Die Maul- und Klauenseuche wütet mal wieder in England. Das letzte Mal machte sie das vor sechs Jahren und die Bilder von brennenden Rinderkadavern gingen um die Welt. Trotzdem wollte die EU nicht erneut in einen groß angelegten Impfzirkus mit mehr als zweifelhaftem Erfolg einsteigen:
Eine Impfung von Tieren gegen MKS ist möglich, bietet aber wenig Schutz. Es gibt etwa 60 verschiedene Subtypen des Erregers. Die Tiere lassen sich nicht mit einem "Cocktail" gegen alle diese Arten immunisieren. Daher hat die EU die auch wirtschaftlich fragwürdige vorbeugende Impfung 1991 eingestellt.
Mit geimpften Tieren darf in der EU nicht gehandelt werden, denn sie entwickeln in ihrem Blut Antikörper gegen den Impfstoff. Diese Antikörper lassen sich nicht von jenen unterscheiden, die im Blut von kranken Tieren zirkulieren. Eine Unterscheidung zwischen einem geimpften und einem kranken Tier ist deshalb nicht möglich.
Sonst fördert die EU doch jeden Unfug. Sechs Jahre lang haben die Lobbyisten erfolglos für die große Abzocke gekämpft. Nun mussten wieder einmal Fakten geschaffen werden. Ein neuer Ausbruch war überfällig. Das ist genau wie bei dem Maiswurzelbohrer der wunschgemäß zum von Monsanto gebrauchten Zeitpunkt auftrat.
Die Zeit versichert uns ja dann ja auch auftragsgemäß, das das fatale Virus ohne Herkunft ist. Aber weil selbst die Zeit weiß, das es nichts ohne Herkunft gibt, bemüht sie Staubwolken aus der Sahara und verzichtet nur auf die kleinen grünen Männchen:
Vielleicht war es tatsächlich die Flut, die das Virus aus dem Untergrund in die britische Realität spülte. Oder es entwich tatsächlich aus einem der zwei Labore in Pirbright nahe der betroffenen Viehbestände in der Grafschaft Surrey, die mit dem Erreger arbeiteten. Es könnte aber auch ganz anders sein.
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Denn auch der Wind kann den Keim über weite Strecken verteilen, als gesichert gilt eine Reichweite von bis zu 60 Kilometern. Ein amerikanischer Geologe äußerte vor vier Jahren gar den Verdacht, der große Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Großbritannien und Mitteleuropa habe 2001 mit einer riesigen, virulenten Staubwolke aus der Sahara begonnen.
Ist es nicht schön. Aids und die Legionärskrankheit, Ebola, alles kann vom Wind aus der Sahara nach überall geweht werden. Da höre ich doch leise Bob Dylan klingen: "The answer, my friend, is blowin' in the wind,
The answer is blowin' in the wind.". Es ist wirklich schön.
Allerdings erkennt selbst die Welt das es wohl nicht der Wind ist und berichtet:
Eine Untersuchung des Labors der US-Pharmafirma Merial Animal Health in der Nähe des ersten Seuchenherdes habe bislang keine Beweise für eine Verbindung mit dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche ergeben, teilte das Unternehmen mit. In dem Labor waren im Juli größere Mengen an Impfstoffen aus einem abgeschwächten Virusstamm der Seuche hergestellt worden.
Derselbe Stamm war am Freitag bei Rindern einer fünf Kilometer entfernten Farm entdeckt worden. Daraufhin wurden auf dieser und einer benachbarten Farm bislang rund 120 Rinder getötet.
Natürlich sind Viren vom gleichen Stamm kein Beweis für die Schuld der US-Pharmafirma Merial Animal Health, Spermaspuren tief im inneren eines Vergewaltigungsopfers die dem Täter zuzurechnen sind, sind ja auch kein Beweis. Die Pharmabude hat natürlich auch kein Motiv. Schlimmstenfalls war es ein Unfall. Absicht. Nein. Natürlich nicht. Das kann doch gar nicht sein. Das darf doch gar nicht sein.
Ich höre meinen Freund den Maiswurzelbohrer in der Maiswurzel kichern. Natürlich besteht auch für Deutschland keine Gefahr, das versichert uns der Agrarstaatssekretär Gerd Müller, dem wir natürlich bedingungslos glauben. Bis ein CIA-Flugzeug eben mal nicht deutsche Entführungsopfer nach Guantanamo fliegt oder Maiswurzelbohrer verstreut, sondern mal eben ein paar Milliarden Viren MKS vom Himmel fallen lässt. Schließlich geht es um globale Märkte. Die müssen erschlossen werden. Koste es wen es wolle.



















