Solche
Sonntagsumfragen sind ja ganz lustig, aber dennoch wenig hilfreich. CDU/CSU bei nur noch 30 Prozent plus einer ausserparlamentarischen FDP mit lediglich vier Prozent sorgen zwar für diebische Freude, aber in der Realität geht die schwarz/gelbe Volksverarmung natürlich trotzdem in gewohnter Schärfe weiter. Merkel und ihr Vizekannsnicht werden aufgrund der desaströsen Aussichten nur noch enger zusammenrücken. Ansonsten droht nämlich ihr Machtverlust.
Ausserdem muss man sich klar machen: In Deutschland herrscht nach wie vor eine strukturierte Mehrheit des Egoismus. Und alle "sozial ausgewogenen Sparpakete" haben noch lange nicht dafür gesorgt, dass sich diese ideologische Grundlage verändert hat. Dank gekaufter Meinungsmache gestreute Märchen wie:
- immer mehr Alte, Rente unfinanzierbar (trotz 190 Mrd. höheres Bargeld-Volksvermögen allein 2009)
- Hartz4 ist immer noch zu hoch (trotz Boom an Suppentafeln)
- Privat ist besser als der Staat (trotz Desastermeldungen bei der Bahn, der A1 usw.)
- jeder muss für sich selber vorsorgen (bei schlimmer werdender Arm/Reich-Schere)
- Steuersenkungen, mehr Netto vom Brutto (trotz Kommunen am Rande des Bankrotts)
- Mindestlöhne zerstören Arbeitsplätze (trotz vieler EU-Nachbarländer mit anderen Erfahrungen)
haben sich tief in die deutschen Wohnzimmer hineingefressen. Und noch bei weitem fehlt den Leuten der Übersicht, wie sie sich durch das Wiederholung dieser Parolen SELBER auf die Treppe in die Unterschicht begeben. Und die Premiumpresse tut ihr Bestes, damit das auch so bleibt. Selbst die "Sparpakete" werden als letztlich alternativlos dargestellt, weil nur der Blick auf die höhere Staatsverschuldung gelenkt wird. Dass diese Staatsverschuldung aus der milliardenschweren Vermögensrettung der obersten 10 Prozent (auch Bankenrettung genannt) resultiert, wird in der Qualitätspresse nicht einmal mehr angerissen.
Auch die schwarzgelbe Gesundheitsreform ist schon wieder nur zum Vorteil hoher Einkommen und die Pläne der CDU-Sozial (!) ministerin Kristina Schröder rund ums Elterngeld werden auch durchgezogen. Warum auch nicht? Geht ja schliesslich nur gegen Arbeitslose. Was juckt sowas die (verarmende) Mittelschicht? Hauptsache ich kann meinen Nachwuchs noch zum gut abgeschotteten Gymnasium schicken und muss ihn nicht gemeinsam mit dem Pöbel in einer Gemeinschaftsschule sitzen sehen. Und Studiengebühren sind auch toll, denn damit bleibt meinem wohlbehüteten Nachwuchs das lästige Talent aus der Unterschicht erspart.
Ein echter Schachzug war übrigens von Gerhard Schröder, dass man Hartz4 derart niedrig ansetzte, dass die Verlierer dieser Volksverarmungspolitik sich kaum noch die Teilnahme an Demonstrationen leisten können. Die Leute also derart verarmen zu lassen, damit deren abgeschaffte Mobilität für sozialen Friede sorgt, ist schon eine bemerkenswerte Interpretation "moderner" Sozialdemokratie.
Womit wir beim Kernproblem sind: Denn wo ist die Alternative? Wer ernsthaft glaubt, in Rot/Grün etwas Besseres zu sehen, als in Schwarz/Gelb, der hat die vergangenen 12 Jahre wohl vollständig im Ausland verbracht.
- verfassungswidriges Hartz4
- Spitzensteuer von 53% auf 42% gesenkt
- Heuschrecken ins Land geholt
- Finanzmarktgezocke legalisiert
- Riesterrente
- Schere zwischen Arm und Reich
- Praxisgebühr
- Zuzahlungen überall
- Privatisierungen
- Leih- und Zeitarbeitsausbeutung
- keine Mindestlöhne
- Abschaffung Vermögenssteuer
- und noch einiges mehr
Und wenn es wieder eine Grosse Koalition wird, muss man nur auf Mehrwertsteuererhöhung, Rente mit 67 und die ganzen ÜBerwachungsstaat-Gesetze erinnern.
Aktuell verteilt SPD-Parteivorsitzender Sigmar Gabriel zwar so einige linke Sprechblasen, welche das Gerechtigkeitsempfinden schmeicheln könnten. Aber im Hintergrund arbeitet SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier längst an Kooperationen mit der FDP. Und gemeinsam bietet die SPD-Bundespartei der schwarz/gelben Regierung ein "Bündnis der Vernunft" in Aussicht, damit sie das "Sparpaket" auch durchbekommen. Das sagt doch schon alles.
Der Absturz von Schwarz/Gelb in den aktuellen Umfragen sind nur eine temporäre Verärgerung der Bourgeoisie, die sich sehr schnell wieder normalisiert, wenn tatsächlich Wahlen anstehen. Denn dieser Verärgerung fehlt noch bei weitem das alternative Fundament. Und sollte diese tatsächlich drohen, gibt es ja noch die rotsockige Kommunistenkeule.
(Es sind die Taten, nicht die Worte, die den Charakter enthüllen.)
Offener Brief an den Landesvorstand Berlin der Partei Die Linke
Wie eine unendlich erscheinende Geschichte einen schäbigen Abschluss fand.
Der Bezirksvorstand Spandau bat den Landesvorstand am 07.06.2010. inzwischen zum wiederholten Male, dass ihm der zweite Schlüssel überlassen wird. Die Arbeitsfähigkeit des Bezirksverbandes könnte hierdurch wiederhergestellt werden.
Der Landesvorstand hat auf unsere Bitte nach dem zweiten Schlüssel am 22. Juni 2010 reagiert, indem er unter dem bedeutsamen Tagesordnungspunkt "Verschiedenes" die Räumlichkeiten in Spandau fristgemäß zum 31.01.2011 kündigte. Stellvertretend für die Kommunikationspolitik in unserem Landesverband verwundert es nicht, dass die Spandauer Mitglieder nicht in die Pläne des Landesvorstands einbezogen wurden. Hier scheint ein Politikstil sich verfestigt zu haben, in dem die Parteiführung nicht mehr mit den Betroffenen um Lösungsmöglichkeiten ringt, sondern von oben herab ihre Entscheidungen verkündigt. Auf den Punkt gebracht, bedeutet dies, der Landesvorstand bedient sich eines autoritären Führungsstils. Der Spandauer Bezirksverband steht damit ab Februar 2011 nach mehr als 17 Jahren zum ersten Mal in Spandau ohne eigene Räumlichkeit da.
Begonnen hatte diese Geschichte mit dem erfolglosen Versuch des Landesvorstandes im Jahre 2006, einen ihm genehmen Bezirksvorstand gegen die Mehrheit des Bezirksverbandes zu etablieren. Im November 2008 wurden dann Auseinandersetzungen zwischen einem weiblichen Mitglied der AL Spandau und der hauptamtlichen Mitarbeiterin zum Vorwand genommen, die Geschäftsstelle "vorläufig" zu schließen. Das Eingangsschloss wurde ausgebaut und durch diese Maßname wurde ein ganzer Bezirksverband von seiner Räumlichkeit ausgesperrt. Versammlungen mussten in Gaststätten verlegt werden. Der Zugang zu den Arbeits- und Mitgliederunterlagen und den Materialien für den Bezirksverordneten der Bezirksverordnetenversammlung Spandau war versperrt.
In der schriftlichen Begründung des LV an die Mitglieder des Bezirksverbandes heißt es, dass in "Wahrnehmung der arbeitsrechtlichen Fürsorgepflicht gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landesvorstandes die Entscheidung getroffen" wurde, die Mitarbeiterin in die Landesgeschäftsstelle zu versetzen. Damit war eine Öffnung der Geschäftstelle nicht mehr möglich. Denn nur durch hauptamtliche Kräfte ließe sich gewährleisten, "dass wir zumindest in Grundzügen davon Kenntnis haben, was in unseren Geschäftsstellen stattfindet." Der Begründungsversuch ging an der Spandauer Realität völlig vorbei. Tatsächlich nahm die Geschäftsstellenleiterin seit der Gründung einer statutengemäßen Basisorganisation des Bezirksverbandes nicht mehr an den Mitgliederversammlungen des Bezirksverbandes und an keinen Vorstandssitzungen teil.
In den darauf folgenden Gesprächen forderte der Bezirksvorstand den ungehinderten Zugang zur Geschäftsstelle wieder herzustellen und dementsprechend Schlüssel für den Bezirksvorstand zur Verfügung zu stellen. Das verweigerten die Vertreter des LV und erweiterten stattdessen die Vorwürfe um "Mobbing" gegenüber der Geschäftsstellenleiterin. Später erklärten dieselben Vertreter "Mobbing" dann zum Tabu in der Debatte. Bis heute wurde diese Anschuldigung weder substantiiert noch wurde jemand damit konfrontiert noch in dieser oder jener Form zur Verantwortung gezogen. Auch die anderen vorgetragenen Vorwürfe gegenüber dem Bezirksverband, ob begründet oder nicht, hätten bei einer sachlichen Prüfung keinesfalls ausgereicht, die Geschäftsstelle nur stundenweise an zwei Tagen zu öffnen oder gar zu schließen.
Der Bezirksverband wandte sich an die Landesschiedskommission (LSK), um den unhaltbaren Zustand für den Bezirksverband abzustellen. Die Verhandlung fand am 13.3.2009 statt. Im Ergebnis wurde eine Mediation zwischen dem LV und dem Bezirksverband vereinbart. Die Vorsitzende der LSK schrieb an den LV ". die Mitglieder der Landesschiedskommission haben sich entschieden in dem Konflikt um (!) die Geschäftsstelle einen Vermittlungsversuch zwischen Euch und den Genossen des Landesvorstandes zu unternehmen. Der Genosse Jörg Kuhle hatte diesen Vorschlag auch dem Landesvorstand unterbreitet. Genossin Müller hat dies in Kenntnis der Regelung der Satzungsordnung für den LV akzeptiert."
Dieser Entscheid der LSK wurde für die Beschlussfassung des LV am 24.3.2009 dahingehend verdreht, als es dort heißt, "Der Landesvorstand begrüßt das Angebot des Landesschiedskommission in einer Mediation die Situation im (!) Bezirksverband Spandau einer Lösung zuzuführen." In den vorgesehenen Gesprächsrunden hätte kein Konflikt gelöst werden können, wenn dem Protokoll zufolge durch die Vertreter des LV "die Vorgänge aus dem Jahre 2008 im Zusammenhang mit der Schließung der Geschäftsstelle und der Abberufung der hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter [.] für die Genossen des Landesvorstandes nicht verhandelbar [sind]". Nachdem dadurch die Mediation fehlschlug, wandte sich der Bezirksvorstand an die Bundesschiedskommission (BSK). Die BSK empfahl auf ihrer Sitzung am 23.1.2010, dass der Bezirk zwei Vertrauenspersonen dem Landesvorstand benennen soll, die jeweils einen Schlüssel erhalten sollen. Diese Empfehlung wurde vom Landesvorstand bis zum heutigen Tag nur zu 50% erfüllt. Bisher hat nur ein Mitglied des Bezirksvorstandes einen Schlüssel und darf diesen nicht an andere Mitglieder weitergeben. Wenn der Schichtdienst oder eine kurzfristige Änderung des Dienstplans seine Anwesenheit nicht ermöglicht, gibt es keinen Zugang zur Geschäftsstelle. Ungehinderter Zugang war für den Keller der Geschäftsstelle gegeben. Somit konnte der Bezirksverband den Bundestagswahlkampf 2009 noch aus dem Keller in der Jüdenstraße führen. Für den bevorstehenden Wahlkampf 2011 zum Abgeordnetenhaus und zur Bezirksverordnetenversammlung bleibt dem Bezirksverband selbst die tiefgehende Möglichkeit aus dem Keller zu agieren, nunmehr verwehrt.
Zum vergangenen Bundestagswahlkampf hatte der Spandauer Bundestagsabgeordnete der SPD noch so viel Mitgefühl mit der Spandauer LINKEN, dass er dem Bezirksverband die Räume der Spandauer SPD für den Wahlkampf anbot. Dieses Angebot wurde durch den Bezirksverband ausgeschlagen. Vermutlich wird ein ähnlicher Vorschlag für die Abgeordnetenhauswahl nicht erneut gemacht werden. Die Spandauer Mitglieder können somit entspannt dem kommenden Wahlkampf der anderen Parteien auf den Spandauer Straßen und Plätzen zur Kenntnis nehmen.
Auch in Spandau stehen hinter diesem Gerangel natürlich politische Differenzen. So hat sich Spandau u.a. gegen die Kürzung des Blindengeldes, gegen den Ausstieg Berlins aus der Tarifkommission der Länder gewendet, die Streichung der Schulhelfer bei körperlich behinderten Kindern und Jugendlichen vehement kritisiert und nicht zuletzt das Volksbegehren des Berliner Wassertisches nach Offenlegung der Geheimverträge vorbehaltlos unterstützt. Damit verhalten wir Spandauer uns zu den hohen Wasserpreisen politisch und hoffen nicht, dass uns die Gerichte die politische Arbeit abnehmen. Sicherlich konstatieren wir Spandauer auch, dass es in einigen Fragen unterschiedliche politische Bewertungen zwischen Bezirks- und Landesverbänden gibt. Diese Unterschiede politisch auszutragen, finden wir auch ganz normal. Aber wir zeigen uns doch sehr darüber erschrocken, dass die politischen Unterschiede vom Berliner Landesvorstand undemokratisch durch die Schließung des Ladens beantwortet werden. Wir haben gehofft, dass diese Zeiten in der politischen Diskussion längst der Vergangenheit angehörten.
mit sozialistischen Grüßen
Bezirksverband Spandau
Karlheinz Zesch
Monika Merk
Dirk Großeholz
5. Juli 2010
Wenn Ex-Kanzler Schröder seine Vorträge in der ganzen Welt hält, wie man ein Volk ausbeuten kann, wird ein Steinmeier, aber auch Gabriel sich nur auf gleichem Niveau befinden und die Agenda 2010 höchstens erweitern wollen. Irgendwo muss das Geld schließlich herkommen, dass von einem Schuldenstaat nicht mehr aufgebracht werden kann. Alle Naselang hört oder liest man von Millionen- oder gar Milliarden-Beträgen, die irgendwo in der Welt für irgendetwas von den Deutschen beigesteuert werden. Wovon? Weiterhin aus den Sozialkassen, besonders aus der Rentenkasse?
Da kaum oder keine ordnungsmäßige Buchführung gibt, werden die diversen Schenkungsbeträge vertuscht und verschleiert. Und alle Politiker machen fleißig mit, um andererseits ihren Posten zu behalten. Sie sind eben keine Volksvertreter, sondern Vertreter der Eliten. Dann habe ich davon gelesen, dass Schröder, Müntefering, Riester, Rürup und weitere aus diesen Reihen sich fast darüber belustigen, dass an der Basis gute Arbeit geleistet wird, sogar mit guten Ideen zur Verbesserung der demokratischen und sozialen Verhältnisse in unserem Land, sie aber diese sämtlich ignorieren oder gar boykottieren, um ihrem Langzeitziel näher zu kommen. Das Langzeitziel ist die restlose Ausbeutung der deutschen Bürger, natürlich ohne die Elite einzuschließen. Das Schlimme ist, dass es selbst keine mutigen Journalisten mehr zu geben scheint, die die Sache mal zur Umkehr bringen und die wirklichen Schädlinge der sozialen Gerechtigkeit öffentlich zu machen. Ist doch mal der eine oder andere Journalist mutig genug, etwas in der Richtung zu veröffentlichen, wird es von vielen nicht geglaubt.
Mit Erstaunen habe ich feststellen dürften, dass die Menschen sehr wohl politisch wach und interessiert sind. Die wirklich politisch Dummen, so habe ich beobachtet, sind die bildungsfernen und die, die den Euro mit vollen Händen ausgeben können.
ich sag es noch mal: wir brauhen eine neues bürgerforum an dem keine politische partei vorbei kommt. wir brauchen freiheits- und lebensbejahende visionen für die bürger dieses landes... sonst siegen die neuen antipluralisten, rassenvertreter, intoleranten, rassistischen, antidemokraten, arroganten, autoritären herrenrassenvertreter über den bürger deutschlands und geschichte wird sich in deutschland wiederholen! oder tut sie das schon?
das wort sprengt keine ketten
die tat allein macht frei! (linker aus neukölln)
Marie von Ebner Eschenbach
Ich werde sicher nicht vergessen was uns Rot-Grün beschert hat!
Mit vollen Hosen war schon immer gut stinken.
mal etwas ganz komisches:
GG Artikel 56: Bundespräsident und Minister müssen bei Amtsantritt feierlich schwören, ihre ganze Kraft dem Wohl des deutschen Volkes zu widmen, seinen Nutzen zu mehren und Schaden von ihm abzuwenden.
Abgeordnete sind Vertreter des G A N Z E N
Volkes, Artikel 38 GG, und so weiter und so fort. . . .
§35 Beamtenrechtsrahmengesetz:
Beamte haben dem ganzen Volk zu dienen, nicht einer Partei und bei ihrer Amtseinführung auf das Wohl der Algemeinheit bedacht zu nehmen. Der Beamte hat sein Amt uneigennützig nach bestem Gewissen zu verwalten, (§54) . . .
Nein, das werden wir Rot/Grün garantiert nicht vergessen, aber offensichtlich wissen viel zu viele der Leute gar nicht, was dieser Haufen verbrochen hat.
Fordern Sie einen Kurswechsel:
Kein Streichkurs im Sozialen! (Google)
www.campact.de/sparpaket-stoppen