Nur keine freien und demokratischen Wahlen in Nordafrika
Wie schon bei der Kanzlerdämmerung von Helmut Kohl, beginnen jetzt auch bei Angela Merkel die Aussetzer sich zu häufen. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz, die eigentlich nur der Vorbereitung weiterer imperialistischer Kriege im Sinne der USA und der Rekrutierung anderer Staaten als billige Söldner dient, hat sie ihre wahre Meinung zur Demokratie endlich laut ausgesprochen:
In Nordafrika werde der Wandel kommen, sagte die Bundeskanzlerin in ihrer Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz. "Wenn sie in einem solchen Umbruchprozess sind, kann es ihnen gar nicht schnell genug gehen", sagte Merkel mit Blick auf ihre Erfahrungen 1989 beim Zusammenbruch der DDR. Den Demonstranten sei gesagt worden, sie sollen Geduld haben, doch sie wollten den Wechsel, die Wiedervereinigung gleich.
Dass die Demonstranten in Ägypten das nun genauso sehen, könne sie verstehen. Die Kanzlerin mahnte aber auch, nichts zu überstützen. "Wahlen als Beginn einer Demokratisierung halte ich für falsch", sagte Merkel. "Man muss einen geordneten Übergangsprozess hinbekommen."
Auch in diesem Punkt habe sie aus dem Wendejahr gelernt. Die CDU-Vorsitzende sagte, dass ihre 1989 neugegründete Partei bei der ersten Wahl nur 0,9 Prozent der Stimmen erhielt. Grund sei dafür gewesen, dass die alten Strukturen noch bestanden.
Entlarvender kann man gar nicht sein. Mit ihren 0,9 Prozent der Stimmen bezieht sie sich auf die weitgehend von ihren SED und Stasifreunden gefälschte Kommunalwahl von 1989 und denkt an die durch die Lügen von Helmut Kohl über "blühende Landschaften" und die schnelle Einführung der DM zu Lasten der DDR Wirtschaft und Arbeitsplätze stark verfälschte Wahl zur Volkskammer 1990, bei der die CDU durch die Propagandalügen 40,8 Prozent erlangen konnte und an die Bundestagswahl vom 2. Dezember 1990, bei der Helmut Kohl sich aufgrund seiner Lügen und der schlecht informierten DDR Wähler noch einmal retten konnte.
Natürlich sind die Menschen in Ägypten und ganz Nordafrika in einer völlig anderen Situation als die DDR Bürger es damals waren. In der DDR gab es noch in Sachsen das Tal der Ahnungslosen, die von jedem West-Fernsehempfang abgeschnitten waren und deshalb über lange Zeit ja auch die Hauptstützen der Staatsmacht lieferten. Und es gab Leute wie Merkels Vater Horst Kasner, der als der "rote Kasner" mitten im kalten Krieg von Westdeutschland in die DDR ausgewandert war und dort die "Kirche im Sozialismus" gründete, die, die gleiche Loyalität zu Regime und Kirche bedeutete und damit auch zu einer kompletten Einbindung der Kirche in den sozialistischen Staat führte.
Kirchenvertreter die dieser Linie nicht folgen konnten, wurden ausgegrenzt und damit die Diktatur und die Nachrichtensperre verstärkt. Wie die Helfer anderer Diktatoren wurde auch Kasner kräftig belohnt. Er war Mitglied der von Moskau gsteuerten Christlichen Friedenskonferenz (CFK) und im von der Staatssicherheit gelenkten Weißenseer Arbeitskreis. Er hatte alle Freiheiten, die nur die Bonzen hatten: zwei Autos und das Recht in den Westen zu fahren. Im staatlichen Auftrag fuhr er mit der “nationalen Front” nach Italien, wo er öffentlich erklärte, dass allein die KPI dieses Land retten könne.
In Ägypten und weiten Teilen Nordafrikas sind die Menschen im wesentlichen bestens mit Nachrichten versorgt. Das Internet, Al Jazeera, BBC aber auch die Deutsche Welle können frei empfangen werden. Zeitungen und auch Untergrundzeitungen wandern bis in die äußersten Landesteile und die religiösen Kräfte können Informationen weitergeben und machen das auch. Deshalb gibt es vielfach auch einen hohen Organisationsgrad und gerade in Ägypten haben die Wähler ja gezeigt, dass sie Kandidaten der Moslembrüderschaft die zu den Wahlen nicht zugelassen war, als freie Kandidaten ins Parlament gewählt haben.
Deshalb wäre es sinnvoll so schnell wie möglich das Volk abstimmen zu lassen und sich selbst eine Regierung und eine Verfassung geben zu lassen. Aber so wie Frau Merkel in Deutschland die Verfassung immer weiter zerstört oder zerstören lässt und die Bürgerrechte aushöhlt, will sie auch verhindern, dass in Ägypten und Nordafrika demokratische Kräfte an die Macht kommen. Denn dies gefällt weder dem internationalen Großkapital noch der USA und darf deshalb nicht geschehen. Deshalb will Frau Merkel dort keine Wahlen. Sie erlaubt nur dort Wahlen, wo die Ergebnisse ihrem Gusto entsprechen. Sie ist eben keine Demokratin.
Im Jemen forder die US-Botschaft die Opposition praktisch dazu auf, ihre Tätigkeit einzustellen und mit dem Diktator Ali Abdullah Saleh zu diskutieren anstatt in weg zu demonstrieren:
Die US-amerikanische Botschaft in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa hat die Opposition des Landes zur Zurückhaltung aufgefordert.
Sanaa (dts Nachrichtenagentur) - "Wir legen den oppositionellen Parteien eindrücklich nahe, provokative Aktionen zu vermeiden und konstruktiv auf die Initiative von Präsident Saleh, die Differenzen durch Dialog und Verhandlungen beizulegen, zu reagieren", so die US-Botschaft in einer Stellungnahme auf ihrer Webseite am Samstag. "Wir rufen alle Parteien dazu auf, den nationalen Dialog fortzusetzen und zum Verhandlungstisch zurückzukehren", hieß es weiter. Die Opposition, die Präsident Ali Abdullah Saleh zum Rücktritt bewegen will, hatte am Donnerstag geschätzte 20.000 Regimegegner zu Massenprotesten auf die Straßen der Hauptstadt gerufen.
Es lässt sich aus seriösen Quellen zwar nicht belegen, aber es besteht der dringende Verdacht, dass die USA zusammen mit oder als Unterstützer der Saudis bereits Bombenangriffe im Jemen bereits die Opposition bombardiert hat um den Diktator Saleh an der Macht zu behalten.
Insofern ist die Aussage der Botschaft eine echte Drohung gegen die Opposition und muss unbedingt ernst genommen werden.
Aber zumindest die Saudis werden sich wohl nicht mehr an der Unterdrückung im Jemen beteiligen können. Die Familiendiktatur bekommt immer mehr eigene Probleme:
Nach den Demonstrationen in Tunesien und Ägypten regt sich auch in Saudi-Arabien Widerstand - wo Proteste gegen die Regierung äusserst selten sind. In der Hauptstadt Riad forderten am Samstag etwa 40 Frauen vor dem Innenministerium die Freilassung von Gefangenen.
Die Häftlinge würden ohne Gerichtsverfahren festgehalten, sagten Aktivisten. Den Frauen standen zahlreiche Polizisten gegenüber, die aber nicht eingriffen.
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Ein weiteres Zeichen für erwachenden öffentlichen Widerstand gegen die Verhältnisse im Land ist auch eine aktuelle Internet-Kampagne. Eine Gruppe saudischer Web-Aktivisten fordert dabei politische Reformen im Land des weltgrössten Öl-Exporteurs.
Die über Facebook am 29. Januar begonnene Aktion, der sich bislang 264 Personen angeschlossen haben, fordert eine konstitutionelle Monarchie, ein Ende der Korruption, gleichen Wohlstand für alle und ernsthafte Lösungen zum Abbau der Arbeitslosigkeit.
Mag der Protest dort auch noch zahlenmäßig klein sein, aber alleine die Tatsache, dass es Proteste gibt, ist praktisch eine brennende Lunte die vom saudischen Regime wohl kaum noch ausgelöscht werden kann. Dafür war das Regime zulange eine Handpuppe der USA und hat sich zu weit von der eigenen Bevölkerung als auch von den arabischen Staaten entfernt.
Die Zeichen stehen überall auf Umbruch und auch die Diktaturfreunde wie Merkel und Obamas USA werden daran nichts mehr ändern können. Vielleicht macht der Protest dort, den Menschen in Deutschland oder den USA sogar Mut sich selbst zu erheben. Sogar der nicht gerade feinfühlige US-Milliardär Donald Trump, warnt bereits davor, das den USA ein ähnliches Schicksal wie Ägypten drohen könnte.
Der US-Milliardär Donald Trump hat in einem Interview davor gewarnt, dass den USA ein ähnliches Schicksal wie Ägypten drohen könnte.
Washington (dts Nachrichtenagentur) - Trump sagte in einem Interview, dass die US-Regierung bankrott sei und der Wert des US-Dollar zerstört würde. Besondere Sorge hat Trump hinsichtlich des steigenden Ölpreises: Sollte dieser weiter steigen und der Dollar weiter in seinem Wert nachgeben, dann ist es "sehr wahrscheinlich, dass die Dinge schlimm werden". Auch sorgt sich Trump um die steigenden Lebensmittelpreise.
Diese könnten dafür sorgen, dass es ähnlich wie in Ägypten auch in den USA zu Ausschreitungen und sozialen Unruhen komme, wenn "wir 25 US-Dollar für ein Laib Brot bezahlen müssen", was nach Ansicht von Trump "sehr bald" der Fall sein soll.
Bei 25 Euro für ein Brot würden wohl auch die Deutschen wach. Vielleicht muss es wirklich erst noch schlimmer werden, bevor es besser werden kann. Sinnvoller wäre es diese Politiker schon jetzt aus dem Amt zu jagen und dem Großkapital das geraubte Geld wieder zu nehmen.

Tags für diesen Artikel: ägypten, angela merkel, bomben, demokratie, horst kasner, jemen, revolution, saudi-arabien, wahlen
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Trackbacks
blog von mattin am
02/07/11 um 12:10
Nur keine freien und demokratischen Wahlen in Nordafrika
Auszug von duckhomeNur keine freien und demokratischen Wahlen in Nordafrikavon Jochen Hoff Wie schon bei der Kanzlerdämmerung von Helmut Kohl, beginnen jetzt auch bei Angela Merkel die Aussetzer sich zu häufen. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz, die e ...
Auszug von duckhomeNur keine freien und demokratischen Wahlen in Nordafrikavon Jochen Hoff Wie schon bei der Kanzlerdämmerung von Helmut Kohl, beginnen jetzt auch bei Angela Merkel die Aussetzer sich zu häufen. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz, die e ...


















http://de.indymedia.org/2011/02/299768.shtml
Wie sollen die Mörder und Folterer jetzt freie Wahlen zulassen können?
Sie müssen befürchten dass sie zur verantwortung gezogen werden.
Im Moment bin ich sehr pessimistisch, auch Tunesien bleibt in der Hand des Regimes.
Ich mag kaum aussprechen, wenn sich die Amis mit ihren "Sicherheits-Outposts" in dieser Region verewigen, nur, um damit "Sicherheit" zu präsentieren. Oder wie es im Neusprech heissen mag: Wir sind nur da, um euch zu beschützen; vor den Bösen. Dabei sind es die fundamentalistischen Christen aus Amiland, die uns terrorisieren.
Unsere verlogene ( n ) ReGIERungen sind seit Jahren an Waffenverkäufen in aller Welt beteiligt und helfen den Regiemen weltweit in Sachen Tod und Angst.
Wenn Menschen frei wählen wollen, dann haben sie in meinen Augen - wie in diesem jahr in Germania - die Wahl zwischen Pest und Cholera. Mehr nicht.
Entschuldigung, aber was hat der Hosenanzug denn für einen Grund gehabt gegen die DDR aufzubegehren? Keinen, richtig.
Die Ägypter tun mir richtig leid, dass von den westlichen Mächten so mit ihnen umgegangen wird.
Was wollen die denn erreichen? Dass der Soliman erstmal an die Macht kommt und dass man bis September alles vergessen hat?
Arrgh, ich kann mich wieder nur aufregen, ob dieser Antidemokraten.
Gibt es denn Demokratie? Gibt es Demokratie wenn es Parteien gibt?
Für meine Begriffe nein. Die sogenannte Opposition wird wohl bereits wieder gelenkt in den Nordafrikanischen und arabischen Staaten. Ich bin sicher, dass die Oppositionellen die in den MSM immer wieder erwähnt werden bereits gesagt bekommen haben - wenn ihr nicht in unserer Spur lauft machen wir Euch wirtschaftlich kaputt.
In Ägypten (und überall auf der Welt) wird es wohl nur so etws wie eine Demokratie, wenn die Staaten unabhängig werden von Importen (Energie, Nahrung). Nur wenn es ein Staat schafft aus dem tödlichen Kreislauf der Spekulanten rauszukommen kann es so etwas wie einen Volkswillen geben. Dazu gehörte dann ein eigenes Geldsystem ohne Zins. Die ehemalige "Kornkammer der Welt" kann sich ja nicht einmal mehr selbst mit Nahrung versorgen. Allein das bietet doch den Spekulanten und Politikern die Möglichkeit die nachfolgende Regierung zu erpressen.
Recht geb ich Trumpp. Aber das ist doch bereits Allgemeinwissen. Wie bei jedem Krebsgeschwür - wenn das Wachstum zu stark wird kollabiert der Körper. Mann muß kein Arzt sein um zu erkennnen, dass die US-Blase nicht mehr zu therapieren ist.
Interessant wird nur wohin ziehen sich die Mächtigen zurück?
Gruß aus Baden.