Weltwirtschaftskrise - Leider kein Sommermärchen
Die deutsche Fußballnationalmannschaft hat ihr bestes gegeben und dabei schönen Fußball gespielt. Beim Kampf um Platz Drei war der Bundespräsidentendarsteller Wulff im Einsatz. Die Drei scheint sich für ihn zu manifestieren. Aber seine Kanzlerin fand trotzdem einen Weg die Leistung anderer auf sich umzumünzen:
Die überzeugenden Leistungen der Mannschaft passen gut zu dem Jubiläum, das wir dieses Jahr feiern: ln den 20 Jahren der Einheit haben wir in Deutschland eine Gemeinschaftsleistung geschafft, um die uns viele Staaten auf der Welt beneiden.
Um die Lügen, die Frau Merkel so leicht von der Zunge gleiten, beneidet Deutschland niemand und ihre Regierungskunst ist bestenfalls einen müden Lacher in einer Satireshow wert. Tatsächlich haben Sport und Regierung nichts miteinander zu tun. Sonst wäre Dänemark, dass sich sehr schlau durch die Probleme schlängelt nämlich Weltmeister. Sport mag ein Nationalgefühl kurzzeitig anheben, aber angesichts der alltäglichen Misere reicht das nicht einmal über den Sommer.
Denn das, was bisher nur von Unken aus dem Bürgerjournalismus geäußert wurde, wird immer deutlicher, weil jetzt auch kluge Manager die bereits vorbauen wollen und einige wenige gute Journalisten bestätigen. Die Welt ist noch lange nicht über den Berg. Und das liegt nicht am Weltmeister Spanien, der zwar das Recht hat, zu feiern, aber wohl schon heute wieder an die Arbeit und zurück an seine Probleme muss.
So hat Nikolaus von Bomhard, Vorstandschef des Rückversicherers Munich Re in einem Interview mit dem Spiegel erkannt, dass aus dem G20 Gipfel nichts heraus gekommen ist und dass die wirtschaftliche Situation in Großbritanniens und der USA und der USA viel kritischer als die in Griechenland ist. Bomhard sieht schwarz für die Banken, weil die immer noch viel zu eng verknüpft seien und fordert auch extreme Maßnahmen.
Dabei kommen zumindest die deutschen Banken im nächsten Stresstest noch mal wieder glimpflich davon, weil die Kriterien des Testes soweit verwässert wurden, dass auch eine Pleitebank ihn besteht. Schließlich war ja das auch das Ziel der Banken und ihrer Lobbyisten und einer Regierung die Banken lieber für systemrelevant erklärt anstatt die Bankster anzuklagen und zu verurteilen.
Da wundert es auch niemanden, wenn der Leiter der Steuerabteilung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Jeffrey Owens das die Bankster viel weniger Steuern bezahlen, als sie eigentlich müssten, da sie viel zu viele Gestaltungs- oder Betrugsmöglichkeiten haben um ihre Steuerlast zu mindern. Die dadurch anfallenden Steuerverluste dürften im Bereich von 100 Milliarden Euro und mehr liegen.
Es gibt sogar Stimmen wie den Hamburger Vermögensverwalter Martin Mack, der davon ausgeht, dass es aufgrund der Schuldenpolitik zu einem Crash kommen muss und der offen erklärt, längst aus den Aktien heraus zu sein, weil er das für zu gefährlich hält, weil die Vermögenswerte so nach oben gepusht wurden um den Banken eine Chance zum überleben zu geben. Auf Kosten der Allgemeinheit versteht sich.
Auch Mack bemerkt, dass in allen Medien immer häufiger und ohne weitere Aufregung von einer Währungsreform gesprochen wird. Die Leute scheinen sich mit dieser Option anzufreunden. In diesem Umfeld gibt es immer wieder den leisen Hinweis, dass man doch bitte neue Schulden machen soll, da ja Währungsreform oder Inflation die Schulden auffressen würden.
In diesem Zusammenhang werden immer wieder Immobilien genannt, die das geliehene Geld angeblich sicher machen. Die Preise für Immobilien sind aber eng an eine überbordende Liquidität gekoppelt und wie bereits in der amerikanischen Blase oder bei den Gewerbeimmobilien zeigt sich schnell, dass sowohl Preis als auch geplante Mieten nicht erreicht werden können, während die Unterhaltskosten steigen.
Frank Meyer erklärt, wie aus der V-Form der Charts eine W-Form wurde, die wohl noch lange ein Weh bedeutet.
Neulich fiel mein Blick auf eine Postkarte aus den USA. Sie zeigt eine Wüste aus Sand und Steinen. Davor ein Schild: „Buy now – pay later“. Heute ist schon „later“ Und die Taschen sind leer. Was soll man erwarten, wenn es zu wenig bezahlbare Arbeit gibt, weil das längst schon die Chinesen erledigen? Nur noch zwölf Millionen Amerikaner arbeiten in der Industrie. Knapp 41 Millionen beziehen Lebensmittelkarten.
In Deutschland geht es 8,6 Prozent der Haushalte richtig gut. Das sind jene die vom Abzocken leben. 24,3 Prozent der Hauste geht es gut. Einige wollen den Abstieg nicht wahr haben, andere sind die Helferlein derer denen es richtig gut geht. 45,2 Prozent der Haushalte geht es relativ gut, was ja noch immer stimmt, da es Weltgegenden gibt, in denen es den Menschen viel schlechter geht. 21,9 Prozent der Haushalte geht es relativ schlecht.
67,1 Prozent der deutschen Haushalte können also nicht wirklich teilhaben und damit sich deren Situation weiter verschlechtert hat sich unter anderem der Deutsche Industrie- und Handelskammertag ein Punktesystem ausgedacht, mit dem Einwanderer ins Land gelockt werden sollen um billiger als Deutsche zu arbeiten und damit weitere Arbeitsplätze den Deutschen zu stehlen, für ein wenig mehr Profit.
Brüderle ist natürlich auch sofort mit dabei und tönt lauthals rum, dass er keine Tarifverträge und keine Mindestlöhne für Zeitarbeit will. Schließlich hat er seinen Freunden ja billige Sklaven versprochen und es gibt immer noch Leute, die diese Partei wählen. Aber diese Leute sollten langsam aufmerksam werden.
Die asiatischen Arbeitnehmer in China, Kambodscha, Vietnam und Bangladesch gehen in Massen auf die Straße um gegen die Hungerlöhne zu protestieren. Noch sind Polizei und Armee in der Lage die Streikenden und Protestierenden in Schach zu halten. Aber das wird wohl nicht immer so gehen. In Asien wird gerade eine Flamme angezündet, an der sich das weltweite Großkapital wohl sehr stark verbrennen wird.
Wenn dem deutschen Steuerzahler dazu noch bewusst wird, was Joachim Jahnke über die Lastverteilung bei der Steuer herausgefunden hat, dann müsste es eigentlich auch hier für Wut reichen.
Danach hat Deutschland in der Alt-EU mit 23,1 % den drittniedrigsten Steuersatz auf Kapital, und gleichzeitig mit 39,2 % den siebenhöchsten auf Arbeit, weit unter bzw. über dem Alt-EU-Durchschnitt. Zwischen den Jahren 2000 und 2008 wurde der Steuersatz auf Kapital um 5,3 Prozentpunkte abgesenkt, was die drittgrößte Absenkungsrate der Vergleichsländer war.
Es gibt sogar in Deutschland schon mahnende Stimmen die Lohnerhöhungen fordern. Allerdings kommen diese Stimmen erstaunlicherweise nicht aus den Gewerkschaften, sieht man mal von den Bahngewerkschaften ab:
Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger fordert Lohnsteigerungen, um die Konjunktur ohne staatliche Hilfe zu unterstützen. "Wenn die europäische Wirtschaft auch ohne staatliche Hilfen wieder in Schwung kommen soll, müssen die Löhne in Deutschland wieder so steigen, dass die Arbeitnehmer angemessen am steigenden Wohlstand beteiligt werden", sagte Bofinger der "Bild"-Zeitung. Seine Forderung begründet der Ökonom damit, das der private Verbrauch preisbereinigt in Deutschland heute kaum höher sei als vor zehn Jahren. Vor dem Hintergrund, dass die deutschen Exporte in diesem Jahr um 15 Prozent steigen würden, der private Konsum jedoch um 0,5 Prozent zurück gehe, plädiert Wirtschaftswissenschaftler Rudolf Hickel (Universität Bremen) ebenfalls für steigende Löhne. "Erforderlich ist ein Schluck aus der Lohnpulle. Die Löhne müssen in allen Branchen um mindestens drei Prozent steigen", so Hickel.
Diese Forderung wird natürlich ungehört verhallen und Mutti Merkel wird Ackermann eher den gesamten Staatshaushalt übergeben, als die arbeitenden Menschen zu unterstützen. Wenn sich allerdings der Chef des Schmierstoffherstellers Liqui Moly, Ernst Prost bemüßigt fühlt für höhere Steuern zu sein, so darf dieses ruhig unter Imagewerbung für sein Unternehmen verbucht werden, aus wenn höhere Steuern bei den Reichen und Superreichen dringend notwendig wären.
Die Lage ist klar und hoffnungslos. Wie lange wollen die Deutschen eigentlich noch zuschauen und hinnehmen?
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Ihr berechtigter und richtiger Artikel endet mit der Frage "Wie lange wollen die Deutschen noch hinnehmen?" Jetzt mache ich mein Maul auf, plädiere für mehr Gerechtigkeit und für höhere Steuern der Starken und Wohlverdiendenden und was passiert? - Sie unterstellen mir Imagewerbung! Gehen Sie auf unsere Homepage, lesen Sie und hören Sie, was ich dazu beitragen will, damit es in unserem Land eben nicht mehr hoffnungslos zugeht: z.B. Mindestlöhne festsetzen, von denen man leben kann; Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge von derzeit 25% auf 50% verdoppeln und mit Sozialversicherungsbeiträgen belegen; Steuersparpaket ist unsozial: nicht die Kleinen und Schwachen dürfen bestraft werden, die Großen und vor allem die Verursacher unserer Krisen - nämlich die Banken - müssen bezahlen. Der Staat muss aufhören unser Geld und unsere Steuern zum Fenster hinauszuwerfen.
Beste Grüße,
Ernst Prost
Mir sind seit dem Tode von Heinz Nixdorf leider keine Unternehmer mehr untergekommen, die den Zusammenhang zwischen der Erfolg ihrer Firma und dem Erfolg der gesamten Gesellschaft verstanden haben.
Deshalb klingt ihr Engagement für höhere Steuern bei den Großverdienern für mich sofort wie Werbung. Wenn das nicht der Fall ist, um so besser.
Mir würde es übrigens reichen, wenn alle die Steuerlast in gleicher Weise tragen würden und die Kosten für die sozialen Sicherungssysteme ebenfalls von allen getragen werden müssten. ++Es wäre schön, wenn sie die von Ihnen angesprochenen Links in einem weiteren Kommentar bringen würden.
Nach 20-jähriger Erfahrung mit dem realexistierenden Kapitalismus in diesem Land und insbesondere mit dessen Protagonisten möchte ich Ihnen entgegenhalten, das die billigste Ware in diesem Lande das Wort ist. Man bekommt nämlich schöne Worte an jeder Ecke nachgeworfen. Deswegen habe ich gelernt Politikern (und auch Kapitalisten) nicht zu zuhören, ich würde so jemandem nicht einmal die Uhrzeit glauben. Das ist recht einfach und überhaupt nicht schädlich, denn deren Worte bedeuten gewöhnlich nichts. Diese wunderschön durchgestylten Sätze, die hochkarätige PR-Heinis sorgfältig geplant und die jeweilige Kampagne eingepasst haben sind so bedeutungslos wie der berühmte Sack Reis der in China umfällt. Gewöhnlich fehlt solchen Sätzen nämlich die ihnen Bedeutung verleihende Ernsthaftigkeit und der Wille die schön dahingeplapperten Forderungen auch umzusetzen, aber als aktiver Kapitalist sind Sie ja nah am Geschehen und können den Anfang machen, den Beweis erbringen das es nicht nur Gierlappen unter Euch Unternehmern gibt.
Bis dahin warte ich mit dem Ihnen glauben bis sie durch Taten bewiesen haben das, dass bisschen Einsicht und Vernunft mit dem Sie sich da umgeben haben, Ernst gemeint war.
(übrigens finde ich diesen link hier schon etwas entlarvend
http://www.liqui-moly.de/liquimoly/web.nsf/id/li_otof86wktm.html
,Sie nicht?)
Unsere Meinung dazu hier:
http://www.youtube.com/watch?v=qCYRxHz-OY0