Wer kennt ihn nicht den amerikanischen Traum "
Vom Tellerwäscher zum Millionär". Aber dieser Traum ist ausgeträumt. Auch wenn er wohl schon immer mehr ein Wunschtraum als Wirklichkeit war, ist die heutige Realität mehr als erschreckend.
Das amerikanische Mobility Projekt hat festzustellen versucht, in wieweit der amerikanische Traum der Aufwärtsmobilität von Eltern zu Kindern noch den Fakten entspricht und kommt dabei zu einem für die USA bedrückenden Ergebnis: Männer in den 30ern verdienen heute weniger als Männer der gleichen Altersgruppe in der Generation der Väter. Zweites Ergebnis: Bis auf Kanada sind die vier skandinavischen Länder weit besser dran als die anderen untersuchten, auch als Deutschland.
Während in Deutschland noch von weinseligen Politikern der Traum vom Aufschwung in XL geträumt wird, sind die Zeichen der Zeit in den USA schon zu erkennen. Ben Bernanke hat die auslaufenden Subventionen für die Finanzwirtschaft gerade verlängert und trotzdem fürchtet James Bullard der Gouverneur der regionalen Währungsbehörde in St. Louis offen
japanische Verhältnisse für die USA.
Er spricht vom Verfall der Preise und einer dauerhaften Deflation die ein jahrelanges Taumeln am Abgrund verursachen könnte. Bill Gross, der für die Allianz-Tochter Pimco den weltgrößten Anleihefonds verwaltet, hat sich vorsorglich im großen Stil mit amerikanischen Staatsanleihen eingedeckt, die im Falle einer Deflation steigen würden.
Es ist allerdings fraglich ob US-Staatsanleihen wirklich der große Wurf sind. Martin Hüfner fasst in seinem
Wochenkommentar die explizite und implizite (Verschuldung aus Renten- und Pensionsversprechungen, etc) Staatsverschuldung zusammen und kommt zu folgendem Ergebnis:
Explizite und implizite Staatsverschuldung zusammen genommen sind nicht etwa in Südeuropa am höchsten. Die größten Werte weisen vielmehr die USA und Großbritannien auf. Dann folgen mit weitem Abstand Frankreich und Deutschland. Dann Österreich. Am besten steht Spanien da. Das ist genau die umgekehrte Reihenfolge, die heute an den Finanzmärkten eingepreist ist.
Aber auch die explizite Verschuldung der USA reicht völlig aus um ein düsteres Bild zu zeichnen. Bereits 2.000 Milliarden beträgt der Bestand der FED an Schrottpapieren. Jeder Cent der wieder erwarten hereinkommt wird sofort benutzt um US-Staatsanleihen zu kaufen. Gleichzeitig muss die Regierung 10 Milliarden für Lehrer und 18 Milliarden für medizinische Hilfe an die Staaten der USA durchreichen um überhaupt den Betrieb wenigstens notdürftig aufrecht erhalten zu können.
Bezahlt werden soll das durch Kürzungen bei den Essensmarken um 12 Milliarden, was allerdings illusorisch ist, da es dann zu Hungeraufständen kommt, während die Polizei gerade massiv abgebaut wird. Da ist es schon fast beruhigend, das Fannie Mae im Moment nur 1,5 Milliarden braucht, während sich Freddie Mac mit 1,8 Milliarden bediente. Es ist nur noch lustig, wenn Barney Frank, Vorsitzender des Ausschusses für Finanzdienste im Repräsentantenhaus, fordert Fannie Mae und Freddy Mac einfach aufzulösen. Die Frage woher die knapp 200 Milliarden Dollar Steuergelder kommen sollen die bereits in den beiden dicken Schwestern stecken, bleibt allerdings unbeantwortet.
Klar aber ist vor allem, das der massive Ankauf von US-Staatsanleihen, der auch wohl noch ausgeweitet wird, die Aktienkurse und damit die Zinsen für Unternehmen beeinflusst. Mehr Geld in die Staatsanleihen bedeutet niedrigere Aktienkurse und höhere Zinsen für Unternehmen und Privatleute. Aber genau das, ist Gift für die Konjunktur und macht eine Deflation wahrscheinlicher.
Deutschland, mit seiner ausschließlichen Orientierung auf den Export, aber braucht, damit das falsche wirtschaftliche Konzept aufgeht, unbedingt den US-Markt. Aufgrund der wirtschaftlichen Probleme in China und Asien wird der Export dahin zurückgehen. Eine weitere Ausweitung des Exports in die EU ist aber kaum denkbar, weil dies nur mit Krediten die vermutlich nie zurückbezahlt werden können, möglich wäre.
Die Entwicklung im Ausland lässt sich nicht oder nur minimal beeinflussen. In Deutschland durch Mindestlohn und harte Besteuerung der Abzocker etwas zugunsten des Konsumklimas zu tun ist allerdings einfach. Damit könnte sofort begonnen werden.
In den vergangenen drei Jahren zeichnete sich die Geldpolitik der Federal Reserve, der US-Notenbank, vor allem durch viel Laxheit aus. Die Zinsen gingen in den Keller, Kredite wurden den Banken plötzlich zu nahezu null Prozent Zinsen hinterher geworfen... ...