Als Raucher habe ich durchaus Verständnis. In dem kleinen Restaurant um die Ecke verlasse ich schon mal die Räumlichkeiten, gehe an die frische Luft zum Rauchen - schließlich muß ich wenigstens etwas gesundes für mich tun, wenn ich denn schon meine Lunge teere. Gleichwohl dürfte ich, wenn kein weiterer Gast vorhanden ist, in der Gaststätte zum Glimmstengel greifen - tue es aber nicht und das hat mehrere Gründe. Kennen Sie den Gestank von erkalteten, gefüllten Aschenbechern? Ich finde es eklig - mir wird davon schlecht. Haben Sie schon einmal vom Nikotin vergilbte Fensterrahmen reinigen müssen? Es ist nicht nur mühsam, sondern beginnt ebenfalls Würgreize hervorzurufen - es stinkt pervers. Gründe warum ich zum Rauchen an die frische Luft gehe. Den Streit der sich in Deutschland zum wiederholten male auftut kann ich nur mit einem Lächeln abtun. Nicht weil ich ihn unsinnig finde, sondern halbherzig und unausgegoren.
Was Menschen schadet - selbst wenn sie es für sich selbst tun - muss konsequent weggeschoben werden. Die letzte Logik müsste dann auch lauten: Verbietet das Herstellen und den Gebrauch von anderen Dingen die ebenfalls schädlich für den menschlichen Organismus sind. Dazu gehört der Genuß von Alkohol - nicht nur in der Öffentlichkeit und nicht ausschließlich nur für Kinder und Jugendliche. Dazu gehören Pestizide und Beizmittel, Stress, Streit, Intoleranz, Überstunden, aber auch - ganz sicher - das Nutzen von Waffen für Kriegszwecke.
Letzteres macht, dass ich bei dem Streit ums Rauchen oder Nichtrauchen nur zynisch lächeln kann. Viele von den aufschreienden Nichtrauchern sagen hierzu nichts. Keine Petition, kein Druck. Der Gedanke daran, dass durch Kriege oder assymetrische Konflikte Menschen zu schaden kommen die mitunter mehrheitlich "unschuldig" sind - so unschuldig wie eben Nichtraucher - er wird einfach mal eben "weggeschoben". Die sterbenden Menschen aber.. sie bleiben - gerade so wie es weiterhin auch Raucher geben wird. Man kann Dinge beiseite schieben, was aber nicht bedeutet das es sie nicht mehr gibt.
Dies ist ein Kommentar zu: Wider den Moraltotalitarismus - Spiegelfechter
Das rauchen ungesund ist - da trage ich sicher Eulen nach Athen.
Mein Vater hat geraucht - mir wurde es nie verboten - aber ich wollte eben nicht so sein und habe nie damit angefangen - zum Glück.
Denn in meiner "Sturm- und Drangzeit" kannte ich viele, die andere Drogen probierten - schwarzen Afghanen, grünen Türken z.B. - und die boten auch mir ihren Stoff an. Auch dort blieb ich stur.
Aus Prinzip lehne ich jegliche Drogen ab. Eine Erörterung über dieses Thema während meiner Schulzeit wurde mit einer Eins bewertet.
Bei meinem Vater traten dann gesundheitliche Probleme auf. Er musste das Laster "Rauchen" aufgeben. Er hat es geschafft. Dadurch hat er meine Hochachtung gewonnen. Meine Schwester und ich sind Allergiker. Ob es durch das "Passivrauchen" so gekommen ist, keine Ahnung. Aber bei Rauch bekommt meine Schwester Asthmaanfälle. So schlimm ist es bei mir nicht.
Ich bin kein millitanter Nichtraucher - aber ich bin gegen rauchen in der Öffentlichkeit.
Leider ist nicht jeder Raucher so höflich andere nicht mit seinem Rauch zu belästigen. So wie auch nicht jeder Trinker so "vernünftig" ist, nicht besoffen Auto zu fahren.
Es muss nun einmal Regeln geben, und das Rauchverbot ist doch nur deswegen notwendig, weil Rücksichtsnahme ein Fremdwort für die meisten Menschen (nicht nur bei Rauchern) ist.
Manchmal möchte ich einen Test starten - im Fahrstuhl - mal so für ein paar Stunden eine Gruppe von sechs Raucher zwischen den Etagen stecken lassen.
Ach, auch mein Großvater hat geraucht - Zigarren - ohne Rücksichtsnahme auf seine Frau. Dann brach er sich ein Bein und war bettlägrig, über Wochen. Meine Großmutter nutzte diese Zeit ihm das Rauchen abzugewöhnen, sie gab ihm nichts. Nicht gerade die feine englische Art. Aber er hat nicht wieder angefangen und den "Enzug" überstanden. Es geht also. Zwei Beispiele in meiner Familie haben es bewiesen.
Wer raucht ist eben nur zu Willenschwach.
Insofern habe ich ein gewisses Verständnis für das Anliegen der Nichtraucher. Aber ich bin ein bisschen erschrocken, wie schrill und hysterisch die Debatte von manchen Leuten geführt wird. Unter Erwachsenen sollte man über solche Dinge ruhig und sachlich reden können, und außerdem gibt es nun wirklich dringendere Themen.
In erster Linie stört mich aber der Ton, der von manchen Leuten bei dem Thema angeschlagen wird ("Raucher sind Mörder" gegen "Nichtraucher sind Nazis"). (Der erfrischend ruhige Ton Ihres Beitrags ist dagegen eine echte Wohltat!)
Ich bin mir ganz sicher, dass auf diversen Volksfesten, Faschingsparties weiterhin geraucht wird. Wer will das verhindern?
Zynisch wie ich nunmal bin, warum nicht "aus Gründen der Gesundheitsvorsorge" ein absolutes Rauch- und Alkoholverbot für die Truppe in Afghanistan einfordern. Nichtraucher an die Front.:-)
Mir sind Raucher in allem sympathischer als Nichtraucher. Vor allem haben sie eine nettere Sprache und äussern Verständnis selbst für ihre Gegner. Ich glaube einfach an ihre grösses soziale Kompetenz.
Sicher werden Nichtraucher aufschreien, wenn sie das lesen, aber das ist man gewöhnt. Der Raucher wäre da cooler.
Und oft sind Entscheidungen aus dem Bauch, also aus dem Gefühl nicht die Schlechtesten.
Vielleicht wird es ja nach der Durchsetzung des Rauchverbotes kälter im Land.
Raucher reagieren wie Junkies - sie haben nur das Glück das sie nicht kriminell werden müssen, sind/werden es aber trotzdem oft, wenn sie illegale Zigaretten kaufen und konsumieren.
Und wie Pispers sagte - Raucher sind Selbstmordattentäter!
Jeder Raucher kann es wissen, Rauchen macht Krank. Aber das wird verdrängt, da ist die Dissonanzreduktion verantwortlich. So lange die noch funktioniert, so lange können Raucher sich die Gefahr klein(denken/reden).
Für mich sind Raucher nur dumme Menschen, die sich mit einer Droge begnügen, die sie nicht in den Ruf eines Drogenabhängigen bringt.
Ach, ich lehne jegliche Droge ab, auch Alkohol.
Nach wie vor bin ich dafür, daß Rauchern wie Nichtrauchern das gleiche zusteht. Niemand wird gezwungen, eine Kneipe zu betreten, wenn es ihm nicht gefällt.
Wieso müssen alle Raucher auf die Straße, nur weil ein Nichtraucher in die Kneipe will?
Bei öffentlichen Gebäuden und Ämtern mag das anders sein - aber Kneipen und Restaurants zähle ich zur Privatsache - und dort hat der Staat seine Nase draußen zu lassen - auch beim Rauchen.
Übrigens - ich bin Nichtraucher - schon immer gewesen. Und ich entscheide selbst, ob ich eine Raucherkneipe betreten will oder nicht !
Schlimmer sehe ich darin allerdings den Einstieg in weitere Verbote und Kontrollen.
Was wird als nächstes verboten? Das falsche Essen - vielleicht - unseren Multikulti zuliebe nur noch hallal - wie z.B. in einigen Kindergärten schon die Regel?
Vor einiger Zeit konnte ich erleben, wie eine Amtsärztin ihr Amt und Doktortitel mißbraucht hat, einem jungen Mann eine Lehrstelle kaputtzumachen, weil er etwas vollschlank ist.
Ging ganz einfach - sie hat nur ihre Bestätigung solange hinausgezögert, bis der Betrieb die Stelle im Oktober zuruckziehen mußte, weil akller Termine abgelaufen waren - knapp 9 Monate dauerte die Verzögerung - und nichts zu machen!
Seit ich das gesehen habe, traue ich diesen Leuten alles zu - und jeder Schritt - selbst wenn es "nur" ein Rauchverbot ist - ist einer zuviel, der ihnen durchgeht.
mfg zdago