Rontha 43
Dafür, dass ich diese ganze Raumfahrerei hasse, komme ich ganz schön rum. Eigentlich hatte ich mich ja nach dem Abschluss der Verwaltungsakademie auf Antiochia auf einen ruhigen Posten in irgendeiner Kolonie gefreut.
Sehr zum Leidwesen meiner Frau, die als Biochemikerin auch noch aus akarischen Feuerwanzen irgendwelche nützlichen Medikamente zu kochen versucht. Anders als die meisten Fachkollegen werde ich ständig auf wichtigere Posten versetzt. Böse Zungen behaupten zwar, meine schnellen Beförderungen ständen mit einigen unglücklichen Zufällen in Verbindung. Dem ist nicht so. Meine Vorgesetzten waren stets mit meiner Arbeit zufrieden und haben die von mir getroffenen Entscheidungen auch nachträglich noch unterstützt.
Im Grunde genommen läuft alles auf das alte Dilemma hinaus. Der Kampf zwischen uns Administratoren und den Wissenschaftlern und Technikern, die für die verrücktesten Dinge Geld in schwarzen Löchern versickern lassen oder zum Schutz der ebulanischen Roggennacktschnecke den Abbau von Werit verhindern und auch dafür noch Geld haben wollen. Selbst bei der zufälligen Vernichtung der Ursprungserde durch irgendwelche Transporterstrahlenanwendungen haben diese Nichtskönner versucht, die Schuld uns Administratoren zuzuschieben, weil angeblich die benötigte Energiemenge nicht genehmigt wurde. Als wenn Energie vom Himmel fallen würde.
Nehmen sie zum Beispiel meinen Einsatz auf der Unterwasserwelt Rhin 3. Meine Aufgabe bestand in der Abwicklung der Abfallwirtschaft. Vor der Verfahrensoptimierung durch mich, wurde der Abfall aller 20 Stationen täglich an die Oberfläche verbracht und dort entsorgt. Ich ließ den Abfall stationsnah lagern und monatlich abtransportiert, was die Kosten auf ein Minimum reduzierte. Selbst die Wissenschaftler hatten mir bestätigt das die Folien absolut undurchlässig seien und die vorgetragenen ökologischen Bedenken trafen auf die 30 Tage Frist nicht zu. Wer hätte also ahnen können, das irgendwelche Podisaurusse nichts besseres zu tun haben, als die Abfallpakete aufzubeißen und zu fressen. Angeblich waren diese Viecher vom Aussterben bedroht. In Wirklichkeit gab es so viele von ihnen, dass uns nach der Zerstörung unserer Stationen, in denen diese Bestien nach weiterem Futter suchten nur die Aufgabe von Rhin 3 blieb.
Das gleiche mit den redundanten Abwasserpumpen auf Alkos. Laut dem galaktischen Handlexikon bedeutet Redundanz, dass etwas öfter vorhanden ist als eigentlich nötig ist.
Im Klartext also etwas überflüssiges. Warum also soll ich Geld bereitstellen mit dem die Wartung und Ersatzteile von überflüssigen Pumpen finanziert wird? Erst nachdem die Station bis zur 46. Etage mit Fäkalien voll gelaufen war, geruhten die Herren Ingenieure zu erklären, dass sie unter Redundanz Ersatzsysteme verstehen, die anlaufen sollen, wenn die eigentlichen System kaputt sind. Mit dem Geruch wird die Station trotzdem noch ein paar tausend Jahre leben müssen.
Wir sind auf der Verwaltungsakademie eindringlich gewarnt worden. Die Technokraten sind grundsätzlich nicht bereit Verantwortung zu übernehmen und interessieren sich nie für die Kosten. Eigentlich ist schon meine Ehe ein Unding. Wenn ich sehe welche Mittel meine Frau für die Erforschung von Mausvogellarven oder bewegliche Leuchtschimmelpilze ausgibt, wie viel Transportkapazität da nutzlos vergeudet wird. Aber zum einen sind es ja keine Mittel aus meinem Budget und zum anderen sollen Frauen ruhig ein Hobby haben. Stricken wäre deutlich teurer, da das Rohmaterial so gut wie nicht mehr zu bekommen ist und wir es selbst bezahlen müssten. Außerdem liebe ich meine Frau. Aber gehen sie mir weg mit den Wissenschaften. Nichts haben die uns gebracht. Kein Transporterstrahl für fast kostenlose Beförderung von Waren und Personen. Statt dessen sind wir immer noch auf diese Raumjockeys angewiesen, die uns bei jeder sich bietenden Gelegenheit erklären das sie viel lieber neue Sternensystem erkunden möchten, als Erze und Lebensmittel zu transportieren. Ja, es gibt Hyperfunk. Na und? Es gibt auch Hyperfunkviertelsjahresabrechnungen. Wenn ich mir mal eine richtige böse Bürowoche gestalten will, überprüfe ich dieses Mittelverschwendungssysteme. Danach gibt es Hyperfunkverkehr nur noch mit meiner ausdrücklichen Genehmigung. Das schlimme ist, dass wir auch ankommende Sprüche bezahlen müssen, wenn die nicht schon von vornherein blockiert werden, was ich standardmäßig anweise.
Leider haben die Wissenschaftler versäumt, uns damals auf Elisa 23 mit normaler Post darauf hinzuweisen, dass ronindische Schwingfalter unbedingt mit Mezuran gefüttert werden müssen, damit ihre Schwingungen nicht den ganzen Planeten zerstören. Die Produktion von Schwingfalterparfum könnte heute noch laufen. Überhaupt diese ganze Angelegenheit mit extraterristischen Viechern. Bis auf ganz wenige Ausnahmen machen die nur Arbeit und verursachen Kosten. Intelligenz, geschweige denn so etwas wie eine organisierte Verwaltung haben wir nirgendwo gefunden. Meine Frau meinte zwar der bewegliche Leuchtschimmel auf Rinuin hätte versucht mit uns in Kontakt zu treten. Ich weiß nur, dass er zusammen mit dem Sauerstoff den wir für eine vernünftige Arbeitsatmosphäre brauchen, wie Nitroglyzerin reagiert hat. Hätten wir vielleicht den Schimmel fragen sollen wie er es denn am liebsten hätte?
Auch die Arbeiter bereiten immer mehr Probleme. Eigentlich benötigen wir gar keine Arbeiter mehr. Im Lurian-Bergbau auf Isus-Agak mussten wir aufgrund gewerkschaftlicher Bestimmungen für je zehn Produktionssysteme einen Arbeiter einstellen und den sogar mit Gewinnanteilen entlohnen. Außer Wettrennen mit Elektroautos haben die nichts zu tun gehabt. Als die Transporter für die Beförderung von tiefgekühlten Lebensmitteln in ihren leeren Erzfrachtern eine Beobachtungsgebühr haben wollten – sie hätten die Container überhaupt nicht beobachten können – haben wir die Situation allen Arbeitern erklärt. Sie waren einverstanden dass nur alle drei Monate derartige Kost geliefert wird, um ihre Gewinnanteile nicht zu schmälern. Sie hätten den Aufstand erleben müssen, als zwei Lieferungen hintereinander verdorben waren. Dabei hatten wir Nudeln und Konserven im Überfluss. Nein. Sie haben lieber die Anlagen zerstört. Gut die Konserven bestanden zu gleichen Teilen aus Sojafleisch mit roter Tunke und Bohnen mit Sojafleisch. Da muss irgendein Computerprogramm in der Zentrale Mist gebaut haben. Aber was konnten die Maschinen dafür.
Nun also Rhonta 43. Wieder eine kaum zu bewältigende Aufgabe. Rhonta 43 ist der einzige Planet im bekannten Universum auf dem Gras und Heu gedeihen. Das sind Pflanzen von der alten Erde, die nur einen Nutzen haben nämlich tierische Artefakten von der Erde als Futter zu dienen. Diese Tiere leben laut dem Handbuch für Planeten in einer seltsamen Familiengemeinschaft die sich Rinder nennt. Zu jeder Familie gehören Kälber, Färsen, Stiere, Ochsen und Kühe und die Population kann nur erhalten werden wenn alle diese Viecher gleichzeitig vorhanden sind. Wahrscheinlich tanzen die Kälber und Färsen um die Ochsen die die Stiere befruchten während die Kühe die Sonnen anbeten oder so ähnlich. Einen Nutzen haben diese komplizierten Viecher natürlich nicht. Dafür liegt direkt unter der obersten Erdschicht von Rhonta 43 Werit, das im Tagebau abgebaut werden kann. Allerdings würden dann Gras und Heu nicht mehr wachsen und diese Rinder fressen angeblich nichts anderes, was mich bei deren komischen Liebesleben nicht wundert. Meine Frau hält die Viecher natürlich für wichtig und will aus denen sogar Käse gewinnen. Leider soll Rhonta 43 Werit erzeugen und nicht Käse, was auch immer das sein mag. Da werden die Rinder wohl schnell lernen müssen etwas anderes zu fressen.
Im Grunde genommen läuft alles auf das alte Dilemma hinaus. Der Kampf zwischen uns Administratoren und den Wissenschaftlern und Technikern, die für die verrücktesten Dinge Geld in schwarzen Löchern versickern lassen oder zum Schutz der ebulanischen Roggennacktschnecke den Abbau von Werit verhindern und auch dafür noch Geld haben wollen. Selbst bei der zufälligen Vernichtung der Ursprungserde durch irgendwelche Transporterstrahlenanwendungen haben diese Nichtskönner versucht, die Schuld uns Administratoren zuzuschieben, weil angeblich die benötigte Energiemenge nicht genehmigt wurde. Als wenn Energie vom Himmel fallen würde.
Nehmen sie zum Beispiel meinen Einsatz auf der Unterwasserwelt Rhin 3. Meine Aufgabe bestand in der Abwicklung der Abfallwirtschaft. Vor der Verfahrensoptimierung durch mich, wurde der Abfall aller 20 Stationen täglich an die Oberfläche verbracht und dort entsorgt. Ich ließ den Abfall stationsnah lagern und monatlich abtransportiert, was die Kosten auf ein Minimum reduzierte. Selbst die Wissenschaftler hatten mir bestätigt das die Folien absolut undurchlässig seien und die vorgetragenen ökologischen Bedenken trafen auf die 30 Tage Frist nicht zu. Wer hätte also ahnen können, das irgendwelche Podisaurusse nichts besseres zu tun haben, als die Abfallpakete aufzubeißen und zu fressen. Angeblich waren diese Viecher vom Aussterben bedroht. In Wirklichkeit gab es so viele von ihnen, dass uns nach der Zerstörung unserer Stationen, in denen diese Bestien nach weiterem Futter suchten nur die Aufgabe von Rhin 3 blieb.
Das gleiche mit den redundanten Abwasserpumpen auf Alkos. Laut dem galaktischen Handlexikon bedeutet Redundanz, dass etwas öfter vorhanden ist als eigentlich nötig ist.
Im Klartext also etwas überflüssiges. Warum also soll ich Geld bereitstellen mit dem die Wartung und Ersatzteile von überflüssigen Pumpen finanziert wird? Erst nachdem die Station bis zur 46. Etage mit Fäkalien voll gelaufen war, geruhten die Herren Ingenieure zu erklären, dass sie unter Redundanz Ersatzsysteme verstehen, die anlaufen sollen, wenn die eigentlichen System kaputt sind. Mit dem Geruch wird die Station trotzdem noch ein paar tausend Jahre leben müssen.
Wir sind auf der Verwaltungsakademie eindringlich gewarnt worden. Die Technokraten sind grundsätzlich nicht bereit Verantwortung zu übernehmen und interessieren sich nie für die Kosten. Eigentlich ist schon meine Ehe ein Unding. Wenn ich sehe welche Mittel meine Frau für die Erforschung von Mausvogellarven oder bewegliche Leuchtschimmelpilze ausgibt, wie viel Transportkapazität da nutzlos vergeudet wird. Aber zum einen sind es ja keine Mittel aus meinem Budget und zum anderen sollen Frauen ruhig ein Hobby haben. Stricken wäre deutlich teurer, da das Rohmaterial so gut wie nicht mehr zu bekommen ist und wir es selbst bezahlen müssten. Außerdem liebe ich meine Frau. Aber gehen sie mir weg mit den Wissenschaften. Nichts haben die uns gebracht. Kein Transporterstrahl für fast kostenlose Beförderung von Waren und Personen. Statt dessen sind wir immer noch auf diese Raumjockeys angewiesen, die uns bei jeder sich bietenden Gelegenheit erklären das sie viel lieber neue Sternensystem erkunden möchten, als Erze und Lebensmittel zu transportieren. Ja, es gibt Hyperfunk. Na und? Es gibt auch Hyperfunkviertelsjahresabrechnungen. Wenn ich mir mal eine richtige böse Bürowoche gestalten will, überprüfe ich dieses Mittelverschwendungssysteme. Danach gibt es Hyperfunkverkehr nur noch mit meiner ausdrücklichen Genehmigung. Das schlimme ist, dass wir auch ankommende Sprüche bezahlen müssen, wenn die nicht schon von vornherein blockiert werden, was ich standardmäßig anweise.
Leider haben die Wissenschaftler versäumt, uns damals auf Elisa 23 mit normaler Post darauf hinzuweisen, dass ronindische Schwingfalter unbedingt mit Mezuran gefüttert werden müssen, damit ihre Schwingungen nicht den ganzen Planeten zerstören. Die Produktion von Schwingfalterparfum könnte heute noch laufen. Überhaupt diese ganze Angelegenheit mit extraterristischen Viechern. Bis auf ganz wenige Ausnahmen machen die nur Arbeit und verursachen Kosten. Intelligenz, geschweige denn so etwas wie eine organisierte Verwaltung haben wir nirgendwo gefunden. Meine Frau meinte zwar der bewegliche Leuchtschimmel auf Rinuin hätte versucht mit uns in Kontakt zu treten. Ich weiß nur, dass er zusammen mit dem Sauerstoff den wir für eine vernünftige Arbeitsatmosphäre brauchen, wie Nitroglyzerin reagiert hat. Hätten wir vielleicht den Schimmel fragen sollen wie er es denn am liebsten hätte?
Auch die Arbeiter bereiten immer mehr Probleme. Eigentlich benötigen wir gar keine Arbeiter mehr. Im Lurian-Bergbau auf Isus-Agak mussten wir aufgrund gewerkschaftlicher Bestimmungen für je zehn Produktionssysteme einen Arbeiter einstellen und den sogar mit Gewinnanteilen entlohnen. Außer Wettrennen mit Elektroautos haben die nichts zu tun gehabt. Als die Transporter für die Beförderung von tiefgekühlten Lebensmitteln in ihren leeren Erzfrachtern eine Beobachtungsgebühr haben wollten – sie hätten die Container überhaupt nicht beobachten können – haben wir die Situation allen Arbeitern erklärt. Sie waren einverstanden dass nur alle drei Monate derartige Kost geliefert wird, um ihre Gewinnanteile nicht zu schmälern. Sie hätten den Aufstand erleben müssen, als zwei Lieferungen hintereinander verdorben waren. Dabei hatten wir Nudeln und Konserven im Überfluss. Nein. Sie haben lieber die Anlagen zerstört. Gut die Konserven bestanden zu gleichen Teilen aus Sojafleisch mit roter Tunke und Bohnen mit Sojafleisch. Da muss irgendein Computerprogramm in der Zentrale Mist gebaut haben. Aber was konnten die Maschinen dafür.
Nun also Rhonta 43. Wieder eine kaum zu bewältigende Aufgabe. Rhonta 43 ist der einzige Planet im bekannten Universum auf dem Gras und Heu gedeihen. Das sind Pflanzen von der alten Erde, die nur einen Nutzen haben nämlich tierische Artefakten von der Erde als Futter zu dienen. Diese Tiere leben laut dem Handbuch für Planeten in einer seltsamen Familiengemeinschaft die sich Rinder nennt. Zu jeder Familie gehören Kälber, Färsen, Stiere, Ochsen und Kühe und die Population kann nur erhalten werden wenn alle diese Viecher gleichzeitig vorhanden sind. Wahrscheinlich tanzen die Kälber und Färsen um die Ochsen die die Stiere befruchten während die Kühe die Sonnen anbeten oder so ähnlich. Einen Nutzen haben diese komplizierten Viecher natürlich nicht. Dafür liegt direkt unter der obersten Erdschicht von Rhonta 43 Werit, das im Tagebau abgebaut werden kann. Allerdings würden dann Gras und Heu nicht mehr wachsen und diese Rinder fressen angeblich nichts anderes, was mich bei deren komischen Liebesleben nicht wundert. Meine Frau hält die Viecher natürlich für wichtig und will aus denen sogar Käse gewinnen. Leider soll Rhonta 43 Werit erzeugen und nicht Käse, was auch immer das sein mag. Da werden die Rinder wohl schnell lernen müssen etwas anderes zu fressen.




















Die meisten Probleme entspringen der weitverbreiteten Unsitte verantwortungsvolle Posten mit Personen zu besetzten die an fortgeschrittener Egomanie leiden. Bei Behörden und Organisationen mit ausgeprägten Hierarchien kann daher auch leicht der Eindruck von Irrenanstalten entstehen. Die bieten auf Grund ihrer Struktur das ideale Biotop für diese Krankheit. Deren umfangreiches Belohnungssystem sorgt für seine Egomanen.
Erfolg, koste was er will, verschafft ihnen Befriedigung, ihr Glück finden sie im Unglück das sie anderen zufügen.