Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses, Winfried Hermann (Grüne), hat mit Schrecken
bemerkt dass es bei der Bahn in Deutschland, in den nächsten zehn Jahren wohl keinen Ausbau geben wird, weil alle Mittel längst verplant sind und sinnlos verprasst werden Das war klugen Leuten schon seit langem klar. Mehdorn und jetzt Grube wollen nur an die Börse und nicht Eisenbahn veranstalten. Es geht um Spekulation nicht um Betrieb.
"Wichtige Strecken, die die Wachstumschancen des Schienenverkehrs bestimmen, haben keine Chance, in Angriff genommen zu werden." Als Beispiel nennt er die Strecken von Karlsruhe nach Basel, den Lückenschluss von Frankfurt nach Mannheim, den Rhein-Ruhr-Express in Nordrhein-Westfalen oder auch den Ausbau zum bayerischen Chemiedreieck von München nach Mühldorf. "Bei keinem dieser Projekte wird es in den nächsten zehn Jahren einen Baubeginn oder nennenswerten Baufortschritt geben", sagt Hermann.
Sein Vorschlag Stuttgart 21 zu stoppen, ist zwar richtig, aber nach dem Beginn des Abbruchs wird diese Maßnahme als unumkehrbar bezeichnet, wohl auch weil das Kapital die Gewinne daraus schon fest eingeplant hat. Damit ist Winfried Hermann, dann aber auch schon am Ende. Ähnlich wie die Grünen an sich, reicht es ihm etwas gesagt zu haben, was dann keine Folgen hat.
Was Hermann nicht erwähnt, ist, dass die Bahn nach ihrer streng vertraulichen Mittelfristplanung
von 2010 - 2014 die Gewinne deutlich steigern will.
Theoretisch bleiben dem Bahn-Konzern nur drei Möglichkeiten, den Gewinn mit dem Netz zu steigern: Der Konzern kann die Trassenpreise erhöhen, also die Gebühr zur Nutzungen des Netzes. Er kann die Zahl gefahrener Zugkilometer steigern oder die Investitionen runterfahren. Kaum weniger groß sind die Herausforderungen in der Sparte Fernverkehr.
Wie sich die Bahn entscheiden wird, hat sie in der Vergangenheit bereits gezeigt. Sie wird das deutsche Schienensystem weiter verfallen lassen und Strecken still legen. Gleichzeitig wird die Wartung noch weiter heruntergefahren und alle Investitionen die nicht in den Fernverkehr auf den Schnellstrecken gehen, werden entfallen. Für Regionalverkehr, ÖPNV und den Güterverkehr wird kein Geld da sein.
Gleichzeitig wird die Bahn mit Schenker beim Gütertransport in Deutschland noch mehr auf die Straße setzen und damit den Güterverkehr mit der Bahn im wesentlichen abschaffen. Dafür baut sie sich als internationale Bahn weiter aus, um für die Börse interessanter zu werden. Mit dem Kauf des britischen Verkehrsunternehmen Arriva, hat die Bundesbahn 1,8 Milliarden verpulvert, die nie Gewinne erwirtschaften werden.
Die Zug- und Busverkehre von Arriva in Großbritannien sowie in elf weiteren europäischen Ländern werden ein ewiges Zuschussgebiet bleiben. Das Unternehmen wurde ja nicht verkauft, weil es so gut läuft, sondern weil damit einfach kein Erfolg zu erzielen ist. Aber die Bahn bläht sich auf. Sie will vom Frosch zum Riesenochsenfrosch werden und hofft damit in eine Situation zu kommen, in der sie die Politik erpressen kann.
Hermann weiß dies alles, aber er redet nur. Natürlich nicht zu wichtigen und machbaren Themen sondern wie alle Grünen nur am Rande herum. Mit den Grünen ist zwar in Zukunft Atomkraft beliebig verlängerbar, aber an der Bahn haben sie kein Interesse. Vielleicht könnte Herr Hermann seine Pfründe als Vorsitzender des Verkehrsausschusses jemand überlassen, der sachkundig und an der Materie interessiert ist.
Im Prinzip ein Konkurrenzunternehmen, welches Ausschreibungen gegen die Bahn gewonnen hat, dort Lohndumping für Lokführer betreibt. Jetzt sind die pleite, die Bahn kauft sie auf und...klar: behält sie als Subunternehmen.
Inklusive natürlich der niedrigen Bezahlung für die Mitarbeiter dort.
Is doch prima.