Merkel, Konterrevolution und ein Leserbrief mit Verschwörungstheorie
Es ist nur allzu natürlich, dass ein Autor der so schreibt wie ich, auch regelmäßig Prügel bekommt. Einige tun das in Kommentaren, andere gebrauchen das Kontaktformular und einige schreiben mich direkt an. Mein Artikel über Merkels Exportwahn hat nicht etwa die Freunde der Frau Merkel - so sie denn welche hat - ereifert, sondern einen häufigen Leser in Wut versetzt und der hat sich diese Wut vom Herzen geschrieben. Schreibfehler sind übrigens dieser Wut und nicht seinem Unvermögen zuzuschreiben.
Normalerweise veröffentlicht man solche Mails nicht, aber diesmal muss es sein um endlich einen wichtigen Dialog anzustoßen. Deshalb hier der Text:
Der Leser ist nicht gerade ein Fan von Merkel hat aber den wesentlichen Ansatz meines Artikels einfach ignoriert. Mir ging es darum klarzumachen, dass irgendwer die Exporterfolge bezahlen muss und deshalb habe ich die Parallele zwischen den "Exporterfolgen" der DDR und den aktuellen deutschen Exporterfolgen aufgezeigt.
Stattdessen erklärt mir der Leser etwas über eine Konterrevolution die aus Teilen der KPDSU und der SED gekommen sein soll. Die Geschichte von der Konterrevolution habe ich schon oft gehört. Sie war ja auch schon Stalins größte Angst und in Südamerika gibt es Kräfte wie die deutsche FDP und andere Verbrecher die Konterrevolution und Umsturz mit aller Kraft unterstützen. Aber weder die Sowjetunion noch die DDR brauchten eine Konterrevolution. Die hatten beide abgewirtschaftet.
Bei der Sowjetunion war der dauernde Rüstungswettlauf gegen die USA und Nato sicherlich einer der größten Verlustposten, da das Geld das in diesem Wahnsinn vernichtet wurde, an anderer Stelle fehlte. Zum Beispiel um den Öl- und Gashunger der anderen sozialistischen Staaten subventionieren zu können. Aber der grundsätzliche Fehler war die Planwirtschaft.
Alleine das Wort Planwirtschaft. Oh ja ich weiß, es heißt richtigerweise Zentralverwaltungswirtschaft was aber nichts anderes bedeutet, als dass die Wirtschaft über den Plan gesteuert werden soll. Das fand ich schon immer Klasse. Wie kann man einen sich selbst referenzierenden und damit durch sich selbst beeinflussten Prozess planen oder gar steuern? Man kann es nicht wie die Wettervorhersage immer wieder beweist. Bei der Wirtschaft kommen aber noch persönliche Empfindungen von Kunden, Lieferanten und Mitarbeiten dazu. Ach ja, natürlich auch noch Geschmack und Mode.
In der "freien", der westlichen Wirtschaft der BRD hatten immer die Manager mit den geringsten Fähigkeiten die größten Planungsabteilungen. Die haben ihren Vertriebsleuten die Zeit damit gestohlen, in diesem Herbst festzulegen, was sie im nächsten Herbst verkaufen wollten, hatten aber nicht den Mumm oder Verstand zu sagen, welche neuen Produkte es geben würde. Reine Kaffeesatzleserei. Ein wegbrechender Mitarbeiter oder ein Produkt wie ein nichtfunktionierender Drucker und der Zahlenquatsch war völliger Nonsens.
Das Zahlen die nicht stimmen zur Grundlage von Entscheidungen über die Zukunft gemacht werden ist aber nur das eine Übel. Das andere Übel ist die Bürokratie die notwendig ist um die unsinnigen Zahlen zu erheben und entweder passend zu machen oder im nachhinein als passend zu beweisen. Ein Irrsinn der sehr viel Geld kostet. Der gleiche Irrsinn sind übrigens die Vorhersagen der kapitalistischen Volkswirtschaftler, die für alles ein Modell haben, aber in der Realität nur die Begründung für die ständige Umverteilung von unten nach oben liefern sollen.
In einem solchen geistigen Umfeld gibt es dann auch immer wieder Sprüche, die so geistlos sind, dass sie förmliche einer Körperverletzung gleichkommen. Ulbrichts dummer Spruch von 1957 der "Überholen ohne einzuholen" versprach oder das Merkel Geseire vom "Fordern und Fördern". gehören dazu. Jeder der mal einen Wettlauf gesehen hat, weiß, das man den Gegner erst einmal einholen muss, bevor man ihn überholen kann und jeder sieht was aus den Hartz IV Gesetzen geworden ist, die nur noch unerfüllbare Forderungen und bitterste Sanktionen, aber praktisch keine sinnvolle Förderung beinhalten.
Diese schon theoretisch unhaltbaren Ansätze sorgen dafür, dass die Menschen aufbegehren und erzeugen damit automatisch die Notwendigkeit eines Unterdrückungs- und Überwachungsapparates. Ein solcher Apparat, wie die Stasi oder die verschiedenen "Verfassungsschützer" in der BRD kosten Geld, das dem System entzogen wird, also nicht mehr zur Verteilung ansteht.
Da die Menge der verteilbaren Gelder endlich ist, muss Geld von außen ins System kommen. Das geht entweder durch Krieg, also Diebstahl oder durch Export. Export ist immer noch nichts anderes als der Tausch von Glasperlen gegen wertvolle Felle. Man gibt eine Ware die man selbst für geringerwertig hält und nimmt eine höherwertige Ware.
Natürlich wird heute nicht mehr gegen Ware sondern gegen Geld getauscht. Das bringt eine weitere Komponente ins Spiel, nämlich die Wertdifferenzen zwischen den Währungen. Aber es wird noch komplizierter. Umweltschäden, die Lebensbedingungen der Arbeitnehmer und die Stellung der Firmen zueinander beeinflussen das System weiter.
China opfert seine Umwelt und lässt die Menschen in bitterer Armut und unter teilweise unmenschlichen Bedingungen arbeite und leben. Das macht Produkte aus China billig, aber selbst die Position ist kaum zu halten, weil es Vietnam, Bangladesch, Minamar gibt und ein ganzer afrikanischer Kontinent könnte es noch billiger. Die großen japanischen Konzerne, die Vorzeigefirmen verbergen das Elend der Zulieferer. Ähnliches gilt für die großen Konzerne in Deutschland die ihren Zulieferern einfach die Preise diktieren können.
Natürlich gibt es auch gute Exporte. Spitzenerzeugnisse aus Forschung und Technik, Rohstoffe, Lebensmittel und sogar Filme oder Lieder können dazu gehören. Aber den größten Teil des Exportes machen Dinge aus, die der Exporteur einfach nur billiger produzieren kann als andere. Dabei ist es unerheblich ob dieser Kostenvorteil aus künstlich unterbewerteten Währungen oder Ausbeutung stammt. Ein solcher Export ist immer negativ. Für Kunden und Lieferanten.
Natürlich geht es in der Wirtschaft nicht um Fairness. Allerdings halten sich Falschspieler meist nicht sehr lange an einem Tisch und der Gewinn des einen ist der Verlust des anderen. Deshalb wäre Fairness und Gerechtigkeit in den Handelsbeziehungen ja so notwendig. Der real existierende Sozialismus hat gezeigt was passiert. Die Sowjetunion hatte Öl und Gas, das aber im wesentlichen für die Satellitenstaaten gebraucht wurde und nur in der BRD einen echten Exporterlös brachte. Ansonsten blieb nur der Verkauf von Waffen, der zudem auch noch oft genug subventioniert werden musste.
Die DDR war abhängig von der sowjetischen Energielieferung und musste diese mit Teilen ihrer Warenproduktion und Devisen bezahlen. Sieht man einmal von Kreide des Rügener Felsens ab, gab es aber so gut wie nichts, was die DDR hätte exportieren können. In die Länder der dritten Welt gingen Maschinen und Lastwagen, die aber oft eben auch nur als Subvention gegeben wurden. Meist waren die Währungen dieser Länder so schwach, dass es im Endeffekt einen Verlust gab.
Anders war die Situation gegenüber der BRD. Die BRD hatte ein politisches Interesse an einer Annäherung und ein wirtschaftliches Interesse am Handel. Sicherlich war auch zu dieser Zeit auch schon einigen Leuten im Westen klar, dass man über den Export die DDR ausbluten lassen konnte. Und genau so geschah es. Die DDR fertigte billige Hemden, Schreibmaschinen, Filme, Farbbänder, Weichspüler und alles andere was das westliche Herz begehrte zu Minipreisen. Die westdeutschen Versender und die großen Handelsketten machten glänzende Gewinne und in der DDR wurde der Mangel immer größer, weil die schönen Devisen ja nicht für die Bürger sondern nur für neuen Export verwandt wurden.
Es brauchte keine Konterrevolution. Es brauchte nur ein paar Buchhalter um festzustellen, dass man pleite war. In der Sowjetunion wurde es schneller klar und deshalb kam es dort früher zu einer Umstellung. Natürlich passierte das, was nicht passieren durfte. Der Abschaum bereicherte sich schamlos. Über Nacht wurden Milliardäre gemacht. Ein typisches Extrem des Kapitalismus, das ja dann später von Putin und Medwedew zumindest in den Anfängen wieder eingegrenzt wurde.
Das die Truppen um Honnecker des erst später begriffen lag daran, dass die zusehr an ihre eigenen Lügen geglaubt haben. Jeder der von der Wirtschaft der DDR auch nur die Spur einer Ahnung hatte, wusste schon 1981 dass es nicht gut gehen würde. Die DDR musste sich mehr Geld leihen um im Westen, vor allem in Japan Maschinen zu kaufen, auf denen sie Exportgüter produzieren konnte, als sie an Ertrag aus dem Export bekam. Sie verschuldete sich im Westen immer mehr. 1983 machte der Strauß-Kredit den Untergang endgültig unumkehrbar. Die DDR arbeitete nicht mehr für Exporterlöse sondern um ihre Schulden zu begleichen und selbst das schaffte sie kaum noch.
Natürlich hat die "bekloppte" Bürgerbewegung die Regierung der DDR nicht gestürzt. Es war ehe wie im Wald, wo ein einzelner Vogel, der sich auf einen alten Baum setzt, dessen Einsturz letztendlich auslöste, aber nicht die Ursache war. Der real existierende Sozialismus wollte gegen die Menschen und die Realität regieren und ist daran gescheitert. Am Ende ist es immer nur ein Tropfen, der das Fass zum überlaufen bringt.
Aber auch die Aussage, das China stärker geworden sei, ist eine Fantasie. China muss seit dem Massaker auf dem Tiamen-Platz, bei der es nicht um Konterrevolution sondern eher um Weiterentwicklung ging, immer härter unterdrücken um durchzukommen. Aber es bröckelt. Die Arbeiter streiken überall und jede Lohnerhöhung frisst etwas von dem Geld, das für Unterdrückung übrig ist. Gleichzeitig muss dauernd importiert werden um den Export am laufen zu halten.
Natürlich wird China auseinanderfliegen. Der Prozess ist bereits im Gange. Eine neue Wirtschaftsordnung die den Menschen gerechter wird, geht nur als lokale Ordnung. Autonomie und Autarkie sind die Forderungen. Natürlich sind diese Forderungen zum Teil auch Illusion, weil es nicht jeden Bodenschatz überall gibt. Handel wird also immer notwendig sein.
Man muss sich übrigens nicht vom Sozialismus verabschieden nur weil ein mögliches Wirtschaftsmodell, das zudem in einer Art Nachäffens des Kapitalismus bestand, nicht funktioniert hat. Unterhalb der heiligen marxistischen Religion gibt es genug mit dem man neu anfangen kann. Vor allem ohne die Menschen unterdrücken oder ausbeuten zu müssen.
Betreff: Nicht so alte Witze verbreiten sondern analysieren. Es gibt kein Regime, sondern es gibt Kapitalherrschaft!
Hallo Jochen,
icxh kenne Kabarretisten, die sehen alles Unglück dieser Erde an Angela Merkel festgemacht. Ob diese Person dumm ist, glaube ich noch nicht einmal. Sie auch keine Webdehälsin. Sie war und ist so. Sie ist immer dort, wo sie die stärkeren Batalloine vermutet. Sie hat und brauchte sich nicht zu verändern. Sie ist so geblieben, wie sie ist.
Nun kann diese Person jederzeit vom Kapital ausgetauscht werden und dann ändert sich an der Herrschaft des Kapitals kaum etwas. Es kann so gar schlimmer werden, was ich auch befürchte. Leider existiert zur Zeit noch keine "Organisierte Kraft" um dem Kapital bei zu kommen. Spontane Ausbrüche bringen die Kapitalherrschaft nicht zu Fall. Und nun zu Deinem Volk, welches angeblich in der DDR die Regierung gestürzt habe. Glaubst Du denn wirklich, die beschränkkte Menge mit an der Spitze die bekloppte "Bürgerbewegung" habe 1989 eine Revolution veranstaltet dadurch , dass sie um den Magdeburger Dom herumgeflitzt sind? Die Konterrevolution kam aus dem Apparat der KPdSU und Teilen der SED-Führung in der Hauptsache. Sicher hatten auch westliche Dienste ihre Hände drin. Aber Letztes halt ich noch mal für ausschlaggebend. Selbst aus den Blockparteien wurde die Konterrevolution wohl kaum initiert. Die Blockpfeifen sprangen erst 1989/90 auf diesen Zug auf. Man diente also wieder den stärkeren Bataillionen! Übrigens, Deine Witze über die Schweineablieferung haben einen uralten Bart.
Wer soll überhaupt die Verbrecher zukünftig bestrafen? Hast Du Dir das überlegt? Ich möchte Dir was sage, was Dich sicherlich erregen wird. Hätte die Volksrepublik China auf dem Tiamen-Platz die Konterrevolution nicht zerschlagen, wäre sie heute zerstückelt und damit ein leichtes Opfer des westlichen Imperialismus geworden. Aber China ist heute eine Großmacht, egal was man daran auszusetzen hat. Die Arme des westlichen Imperialismus sind kürzer geworden. Das ist doch etwas!
Jochen, wenn Du von Dummheit sprichst, dann müsstes Du eher von Medwedew sprechen, denn denn Politik setzt die Existenz von Russland aufs Spiel.
Der Leser ist nicht gerade ein Fan von Merkel hat aber den wesentlichen Ansatz meines Artikels einfach ignoriert. Mir ging es darum klarzumachen, dass irgendwer die Exporterfolge bezahlen muss und deshalb habe ich die Parallele zwischen den "Exporterfolgen" der DDR und den aktuellen deutschen Exporterfolgen aufgezeigt.
Stattdessen erklärt mir der Leser etwas über eine Konterrevolution die aus Teilen der KPDSU und der SED gekommen sein soll. Die Geschichte von der Konterrevolution habe ich schon oft gehört. Sie war ja auch schon Stalins größte Angst und in Südamerika gibt es Kräfte wie die deutsche FDP und andere Verbrecher die Konterrevolution und Umsturz mit aller Kraft unterstützen. Aber weder die Sowjetunion noch die DDR brauchten eine Konterrevolution. Die hatten beide abgewirtschaftet.
Bei der Sowjetunion war der dauernde Rüstungswettlauf gegen die USA und Nato sicherlich einer der größten Verlustposten, da das Geld das in diesem Wahnsinn vernichtet wurde, an anderer Stelle fehlte. Zum Beispiel um den Öl- und Gashunger der anderen sozialistischen Staaten subventionieren zu können. Aber der grundsätzliche Fehler war die Planwirtschaft.
Alleine das Wort Planwirtschaft. Oh ja ich weiß, es heißt richtigerweise Zentralverwaltungswirtschaft was aber nichts anderes bedeutet, als dass die Wirtschaft über den Plan gesteuert werden soll. Das fand ich schon immer Klasse. Wie kann man einen sich selbst referenzierenden und damit durch sich selbst beeinflussten Prozess planen oder gar steuern? Man kann es nicht wie die Wettervorhersage immer wieder beweist. Bei der Wirtschaft kommen aber noch persönliche Empfindungen von Kunden, Lieferanten und Mitarbeiten dazu. Ach ja, natürlich auch noch Geschmack und Mode.
In der "freien", der westlichen Wirtschaft der BRD hatten immer die Manager mit den geringsten Fähigkeiten die größten Planungsabteilungen. Die haben ihren Vertriebsleuten die Zeit damit gestohlen, in diesem Herbst festzulegen, was sie im nächsten Herbst verkaufen wollten, hatten aber nicht den Mumm oder Verstand zu sagen, welche neuen Produkte es geben würde. Reine Kaffeesatzleserei. Ein wegbrechender Mitarbeiter oder ein Produkt wie ein nichtfunktionierender Drucker und der Zahlenquatsch war völliger Nonsens.
Das Zahlen die nicht stimmen zur Grundlage von Entscheidungen über die Zukunft gemacht werden ist aber nur das eine Übel. Das andere Übel ist die Bürokratie die notwendig ist um die unsinnigen Zahlen zu erheben und entweder passend zu machen oder im nachhinein als passend zu beweisen. Ein Irrsinn der sehr viel Geld kostet. Der gleiche Irrsinn sind übrigens die Vorhersagen der kapitalistischen Volkswirtschaftler, die für alles ein Modell haben, aber in der Realität nur die Begründung für die ständige Umverteilung von unten nach oben liefern sollen.
In einem solchen geistigen Umfeld gibt es dann auch immer wieder Sprüche, die so geistlos sind, dass sie förmliche einer Körperverletzung gleichkommen. Ulbrichts dummer Spruch von 1957 der "Überholen ohne einzuholen" versprach oder das Merkel Geseire vom "Fordern und Fördern". gehören dazu. Jeder der mal einen Wettlauf gesehen hat, weiß, das man den Gegner erst einmal einholen muss, bevor man ihn überholen kann und jeder sieht was aus den Hartz IV Gesetzen geworden ist, die nur noch unerfüllbare Forderungen und bitterste Sanktionen, aber praktisch keine sinnvolle Förderung beinhalten.
Diese schon theoretisch unhaltbaren Ansätze sorgen dafür, dass die Menschen aufbegehren und erzeugen damit automatisch die Notwendigkeit eines Unterdrückungs- und Überwachungsapparates. Ein solcher Apparat, wie die Stasi oder die verschiedenen "Verfassungsschützer" in der BRD kosten Geld, das dem System entzogen wird, also nicht mehr zur Verteilung ansteht.
Da die Menge der verteilbaren Gelder endlich ist, muss Geld von außen ins System kommen. Das geht entweder durch Krieg, also Diebstahl oder durch Export. Export ist immer noch nichts anderes als der Tausch von Glasperlen gegen wertvolle Felle. Man gibt eine Ware die man selbst für geringerwertig hält und nimmt eine höherwertige Ware.
Natürlich wird heute nicht mehr gegen Ware sondern gegen Geld getauscht. Das bringt eine weitere Komponente ins Spiel, nämlich die Wertdifferenzen zwischen den Währungen. Aber es wird noch komplizierter. Umweltschäden, die Lebensbedingungen der Arbeitnehmer und die Stellung der Firmen zueinander beeinflussen das System weiter.
China opfert seine Umwelt und lässt die Menschen in bitterer Armut und unter teilweise unmenschlichen Bedingungen arbeite und leben. Das macht Produkte aus China billig, aber selbst die Position ist kaum zu halten, weil es Vietnam, Bangladesch, Minamar gibt und ein ganzer afrikanischer Kontinent könnte es noch billiger. Die großen japanischen Konzerne, die Vorzeigefirmen verbergen das Elend der Zulieferer. Ähnliches gilt für die großen Konzerne in Deutschland die ihren Zulieferern einfach die Preise diktieren können.
Natürlich gibt es auch gute Exporte. Spitzenerzeugnisse aus Forschung und Technik, Rohstoffe, Lebensmittel und sogar Filme oder Lieder können dazu gehören. Aber den größten Teil des Exportes machen Dinge aus, die der Exporteur einfach nur billiger produzieren kann als andere. Dabei ist es unerheblich ob dieser Kostenvorteil aus künstlich unterbewerteten Währungen oder Ausbeutung stammt. Ein solcher Export ist immer negativ. Für Kunden und Lieferanten.
Natürlich geht es in der Wirtschaft nicht um Fairness. Allerdings halten sich Falschspieler meist nicht sehr lange an einem Tisch und der Gewinn des einen ist der Verlust des anderen. Deshalb wäre Fairness und Gerechtigkeit in den Handelsbeziehungen ja so notwendig. Der real existierende Sozialismus hat gezeigt was passiert. Die Sowjetunion hatte Öl und Gas, das aber im wesentlichen für die Satellitenstaaten gebraucht wurde und nur in der BRD einen echten Exporterlös brachte. Ansonsten blieb nur der Verkauf von Waffen, der zudem auch noch oft genug subventioniert werden musste.
Die DDR war abhängig von der sowjetischen Energielieferung und musste diese mit Teilen ihrer Warenproduktion und Devisen bezahlen. Sieht man einmal von Kreide des Rügener Felsens ab, gab es aber so gut wie nichts, was die DDR hätte exportieren können. In die Länder der dritten Welt gingen Maschinen und Lastwagen, die aber oft eben auch nur als Subvention gegeben wurden. Meist waren die Währungen dieser Länder so schwach, dass es im Endeffekt einen Verlust gab.
Anders war die Situation gegenüber der BRD. Die BRD hatte ein politisches Interesse an einer Annäherung und ein wirtschaftliches Interesse am Handel. Sicherlich war auch zu dieser Zeit auch schon einigen Leuten im Westen klar, dass man über den Export die DDR ausbluten lassen konnte. Und genau so geschah es. Die DDR fertigte billige Hemden, Schreibmaschinen, Filme, Farbbänder, Weichspüler und alles andere was das westliche Herz begehrte zu Minipreisen. Die westdeutschen Versender und die großen Handelsketten machten glänzende Gewinne und in der DDR wurde der Mangel immer größer, weil die schönen Devisen ja nicht für die Bürger sondern nur für neuen Export verwandt wurden.
Es brauchte keine Konterrevolution. Es brauchte nur ein paar Buchhalter um festzustellen, dass man pleite war. In der Sowjetunion wurde es schneller klar und deshalb kam es dort früher zu einer Umstellung. Natürlich passierte das, was nicht passieren durfte. Der Abschaum bereicherte sich schamlos. Über Nacht wurden Milliardäre gemacht. Ein typisches Extrem des Kapitalismus, das ja dann später von Putin und Medwedew zumindest in den Anfängen wieder eingegrenzt wurde.
Das die Truppen um Honnecker des erst später begriffen lag daran, dass die zusehr an ihre eigenen Lügen geglaubt haben. Jeder der von der Wirtschaft der DDR auch nur die Spur einer Ahnung hatte, wusste schon 1981 dass es nicht gut gehen würde. Die DDR musste sich mehr Geld leihen um im Westen, vor allem in Japan Maschinen zu kaufen, auf denen sie Exportgüter produzieren konnte, als sie an Ertrag aus dem Export bekam. Sie verschuldete sich im Westen immer mehr. 1983 machte der Strauß-Kredit den Untergang endgültig unumkehrbar. Die DDR arbeitete nicht mehr für Exporterlöse sondern um ihre Schulden zu begleichen und selbst das schaffte sie kaum noch.
Natürlich hat die "bekloppte" Bürgerbewegung die Regierung der DDR nicht gestürzt. Es war ehe wie im Wald, wo ein einzelner Vogel, der sich auf einen alten Baum setzt, dessen Einsturz letztendlich auslöste, aber nicht die Ursache war. Der real existierende Sozialismus wollte gegen die Menschen und die Realität regieren und ist daran gescheitert. Am Ende ist es immer nur ein Tropfen, der das Fass zum überlaufen bringt.
Aber auch die Aussage, das China stärker geworden sei, ist eine Fantasie. China muss seit dem Massaker auf dem Tiamen-Platz, bei der es nicht um Konterrevolution sondern eher um Weiterentwicklung ging, immer härter unterdrücken um durchzukommen. Aber es bröckelt. Die Arbeiter streiken überall und jede Lohnerhöhung frisst etwas von dem Geld, das für Unterdrückung übrig ist. Gleichzeitig muss dauernd importiert werden um den Export am laufen zu halten.
Natürlich wird China auseinanderfliegen. Der Prozess ist bereits im Gange. Eine neue Wirtschaftsordnung die den Menschen gerechter wird, geht nur als lokale Ordnung. Autonomie und Autarkie sind die Forderungen. Natürlich sind diese Forderungen zum Teil auch Illusion, weil es nicht jeden Bodenschatz überall gibt. Handel wird also immer notwendig sein.
Man muss sich übrigens nicht vom Sozialismus verabschieden nur weil ein mögliches Wirtschaftsmodell, das zudem in einer Art Nachäffens des Kapitalismus bestand, nicht funktioniert hat. Unterhalb der heiligen marxistischen Religion gibt es genug mit dem man neu anfangen kann. Vor allem ohne die Menschen unterdrücken oder ausbeuten zu müssen.
Tags für diesen Artikel: angela merkel, ddr, export, glasnost, marxismus, sowjetunion, sozialismus, wendeherbst
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Die analytische Leistung....nicht:-)))
Sowohl die Sowjets als auch die DDR, haben für einen totalen Krieg gebüst. Sie wurden damit erpreßbar.
Grüße
@#5.1 Sry kein eigener Kommentar: mMn einer Deiner besten Artikel.
@#5.1 Ich habe Rechner an die DDR geliefert die unter dem Embargo standen Wer tat's nicht? Und hatte dann Robotrons am Platz stehen?