Und dann war da mal wieder Joachim Gauck
Politiker an sich sind ja schon schlimm. Aber Möchtegernpolitiker wie Joachim Gauck, die sich selbst als Kämpfer gegen links und Säulenheilige verstehen sind noch viel schlimmer. Gauck bezeichnet sich selbst gerne als linken, liberalen Konservativen. Mit dieser Selbstsicht gehört er sicherlich in die Hände eines guten inneren Augenarztes.
Tatsächlich gab es ein prägendes Ereignis für ihn, als im Alter von 11 Jahren sein Vater vom sowjetischen Geheimdienst verhaftet und fünf Jahre in Sibirien interniert wurde. Wikipedia beschreibt diese frühen Jahre sehr eindringlich. Selbstverständlich hielt er seinen Vater für unschuldig und selbstverständlich möchte er nicht, dass er heute mit diesen Erlebnissen konfrontiert wird und sie in Bezug zu seinen Handlungen und seinem politischen Denken gesetzt werden. Tatsächlich aber liegt in dieser Zeit der Grund für all das, was er heute tut.
So ist er wie selbstverständlich davon überzeugt, dass die aktuelle Parteiendiktatur in Deutschland so etwas wie Demokratie sei. Da alles linke böse ist, muss für ihn alles rechte gute sein. Selbstverständlich ist er bei der Atlantik-Brücke, jenem Verein von Kriegstreibern, die den US-Imperialismus als Kampf für die Freiheit bejubeln und selbst wahrscheinlich jede Unterdrücken der Menschen als persönliche Lust empfinden.
Deshalb ist es auch logisch wenn solch ein Mensch jedes Aufflackern von echter Demokratie und Transparenz scheut, wie der Teufel das Weihwasser. So ärgert es ihn fürchterlich, das Wikileaks die Papiere aus den US-Botschaften veröffentlicht hat.
Eins seltsames Verständnis von Demokratie hat der Mann. Wenn er wirklich nicht begreift, dass durch Wikileaks eine riesige Menge an Informationen bekannt geworden sind, die man bisher vielleicht vermutete aber nun schwarz auf weiß vorliegen hat. Der Gewinn ist immens. Die USA werden viel langsamer treten müssen, was der gesamten Menschheit nützt.
Wahrscheinlich aber geht es Gauck nur darum Informationen zu unterdrücken, die nicht in sein Weltbild passen. Wahrheit darf immer nur seine Wahrheit sein. Bernd Finger kommentiert einen Artikel aus der Zeit mit einer ganz anderen Wahrheit über Gauck:
Das war übrigens nicht untypisch für die evangelische Kirche in der BRD. Horst Kasner, der Vater von Angela Merkel war ja als Leiter des Fortbildungszentrum der evangelischen Kirche für Pfarrer und Prediger "Waldhof" extra dafür angetreten um . die "Kirche im Sozialismus" zu schaffen, die, die gleiche Loyalität zu Regime und Kirche bedeutete und damit auch zu einer kompletten Einbindung der Kirche in den sozialistischen Staat führte. Kirchenvertreter die dieser Linie nicht folgen konnten, wurden ausgegrenzt. Auch Angela Merkel steht ja immer noch unter dem dringenden Verdacht, als "IM Erika" für die Stasi tätig gewesen zu sein.
Als Joachim Gauck Leiter der Stasi Behörde wurde, traf es viele Leute hart. Andere kamen davon. Dabei vor allem Leute aus kirchlichen Kreisen, während auffallend viele bekennende Linke sofort unter Stasi Verdacht gerieten und in einer wahren Hexenjagd verfolgt wurden. Die Stasi Unterlagen über Horst Kasner und Angela Merkel sind übrigens nicht mehr aufzutreiben.Wer mag da wohl geholfen haben und wer hatte die Macht dazu?
Nein, Joachim Gauck sollte zunächst einmal über seine eigene Rolle in der DDR und die Zeit danach nachdenken und erst dann mit Steinen werfen. Sein Glashaus der Arroganz könnte ansonsten sehr schnell zerbrechen.

So ist er wie selbstverständlich davon überzeugt, dass die aktuelle Parteiendiktatur in Deutschland so etwas wie Demokratie sei. Da alles linke böse ist, muss für ihn alles rechte gute sein. Selbstverständlich ist er bei der Atlantik-Brücke, jenem Verein von Kriegstreibern, die den US-Imperialismus als Kampf für die Freiheit bejubeln und selbst wahrscheinlich jede Unterdrücken der Menschen als persönliche Lust empfinden.
Deshalb ist es auch logisch wenn solch ein Mensch jedes Aufflackern von echter Demokratie und Transparenz scheut, wie der Teufel das Weihwasser. So ärgert es ihn fürchterlich, das Wikileaks die Papiere aus den US-Botschaften veröffentlicht hat.
Hamburg (dts Nachrichtenagentur) - "Dieser ganze Tratsch über Botschafter und Regierungsmitglieder. Wo ist da der journalistische Gewinn", sagte er der "Zeit". Gauck sagte, es gebe "viele Gründe für Geheimhaltung im politischen Raum", das mache ihn "noch nicht undemokratisch".
Der Theologe unterschied zwischen staatlichen Geheimnissen in einer Demokratie und einer Diktatur. "Ich hege nur eine Skepsis gegenüber Geheimnissen, die unter Missachtung der Grundrechte und Verletzung von Bürgerrechten erlangt wurden, um dann in einer Datensammlung zu landen, die von keinem Parlament kontrolliert werden kann." Gauck nannte das Vorgehen von WikiLeaks nicht legitim.
In einer Demokratie sei die Veröffentlichung von Geheimdokumenten nur dann zulässig, "wenn eine demokratische Regierung gegen Gesetze verstößt, die sie selber achten und schützen soll".
Eins seltsames Verständnis von Demokratie hat der Mann. Wenn er wirklich nicht begreift, dass durch Wikileaks eine riesige Menge an Informationen bekannt geworden sind, die man bisher vielleicht vermutete aber nun schwarz auf weiß vorliegen hat. Der Gewinn ist immens. Die USA werden viel langsamer treten müssen, was der gesamten Menschheit nützt.
Wahrscheinlich aber geht es Gauck nur darum Informationen zu unterdrücken, die nicht in sein Weltbild passen. Wahrheit darf immer nur seine Wahrheit sein. Bernd Finger kommentiert einen Artikel aus der Zeit mit einer ganz anderen Wahrheit über Gauck:
bernd_finger
18.06.2010 um 11:47 Uhr
3. Gauck und MfS
1988 informierte Gauck die Staatssicherheit über den Verlauf des Kirchentags in Rostock. Im Gespräch bemerkte er u. a., wie das im folgenden zitierte Protokoll von MfS-Hauptmann Terpe festhält, daß 60 Prozent der Mitarbeiter entlassen werden müßten, damit das MfS, effektiver arbeiten könne, und freute sich über den auf einem “hohen Niveau” geführten Dialog zwischen Marxisten und Christen. Des weiteren äußerte er seine Sorge darüber, daß die “positiven Zielsetzungen, die die sozialistische Gesellschaft in der DDR hat”, nicht erfüllt würden und daß “ein Großteil der DDR-Bürger ein devisenorientiertes Konsumdenken besitzt, das schon seine ideologischen Spuren bei den Menschen hinterlassen” habe. Außerdem fand sich Gauck bereit, “dahingehend wirksam zu werden, die ihm bekannten Übersiedlungsersuchenden durch Gespräche, mehrmalige Gespräche zu beeinflussen, damit sie in der DDR bleiben”. Daraufhin wurde Gauck “gedankt für seine Initiativen, für seine langfristig gute Zusammenarbeit und Durchführung des Kirchentages, ihm wurde auch gedankt für seinen hohen persönlichen Einsatz, und dieser Dank wurde vom Mitarbeiter nicht nur aus persönlichen Gründen vorgebracht, sondern ihm wurde auch deutlich zu verstehen gegeben, daß dieser Dank seitens des MfS an Gauck ergeht”.
Das war übrigens nicht untypisch für die evangelische Kirche in der BRD. Horst Kasner, der Vater von Angela Merkel war ja als Leiter des Fortbildungszentrum der evangelischen Kirche für Pfarrer und Prediger "Waldhof" extra dafür angetreten um . die "Kirche im Sozialismus" zu schaffen, die, die gleiche Loyalität zu Regime und Kirche bedeutete und damit auch zu einer kompletten Einbindung der Kirche in den sozialistischen Staat führte. Kirchenvertreter die dieser Linie nicht folgen konnten, wurden ausgegrenzt. Auch Angela Merkel steht ja immer noch unter dem dringenden Verdacht, als "IM Erika" für die Stasi tätig gewesen zu sein.
Als Joachim Gauck Leiter der Stasi Behörde wurde, traf es viele Leute hart. Andere kamen davon. Dabei vor allem Leute aus kirchlichen Kreisen, während auffallend viele bekennende Linke sofort unter Stasi Verdacht gerieten und in einer wahren Hexenjagd verfolgt wurden. Die Stasi Unterlagen über Horst Kasner und Angela Merkel sind übrigens nicht mehr aufzutreiben.Wer mag da wohl geholfen haben und wer hatte die Macht dazu?
Nein, Joachim Gauck sollte zunächst einmal über seine eigene Rolle in der DDR und die Zeit danach nachdenken und erst dann mit Steinen werfen. Sein Glashaus der Arroganz könnte ansonsten sehr schnell zerbrechen.




















ganz allein? oder schimmert dort doch eines ghostwriters genie?
Persönliche Anfeindungen sind kein 'Kommentar' aber zeigen wieder einmal, wie geistvoll unsere KritikerInnen werden können, wenn ihnen zu den Sachinhalten nichts mehr einfällt...
-CK-
Ob Jochen Hoff "alles besser weiß", Herr Thorben, bestreite ich.
Freilich find ich´s erstens richtig, daß J.H. hier (blog)öffentlich´n paar Fragen stellt und sags Ihnen zweitens mal muttersprachlich: Ich war baff, was da für reaktionärer politideologischer Müll vom Herrn BP-Kandidaten, Bundesbehördenleiter außer Dienst Gauck, wochenlang großmedial im Namen von "rotgrün" (genauer polit-rosa/nato-oliv) verbreitet wurde. Und ich find´s drittens auch retro richtig, daß die Vertreter/innen der Linkspartei (PDL) bei Ihrer Kandidatin Frau Jochimsen geblieben sind.
Soweit mal so spontan-kurz wie äußerst-freundlich zu Ihrem Gerotze nebst Debilvergleich (JH als "der liebe Gott eben").
Richard Albrecht, 190111
http://eingreifendes-denken.net
Jedes Geheimnis bedeutet letztendlich auch ein Verbergen der Wahrheit, und damit hat die christliche Kirche im Laufe der Jahrhunderte ja einige Erfahrungen gesammelt.
Stimmt der Joke also doch:
"Die schärfsten Kritiker der Elche
war'n früher selber welche".
Danke für den hilfreichen Hinweis auf den Zeit-Artikel von Bernd Finger, dem ich weitestmögliche Verbreitung wünsche; meinen Anteil daran leiste ich bereits.
@ Thorben
Was kümmert es die "Eiche Jochen", wenn sich das "Schwein Thorben" an ihr kratzt?
Grad LinksKritiker der Linkspartei/PDL anerkennen wenn die was Richtiges tun.
Und es war richtig, diesen reaktionär-politideologischer Müll vom Herrn BP-Kandidaten, Bundesbehördenleiter außer Dienst Gauck, der wochenlang großmedial für "rotgrün" (genauer polit-rosa/nato-oliv) abgesondert wurde, politisch rechts liegen zu lassen und diesen Herrn nicht (mit)zuwählen.
Zugleich zeigt/e - und das war das Scandalon, denn Gauck ist/bleibt Gauck - das "Lehrstück" Gauck, wie tripleverkommen diese sich "rotgrün" nennenden Politdamen/herren waren/sind: historisch, kulturell, moralisch ...
Richard Albrecht, 21. Jan. 2011
http://eingreifendes-denken.net
Durch (sic) die Revolution von 1918 brach den evangelischen Christen ihre fast 400jährige (Staats-)Servilität zusammen, die sich auf ihren "großen Reformator" Martin Luther, dem Vater des deutschen Untertanengeistes stützte, der einst die bedingungsl. Unterwerfung unter die Obrigkeit gepredigt hatte. - Siehe auch Luthers Hasstiraden auf die erste deutsche Revolution, als er die gottgewollten Obrigkeiten u.a. dazu aufrief, dass die Bauernschaft und der "Mittelstand" wie "Hunde totgeschlagen" werden müssen (und dieser Aufstand wurde ja auch derartig brutal und blutig ausgemerzt, dass Jahrhunderte vergehen mussten, um sich von dieser tief eingebrannten Barbarei zu "erholen", aufdass BürgerIn endlich ernstlich aufbegehren konnte.)
Für die Protestanten brach mit der Flucht des Kaiser und ihres obersten Bischofs Wilhelm II sowie dem Abdanken der Fürsten also sämtliche landesherrlichen Kirchenregimenter zusammen, während die Katholen (trotz Revolution) einerseits weiter vertrauensvoll in Richtung Rom blicken konnten (wo der Vatikan im Gegensatz zu verschwundenen Dynastien unerschütterlich bestehen blieb) und andererseits im Deutschen Reich durch ihre Zentrumspartei parlamentarisch vertreten und eingebunden waren.
Der Hass der Protestanten auf den nun mündigen "Pöbel" war somit grenzenlos, weshalb sie auch mit ihrem Kirchlichen Jahrbuch 1919 gegen die demokratisch gewählten Parlamentarier hetzten, die für sie "kleine Afterpolitiker" waren, darüber hinaus noch der tiefgläubige Protestant und kaiserliche Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg die (für die Republik so verheerende) "Dolchstoßlegende" gebar.
Eine an den republik. Staatsgeschäften aktiv beteiligte Interessenvertretung der deutschen Protestanten gab es also nicht, weshalb einige ev. Pfaffen die eher großbürgerl. Deutsche Volkspartei (DVP) und unzählige Pfaffen die Deutschnationale Volkspartei (DNVP) als polit.-brauchbares Instrument nutzten, um die junge Republik zu bekämpfen und dabei schließlich auch öffentlich mit der NSDAP paktierten.
Einer der polit. Höhepunkte im klerikal-faschistischen Einheitskampf gegen die (verhasste) Weimarer Republik war ja dann der Volksentscheid von 1929, als man gemeinsam mit Adolf Hitler den Young-Plan bekämpfte; und der zwar (noch) verloren ging, doch hierbei maßgeblich war, dass auch der Kirchenpräsident Theophil Wurm (einschl. seiner reaktionären Brüder in der Hugenberg-DNVP) gemeinsam Hitler so öffentl. ihre klerikal-faschistische Front zelebrierten, dass erst durch diese Präsenz auch die Wahl der NSDAP für zahlreiche Christen in Frage kam - diese also nun mit einem wahrlich guten Gewissen ermöglichte. Infolgedessen ergab die nächste Reichstagswahl ein (für die eben so junge deutsche Demokratie) ein schlimmes Wahlergebnis. Die so durch die Protestanten aufgewertete NSDAP errang gewaltige Sitzgewinne, die "völlig unverkrampft" ein Triumph der Evangelikalen war. Und so jubelten sie u.a. in mit ihrem Blatt "Licht und Leben": "Da kam der 14. September (1930). Es war, wie wenn ein neuer Geist sich offenbarte. Die Nationalsozialisten haben der Freiheit eine Gasse gehauen. [Der Nationalsozialismus hat] eine neue zündende Idee in die schlapp werdende Masse hineingeworfen (...) und zwar die nationale Idee. Dadurch hat er wirklich ein Gegengift und Gegengewicht geschaffen gegen die internationale Sozialdemokratie, die uns entnervt hat, und gegen die furchtbare Idee des Bolschewismus, die ganz einfach das Ende aller Kultur, vor allem auch der christlichen Kultur ist." (Joseph Gauger, Pfaffe und Herausgeber von "Licht und Leben".) - Und ein weiterer öffentl.-polit. Paukenschlag beim Bündeln antirepublikanischer Kräfte erfolgte schließlich mit dem Zusammenschluss von DNVP und NSDAP (einschl. Stahlhelm und Bund der Frontsoldaten) zur Harzburger Front, wobei ja noch öffentlich ein mächtiger Feldgottesdienst zelebriert wurde, bei dem der Berliner Dom- und Hofprediger Bruno Doehring die "feierlichsten Register" zog - schließlich ist ja auch die NSDAP "eine christliche Partei" und "eine Partei des positiven Christentums".
Was dann (rund 15 Monate später) folgte - "immerhin" wird dies unseren Kindern in der Schule nicht verschwiegen, war der Auftrag des strenggläubigen Protestanten Paul von Hindenburg, die Reaktion möge das "Kabinett der Nationalen Konzentration" bilden, wobei allerdings den deutschen SchülerInnen eine "Machtübernahme" der Nazis weißgemacht wird, die aber tatsächlich eine Machtannahme der Nazis war (bei der noch von Hindenburg verheißungsvoll aufmunterte: "Und nun, meine Herren, vorwärts mit Gott!")
Neben Kirchenpräsident Theophil Wurm möchte ich noch auf den Generalsuperintendent der Kurmark, Otto Dibelius, verweisen, weil dieser
1. im Berufständischen Ausschuss in der DNVP den polit. Widerstand der evangelischen Landeskirchen und Verbände koordinierte
2. nach Massen-Mord, -Verbrechen und Zerstörung auch mit seinem Namen das sog. "Stuttgarter Schuldbekenntnis" gezeichnet wurde ("Nun soll in unseren Kirchen ein neuer Anfang gemacht werden. (...) Dass wir uns bei diesem neuen Anfang mit den anderen Kirchen der ökumenischen Gemeinschaft herzlich verbunden wissen dürfen, erfüllt uns mit tiefer Freude.") - und das
lediglich als geheim angedachte Erklärung für eine Verhandlungsbasis mit den Alliierten bestimmt war, jedoch am 27. Oktober vom "Kieler Kurier" publik gemacht wurde
3. sich auch Dibelius im hungernden und zertrümmerten Nachkriegsdeutschland (siehe auch bitterkalte Winter) im anheimelnden Schoß der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wohl fühlen konnte sowie zu bundesrepublikanischen Ehrungen kam und
4. eben auch dieser Pfaffe weiter sein protestantisches Unwesen treiben konnte.
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Folglich ein paar Hinweise zu diesen evangelischen Lichtgestalten:
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Otto Dibelius
- im Osterbrief 1928 (sic): "Für die letzten Motive, aus denen die völkische Bewegung hervorgegangen ist, werden wir alle (...) volle Sympathie haben. Ich habe mich trotz des bösen Klanges, den das Wort vielfach angenommen hat, immer als Antisemiten gewusst. Man kann nicht verkennen, dass bei allen zersetzenden Erscheinungen der modernen Zivilisation das Judentum eine führende Rolle spielt."
- am 21. März 1933: "Durch Nord und Süd, durch Ost und West geht ein neuer Wille zum deutschen Staat, eine Sehnsucht, nicht länger, um mit Treitschke (1) zu reden, einer der erhabensten Empfindungen im Leben eines Mannes‘ zu entbehren, nämlich den begeisterten Aufblick zum eigenen Staat. (...) Ein Reich, ein Volk, ein Gott - ist es noch nicht wieder Erfüllung, so ist es doch Sehnsucht. Wir wollen wieder sein, wozu uns Gott geschaffen hat. Wir wollen wieder Deutsche sein."
und (dem innenpolitischen Terror waren bereits unzählige Menschen zum Opfer gefallen): "Wir haben von Dr. Martin Luther gelernt, dass die Kirche der rechtmäßig staatlichen Gewalt nicht in den Arm fallen darf, wenn sie tut, wozu sie berufen ist. Auch dann nicht, wenn sie hart und rücksichtslos schaltet. (...) Ein neuer Anfang staatlicher Geschichte steht immer irgendwie im Zeichen staatlicher Gewalt. Denn der Staat ist Macht. Neue Entscheidungen, neue Orientierungen, Wandlungen und Umwälzungen bedeuten immer den Siege des einen über den anderen (...) Wenn der Staat seines Amtes waltet gegen die, die die Grundlagen der staatlichen Ordnung untergraben, gegen die vor allem, die mit ätzendem und gemeinen Wort die Ehe zerstören, den Glauben verächtlich machen, den Tod für das Vaterland begeifern - dann walte er seines Amtes in Gottes Namen!" (Dibelius feierliche Worte an diesem sog. "Tag von Potsdam“ wurde von zig Millionen "Deutsche(r) Volksgenossen und Volksgenossinnen" an öffentl. Lautsprecheranlagen oder daheim vor den Rundfunkgeräten verfolgt.)
- zum Aprilboykott (1933): "Schließlich hat sich die Regierung genötigt gesehen, den Boykott jüdischer Geschäfte zu organisieren - in der richtigen Erkenntnis, dass durch die internationalen Verbindungen des Judentums die Auslandshetze dann am ehesten aufhören wird, wenn sie dem deutschen Judentum wirtschaftlich gefährlich wird. Das Ergebnis dieser ganzen Vorgänge wird ohne Zweifel eine Zurückdämmung des jüdischen Einflusses im öffentlichen Leben Deutschlands sein. Dagegen wird niemand im Ernst etwas einwenden können."
- im Juli 1933: "Ich bin als deutscher Student Mitglied des Vereins deutscher Studenten geworden und habe schon während meiner Studienzeit im Kampf gegen Judentum und Sozialdemokratie gestanden."
- am 19. Oktober 1945 Mitunterzeichner des sog. "Stuttgarter Schuldbekenntnis" (der als geheim angedachten Erklärung als Verhandlungsbasis mit den Alliierten, die hingegen am 27. Oktober vom "Kieler Kurier" publik gemacht wurde): "Wohl haben wir lange Jahre im Namen Jesu Christi gegen den Geist gekämpft, der im nationalsozialistischen Gewaltregiment seinen furchtbaren Ausdruck gefunden hat; aber wir klagen uns an, dass wir nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fröhlicher geglaubt und nicht brennender geliebt haben."
- im Mai 1948 (als Landesbischof von Berlin und EKD-Ratsmitglied, wird 1949 zum Vorsitzenden der Ev. Kirche in Deutschland gewählt): "[Es] geht in den heutigen Tagen vor allem um das eine, die Freiheit zu behalten (...) den Kampf aufnehmen gegen Druck auf Überzeugung und Gewissen."
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Theophil Wurm
- im Dez. 1938 (in einem Schreiben an Reichsjustizminister Franz Gürtner) zum Novemberpogrom: "Ich darf aus einer langjährigen Erfahrung sagen, dass es kaum einen Stand geben dürfte, der von jüdischem Wesen sich so frei gehalten hat (...) wie der evangelische Pfarrerstand (...) Ich bestreite mit keinem Wort dem Staat das Recht, das Judentum als ein gefährliches Element zu bekämpfen. Ich habe von Jugend auf das Urteil von Männern wie Heinrich von Treitschke (1) und Adolf Stöcker (2) über die zersetzende Wirkung des Judentums auf religiösem, sittlichem, literarischem, wirtschaftlichem und politischem Gebiet für zutreffend gehalten."
- zur Entfachung des Zweiten Weltkriegs: "Gott ist unsere Zuversicht und unsere Stärke. Im Aufblick zu ihm stehen wir fest und treu zu unserem Volk. Ihm stehen wir an für Volk und Führer, für Heimat und Heer."
- zum gescheiterten Hitler-Attentat Georg Elsers (3): "Mit dem ganzen deutschen Volk sind wir tief erschüttert über den verbrecherischen Anschlag auf das Leben des Führers in München. Die Geistlichen werden Gelegenheit nehmen, im Gottesdienst am kommenden Sonntag dem Dank gegen Gott für sein gnädiges Bewahren Ausdruck zu geben, und fortfahren in der ernstlichen Fürbitte, dass Gott seine schützende Hand auch über dem Führer und unserem Volke halten möge." - Theophil Wurms Worte erreichen die "Deutsche(n) Volksgenossen und Volksgenossinnen" in allen "Gauen" des Reiches auch durch den Evangelischen Pressedienst (epd), mit dem noch auf die Empörung über das ungeheuerliche Verbrechen für die Kanzelabkündungen hingewiesen wird; und zahlreiche Dankgottesdienste für die Erhaltung des Führers in ganz Deutschland erfolgen, mit dem Fazit: "Unser Dank für die gnädige Behütung soll nich nicht in Worten erschöpfen, sondern sich kundtun in um so heißerer Hingabe, um so rückhaltloserer Einsatzbereitschaft."
- im Mai 1945, zwei (sic) Tage nach der Gesamtkapitulation der Deutschen Wehrmacht (vom 7./9. Mai): "Nicht klagen und anklagen, sondern vergeben und helfen ist das Gebot der Stunde."
- im Juli 1945 als Landesbischof von Württemberg in seiner Eingabe an die amerik. Militärregierung: "Viele Nicht-Parteigenossen, die sich heute breit machen, waren einst ohne Halt und Charakter und stellten auch als Beamte, die aus irgendeinem Motiv nicht Parteigenossen werden konnten, keineswegs immer eine Elite dar."
- am 19. Oktober 1945 Mitunterzeichner des sog. "Stuttgarter Schuldbekenntnis" (der als geheim angedachten Erklärung als Verhandlungsbasis mit den Alliierten, die hingegen am 27. Oktober vom "Kieler Kurier" publik gemacht wurde): "Wir hoffen zu dem Gott der Gnade und Barmherzigkeit, dass Er unsere Kirche als Sein brauchen und Ihnen Vollmacht geben wird, Sein Wort zu verkündigen und Seinen Willen Gehorsam zu erschaffen bei uns selbst und dem bei dem ganzen Volk. Dass wir uns bei diesem neuen Anfang mit den anderen Kirchen der Ökumenischen Gemeinschaft herzlich verbunden wissen dürfen, erfüllt uns mit tiefer Freude. (...) So bitten wir in einer Stunde, in der die ganze Welt einen neuen Anfang braucht: Veni creator spiritus!"
- ab 1946 Zusammenarbeit mit Ingeborg Alix Prinzessin zu Schaumburg Lippe im "Hilfswerk der Helfenden Hände" und "Stille Hilfe", zwei (noch verdeckt arbeitende) Hilfsorg. für NS-Kriegverbrecher. - Ingeborg Alix Prinzessin zu Schaumburg Lippe: "Wir arbeiten sowieso an den verschiedensten Orten mit den Pfarrern Hand in Hand."; und am 19. März 1949 an den (dann pensionierten) T. Wurm: "Ein rechter Soldat Himmels und der Erde bleibt doch aktiv, bis er abkommandiert wird."
(Ingeborg Alix Prinzessin zu Schaumburg Lippe, NSDAP-Mitglied ab 1930, Gattin von Stephan Prinz zu Schaumburg-Lippe, SS-Obersturmbannführer, verwandt mit Friedrich Christian Prinz von Schaumburg-Lippe und Erbprinz von Waldeck-Pyrmont, SA-Standartenführer, Regierungsrat und Referent in Goebbels Propagandaministerium sowie Josias Prinz zu Waldeck und Pyrmont,
NSDAP-Mitglied ab 1929 und SS, Adjutant von Sepp Dietrich, höherer SS- und Polizeiführer, Adjutant Himmlers, arbeitete mit ihrem Gatten u.a. in der Deutschen Arbeitsfront [DAF].)
- im Februar 1949 zur Eröffnung eines amerik. Internierungslager in Darmstadt (landesweit bestehen 11 amerik. Lager) protestiert Theophil Wurm (als Landesbischof und Vors. der Evangelischen Kirche in Deutschland gemeinsam mit Michael Kardinal von Faulhaber und Erzbischöf Conrad Gröber) bei den USA gegen die Inhaftierung von Nationalsozialisten.
- im April 1946 setzt er sich bei der Militärregierung für seinen Sohn Dr. Hans Wurm ein, der bereits 1922 in die NSDAP eingetreten war und 1946 zu einem Jahr Gefängnis verurteilt wurde, nachdem er einen Fragebogen gefälscht und seinen NSDAP-Eintritt mit 1938 angegeben hatte... Der Sohn T. Wurm wird vorzeitig aus der Haft entlassen...
- im Nov. 1946 spricht T. Wurm auf der Württembergischen Landessynode im Zusammenhang mit dem Gesetz zur Befreiung vom Nationalsozialismus von einem "unblutigen Bürgerkrieg".
- im Mai 1948 beklagt T. Wurm in einem Brief an den Militärgouverneur Lucius D. Clay das Handicap der Verteidigung gegenüber der Anklagebehörde (in Nürnberg), die Beeinflussung von Zeugen und den Umstand, dass die Urteile auf Grund neuen, bisher nirgends normierten Völkerrechts ergingen. Und: "Wir kennen bei der Liste der Männer, die als Führer der so genannten Einsatzgruppen (4) in besetzten Ländern wegen angeblich begangener Verbrechen zum Tode verurteilt worden sind, solche Männer, bei denen es äußerst unwahrscheinlich ist, dass sie wirkliche Verbrechen begangen haben."
- am 21. Februar 1950 Geheime (unveröffentlichte englisch-sprachige, in nur 20 gebundenen und 980 broschürten durchnummerierten Exemplaren erstellte) 160seitige Denkschrift der EKD: "Memorandum by The Evangelical Church in Germany on the Question of War Crimes Trials before American Military Courts - not for publication, printed in numbers" und die alliierten Kriegsverbrecher-Prozesse kritisierend, von I.G. Farben (5) finanziell unterstützt, von Oberkirchenräten Hannsjürg Ranke und Rudolf Weeber verfasst und von den Bischöfen Martin Niemöller, Theophil Wurm und Prälat Karl Hartenstein unterzeichnet, wird dem amerikanischen Hohen Kommissar John McCloy übergeben.
> Allgemeine Wochenzeitung (Zeitschrift der nicht totgeschlagenen und vergasten jüd. MitbürgerInnen) am 12. Jan. 1951: "In Landsberg versucht man die Rehabilitierung der schauerlichsten Massenverbrechen durchzufechten. (...) Die Intervention von Kirche und Politikern für sogenannte schuldlose Kriegsverbrecher ist heute risikolos. In einem Augenblick, in dem eine Intervention für die Massentötung schuldloser Menschen erforderlich gewesen wäre, gab es in Deutschland nur Schweigen, eisiges Schweigen.")
- im Okt. 1951 offizielle Gründung von "Stille Hilfe für Kriegsgefangene und Internierte e.V." - Vorsitz: Prinzessin Helene-Elisabeth von Isenburg; Vorst.: Altbischof Theophil Wurm, Weihbischof Johannes Neuhäusler, SS-Standartenführer Wilhelm Spengler und SS-Obersturmbannführer Heinrich Malz (ehem. Referent von Ernst Kaltenbrunner)
(1) Heinrich von Treitschke: "Die Juden sind unser Unglück!"
(2) Adolf Stöcker: Juden sind eine "Gefahr für unser Volksthum".
(3) Georg Elser - wird noch kurz vor Kriegsende im KZ umgebracht, siehe auch
> Nachruf: www.georg-elser-arbeitskreis.de/texts/nachruf.htm
> Zum Gedenken an, einen der wenigen mutigen Helden. Bisher ohne gebührendes Gedenken: www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=4318
> Johann Georg Elser - Ein Mann gegen Hitler: www.leipziger-montagsdemo.de/informationen/daten/georg_elser-ein_mann_gegen_hitler.pdf
(4) "Ich muss sagen, dass unsere Männer, die daran teilgenommen haben, mehr mit den Nerven runter waren als diejenigen, die dort erschossen werden mussten." Paul Blobel - Sonderkommando-Führer der - "so genannten" - Einsatzgruppen und Leiter des Massakers von Baby Jar vor dem Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg
(Für eine "sittliche Beurteilung" von Massenmördern wie Paul Blobel und Franz Six kämpft u.a. Hanns Lilje - 1945 Mitunterzeichener des sog. "Stuttgarter Schuldbekenntnis" und Ratsmitglied der Evangelischen Kirche, zwei Jahre später Landesbischof von Hannover sowie Mitgl. des Exekutivkomitees des Lutherischen Weltbundes; schließlich Würdenträger vom Großen Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband des Verdienstordens und Großkreuzträger des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.)
(5) I.G. Farben (Mitübernahme der EKD-Denkschriftskosten) - http://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Auschwitz_III_Monowitz, angeklagt im Nürnberger Kriegverbrechertribunal wegen Beteiligung am Massenmord: http://de.wikipedia.org/wiki/Zyklon_B#Hersteller
1. Theophil Wurm
- im Februar 1946 zur Eröffnung eines amerik. Internierungslager in Darmstadt (landesweit bestehen 11 amerik. Lager) protestiert Theophil Wurm (als Landesbischof und Vors. der Evangelischen Kirche in Deutschland gemeinsam mit Michael Kardinal von Faulhaber und Erzbischöf Conrad Gröber) bei den USA gegen die Inhaftierung von Nationalsozialisten.
2. Johann Georg Elser
- Zum Gedenken an Johann Georg Elser, einen der wenigen mutigen Helden. Bisher ohne Gedenken: www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=4318
Zudem darf nicht vergessen werden, dass Johann Georg Elser durch Martin Niemöller diffamiert wurde; somit kurz zu dessen Vita:
Martin Niemöller
- war ein hochdekorierter U-Boot-Kommandant im Ersten Weltkrieg,
- anschließend, nach der Flucht der gottgewollten Obrigkeit "Ihrer Majestät" Wilhelm II. und der Konstituierung der Weimarer Republik durch (lt. Kirchliches Jahrbuch 1919) "kleine Afterpolitker" wurde M. Niemöller
- Führer eines Freikorps,
- las Adolf Hitlers "Mein Kampf" - mit dem Ergebnis, "daß das polit. Programm des Nationalsozialismus weitgehend zu akzeptieren ist" und
- wählte ab 1924 die NSDAP.
- Im Sept. 1933 schloss sich M. Niemöller dem sog. "Pfarrernotbund" an und als dessen (militaristisch gesonnener) Sprecher predigte er im darauf folgenden Monat zum Erntedankfest: "Wir haben eine vergessene Wahrheit wieder entdeckt und haben ein Recht uns darauf zu freuen (...) Rasse und Volkstum gelten uns heute als als Gegebenheiten." (J. Schmidt, der Biograph M. Niemöllers, schreibt 1971 euphemistisch, "daß Niemöller im Laufe seiner geistigen Entwicklung wiederholt zu polaren Positionen gelangt ist.")
(Bruder Wilhelm Niemöller, ebenso Pfarrer, war Mitglied eines Freikorps und seit 1923 Mitglied der NSDAP. Frühzeitig zelebrierte Parteigenosse Wilhelm N. NS-Gottesdienste und gefiel sich als Fahnenweiher von SA und SS in Bielefeld. Im Sept. 1934 wurde Wilhelm N. der Verbleib seiner NSDAP-Mitgliedschaft beschieden, aus der er wegen "Verstoßes gegen die Parteidisziplin" im Juli 1933 ausgestoßen wurde - und worauf er den Parteiausschluss ankämpfte.)
Doch zurück zu Martin Niemöller.
M. Niemöller, der Familienpfarrer von Justizminister Franz Gürtner (siehe auch Reichstagsbrandverordnung "zum Schutz von Volk und Staat") sendete
- im Okt. 1933, einen Tag nach dem Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund, im Namen von 2.500 Pfarrern ein Gratulationsschreiben an Adolf Hitler: "Wir danken für die mannhafte Tat und das klare Wort, die Deutschlands Ehre wahren."
(Im darauf folgenden Monat erfolgte der "legalisierte" Völkerbundaustritt durch "NSDAP-Einheitsliste mit Volksentscheid".)
- 1934 veröffentl. M. Niemöller seine antiliberale Schrift "Vom U-Boot zu Kanzel", die zum Bestseller wird. Zudem mutiert dieser Antidemokrat zum "Kämpfer" im sog. "Kirchenkampf (- nahmen die Protestanten bspw. die Gleichschaltungen der Länder, der Presse und vom Rundfunk willig hin, so drohte nun mit einer Vereinigung der ev. Landeskirchen zur Reichskirche für nicht wenige der Wegfall von Posten & Pöstchen) und M. Niemöller wird Mitglied der "Bekennenden Kirche" (1) sowie Mitarbeiter des "Barmer Bekenntnis" der BK (2).
- In seiner Predigt vom 25. Aug. 1935 verkündete M. Niemöller, daß die jüdische Geschichte dunkel und unheilverkündend sei, das jüdische Volk für immer unter einem Fluch stehe, da es nicht nur den Christus Gottes ans Kreuz gebracht habe, sondern auch die Verantwortung für das Ende aller rechtschaffenden Menschen trage, die je ermordet worden seien.
- Und noch am 24. April 1937 (längst waren die Nürnberger Rassegesetze verabschiedet und die deutsch-jüd. MitbürgerInnen entspr. schikaniert und gegeißelt) verweist er auf den verhängnisvollen Entschluß Gottes zuzulassen, daß Jesus als Jude geboren wird - was aber die Nazis nicht daran hindert, ihn am 1. Juli verhaften; und wogegen bspw. Reichsjustizminister Franz Gürtner und der kaiserl. Generaldeldmarschall (sowie Totenkopf-Hussar) August von Mackensen intervenierten.
Das folgende Gerichtsverfahren M. Niemöllers (bereits in der U-Haft wurden ihm Vorzüge zugestanden, die anderen Häftlingen versagt blieben) wurde einwandfrei, ja schonend abgewickelt. (Keineswegs wollte etwa Joseph Goebbels einen langen Prozess mit breiter Öffentlichkeit, wie es das Justizministerium angeblich plante, sondern ein kurzes und geräuschloses Verfahren. Vor Gericht traten hoch angesehene Persönlichkeiten für M. Niemöller ein; die ihr Ziel auch erreichten, doch konnte M. Niemöller nicht gänzlich ungeschoren davonkommen, weil sich ansonsten das Regime lächerlich gemacht hätte. Nach einem fairen Prozess kam M. Niemöller nach Sachsenhausen, darauf in den "Ehrenbunker" nach Dachau; und von Anbeginn wurde er vor jeglicher Willkür sorgsam geschützt. Seine Verpflegung besserte er mit geschenktem Geld auf, auch die tägliche Zigarre fehlte ihm nicht. Ohnehin erhielt er als "persönlicher Gefangener des Führers" die doppelte Essenration der SS; und "gut aussehend, gebräunt und frisch" fand ihn sein Bruder bereits in Sachsenhausen vor. (Übrigens gerierte sich NSDAP-Parteigenosse Wilhelm N. nach 1945 zum Autor zahlreicher Werke des sog. "Kirchenkampf"es, etwa 1948 mit "Kampf und Zeugnis der Bekennenden Kirche".) Zudem konnte sich M. Niemöller im KZ ausgiebig theolog. Studien widmen, wozu ihm reichlich Literatur zur Verfügung stand. Auch empfing er etliche Besuche (darunter Admiral Wilhelm von Lans) und gar zweimal im Monat durfte ihn seine Frau besuchen. (Die meisten Gefangenen, sofern sie das KZ überleben konnten, haben während der ganzen, oft vieljährigen Haftdauer ihre nächsten Verwandten nicht ein einziges Mal sehen dürfen). Sein Bestseller "Vom U-Boot zur Kanzel" erlebt während seiner Inhaftierung eine weitere Auflage; und als ein Jahr später der Zweite Weltkrieg* entfacht wurde, drängte M. Niemöller darauf, an diesem ausdrücklich als Freiwilliger teilnehmen zu dürfen, habe er doch "bislang vergeblich auf seine Einberufung zum Wehrdienst gewartet", weshalb er sich nun meldet, zumal er "unvermindert leistungsfähig ist". Sein Verlangen wurde nach einiger Zeit vom OKW-Chef Wilhelm Keitel ablehnt. (Es dürfte wohl keinen weiteren Fall geben, in dem ein KZ-Häftling Post aus dieser Nazi-Ebene zugestellt wurde.) Nach dem Ende des Völkergemetzels wird M. Niemöller seine Freiwilligenmeldung (erstaunlich offen) damit erklären, dass er als Lutheraner für sein Vaterland hätte kämpfen müssen und dass eine demokratische Regierungsform für die Deutschen aus seiner Sicht nicht in Frage komme...
Überfall auf Polen: "Seit dem gestrigen Tage steht unser deutsches Volk im Kampf für das Land seiner Väter, damit deutsches Blut zu deutschem Blut heimkehren darf. Die deutsche evangelische Kirche stand immer in treuer Verbundenheit zum Schicksal des deutschen Volkes. Zu den Waffen aus Stahl hat sie unüberwindliche Kräfte aus den Worte Gottes gereicht: die Zuversicht des Glaubens, daß unser Volk und jeder einzelne in Gottes Hand steht, und die Kraft des Gebetes (...). So vereinigen wir uns auch in dieser Stunde mit unserem Volk in der Fürbitte für Führer und Reich, für die gesamte Wehrmacht und für alle, die in der Heimat ihren Dienst für das Vaterland tun. Gott helfe uns (...) und schenke uns einen Frieden der Gerechtigkeit." Deutsche Evangelische Kirche - Amtsblatt sowie Evangelischer Pressedienst (epd) | Nach der Kapitulation des zerstörten und hungernden Warschaus: "In tiefer Demut und Dankbarkeit beugen wir uns am heutigen Erntedankfest vor der Güte und Freundlichkeit unseres Gottes: Wieder hat er Flur und Feld gesegnet, daß wir eine reiche Ernte in den Scheuen bergen durften; wieder hat Er Seine Verheißung an uns wahrgemacht, daß Er uns Speise geben wird zu seiner Zeit. Aber der Gott, der die Geschicke der Völker lenkt, hat unser deutsches Volk in diesem Jahr noch mit einer anderen, nicht weniger reichen Ernte gesegnet. (...) Wir danken Ihm, daß Er unseren Waffen einen schnellen Sieg gegeben hat. Wir danken Ihm, daß uralter deutscher Boden zum Vaterlande heimkehren durfte (...). Wir danken ihm, daß jahrzehntelanges Unrecht durch das Geschick seiner Gnade zerbrochen und die Bahn freigemacht ist für eine neue Ordnung der Völker, für einen Frieden der Ehre und Gerechtigkeit. (...) Wir loben Dich droben, Du Lenker der Schlachten, und flehen, mögst stehen uns fernerhin bei." Deutsche Evangelische Kirche, Gesetzblatt.
Nachdem Niemöllers Bedürfnis also abgelehnt wurde, gab er sich (während des ganzen Krieges) gut verwahrt und wohlversorgt dem Schreiben hin; überhaupt konnte er treiben, wozu er Lust hatte. Gelegentlich erhielt er auch Urlaub, so reiste er bspw. im März 1941 zu seinem sterbenden Vater nach Elberfeld. Besuche und Geschenke, Spaziergänge und Sport hielten ihn in Dachau (weiterhin) bei guter Stimmung; seine Schwester fand ihn "gut, frisch und tadellos gepflegt". In die Dachauer Zeit fällt übrigens auch dessen beabsichtigter Konfessionswechsel. (In einem Brief an seine Frau erklärte er den Austritt aus der Evangelischen Kirche und machte seine Absicht kund, katholisch werden zu wollen.)
Nachdem das "Tausendjährige Reich" nach 12 Jahren (bedingungslos) kapitulieren musste, spricht M. Niemöller als einziger Kirchenführer von "Schuld" - und bekämpft zugleich die Entnazifizierung der Alliierten. François-Poncet (der franz. Botschafter in Berlin) über M. Niemöller: "Er protestiert immer."
Intern, in ev. Kreisen, wird M. Niemöller als Martin-gegen-alles verspottet, doch wird er aufgrund eines "Kirchenkampfes" dringlichst als Alibi benötigt - und damit entspr. gepusht, worauf aus ihm ("Dank" evangelischer Volksaufklärung & Propaganda) ein "Widerstandskämpfer" wird.
Oktober 1945, aus der sog. "Stuttgarter Erklärung": "Nun soll in unseren Kirchen ein neuer Anfang gemacht werden. (...) Dass wir uns bei diesem neuen Anfang mit den anderen Kirchen der ökumenischen Gemeinschaft herzlich verbunden wissen dürfen, erfüllt uns mit tiefer Freude."
(-- Am 18. August tritt der Literaturwissenschaftler und Schriftsteller Victor Klemperer, der 1902 vom Judentum zum Protestantismus konvertiert war, aus der Evangelischen Kirche aus, weil sie ihm in der Zeit der Verfolgung "nicht einen Schimmer von Hoffnung gab". [Sehr empfehlenswert: Victor Klemperers "Lingua Tertii Imperii: Sprache des Dritten Reiches"] -- Am 31. August "Wort der Kirchenkonferenz der Evangelischen Kirche in Deutschland": "Wo die Kirche ihre Verantwortung ernst nahm, rief sie zu den Geboten Gottes. [...] Man trennte unser Volk von der Kirche. Die Öffentlichkeit durfte ihr Wort nicht mehr hören; was sie verkündete erfuhr niemand. Und dann kam der Zorn Gottes ... [Die Kirche] erhofft ein Neues für ihre Verkündigung und ihre Ordnung. Die bisherige Gefangenschaft hat geendet. Des sind wir fröhlich. [...] Seid barmherzig! Mehrt nicht durch Lieblosigkeit das ungerechte Wesen in der Welt! Enthaltet euch der Rache und der bösen Nachrede! ... Christus will ... erquicken ... Keine Hölle ist so tief, dass Gottes Hand nicht hinabreicht."Fürchtet euch nicht!" -- September: "Leitsatz Nr. 21" der Christlich Demokratischen Union Rheinland und Westfalens: "Die Kriegsschäden sind als gemeinsame Last auf das ganze Volk umzulegen." -- 29. September: "Blickt man von den Kleidern auf die Gesichter, so wird deutlich was es heißt, halb verhungert zu sein. Was auffällt, ist nicht die Magerkeit, nicht einmal die Müdigkeit, sondern die Gesichtsfarbe. Die Gesichter der Babys in den Kinderwagen sind leichenfahl; das Fleisch hat ein wächsernes oder seifenartiges Aussehen. Kleine Kinder sind gelb, aber die Zwölfjährigen weisen die Blässe der Erwachsenen auf, außer, wenn sie offenbar durch Gelbsucht gefärbt sind. "The Economist" - britische Wochenzeitschrift [über die Kinder in Deutschland] -- 12. Oktober: "Allein auf dem Lehrter Bahnhof in Berlin haben unsere Sanitätsstellen täglich im Durchschnitt zehn Menschen gezählt die an Erschöpfung, Unterernährung u. Krankheit gestorben sind. Sieht man das Elend und die Verzweiflung dieser Unglücklichen ... stellt sich sofort die Erinnerung an Dachau und Buchenwald ein. Hier ist Strafe ... aber nicht für die Parteibonzen, sondern für Frauen und Kinder..." Robert Murphy - Berater der amerik. Militärregierung [in seinem Schreiben an die US-Regierung] -- Oktober: "Nun soll in unseren Kirchen ein neuer Anfang gemacht werden. [...] Dass wir uns bei diesem neuen Anfang mit den anderen Kirchen der ökumenischen Gemeinschaft herzlich verbunden wissen dürfen, erfüllt uns mit tiefer Freude." aus dem sog. "Stuttgarter Schuldbekenntnis" -- "Dies habe ich mit meinem Gott alleine abzumachen und mit niemand sonst." Agnes Miegel - evangelische Ikone Ostpreußens nach ihren Hitlerhuldigungen wie "Übermächtig / füllt mich demütiger Dank, daß ich dies erlebe / Dir noch dienen kann, dienen den Deutschen / mit der Gabe, die Gott mir verlieh" und nachdem Millionen Ostpreußen ihre Heimat verloren haben und unzählige bei ihrer Flucht grausam und jämmerlich verreckt sind.)
- Im Jan. 1946 diffamiert Martin Niemöller erstmals öffentlich den Hitler-Attentäter Johann Georg Elser als SS-Mitglied und als ein Werkzeug Hitlers...und Niemöller wird seine Bezichtigungen wiederholen; letztere gar bis in die 70er Jahre hinein... - Nun konnte J. G. Elser schon deshalb kein SS-Verbrecher gewesen sein, weil der Anteil am Erbe seines 1942 gestorbenen Vaters im gleichen Jahr auf der Basis des Gesetzes über die Einziehung kommunist. Vermögens vom 26. Mai 1933 in Verbindung mit dem Gesetz über die Einziehung volks- und staatsfeindlichen Vermögens vom 14. Juli 1933 an das Deutsche Reich gefallen war...aber was ficht das einen "Widerstandskämpfer" wie M. Niemöller an (?) - zumal der sich so widerwärtig verunglimpfte J. G. Elser schon deshalb nicht gegen Niemöller erwehren kann, weil J. G. Elser (als wirkl. Widerstandskämpfer) gegen das NS-Regime und die gottgewollte Obrigkeit, Adolf Hitler, nicht überleben durfte...somit J. G. Elser noch kurz vor Kriegsende (am 9. April 1945) von SS-Schergen umgebracht wurde...Martin N. u.a.: "Hiermit möchte ich deutlich machen, dass hinter dem Willen (J. G. Elsers) kein Ethos stand, auch nicht eine Null oder ein Nichts, sondern ganz einfach das, was man in der Menschheit einen verbrecherischen Willen nennt: keine Seele, keine Verantwortung. Deshalb musste der Versuch (des Hitler-Attentates) scheitern"... Und Niemöllers Verunglimpfungen waren dem Gedenken Elsers freilich nicht "nur" abträglich, sondern geradezu verheerend. - Neben der Tatsache, dass J. G. Elser nicht etwa der "Stallgeruch" eines christlichen Reaktionärs wie Claus Schenk Graf von Stauffenberg umgab, sondern als Schreiner einem "einfachen Arbeitermilieu" entstammte, sind Niemöllers Bezichtigungen der Hauptgrund des Establishment, warum dieses eine entsprechende Würdigung Johann Georg Elsers bis heute hat verweigern können.
Claus Schenk Graf von Stauffenberg, christl. (kath.) Adel, aus dem okkupierten Polen: "Die Bevölkerung ist ein unglaublicher Pöbel, sehr viele Juden und sehr viel Mischvolk. Ein Volk, welches sich nur unter der Knute wohlfühlt. Die Tausenden von Gefangenen werden unserer Landwirtschaft recht gut tun. In Deutschland sind sie sicher gut zu gebrauchen, arbeitsam, willig und genügsam."
- Im März 1946 verkündete M. Niemöller, dass das Gesetz zur Befreiung von Nationalsozialismus und Militarismus (vom 5. März)den niederen Instinkten des Neides und Hasses alle Tore öffne, und nunmehr die Verfolgung einer bestimmten Gesinnungshaltung in einem Umfang legalisiert und betrieben würde, wie sie selbst unter dem NS-Regime niemals gewesen ist.
- Im Febr. 1948, M. Niemöller mittlerweile als Kirchenpräsident im "Wort der Kirchenleitung", Kanzelabkündigung: "Die Kirchenleitung hat seit dem Antritt ihres Amtes sehen müssen, daß unser Volk nicht den Weg zu Versöhnung geht, daß vielmehr Lieblosigkeit und Haß um sich griffen. Und damit kommt es immer wieder an den Tag, daß ein großer Teil der herrschenden und wachsenden Verbitterung auf die Handhabung der sogenannten Entnazifizierung zurückzuführen ist. Die evangelische Kirche hat sich von Anfang an für eine rechte Befreiung unseres Volkes von dem Ungeist des Nationalsozialismus eingesetzt. Aber sie hat auch schon beim Erlaß des Befreiungsgesetzes darauf hingewiesen, daß es leicht zur Unbußfertigkeit führen und zu einem Instrument der Vergeltung gemacht werden könne. Diese Befürchtungen sind weit übertroffen worden. Der Versuch, den Nationalsozialismus so auszurotten, ist auf der ganzen Linie gescheitert. Dagegen hat die Art der Entnazifizierung zu Zuständen geführt, die auf Schritt und Tritt an die hinter uns liegenden Schreckensjahre erinnern. (...) die gesäte Saat neuen Hasses ist üppig aufgegangen. Unter diesen Umständen müssen wir allen Christen die Frage vorlegen, ob wir es noch verantworten können, uns freiwillig an der Durchführung eines Verfahrens zu beteiligen, das Haß sät, statt der Gerechtigkeit und der Versöhnung zu dienen. (...) wir bitten: Wirkt in dieser Sache, die so viel Unrecht im Gefolge hat, nicht länger aus freien Stücken oder als freiwillige Belastungszeugen mit, oder ihr kommt in die Gefahr, das Amt der Versöhnung zu verraten. Dasselbe müssen wir auch sagen von dem Amt als Vorsitzender oder Beisitzer einer Spruchkammer, falls der christliche Bruder nicht die freudige Gewißheit im Gewissen hat, gerade mit diesem seinem Dienst dem Amt der Versöhnung zu dienen. Den Dienern am Wort können wir diese Frage erst recht nicht ersparen. Wir müssen vielmehr darauf hinweisen, daß jede freiwillige Betätigung eines christlichen Pfarrers bei der Durchführung des Befreiungsgesetzes für die Gemeinde Jesu Christi ein schweres Ärgernis bedeutet, da das Vertrauen in die Zweckmäßigkeit, Gerechtigkeit und Menschlichkeit des gesamten Verfahrens nicht nur erschüttert, sondern völlig zerbrochen ist. Wir müssen deshalb den Pfarrern unserer Kirche um ihres Amtes und um unserer Gemeinde willen verbieten, dieses Ärgernis weiter mitzuverantworten."
(21. Febr. 1950: Geheime (unveröffentlichte englisch-sprachige, in nur 20 gebundenen und 980 broschürten durchnummerierten Exemplaren erstellte) 160seitige Denkschrift der EKD: "Memorandum by The Evangelical Church in Germany on the Question of War Crimes Trials before American Military Courts - not for publication, printed in numbers" und die alliierten Kriegsverbrecher-Prozesse kritisierend, von I.G. Farben finanziell unterstützt, von Oberkirchenräten Hannsjürg Ranke und Rudolf Weeber verfaßt und von den Bischöfen Martin Niemöller, Theophil Wurm und Prälat Karl Hartenstein unterzeichnet, wird dem amerikanischen Hohen Kommissar John McCloy übergeben.
> Allgemeine Wochenzeitung (der wenigen überlebenden deutsch-jüd. MitbürgerInnen), 12. Jan. 1951: "In Landsberg versucht man die Rehabilitierung der schauerlichsten Massenverbrechen durchzufechten. [...] Die Intervention von Kirche und Politikern für sogenannte schuldlose Kriegsverbrecher ist heute risikolos. In einem Augenblick, in dem eine Intervention für die Massentötung schuldloser Menschen erforderlich gewesen wäre, gab es in Deutschland nur Schweigen, eisiges Schweigen.")
M. Niemöller ist
- von 1945 bis 1956 Ratsmitglied der Evangelischen Kirche in Deutschand (EKD) und Präsident des Kirchlichen Außenamtes,
- von 1947 bis 1964 Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen u. Nassau (dabei auch Übernahme der NS-Protagonisten Wolf Meyer-Erlach, Matthes Ziegler und Hans Hermenau als hessische Pfarrer) und
- von 1961 bis 1968 einer der Präsidenten im Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK), auch Weltkirchenrat, engl. World Council of Churches (WCC).
- Mit sich wohl im Reinen und mit der Welt äußerst zufrieden, stirbt Ich-bau-mir-eine-Welt-wie-sie-mir-gefällt-Niemöller im Jahre 1984.
(1) Bekennende Kirche: "Im Bereich des Glaubens besteht der scharfe Gegensatz zwischen der Botschaft Jesu Christi und seiner Apostel und der jüdischen Religion der Gesetzlichkeit und der politischen Messiashoffnung, die auch schon im alten Testament mit allem Nachdruck bekämpft ist. Im Bereich des völkischen Lebens ist eine ernste und verantwortungsbewußte Rassenpolitik zur Reinhaltung unseres Volkes erforderlich. (...) Die Evangelische Kirche hat von Martin Luther gelernt, die Bereiche der Vernunft und des Glaubens, der Politik und der Religion, des Staates und der Kirche klar zu entscheiden. Die Evangelische Kirche ehrt im Staate eine von Gott gesetzte Ordnung. Sie fordert von ihren Gliedern treuen Dienst in dieser Ordnung und weist sie an, sich in das völkisch-politische Aufbauwerk des Führers mit voller Hingabe einzufügen."
(2) Barmer Bekenntnis der BK (Bekennende Kirche), These 5, "Fürchtet Gott, ehrt den König. (1. Petr 2,17): "Die Schrift sagt uns, daß der Staat nach göttlicher Anordnung die Aufgabe hat in der noch nicht erlösten Welt, in der auch die Kirche steht, nach dem Maß menschlicher Einsicht und menschlichen Vermögens unter Androhung und Ausübung von Gewalt für Recht und Frieden zu sorgen..." - und diesem klerikal-faschistischen Freibrief (für jeden erdenklichen Terror) folgte u.a. (und tatsächlich) dieses "Mahnmal" --- http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/53/Wuppertal_Werth_0011.jpg ---)
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Darüber hinaus noch die Hinweise, dass
- "Die Juden sind unser Unglück!" des evangelischen Antisemiten Heinrich von Treitschke von Julius Streicher für dessen "Stürmer" übernommen wurde
(J. Streicher vor dem Nürnberger Kriegsverbrechertribunal: "Dr. Martin Luther säße heute an meiner Stelle auf der Anklagebank, wenn sein Buch "Die Juden und ihre Lügen" in Betracht gezogen würde. Ihre Synagogen solle man niederbrennen, man solle sie vernichten. Genau das haben wir getan!" - und vor seiner Hinrichtung: "Heil Hitler! Dies ist mein Purimfest 1946. Ich gehe zu Gott!")
- sich in der angeblichen "Stunde Null" die Evangelische Kirche bei den Nürnberger Prozessen als Rechtsbeistand für Kriegsverbrecher profilierte, in dem sie auch über Tarnkonten Verteidiger finanzierte; und so flossen etwa über das Pfarramt St. Jobst Gelder der Firmen Flick und Krupp an ein Anwaltsbüro in Nürnberg, in dem der bisherige persönl. Referent Ernst Kaltenbrunners, SS-Obersturmbannführer Heinrich Malz, die Verteidigung in den NS-Prozessen organisierte
* "Niemand aus dem großen Kreis derer, die meine Mitangeklagten und mich kennen, glaubt daß wir Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben und nichts wird uns davon überzeugen, daß wir Kriegsverbrecher sind." Friedrich Flick (in Nürnberg)
- die Fluchthilfen für Kriegsverbrecher (über "Rattenlinie"/"Vatikanlinie"/"Monastery Line") keineswegs "nur" seitens der Katholen ermöglicht wurde; und so frohlockte Franz Stangl - auch Todeslager-Kommandant von Treblinka, in dem nach alliierten Schätzungen 800.000 Menschen ermordet worden waren, noch kurz vor seinem Tode: "Ich floh am 30. Mai 1948 aus dem Linzer Untersuchungsgefängnis. Dann hörte ich, daß ein Bischof Hudal beim Vatikan katholischen SS-Offizieren half, und so fuhr ich nach Rom. Von Hudal habe ich nach einer Wartezeit einen Rote-Kreuz-Paß und Reisegeld bekommen, um mich nach Syrien und später nach Brasilien einzuschiffen. Schon im Lager Glasenbach, wo er nach dem Krieg zwei Jahre interniert war, habe er erfahren, daß es das wichtigste sei, bis Rom zu kommen. Dort gäbe es eine kirchliche Stelle, die ihm weiterhelfen würde. Protestanten sollten sich an Präses Heinemann wenden, Katholiken würden beim österreichischen Bischof Alois Hudal Zuflucht finden."
- im Mai 1948 (wohl auch aufgrund des massiven Verlustes durch flüchtende Verbrecher-Elite) von der Ev. Kirche in Deutschland (EKD) in Villingst das Evangelische Studienwerk e.V. zur ev. Elitenförderung gegründet wurde.
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Kurzum:
An den christlichen Menschenfeinden (die sich schon aufgrund ihres "großen Reformators" immer wieder hinter diesem Fürstenknecht Martin Luther "verstecken" können) BITTE "dranbleiben"; und dabei ist auch weiteres Tacheles (wie über Stasi-Pfaffen oder Nazi-Ursula --- http://www.duckhome.de/tb/archives/8221-Nazi-Ursula-bekommt-ihren-Judenstern-fuer-Hartz-IV-Kinder.html ---) sowohl erwünscht als auch (leider zwingend) erforderlich.