Ute Scheub beschäftigt sich in ihrem Buch "Heldendämmerung" mit der Identitätskrise der Männer - die übrigens nicht nur für Männer sondern genauso für Frauen schlecht, wenn nicht sogar gefährlich ist.
Die männliche Identität ist fragiler als die weibliche, sagt sie, und: "Männliche Identität kriselt heutzutage ganz oben und ganz unten, unter Bankmanagern genauso wie unter erwerbslosen Slumbewohnern, unter weißen US-Amerikanern genauso wie bei den Taliban. Die weltweite Vorherrschaft des weißen Mannes ist definitiv gebrochen, und nun streiten sich etliche um den frei werdenden Posten des Vorstandsvorsitzenden der Welt AG." Die Krise wurde ausgelöst durch Emanzipation, Globalisierung und aktuelle Wirtschaftskrise.
Aber die "frei werdenden Posten" sollten gar nicht mehr besetzt werden. Stattdessen sollten Männer und Frauen in ein gleichberechtigtes Miteinander hineinwachsen. Es gibt kein Zurück und es gibt keine Alternative.
Untersuchungen zeigen, dass es allen Mitgliedern einer Gesellschaft – Männern, Frauen und Kindern – besser geht, wenn die Geschlechter möglichst gleichberechtigt sind. Sollte man die Männer nicht an Bord holen, wenn es darum geht, Demokratie und Gleichberechtigung in unseren Gesellschaften durchzusetzen?
Männer sollten in ihrem ureigenen Interesse an Bord des Dampfers klettern, der Richtung Geschlechtergleichheit geht. Zum Glück gibt es eine weltweit wachsende Bewegung engagierter Männer, die genau das tun – in meinem Buch berichte ich darüber. Zahlreiche Studien belegen: Das Patriarchat schadet der männlichen Gesundheit, verkürzt das Lebensalter und versaut das Lebensglück von Männern. Denn entgegen dem Tunnelblick mancher Feministin ist die Mehrheit der Opfer der zahlreichen Formen männlicher Gewalt ebenfalls männlich. Umgekehrt aber gilt: Staaten mit vergleichsweise hoher Gleichberechtigung sind innen- und außenpolitisch deutlich friedlicher als patriarchalische Staaten, die Menschen dort sind wohlhabender und glücklicher, sie leben länger und zufriedener. Mich hat bei meinen Nachforschungen selbst überrascht, dass »Gedöns«, wie Ex-Bundeskanzler Schröder Geschlechterpolitik einmal nannte, einen so sagenhaft hohen positiven Wirkungsgrad hat – und zwar auch für Männer!
Also, nehmen wir es hin - wenn auch unter gebotener Vorsicht -, dass Männer wie Berlusconi, Sarkozy oder Putin noch eine Weile auf überbordende Männlichkeit setzen, um ihre Macht und Vorherrschaft zu demonstrieren. Es handelt sich wahrscheinlich um Phänomene des Übergangs. Konzentrieren wir uns auf die Zukunft, wenn intelligente, und vielleicht auch mächtige Männer, gelernt haben, den Männlichkeitswahn zu hinterfragen. Frauen waren nur ein paar Jahrzehnte früher daran, die schädlichen Wirkungen des Weiblichkeitswahns zu durchschauen und nach und nach über Bord zu werfen.
Zitate aus:
Magazin Süddeutsche Zeitung und einer hier zugängigen Leseprobe.
Ob ich bereit bin vom einen auf den nächsten trägen Dampfer zu steigen, kann ich dir nicht versprechen.
Was ich jedoch geben kann ist meine längst gegebene Zusage an die Geschlechterdemokratie.
Wenn in einer Paarbeziehung die Rollen aus freien Stücken und entsprechend Themenschwerpunkten, Veranlagungen und Kompetenzen verteilt werden, dann sollte sich hieran niemand von außen daran stören.
Insoweit präferiere ich den Begriff "Gleichberechtigung".
Mit dem Begriff "Gleichstellung" habe ich allerdings ein Problem. Dieser beinhaltet unmittelbares Einwirken von außen und das verbitte ich mir.
Kommt der Begriff "Gleichstellung" im Buch vor?
Dann ist das Werk leider nichts für mich!
Zudem: Diese ewigen Abwägungen zwischen Männern und Frauen, die du hier einspielst, gehen mir mittlerweile auf den Zeiger.
"Die männliche Identität ist fragiler als die weibliche, sagt sie, und: "Männliche Identität kriselt heutzutage ganz oben und ganz unten...""
Ersteres ist schlicht Blödsinn und Zweiteres ignoriert die leidlich existente Mitte.
Richtig ist, dass Männer heute häufig leiden.
Sie leiden unter stetig wachsendem Druck von Arbeitgebern ebenso, wie unter stetig wachsendem Druck vonseiten der Mütter ihrer Kinder. Mehr als 110.000 Sorgerechtsverfahren und beinahe 50.000 Umgangsverfahren, im Jahr 2009, sprechen hier eine deutliche Sprache.
Nimm einen Pappkameraden wie mich als Beispiel!
Ich bin genau hieran gescheitert und hatte das Handtuch geschmissen.
Ich konnte jedoch nur das eine bestimmte Handtuch schmeißen, das Handtuch Familie.
Ich hatte keine andere Wahl.
Die Mutter des gemeinsamen Kindes lässt sich allgemein als arme alleinerziehende Mutter bemitleiden,feiern und hofieren, während ich, zum Zahlesel degradiert, tiefe Furchen in den steilen Hang trete und als rechter Maskulist, Rabenvater und ungeeigneter Partner diffamiert werde.
Achso, was das Kind macht?
Danach fragte bisher niemand und kommt grad´ ein wenig überraschend.
Danke der Nachfrage, aber es geht ihm den Umständen entsprechend lala.
Besser kann ich es nicht formulieren. Am besten du fragst es selbst, wenn es mich zum nächsten Umgangstermin begrüßt hat.
Es ist absolut empfehlenswert. Ob der Begriff "Gleichstellung" darin vorkommt, könnte ich so aus der Erinnerung nicht sagen, halte es aber auch nicht für wesentlich. In diesem Buch geht es um ernsthafte Hintergründe, nicht um Einzelschicksale.
Jedes Einzelschicksal ist anders und so wie du, Ralph, dich von ungerechten Gesetzen diskriminiert fühlst, gibt es viele andere Menschen allen Geschlechts, die sich von Dingen, die dich bevorzugen, in ihrem Leben benachteiligt fühlen. Das sind die Seiten der Medaille. Das Buch "Heldendämmerung" geht auf die möglichen Ursachen und Hintergründe für dieses ein und lässt mögliche Ungerechtigkeiten in Einzelschicksalen eher unberücksichtigt. Wie sagt man so schön? "Man kann es nicht allen recht machen." So ist das. Und es ist in der Tat so, dass die Männerrolle heute fragiler ist, als die Frauenrolle. Weil eben die alte patriarchale Rolle nicht mehr wirklich funktioniert, aber noch keine neue Position gefunden wurde. Dies gilt wieder generell - einzelne Männer mögen ihre persönliche Position durchaus gefunden haben. Aber darum geht es hier nicht. Das Buch ist auch gar nicht böse, und es richtet sich in keiner Weise "gegen" Männer. Es analysiert lediglich sehr klug die Entwicklung der Geschlechterollen und insbesondere die in unserer Zeit stockende Entwicklung der "männlichen" Rolle. Sowie die Probleme, die unseren Gesellschaften daraus erwachsen.
Lies es!
Die Wahrheit ist, es gab noch nie die viel besungene Ungleichberechtigung. Gleichberechtigung ist ein Mythos, vielmehr ging und geht es immer um das Überleben des Stärkeren. Und eben jenes Überleben wird gefährdet, wenn "die Frau" durch politische Entscheide von ihrer Rolle entbunden wird. Um über jeden Zweifel erhaben zu sein, sollte der kritische Leser sein Augenmerk auf den demografischen Wandel lenken. Dieser ist keine Fiktion sondern das Resultat falsch verstandener Emanzipation.
Wanderer, wen willst Du eigentlich verscheißern?
Kriege, Geld, Macht, die meisten für Menschen schlechte Einflüsse sind keine Frage des Geschlechts sondern der Position. Das Erkennen erfordert keine Forschung und keine statistische Auswertung. Nur ein bisschen Beobachten.
Ich fand einfach nur die Bestätigung durch Berichte in Zeitungen und dergleichen. Mit der Emanzipation und Führungsrollen von Frauen fanden sich auf einmal auch weibliche Wesen in den Listen "Herzinfarkt durch Stress". Das ist alles beliebig fortsetzbar. Interessante waren auch die eiserne Maggie, oder auch jetzt die Mutter der Nation.
Wenn Macht/Geld ins Spiel kommt ist die Rücksichtslosigkeit und Hörigkeit bei beiden Geschlechtern gleich lausig.
Zur Info: Es gibt keine Hausarbeit die ich nicht kann und ausführe. Wir haben einfach Lösungen gefunden wer welche Hausarbeit übernimmt. Ohne Diskussion. Es ergab sich einfach und war irgendwie eine natürliche Lösung unter Berücksichtigung von Neigung und Geschicklichkeit.
Für mich (wieder) ein unnötiges Buch.
Gruß aus Baden
Husch, husch, zurück ins 19. Jahrhundert! Wer über demographischen Wandel philosophiert, sollte wissen, wie die Geschichte lief und läuft!
@Norbert:
Über ein Buch als "unnötig" zu urteilen, dass mensch gar nicht gelesen hat, finde ich schon etwas - sagen wir mal - unüberlegt.
Und bitte nicht Ursache und Wirkung verwechseln, gell? Was war zuerst da, Henne oder Ei? Was war zuerst da, Machtstrukturen, die den Weg zur Macht vorgeben oder Menschen, die Macht erlangten? Oder bedingt sich nicht beides wechselweise?
Das zu erforschen, bedarf es durchaus intelligenter Analysen und Forschungen. Mit einfachem "Beobachten" im persönlichen Umfeld ist es bei weitem nicht getan, nur weil du mit deiner/deinem Partner_in die Hausarbeit teilst, heißt das ja nicht, dass die intelligente Aufteilung von Arbeit nun überall so einfach stattfände. Sieh dich doch mal um!