haus muss behutsam aber kontinuierlich weiterentwickelt werden um seinen Wert zu behalten und mit etwas Glück auch zu steigern.
Das aber ist echte und harte Arbeit. Sie erfordert Zeit und ein Verständnis für das Haus. Genau wie die Auswahl der Mieter, ist sie jedoch entscheidend für den Erfolg. Wer ernsthaft glaubt, dass sich ein professioneller Hausbetreuer auf diese Arbeit einlässt, dem ist nicht zu helfen. Auch in einer Eigentümergemeinschaft sind dafür selten Mehrheiten zu finden.
Eine solche Arbeit lässt sich auch nicht aus der Ferne machen. Man muss sein Haus oder seine Häuser mindestens einmal in der Woche sehen und braucht Zeit für Gespräche mit den Mietern, die über das Tagegeschäft hinausgehen und Probleme offenbaren. Deshalb ist es normalerweise sinnvoll, nur ein Mietshaus zu besitzen und dieses offensiv zu pflegen und zu entwickeln.
Aber auch dann muss man Spaß an Immobilien haben und sich die notwendigen Arbeiten zumindest gedanklich vorstellen können. Reicht dafür die eigene Zeit oder die Lust nicht, sind Immobilien eine gefährliche Geldanlage, weil sie durch andere schnell verdorben werden können.
Immobilienfonds wissen um die Problematiken und da hagelt es dann schon mal
Abmahnungen wenn man die offensichtliche Wahrheit nicht anders verbergen kann. Wer meint so sein Geld retten zu können, soll es lieber auf dem nächsten Jahrmarkt ausgeben. So hat er wenigstens noch etwas davon.
Das Bankhaus Rott, hat die aktuelle Situation weltweit in einem
sehr guten Artikel zusammengefasst, kommt aber auch zu keinen anderen Schlüssen. Bemerkenswert ist der Hinweis auf die von der ING Bank vorgeschlagene Weg der "
Interest only loans", also von Krediten ohne Tilgung. Damit wäre die nächste Blase gesichert.
Aber auch Rohstoffe sind kein sicherer Hafen mehr. China scheint erkannt zu haben, dass die riesigen Rohstoffvorräte die das Land gegen Dollar und für viele Dollar gekauft hat, in absehbarer Zeit wohl nicht benötigt werden, da die Exporte sinken. Die Folge ist, das China zunächst seine Lager- und Vertragsvorräte abbaut und nicht kauft, was die gesamte Anlagenklasse in Schwierigkeiten bringt.
Der Index Journal of Commerce Industrial Price Commodity, in dem auch nicht an der Börse gehandelte Rohstoffe enthalten sind, brach im Mai um 57 Prozent ein. Das schaltet weltweit die Alarmanlagen und ein sich ständig selbstbeschleunigender Absatzeinbruch beginnt. Auch von den us-amerikanischen und europäischen Ländern ist keine Gegenlenken zu erwarten, weil auch da die Läger voll sind.
Bisher sind in diesem Jahr in den USA 78 Banken pleite gegangen und ein Ende ist nicht absehbar. Heute Abend werden wieder einige dazu kommen. In Europa werden die Banken noch mit Milliarden gerettet die niemand hat. Aber auch das wird sein Ende finden müssen.
Man weiß von Vornehinein, daß man stets ein geschäftliches Risiko mitträgt, jeder Anleger muß sich laufend selbstständig die richtigen Informationen holen und deren Wahrheitsgehalt selber bewerten.
Der Aktienkäufer muß sich mit dem Unternehmen "beschäftigen" und auch das Geschäftsmodell begreifen.
Man darf sich nicht ausschließlich auf die Werbeprospeke der Banken oder auf "tolle Tips" der Systempresse verlassen.
Wählt man Aktien von Unternehmen deren Produkte auch in Krisenzeiten immer nachgefragt werden, (ich denke mal an Rüstung, Pharma, Energie, Nahrungsmittel) hat man eine gute Ergänzung zu Gold und einer selbstgenutzten (und bezahlten !!) Eigentumswohnung.
Eine Immobilie auf Kredit ist keine Geldanlage, sondern ein finanzielles Risiko
Wer Aktien kauft, sägt an dem Ast auf dem er sitzt.
Wer Aktien kauft, handelt alles andere als sozial.
Dann kommt schon mal der Brief der Wasserwerke mit dem Tag der Wassersperrung, gleiches bei Gas oder Fernwärme je nach Gestaltung der Trennung.
Sehr unschöne Dinge erlebte ich in Häusern, wo ein Teil der Eigentümer eine Baumaßnahme für wichtig hielt, der andere Teil nicht.
Oder wenn größere Sachen anstehen und ein Teil nichts dazuzahlen kann - es aber gemacht werden muss.
Viele verfeindete Nachbarn habe ich gesehen, böse Gemeinheiten bis hin zur Tätlichkeit.
Wenn man dann weg will muss man verkaufen oder sich eben unterordnen.
Die ideale Immo wäre ein Stadthaus, in dem man selber wohnt und noch 1,2,3 Wohnunge hat, die man entweder möbliert auf Zeit oder fest vermietet, dabei den Mieter im Auge hat und sein Haus auch.
Ein Stück Garten ist angesichts der kommenden Ereignisse wichtig, damit man evtl. einen Brunnen bohren und etwas anbauen kann.
Auf dem Dorf, wo die Infrastruktur seit Jahren zusammengespart wird, haben Häuser bald keinen Wert mehr außer für reine Selbstversorger, möglichst mit Arzt in der Familie.
Ideal - aber mit deutscher Mentalität schwer hinzubekommen - wäre das oben beschriebene Stadthaus mit Garten für 2-3 Familien, die sich zusammentun. Verwandte oder Freunde - egal.
Man teilt die Fixkosten (Steuern, Straßenreinigung, Mülltonnen) und kann Anschaffungen auch teilen und sich gegenseitig helfen.
Wir haben uns für uns und Bruder mit Familie die Woche ein saniertes Stadthaus angesehen in Leipzig (noch preiswert und gut was los, Szene, Uni, Krankenhäuser und vor allem Zuzug!!), das kostet 350 T€, also für jeden 175 T€ und man kann noch was davon vermieten. Preis verhandelbar, also ein Schnäppchen.
Solche Projekte machen Sinn und sind finanziell zu stemmen - ein Haus muss einem die Miete sparen und was einbringen und dabei Lebensqualität bieten (Grün, Stadt, Infrastruktur).
Alles Gute für Alle!