Und dann da noch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer
Um der Sache die richtige Würze zu geben muss man etwas weiter ausholen und sich an den guten alten Michael Glos erinnern den Duckhome ja schon immer für grenzdebil hielt und der uns diese Ansicht nun eindrucksvoll bestätigt:
Freimütig gestand Glos ein, dass er von seiner Berufung zum Wirtschaftsminister im Herbst 2005 überrumpelt worden und für die Aufgabe nicht vorbereitet gewesen sei: "Ich wusste damals nicht mal, wo dieses Wirtschaftsministerium genau stand. Ich habe sogar in der Nähe gewohnt, aber es hat mich nie interessiert. Ich hatte kaum eine Ahnung davon, was die Aufgaben dieses Ministeriums sind, um was es sich alles zu kümmern hat."
Hoffentlich hat Peter Ramsauer auch so eine gute Ausrede. Denn nach dem der Landesparteitag der CSU am vergangenen Wochenende ein Überholverbot für LKW beschlossen hat, wird Ramsauer als Lobbyist des Speditionsgewerbes auf selten dämliche Art und Weise tätig:
Ein generelles Überholverbot für Lkw birgt neue Gefahren. Ein Beispiel: Wenn Lkw Stoßstange an Stoßstange unterwegs sind und nicht ausweichen dürfen, wird das Auffahren auf manche Autobahnabschnitte schwierig und riskant.
Juchu. Der ist wirklich gut. Was wäre leichter, als allen LKW einen Mindestabstand von 100 Metern zu den vor ihnen fahrenden Fahrzeugen zu verordnen. Aber Ramsauer will ja gar keine einfache Lösung. Er gründet lieber einen runden Tisch mit den Vertretern des Speditionsgewerbes. Da kann man sich wichtig treffen, zusammen saufen und fressen und muss nichts bewegen. Aber sicherlich wird der eine oder andere Briefumschlag oder gar Koffer voller Geld den Besitzer wechseln. Es ist doch wirklich schön in Deutschland Politiker zu sein. Die dummen Delegierten des CSU Parteitages haben eben in der deutschen Parteidiktatur nicht zu sagen und Ramsauer glaubt, dass er wie Wolfgang "Geldkoffer" Schäuble auch noch mit höheren Weihen belohnt wird.
Richtig wäre es dem Transportchaos auf der Straße ein schnelles und hartes Ende zu bereiten. Es kann nicht sein, dass die Straße als rollendes Lager benutzt wird auf der die Waren just in time an die Fließbänder gebracht werden müssen und viele LKW praktisch leer fahren, während die Fahrer unter ständigem Zeitdruck stehen und gegen Verkehrsregeln wie auch Lenkzeitengesetze verstoßen müssen.
Deutschland kann die Autobahnen gar nicht so schnell ausbauen und reparieren wie der Verkehrsdruck zunimmt. Deshalb ist es wichtig schnelle Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Ein Überholfverbot für LKW und ein Mindestabstand zu Vordermann von hundert Metern wären ein netter Anfang. Dazu müsste dann auch die Mautgebühr von bisher 13,5 Cent pro Kilometer auf 50 Cent angehoben werden und die Maut für alle Nutzfahrzeuge ab 3,5 Tonnen Gesamtgewicht gelten um auch die vielen unfallträchtigen Kleintransporte von den Straßen zu bekommen.
Dazu wäre es sinnvoll bei Wartungsversäumnissen, Überladung, Verstößen gegen die Lenkzeitverordung, Geschwindigkeitsüberschreitungen und falscher oder fehlender Ladungssicherung auch immer die zuständigen Lademeister, Disponenten und Geschäftsführer in den Speditionen und bei ihren Auftraggebernhart und sehr hoch zu bestrafen und ihnen auch Punkte nach dem Muster der Flensburger Kartei zu verpassen, die dann dazu führen, dass auch sie nicht mehr fahren dürfen. Daneben fehlt ein Verbot, dass der Kraftfahrer nicht zu Be- und Entladetätigkeiten herangezogen werden darf und diese auch nicht freiwillig anbieten kann.
Denn egal was Ramsauer und die raffgierigen Spediteure denken. Güter gehören auf die Bahn, auch wenn Herr Grube von der Bundesbahn das sicher nicht gerne hört, weil er ja auch lieber die hauseigene Spedition Schenker die Autobahnen verstopfen lässt, als die Güterbahn zu fördern. Stefan Heimann stellte schon 2004 in seiner Studie "Aktueller Stand und Folgeabschätzung des Straßengüterfernverkehrs bezüglich CO2-Emission, Verkehrssicherheit und Verkehrsfluss" folgendes grundsätzliche Problem des straßengebundenen Transportgewerbes fest:
Auch im Fernverkehrsunfallaufkommen nimmt der Straßengüterverkehr eine
Schlüsselposition ein. So werden in Deutschland Lkw-Fahrer in 38% der Autobahnunfälle verwickelt und zu 17% als Hauptverursacher festgestellt, obwohl sie nur 9% der Autobahnverkehrsteilnehmer ausmachen.
..
Unfälle mit Lkw-Beteiligung zeichnen sich meist durch besondere Schwere aus. Die Anteile der verschiedenen Güterverkehrsfahrzeug-Bauarten am Unfallgeschehen mit Personenschäden auf den deutschen Autobahnen sind in Abb. 7 aufgeschlüsselt.
Um das Abbild sehen zu können klicken sie bitte hier und gehen auf Seite 11 der Studie.
Auf Strecken mit hoher Güterverkehrsdichte werden sofort überdurchschnittlich viele Überhol- und Front-gegen-Heck- Unfälle („Auffahrunfälle“) registriert. Die "nicht angepasste Geschwindigkeit" und ein "zu geringer Sicherheitsabstand" sind die häufigsten Ursachen beim Lkw-Fahrer. Weniger bedeutend für das Unfallgeschehen auf Autobahnen sind "technische Mängel" oder "Über-ladung" bzw. "falsch gesicherte Ladung".
Insgesamt sind etwa 6 % aller Unfälle mit schweren Lkw auf Autobahnen laut Unfalldaten auf Übermüdung und „Sekundenschlaf“ des Fahrers zurückzuführen und fallen durch eine überdurchschnittlich hohe Unfallschwere auf.
Aber anstatt aus dieser Studie die richtigen Schlüsse zu ziehen will Ramsauer jetzt noch unbedingt die sogenannten Gigaliner oder Monstertrucks durchsetzen. Dabei wird die Fahrzeuglänge von 18,75 auf 25,25 Meter steigen. Zunächst spricht Ramsauer zwar nur davon das Gewicht auf 44 Tonnen zu erhöhen, aber als Cheflobbyist der Spediteure wird er wohl bald den 60 Tonnen Gesamtgewicht zustimmen. Dabei ist es umstritten ob diese Monster die Straßen mehr schädigen als der bisherige LKW-Verkehr aber es ist sicher, dass sie auf den Autobahnparkplätzen keinen Platz finden, da diese nicht für Sonderlängen gebaut sind. Außerdem fehlen schon jetzt jede Menge Parkplätze für normale LKW an den Autobahnen.
Noch wilder ist Ramsauers Plan in Zukunft mehr Busse auf die Autobahn zu jagen um ein bundesweites deutsches Greyhound System wie in den USA aufzubauen. Damit schafft er ohne Not eine neue Konkurrenz zur Bahn, die daraufhin weiter Linien abbauen wird und die Versorgung der Menschen in der Fläche wohl bald ganz einstellt. Ramsauer ist wirklich nicht mehr zu verstehen. Würde er doch nur einfach still rumsitzen wie es Michael Glos getan hat, wäre Deutschland sehr geholfen.

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In Schweden beträgt die Bevölkerungsdichte 21 Einwohner pro Quadratkilometer in Deutschland liegt sie bei 229 Einwohnern.
Schweden und Norwegen sind Europäische Randstaaten, Deutschland ist der Verkehrsknoten in der Mitte von Europa.
Hätten sie doch nur eine Sekunde nachgedacht bevor sie mir mangelnde Recherche vorwerfen.
Aber in einem Punkt gebe ich ihnen recht. Die Bahn ist den Speditionen kein guter Partner und eine Politik die Gewerbegebiete ohne Bahnanschluss ausgewiesen hat auch nicht. Aber das kann man ja ändern.
Zunächst also die Fahrten der Langstrecke auf die Bahn und am Ende die Rollfuhrunternehmen mit kleinen oder besser bedarfsgrechten LKW.