Hinweise an einen werdenden Vater
Dabei beginnt das ganze so harmlos. Ich glaube ich bin schwanger. So morgens beim Frühstück. Wehe du sagst als Mann jetzt. Ok. Ich glaube auch an deine Schwangerschaft. Dann wirst du sofort als unsensibler Trottel beschimpft. Also Vorsicht. Ein einfaches Ja, mit leichter Fragenote ist eine angemessene Antwort.
Es wird in Wirklichkeit ja gar keine Antwort verlangt. Nur ein Geräusch um den Redefluss erneut anzustacheln. Wehe du beißt jetzt einfach wieder in dein Brötchen. Nein, nun musst du die gespannte Erwartung mimen. Also siehst du bedauernd dein Brötchen und den Kaffee an und machst auf bedeutend und erwartungsvoll.
Schon geht es los. Rund siebenhunderteinundsechzig unverrückbare Tatsachen werden dir geschildert, die eindeutig darauf hinweisen das sie schwanger ist. Egal wie abstrus das ganze auch ist. Mach einen auf wohlwollend und mitfühlend. Natürlich müsstest du jetzt langsam ins Büro. Egal. Wenn du jetzt gehst, leidest du den Rest dieser Beziehung darunter. Also greifst du die nicht ganz so bescheuerten Begründungen ruhig auf, bestätigst die Verdachtslage und bringst dann das entscheidende Wort. Schwangerschaftstest.
Natürlich braucht sie keinen Test. Sie kennt ja schließlich ihren Körper. Und sie ist ja auch schon drei Stunden und vierundzwanzig Minuten über ihre Tage hinaus. Sie muss einfach schwanger sein. Nun kommt es darauf an das du geschickt bist. Red mal von Kinderzimmer und sonstigen Beschaffungen. Frauen kaufen für ihr Leben gerne ein. Da kriegst du sie immer. Dann wenn sie am Haken hängt, dann sag ihr dass ihr natürlich nichts kaufen könnt, ohne sicher zu sein.
Schwangerschaftstest. Sie willigt ein und hurra. Nun sollst du natürlich gleich und sofort zur Apotheke und so einen Test holen. Langsam. Sag du willst Sicherheit und deinen Jugendfreund Karl anrufen, der Biochemiker oder sonstwas ist und ganz sicher den besten Test kennt. Eigentlich schade, das du ihn seit zwanzig Jahren aus den Augen verloren hast. Aber du bist frei. Als treusorgender Vater und Mann, darfst hungrig, aber mit einer echten Aufgabe dein Heim verlassen.
Du stoppst an dem Kiosk neben der Apotheke. Kaufst dir einen Kaffee und zwei belegte Brötchen, die du im Akkord verzehrst. Dann gehst du einfach in die Apotheke und verlangst einen Schwangerschaftstest. Scheiß egal, wer den Kram produziert hat. Nun bist du gewappnet. Wenn du Glück hast, kannst du das ganze noch ein paar Tage rauszögern, bist du offiziell den besten aller möglichen Tests gefunden hast.
Sie wird Mutter. Das du auch Vater wirst interessiert niemanden. Außer deiner Kreditkarte wirst du nicht mehr gebraucht. Vorläufig. Das ändert sich spätestens dann, wenn das Baby auf der Welt ist. Nun musst du die Einkaufslust bremsen. Niemand weiß ob es ein Männlein oder ein Weiblein wird und deshalb ist bei Klamotten und Kinderzimmer noch abwarten angesagt. Wenn du schlau bist, sprichst du von Mehrlingsgeburten in deiner Familie und du kriegst die Einkauferei im wesentlichen weg, bis sicher klar ist, das es nur eins mit einem bestimmten Geschlecht und gesund ist. Aber Einkaufen ist nicht dein größtes Problem.
Sie wird Mutter. Schlagartig verändert sich ihr Metabolismus. Sie kann jetzt nicht mehr zu ihrem Lieblingschinesen gehen, muss aber unbedingt bei Würger King so einen Matschburger auf dreckiger Tischplatte haben. Die Erdbeermarmelade die du so liebst, verbreitet beim Frühstück einen so ekelhaften Geruch, dass sie durch irgendeine rein chemische Aprikosendingsbums mit garantiert echten eingelegten Gummiteilchen ersetzt werden muss. Dein Badeschaum den du ja erst seit 12 Jahren benutzt, wird genauso gewechselt, wie die Farbe der Vorhänge. Rette bloß die Alten. Du brauchst sie noch.
Dazu kommen ständig neue Probleme. So drei Tage nach Feststellung der Schwangerschaft, werden die Beine dick und der Bauch muss eingecremt werden. Das du nichts siehst, liegt an deiner Ignoranz, also halt die Klappe. Dann kommt das erste Babyfoto per Ultraschall. Natürlich erkennst du nichts. Wie auch. Du sagst ja auch nichts aus einer Kristallkugel voraus. Aber halt die Klappe wenn sie dich fragt, ob du diese Flecken auf dem Bild nicht auch sooo süß findest. Dann bewegt sich das Kind. Das ist zwar biologischer Unfug, für dich aber Gottes Wort. Du hast den Fuß oder Ellebogen einfach zu fühlen. Das ist deine Aufgabe, du bist Vater.
Das der Hund, der Müll, das Einkaufen und große Teile des Haushaltes nun deine Aufgabe sind, ist auch klar. Die Investition in eine Putzfrau ist sinnlos. Sie wird in ihrer Schwangerschaft keine andere Stute in ihrem Beritt dulden. Schwangerschaft gegenüber anderen Frauen ist nämlich längst nicht so schön, wie Schwangerschaft gegenüber Männern. Weil Männer keine eigenen Schwangerschaftserfahrungen haben.
Das dein Arbeitszimmer, der einzige geeignete Raum für ein Kinderzimmer ist, musst du hinnehmen. Die drei anderen möglichen Räume passen eben nicht Zieh gleich in den Keller. Da bist du bis zum 14. Lebensjahr meist vor Ansprüchen der Kinder sicher. Danach wird dein Arbeitszimmer zum Partyraum. Aber es gibt sehr billige Gartenhäuschen im Baumarkt. Natürlich unbeheizbar. Für dich wird es reichen.
Dann kommt die Phase in der die Zweifel kommen, ob es richtig ist dieses Kind jetzt zu bekommen. Das diese Frage im vierten Monat nun wirklich durch Fakten erledigt ist, siehst auch nur du Trottel so. Danach kommt die Gewissensfrage ob Fruchtwasserspiegelung oder humangenetische Untersuchung. Diverse neue Babyfotos per Ultraschall und natürlich die Schwangerschaftsgymnastik mit Vätern. Die ist wirklich toll. Wenn du mal einen Haufen Kerle sehen willst, die sich vollständig zum Affen machen, dann bist du da richtig. Seltsam auch, das die Kerle besser hecheln knnen.
Beklag dich nur nicht darüber, das du dauernd mitten in der Nacht irgendwelche Nahrungsmittel einkaufen musst, die sie sonst nie essen würde und die sie spätestens im Rahmen der Morgenübelkeit wieder los wird. Nimm es hin. Bald kennst du jede Nachttankstelle mit ihren speziellen Angeboten. Die Chips von Aral und der Käsedip von Shell. Das Malzbier muss von der Jet kommen.
Aber irgendwann sieht sie dann aus als ob sie einen Medizinball verschluckt hätte. Du bist längst am Ende deiner Nerven. Selbst die große Diskussion über die Art der Geburt hast du durchgestanden. Natürlich hast du dich nicht durchgesetzt. Es soll eine natürlich Geburt sein. Weil der Schmerz doch die Mutterbindung stärkt. Dafür braucht sie beim Zahnarzt dann eine Vollnarkose, um auch nur den Mund aufzukriegen.
Nun beginnen die Nächte in denen sie glaubt, das sie die Wehen hat. Das sind aber nur vier bis sechs Wochen und die Sache mit dem Schlaf hat sich für dich eh erledigt. Dann wird sie plötzlich aktiv. Sie kann über ihren Bauch zwar ihre Füße nicht mehr sehen, aber nun muss in der Wohnung umgeräumt oder renoviert werden. Nicht widersprechen. Das ist Teil der Geburt. Wenn du Glück hast, richtet sie nur wenig Chaos an. Dann platzt die Fruchtblase. Natürlich auf der weißen Leinencouch. Wo sonst.
Wenn du schlau bist, fahr mit dem Taxi ins Krankenhaus. Mit deinem eigenen Auto müsstest du alle paar Meter anhalten und eine Wehe abwarten. Im Krankenhaus angekommen ist natürlich nichts. Das ist wie mit den Zahnschmerzen beim Zahnarzt. Also Wehentropf, der macht Herzrasen beim Kind. Du kennst die Lösung, darfst sie aber nicht zu früh bringen. Irgendwann sind sie und die Hebamme plus die mittlerweile drei Ärzte es leid. Da sagst du das Zauberwort, Kaiserschnitt mit Spinalanästhesie. Erst ein wenig Widerspruch, wegen der fehlenden Natürlichkeit und so, aber dann geht es los. Dann geht es auch sehr schnell.
Wenn du so groß bist wie ich, kannst du über die Abdeckplane hinwegsehen und verfolgen wie sie deine Frau aufschneiden und das Zwergenkind rausholen. Nein du willst die Nabelschnur nicht durchtrennen. Sonst hörst du dein Leben lang, dass du den Bauchnabel versaut hast. Du nimmst das Kind verschmiert wie es ist pflichtschuldigst an und legst es der Mutter auf die Brust. Friede Freude Eierkuchen allenthalben. Dann stellt die Hebemme glücklicherweise fest, das es zu kalt für das Blag im OP ist. Du darfst mit dem Kind zurück auf Station.
Dann hast du es zum ersten Mal für dich alleine. Schäm dich nicht, du darfst dem Kind ruhig sagen was du fühlst. Es wird nichts weitererzählen. Du darfst es auch küssen und kontrollieren ob alles dran und an der richtigen Stelle ist. Für ein paar Momente ist es nämlich dein Kind.
Dann kommt die wilde Meute wieder. Du bist nur Vater um Taschen auf Station zu transportieren und eigentlich bist du überflssig. Sie ist müde und geschafft, das Baby auch. Also verdufte und geh dich besaufen. Das geht nur beim ersten Kind. Danach wartet zu Hause nämlich immer ein Kind auf dich. Das will nicht die Oma oder Tante Helga, das will dich, wenn Mama so einfach ins Krankenhaus gegangen ist.
Übrigens bekommst du dein Kind dann auch zu Hause manchmal für dich. Wenn das mit dem Fläschchen anfängt. Dann darfst du nachts, zuerst nur das Fläschchen machen, aber später darfst du auch füttern. Noch später musst du es. Aber das ist Klasse. In einem ruhigen Wohnzimmer mit deinem Baby alleine ist einfach toll. Da klappts auch mit dem Bäuerchen. Dann kommen erst die Dreimonatskoliken und dann die Zähne. Die sind gut für deine Sportlichkeit. Du erwanderst mit dem Baby auf dem Arm, dein ganzes Haus. Du siehst Stellen die dir noch nie aufgefallen sind. Du bist Vater.
Schon geht es los. Rund siebenhunderteinundsechzig unverrückbare Tatsachen werden dir geschildert, die eindeutig darauf hinweisen das sie schwanger ist. Egal wie abstrus das ganze auch ist. Mach einen auf wohlwollend und mitfühlend. Natürlich müsstest du jetzt langsam ins Büro. Egal. Wenn du jetzt gehst, leidest du den Rest dieser Beziehung darunter. Also greifst du die nicht ganz so bescheuerten Begründungen ruhig auf, bestätigst die Verdachtslage und bringst dann das entscheidende Wort. Schwangerschaftstest.
Natürlich braucht sie keinen Test. Sie kennt ja schließlich ihren Körper. Und sie ist ja auch schon drei Stunden und vierundzwanzig Minuten über ihre Tage hinaus. Sie muss einfach schwanger sein. Nun kommt es darauf an das du geschickt bist. Red mal von Kinderzimmer und sonstigen Beschaffungen. Frauen kaufen für ihr Leben gerne ein. Da kriegst du sie immer. Dann wenn sie am Haken hängt, dann sag ihr dass ihr natürlich nichts kaufen könnt, ohne sicher zu sein.
Schwangerschaftstest. Sie willigt ein und hurra. Nun sollst du natürlich gleich und sofort zur Apotheke und so einen Test holen. Langsam. Sag du willst Sicherheit und deinen Jugendfreund Karl anrufen, der Biochemiker oder sonstwas ist und ganz sicher den besten Test kennt. Eigentlich schade, das du ihn seit zwanzig Jahren aus den Augen verloren hast. Aber du bist frei. Als treusorgender Vater und Mann, darfst hungrig, aber mit einer echten Aufgabe dein Heim verlassen.
Du stoppst an dem Kiosk neben der Apotheke. Kaufst dir einen Kaffee und zwei belegte Brötchen, die du im Akkord verzehrst. Dann gehst du einfach in die Apotheke und verlangst einen Schwangerschaftstest. Scheiß egal, wer den Kram produziert hat. Nun bist du gewappnet. Wenn du Glück hast, kannst du das ganze noch ein paar Tage rauszögern, bist du offiziell den besten aller möglichen Tests gefunden hast.
Sie wird Mutter. Das du auch Vater wirst interessiert niemanden. Außer deiner Kreditkarte wirst du nicht mehr gebraucht. Vorläufig. Das ändert sich spätestens dann, wenn das Baby auf der Welt ist. Nun musst du die Einkaufslust bremsen. Niemand weiß ob es ein Männlein oder ein Weiblein wird und deshalb ist bei Klamotten und Kinderzimmer noch abwarten angesagt. Wenn du schlau bist, sprichst du von Mehrlingsgeburten in deiner Familie und du kriegst die Einkauferei im wesentlichen weg, bis sicher klar ist, das es nur eins mit einem bestimmten Geschlecht und gesund ist. Aber Einkaufen ist nicht dein größtes Problem.
Sie wird Mutter. Schlagartig verändert sich ihr Metabolismus. Sie kann jetzt nicht mehr zu ihrem Lieblingschinesen gehen, muss aber unbedingt bei Würger King so einen Matschburger auf dreckiger Tischplatte haben. Die Erdbeermarmelade die du so liebst, verbreitet beim Frühstück einen so ekelhaften Geruch, dass sie durch irgendeine rein chemische Aprikosendingsbums mit garantiert echten eingelegten Gummiteilchen ersetzt werden muss. Dein Badeschaum den du ja erst seit 12 Jahren benutzt, wird genauso gewechselt, wie die Farbe der Vorhänge. Rette bloß die Alten. Du brauchst sie noch.
Dazu kommen ständig neue Probleme. So drei Tage nach Feststellung der Schwangerschaft, werden die Beine dick und der Bauch muss eingecremt werden. Das du nichts siehst, liegt an deiner Ignoranz, also halt die Klappe. Dann kommt das erste Babyfoto per Ultraschall. Natürlich erkennst du nichts. Wie auch. Du sagst ja auch nichts aus einer Kristallkugel voraus. Aber halt die Klappe wenn sie dich fragt, ob du diese Flecken auf dem Bild nicht auch sooo süß findest. Dann bewegt sich das Kind. Das ist zwar biologischer Unfug, für dich aber Gottes Wort. Du hast den Fuß oder Ellebogen einfach zu fühlen. Das ist deine Aufgabe, du bist Vater.
Das der Hund, der Müll, das Einkaufen und große Teile des Haushaltes nun deine Aufgabe sind, ist auch klar. Die Investition in eine Putzfrau ist sinnlos. Sie wird in ihrer Schwangerschaft keine andere Stute in ihrem Beritt dulden. Schwangerschaft gegenüber anderen Frauen ist nämlich längst nicht so schön, wie Schwangerschaft gegenüber Männern. Weil Männer keine eigenen Schwangerschaftserfahrungen haben.
Das dein Arbeitszimmer, der einzige geeignete Raum für ein Kinderzimmer ist, musst du hinnehmen. Die drei anderen möglichen Räume passen eben nicht Zieh gleich in den Keller. Da bist du bis zum 14. Lebensjahr meist vor Ansprüchen der Kinder sicher. Danach wird dein Arbeitszimmer zum Partyraum. Aber es gibt sehr billige Gartenhäuschen im Baumarkt. Natürlich unbeheizbar. Für dich wird es reichen.
Dann kommt die Phase in der die Zweifel kommen, ob es richtig ist dieses Kind jetzt zu bekommen. Das diese Frage im vierten Monat nun wirklich durch Fakten erledigt ist, siehst auch nur du Trottel so. Danach kommt die Gewissensfrage ob Fruchtwasserspiegelung oder humangenetische Untersuchung. Diverse neue Babyfotos per Ultraschall und natürlich die Schwangerschaftsgymnastik mit Vätern. Die ist wirklich toll. Wenn du mal einen Haufen Kerle sehen willst, die sich vollständig zum Affen machen, dann bist du da richtig. Seltsam auch, das die Kerle besser hecheln knnen.
Beklag dich nur nicht darüber, das du dauernd mitten in der Nacht irgendwelche Nahrungsmittel einkaufen musst, die sie sonst nie essen würde und die sie spätestens im Rahmen der Morgenübelkeit wieder los wird. Nimm es hin. Bald kennst du jede Nachttankstelle mit ihren speziellen Angeboten. Die Chips von Aral und der Käsedip von Shell. Das Malzbier muss von der Jet kommen.
Aber irgendwann sieht sie dann aus als ob sie einen Medizinball verschluckt hätte. Du bist längst am Ende deiner Nerven. Selbst die große Diskussion über die Art der Geburt hast du durchgestanden. Natürlich hast du dich nicht durchgesetzt. Es soll eine natürlich Geburt sein. Weil der Schmerz doch die Mutterbindung stärkt. Dafür braucht sie beim Zahnarzt dann eine Vollnarkose, um auch nur den Mund aufzukriegen.
Nun beginnen die Nächte in denen sie glaubt, das sie die Wehen hat. Das sind aber nur vier bis sechs Wochen und die Sache mit dem Schlaf hat sich für dich eh erledigt. Dann wird sie plötzlich aktiv. Sie kann über ihren Bauch zwar ihre Füße nicht mehr sehen, aber nun muss in der Wohnung umgeräumt oder renoviert werden. Nicht widersprechen. Das ist Teil der Geburt. Wenn du Glück hast, richtet sie nur wenig Chaos an. Dann platzt die Fruchtblase. Natürlich auf der weißen Leinencouch. Wo sonst.
Wenn du schlau bist, fahr mit dem Taxi ins Krankenhaus. Mit deinem eigenen Auto müsstest du alle paar Meter anhalten und eine Wehe abwarten. Im Krankenhaus angekommen ist natürlich nichts. Das ist wie mit den Zahnschmerzen beim Zahnarzt. Also Wehentropf, der macht Herzrasen beim Kind. Du kennst die Lösung, darfst sie aber nicht zu früh bringen. Irgendwann sind sie und die Hebamme plus die mittlerweile drei Ärzte es leid. Da sagst du das Zauberwort, Kaiserschnitt mit Spinalanästhesie. Erst ein wenig Widerspruch, wegen der fehlenden Natürlichkeit und so, aber dann geht es los. Dann geht es auch sehr schnell.
Wenn du so groß bist wie ich, kannst du über die Abdeckplane hinwegsehen und verfolgen wie sie deine Frau aufschneiden und das Zwergenkind rausholen. Nein du willst die Nabelschnur nicht durchtrennen. Sonst hörst du dein Leben lang, dass du den Bauchnabel versaut hast. Du nimmst das Kind verschmiert wie es ist pflichtschuldigst an und legst es der Mutter auf die Brust. Friede Freude Eierkuchen allenthalben. Dann stellt die Hebemme glücklicherweise fest, das es zu kalt für das Blag im OP ist. Du darfst mit dem Kind zurück auf Station.
Dann hast du es zum ersten Mal für dich alleine. Schäm dich nicht, du darfst dem Kind ruhig sagen was du fühlst. Es wird nichts weitererzählen. Du darfst es auch küssen und kontrollieren ob alles dran und an der richtigen Stelle ist. Für ein paar Momente ist es nämlich dein Kind.
Dann kommt die wilde Meute wieder. Du bist nur Vater um Taschen auf Station zu transportieren und eigentlich bist du überflssig. Sie ist müde und geschafft, das Baby auch. Also verdufte und geh dich besaufen. Das geht nur beim ersten Kind. Danach wartet zu Hause nämlich immer ein Kind auf dich. Das will nicht die Oma oder Tante Helga, das will dich, wenn Mama so einfach ins Krankenhaus gegangen ist.
Übrigens bekommst du dein Kind dann auch zu Hause manchmal für dich. Wenn das mit dem Fläschchen anfängt. Dann darfst du nachts, zuerst nur das Fläschchen machen, aber später darfst du auch füttern. Noch später musst du es. Aber das ist Klasse. In einem ruhigen Wohnzimmer mit deinem Baby alleine ist einfach toll. Da klappts auch mit dem Bäuerchen. Dann kommen erst die Dreimonatskoliken und dann die Zähne. Die sind gut für deine Sportlichkeit. Du erwanderst mit dem Baby auf dem Arm, dein ganzes Haus. Du siehst Stellen die dir noch nie aufgefallen sind. Du bist Vater.
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#1
DK
am
08/17/10 um 09:18
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Schöner Text. Vielen Dank.












