Bisher waren die Gewerkschaften in Deutschland ja brave Erfüllungsgehilfen von Kapital und Politik. Gerade durch die Mitbestimmungsgesetzgebung fiel es ihnen leicht sich selbst als Unternehmer zu fühlen und die Interessen der Arbeitnehmer und Arbeitslosen vollständig zu vergessen.
Die Macht des DGB schien unerschütterlich und die anderen Gewerkschaften waren entweder direkte Gründungen von Arbeitgebern oder wie die sogenannten christlichen Gewerkschaften nur darum bemüht noch schlechtere Verträge für ihre Mitglieder auszuhandeln, als es der DGB schon tat.
Lediglich die Lokführergesellschaft hielt stand und schaffte es das Dilemma der Gewerkschaften und die offensichtliche Käuflichkeit von Gewerkschaftlern bei der Bahn zu offenbaren. Mit viel rechtlichem Klamauk und natürlich zum Nutzen von Kapital und Arbeitgebern, beteiligte sich auch Deutschlands Justiz der Reichen am Kampf gegen freie Gewerkschaften und verbot der Freien ArbeiterInnen-Union (FAU) sich als Gewerkschaft oder Basisgewerkschaft zu bezeichnen.
Aber genau die gleiche Justiz die stets gegen die Menschen handelt, hat überraschenderweise einen Fehler gemacht. Das Bundesarbeitsgericht hob am 23.6.2010 den jahrzehntelang praktizierten Grundsatz "Ein Betrieb - ein Tarifvertrag" auf und schaffte damit zumindest formaljuristisch die Chance neue und freie Gewerkschaften zu gründen, die eigenständig Tarifverträge abschließen können.
Natürlich ist das nur eine sehr theoretische Chance auf Freiheit und Selbstbestimmung, weil jedes Dorfarbeitsgericht und jeder Amtsrichter selbstverständlich wie bei der FAU geschehen, jede Neugründung von freien Gewerkschaften sofort mit aller Härte der Klassenjustiz unterbinden wird. Aber es ist ein Tor geöffnet worden, dass für Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände wohl ähnlich wirken dürfte wie die Öffnung der Büchse der Pandora.
Prompt waren DGB-Chef Michael Sommer und Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt natürlich auch die ersten die voller Pein laut losgebrüllt haben, weil beider sicheres Abzockpöstchen in Gefahr geraten sein könnte. Wenn sich die Arbeitnehmer in Spartengewerkschaften organisieren, können sie natürlich viel einfacher und billiger streiken. So wie ein paar Lokführer die Bahn lahmlegen können, oder ein paar Lotsen den Flugverkehr, gibt es praktisch in jeder Firma Gruppen, die den gesamten Betrieb zum Stillstand bringen können.
So liegt es nahe, dass sich die Gewerkschaften in Betrieben absprechen und nur kleine Gruppen streiken müssen um für alle bessere Bedingungen zu erkämpfen. Endlich würde mit dem Kapital Waffengleichheit herrschen. Ein für Arbeitgeber, Kapital und natürlich deren gekauften Politiker eine schlimme Vorstellung.
Deshalb verwundert es niemand, dass aus den Reihen der völlig verkommenen SPD und aus Merkels Ponyhof sofort die Forderung kommt, dass Grundgesetz zu ändern um wirkliche freie Gewerkschaften zu verhindern. Bei der SPD ist es vor allem Hubertus Heil, der den Arbeitnehmern ihre Rechte sofort wieder nehmen will.
Es ist wichtig sich die Namen der Arbeiterverräter zu merken und es ist an der Zeit aktiv gegen sie vorzugehen. Ein Leser von Duckhome hat dazu eine schöne Betriebsanleitung verfasst, die man jetzt einmal zur Diskussion stellen muss und bei der natürlich noch die Rechtmäßigkeit der Maßnahmen geprüft werden muss:
Make some noise!
Tach Jochen,
Deutschland ist weiter, und was mich am meisten daran nervt ist das
Gejohle, Gehupe und Getröte seit Stunden. Mir geht das fürchterlich
auf den Sack. Brachte mich aber auf eine Idee.
Was wäre, wenn der Lärm die Richtigen träfe?
Man stelle sich vor, das Gehupe würde zur Normalität. Nach der WM.
In Villenvierteln. Nachts. Immer nur einzelne Autos, immer spontan,
bei voller Achtung fremden Eigentums.
Hupen ist OWi, der Nachweis schwierig bis unmöglich. Aber nervig. Für
die Betroffenen wie für Silber-Grau-Blau-Grün. Und stell Dir vor, das liefe
nicht nur ein paar Wochen so. Weil vielleicht jemand Ulrich Schneider vom
Paritätischen Wohlfahrtsverband für die Idee begeistert hätte. Und ein
paar Hartz Forenbetreiber und auf Vernunft getrimmte Blogger dazu.
Braucht natürlich noch etwas Feinschliff und Koordination. Ich bin niemand
und will auch aussen vor bleiben, aber Dir traue ich zu das zu reissen.
Könnte ein grosser Spass werden. Und nicht nur das.
/I
Vorsichtig wie ich bin und mit Staatsanwälten im Nacken, die sicherlich gerne jeden Aufruf zur Gewalt von mir sofort auf das härteste ahnden würden, schlage ich also lediglich vor, diesen Aufruf zu überdenken und zu prüfen. Keinesfalls bin ich jedoch offiziel dafür, danach zu handeln.
Ich selber kriege zwar aus der Vuvuzela keinen Ton raus, aber ich kann ja Nachhilfe bei meinen Kindern nehmen. Wieviel Millionen von dem Plasteschrott mögen wohl in Deutschland rumliegen. Wie wäre es eigentlich mal der Kanzlerin den Marsch zu blasen oder den Guido Hartherz Westerwelle zu besuchen. Wenn ich auf den Reichstag blicke, fallen mir dann gleich die Vuvuzelas von Jericho ein, doch halt das waren Trompeten.
Ob es wohl möglich ist den Reichstags mit Plaste-Vuvuzela zum Einsturz zu bringen? Wohl nicht. Aber das neue gewonnene Recht auf freie Gewerkschaften und die Befreiung von Herrn Sommer und seinen Helden, die sollt schon ein ordentliches Pusten wert sein.
Ein wenig mehr Puste als so ein Wolf werden die vereinigten Deutschen wohl haben.
Klasse Idee. Warum nicht Ungehorsam zeigen und sich mal an die wenden, die uns den Mist eingebrockt haben und als Leistungsträger agieren ?Den Eliten mal so richtig den Marsch blasen.
#3
schlicht-zum-kotzen
am
06/28/10 um 08:34
[Antwort]
Diesen Menschenfeinden unterlief sicher kein Fehler, denn natürlich ging es hier nicht etwa um die FAU sondern vielmehr um die Widerlinge des Christlichen Gewerkschaftsbundes, die bis unlängst "Arbeitsverträge" ganz nach dem Wunsch von Arbeit"geber"n zurechtgezimmert hatten, zuletzt aber --- aufgrund ihrer geringen Mitgliederzahl --- selbst mit ihrer (dreisten) Revision scheitern mussten. Und schließlich drohte ja noch die Nachzahlung des Milliardenausfalles an die Sozialkassen, was für die christlichen Blutsauger der finalen Vernichtungsschlag gewesen wäre.
Aber auch das wird sich nun erledigt haben; und so werden die ohnehin üblen "Löhne" und "Rechte" tatsächlich noch weiter gesenkt werden können, und diese Entwertung wird sich gleich wie eine Epidemie rasant und unaufhaltsam ihren Weg schlagen.
"Glückwunsch" allerdings an den Gegner; er war, ist und wird eben "diesen Linken" auch weiter ganz nach Belieben den Garaus machen können; und dass Hundt jault, Klasse! Einfach riesiges Kino!
Aber auch das wird sich nun erledigt haben; und so werden die ohnehin üblen "Löhne" und "Rechte" tatsächlich noch weiter gesenkt werden können, und diese Entwertung wird sich gleich wie eine Epidemie rasant und unaufhaltsam ihren Weg schlagen.
"Glückwunsch" allerdings an den Gegner; er war, ist und wird eben "diesen Linken" auch weiter ganz nach Belieben den Garaus machen können; und dass Hundt jault, Klasse! Einfach riesiges Kino!