Leute wie Gabriel wurden zu Zeiten meines Großvaters als Menschen ohne Kopf und Arsch bezeichnet. Heute sprechen wir davon, dass sie kein Rückgrat haben oder sich wie ein Fähnchen im Wind bewegen. Jeder dieser Vergleiche hinkt natürlich der grausamen Wahrheit hinterher. Aber Vergleiche sind ja immer nur Näherungsversuche.
Dabei machen es die Tatsachen ganz einfach. Für mich ist jemand ein Rassist, der andere aufgrund ihres Glaubens, ihrer Herkunft, ihrer sozialen Stellung oder ihrer Ethnie verfolgt, tötet, oder auch nur abwertend beurteilt. Selbstverständlich lassen sich die Auswirkungen des Nazi-Rassismus nicht ein zu ein auf unsere heutigen Rassisten übertragen, aber ich persönlich bin völlig davon überzeugt, das Rassismus immer die gleichen Wurzeln und schlussendlich auch immer die gleichen Auswirkungen hat.
Die Tatsache, dass unsere heutigen Rassisten noch keine Konzentrationslager bauen, liegt nicht darin, dass sie das nicht wollten. Es liegt nur daran, dass die Bevölkerung noch nicht so weit gebracht wurde, auch das zu tolerieren. Aber mittels Medien die ähnlich wie Spiegel und Springerpresse sich weit vorne mit ins Schlachtgetümmel stürzen, kann sich das sehr schnell ändern.
Fest steht, das Sigmar Gabriel bei der Verleihung des Gustav-Heinemann-Bürgerpreises 2010 am 19.04.2010 die Laudatio auf den Preisträger Heinz Buschkowsky hielt, und sich voll mit den rassistischen Standpunkten und Äußerungen von Buschkowsky solidarisierte. Er tat das ausdrücklich für die ganze SPD.
Natürlich ist jenseits aller Vorstellungswelten ausgerechnet jemand wie Buschkowsky mit einem Gustav Heinemann Bürgerpreis auszuzeichnen, weil Gustav Heinemann so ziemlich der genaue Gegensatz von Buschkowsky ist.
Tatsächlich sollte mit dieser Preisverleihung vor allem der Seeheimer Kreis beruhigt werden, der als Befehlsempfänger des Großkapitals schon das Unglück mit Hartz IV und den ständigen Abbau der sozialen Gemeinschaft in Deutschland vorrangetrieben hat und bis heute weitertreibt, der aber auch grundsätzlichen fremdenfeindlich und in vielen Bereichen geradezu islamophob ist.
Der fette Wendehals Gabriel hofft allerdings immer, dass die Menschen schnell vergessen. Dem ist allerdings nicht so. Alles was er bei Buschkowsky gelobt hat, sind rassistische und islamophobe Ausfälle, die sich zusätzlich noch gegen die Arbeitslosen richten. Genau das gleiche macht der Bundesbanker Thilo Sarrazin. Weder Gabriel, noch der nicht regierende, aber dafür ständig feiernde Partybürgermeister von Berlin, Wowereit sahen jemals einen Grund einzuschreiten.
Heute wo es auch für die Dümmsten, also auch für Politiker offensichtlich ist, wohin die Reise mit den Buschkowskis und den Sarrazins geht, tritt nun genau der Gabriel, der Buschkowsky laudierte, für einen freiwilligen Parteiausstritts Sarrazins ein. Plötzlich gilt wohl nicht mehr was er in seiner Laudatio sagte:
Auch Heinz Buschkowsky hat mit seiner Arbeit Schätze für unser Gemeinwesen produziert. Und er ist selbst so ein sozialdemokratischer „Schatz“, der dringend gezeigt werden muss. Nun ist er ja längst bundesweit bekannt und in eine Vitrine passt er auch nicht – Heinz, da haben wir war gemeinsam. Außerdem will er da auch gar nicht rein.
Aber das Vorstellen seiner Person und seiner Arbeit mit vielen anderen an seiner Seite dient natürlich einem Zweck: Nur durch gute Beispiele lernen wir. Meistens ist es ja so, dass alles, was misslingt, die dicksten Schlagzeilen erhält.
In Wahrheit wissen wir aber genau, dass gute Beispiele viel häufiger sind und wir alle davon mehr lernen können.
Und von Heinz Buschkowsky können wir viel lernen. Seine Biografie und sein politisches Leben zeigen das deutlich.
Und natürlich wollen wir zeigen, dass Heinz Buschkowsky Sozialdemokrat ist und wir stolz auf ihn sind. Er repräsentiert einen Teil der Sozialdemokratie, der besonders erfolgreich ist: die Kümmerer mit viel Verstand, einem großen aber eben auch einem heißen Herzen.
Entweder hat Gabriel, wie schon so oft, bei der Buschkowsky Laudatio gelogen um sein Pöstchen zu retten, oder er tut jetzt nur so, als ob er Sarrazin wirklich loswerden wolle. Da es ja klare Regeln für einen Parteiausschluss gibt, ist diese Aufforderung mit großer Sicherheit nur ein Feigenblatt. So kann Sarrazin in der SPD weiter für seine rassistischen Losungen werben und Gabriel kann darauf verweisen, dass er ja den Austritt gefordert habe.
Vermutlich ist Gabriel sogar mit Sarrazin und Buschkowski einer Meinung, sonst hätte er sich bei seiner Laudatio nicht soweit aus dem Fenster gehängt. Er, aber auch Wowereit werden sich wohl erklären, oder zurücktreten müssen.
Da dieser Artikel sicher wieder eifrige politische Staatsanwälte zu Klagen gegen mich motivieren wird, ist es vielleicht richtig ihnen und all den anderen Helfern des Rassismus einen Satz entgegenzuhalten, den Heinemann als Jungendlicher in einem Theaterstück schrieb:
Nie wird es mich reuen, der Wahrheit und dem Recht den Mund geliehen zu haben. Bringt mich nur durch rohe Gewalt zum Schweigen! Recht bleibt Recht! Vor dem Stuhle des Richters, der euch einst fordert, werdet Ihr mich hören müssen!
Tja die SPD hat nicht nur sonderbare und falsche Ansichten sondern auch die falsche Führung....wenn die weiterhin den Müntefering applaudieren da fällt mir auch nichts mehr ein, der gehört auch zum Altenteil....naja für die SPD gilt, einmal Verräter immer Verräter!
Man wie tief sind die nur gesunken!