Wir kennen ähnliche Verhältnisse aus den Anfangszeiten der Industrialisierung in Europa. Und genau wie in Europa begannen die Arbeitnehmer in China zu streiken. Auch wenn die Massenmedien kaum darüber berichten, mussten in praktisch allen Regionen Chinas die Löhne erhöht werden. Bei Foxconn kam es es aufgrund der miserablen Arbeitsbedingungen sogar zu einer Reihe von Selbstmorden, die selbst die Sysstemmedien in Deutschland nicht mehr verschweigen konnten.
Egal ob Honda, VW oder Foxconn. Alle Produkte die in China für den Export gefertigt werden, müssen so billig sein, dass sich Transportkosten und der Aufwand zur Qualitätssicherung sowie die Ausschußquote rechnen lassen. Das geht aber eben nur über unmenschlich niedrige Löhne. Diese Löhne lassen sich aber nur halten, wenn es im Lande kaum Inflation gibt.
Offiziell liegt die Inflation in China bei 3,1 Prozent. Aber das sind staatliche Zahlen, die ungefähr genau so wahr und relevant sein dürften, wie die Zahlen des Bundesamtes für Lügen und Statistik. Alleine in der Immobilienblase dürften 14 Prozent Inflation versteckt sein. Übrigens steigt die Inflation, trotzdem das die People's Bank of China den Zinssatz schon auf 2,25 Prozent festgelegt hat und sicherlich im Laufe des Jahres die 2,5 Prozent erhöht, oder gar die 3 Prozent übersteigen wird, während in Europa und den USA praktisch eine Nullzinsen Politik gefahren wird.
Aber nicht nur die Inflation, die Lohnerhöhungen zwingend erforderlich macht, übt Druck auf die Beschäftigung in China aus. Gleichzeitig geht die technische Entwicklung weiter. Technische Entwicklung bedeutet Automatisierung und Automatisierung macht Arbeit überflüssig. Da wo es früher bei niedrigen Lohnkosten egal war, wie viele Menschen für die Fertigung und vor allem die Qualitätssicherung eingesetzt werden mussten, macht es heute Sinn neu nachzurechnen.
Foxconn kommt dabei zu dem Schluss, dass es sich lohnt, komplexere Fertigungsprozesse wieder nach Taiwan zurückzuholen und dort mit einem höheren Automatisierungsgrad ablaufen zu lassen, der mehr Gewinn verspricht. So wie die Arbeit aufgrund der totalen Ausbeutung der Arbeitnehmer nach China kam, so geht sie auch wieder, wenn das Kapital, den Gewinn an anderer Stelle noch besser sichern kann.
Noch tragischer ist die Tatsache, dass die USA China zwingen werden den Renminbi aufzuwerten und vom Dollar abzukoppeln. Damit ist auch der Vorteil der billigen Währung dahin, der bisher auch immer noch Arbeitsplätze gesichert hat. China wird nicht nur die knapp 900.000 Arbeitsplätze von Foxconn verlieren, sondern nach konservativen Schätzungen mehr als 35 Millionen Arbeitsplätze die ähnlich strukturiert sind. Das ist ein Schlag, der ganze System China in Frage stellen könnte.