Politiker leben, wie man an der FDP sehen konnte zu einem großen Teil davon, dass sie für ihre Auftraggeber schnell und gegen die Interessen der Mehrheit der Deutschen handeln. Die Mehrwertsteuersenkung, das Milliardengeschenk der verkommenen FDP an die genauso verkommene Hotellerie, die ihre Mitarbeiter ausbeutet und gesetzwidrig bezahlt, ist das beste Beispiel.
Aber im Gegensatz zu dem Kleingeld für die Hotellerie geht es beim Atomstrom um ein vielfaches dieser Beträge. Deshalb spielt der Willen der Bürger und deren Ängste keine Rolle. Da geht es um das ganz große Bestechungsgeld und da sind deutsche Politiker immer ganz vorne mit dabei.
Natürlich ist die Entscheidung für Atomkraft
alternativlos. Befehle vom Kapital diskutiert kein Politiker und deshalb gibt es auch keine Alternativen. Wobei man einschränkend sagen muss, dass dies natürlich nur für die Parteieliten, die Spitzenpolitiker gilt. Vor Ort, da wo Politiker noch mit normalen Menschen in Berührung kommen und um ihre Wiederwahl oder gar eine Tracht Prügel fürchten müssen sieht das anders aus.
Die bayrische CSU ist ja sehr für Kernkraftwerke und begrüßt auch jedes Endlager so lange es weit von den bayrischen Grenzen entfernt ist. Für Bayern gilt das
St. Florians Prinzip:
Heiliger St. Florian, verschon' mein Haus, zünd andere an!
Deshalb gibt es jetzt auch eine CSU-Absetzbewegung von der alternativlosen Laufzeitverlängerung für Schrottreaktoren als Brückentechnologie. Der
Schrottreaktor Isar 1 sollte eigentlich 2011 stillgelegt werden, ist aber dank der von Angela Merkel und der FDP angeworfenen Diskussion um Laufzeitverlängerung nun auch wieder mit ihm Spiel und könnte als strahlende Schönheit schon bald das Problem Niederbayern erledigen.
Aber die Niederbayern wollen sich nicht erledigen lassen. Da gehen CSU und Grüne gemeinsam auf die Barrikaden um Isar 1 loszuwerden. Selbstverständlich dürfen ähnliche Schrottreaktoren in anderen Bundesländern weiterbetrieben werden, weil Bayern ja vom Atomstrom abhängig ist, da die Jungs in den Lederhosen sich lieber die Laptops auf den Schädel gehauen haben, als sich um sein zukunftssicheres Energieumfeld zu bemühen.
Tatsächlich sind es aber nicht nur die anerkannten Schrottreaktoren, die gegen eine Laufzeitverlängerung sprechen. Es ist auch die Lüge von der Brückentechnologie. Gemeint ist nämlich eine Brücke, wie sie so oft von unfähigen Verkehrsplanern auf deutsche Äcker gesetzt wird, weil dort vielleicht irgendwann eine Straße lang führen soll. Da steht sie nun mitten im Nichts. Aber zumindest ist das Geld für den Brückenbau weg. Vielleicht führt der Zwang der existierenden Brücke zum Bau der Straße.
Genauso arbeitet die Atomindustrie. Auf der einen Seite vernichtet sie gnadenlos Menschenleben bei der
Urangewinnung und wie an der Asse und Morsleben zu besichtigen ist, gefährdet sie bei der Entsorgung gewissenlos Menschenleben. Gleichzeitig verhindert billiger Atomstrom alternative Energiequellen und sorgt also für eine verlängerte Abhängigkeit von der Atomenergie.
Kernkraft ist keine Brückentechnologie sondern ein Verharren in der Vergangenheit mit hohem Risiko und ohne Nutzen für die Gesellschaft. Nutzen von der Verlängerung haben nur die Abzocker vom Kapital. Die Kosten und Risiken verbleiben beim Bürger.
Das Atomenergie kein gutes Geschäft ist, beweisen RWE und Eon ungewollt in England. Dort wollten sie fröhlich neue Atomkraftwerke bauen, aber der Regierungswechsel schaffte ein kleines Problem. Im Koalitionsvertrag steht, das es keine Subventionen gibt und das die Betreiber alle Kosten für Bau, Betrieb und Entsorgung selbst tragen müssen. Das macht nun keinen Spaß und schon sehen RWE und Eon keine Chance mehr für den Bau neuer Atomkraftwerke, weil diese ohne Subventionen nicht machbar sind.
Die Laufzeitverlängerungen in Deutschland sind Blödsinn und nur einer gekauften Politik zu verdanken. Es ist an der Zeit sich von dieser Politik zu befreien. Angela Merkel hat in Morsleben bereits gegen jedes Recht verstoßen, als sie die billige Verstürzung befahl, die jetzt in Asse II zum größten denkbaren Problem wird. Sie gehört vor ein Gericht und ihre Berate wie Josef Ackermann mit ihr.
Es ist an der Zeit das wieder Vernunft einkehrt in diesem Land.