< Aufgelesen und kommentiert 2011-02-27 | War Rudolf Dreßler einer der letzten Sozialdemokraten im Bundestag? >
Fremdschämen für Guttenberg
Ja, ich kann es auch nicht mehr hören. Aber es hilft doch nichts. Solange Guttenberg nicht zurücktritt oder besser zurückgetreten wird, müssen die Fakten um ihn berichtet werden. Sein neuester Schlag gegen den Anstand, war seine Rede für die drei ermordeten Soldaten in Regen.
Wer im Einsatz in Afghanistan bestehen will, der muss Vertrauen haben: Vertrauen in die eigene Ausbildung, Vertrauen in die Kameraden, Vertrauen in die Vorgesetzten, Vertrauen auf eine verlässliche
Unterstützung in der Heimat und, ja, auch Vertrauen in die verbündeten Streitkräfte der Afghanen.
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Hauptfeldwebel Georg Missulia, Stabsgefreiter Konstantin Menz, Hauptgefreiter Georg Kurat: Sie haben in Ihrem Eid geschworen, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen. Sie haben diesen Eid erfüllt. Sie haben dafür das denkbar Größte, ihr Leben, gegeben. Wir alle verneigen uns vor ihnen: in Dankbarkeit und Anerkennung.
Aus dem Eid der Soldaten erwachsen Verpflichtungen, ja, Verpflichtungen, die eine Bürde sein können. Eine Bürde, die immer auch von den Familien getragen wird und heute so unmenschlich erscheinen mag.
Die Promotionsordnung für die Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Bayreuth sagt unter §8 in Punkt 6 das dem Antrag zur Promotion in schriftlicher Form beigefügt sein muss:
eine ehrenwörtliche Erklärung des Bewerbers darüber, dass er die Dissertation selbständig verfasst und
keine anderen als die von ihm angegebenen Quellen und Hilfsmittel benutzt hat; dass er die Dissertation
nicht bereits einer anderen Hochschule zur Erlangung eines akademischen Grades eingereicht hat; dass er
nicht bereits diese oder eine gleichartige Doktorprüfung an einer anderen Hochschule endgültig nicht be-
standen hat.
Unter anständigen Menschen gilt ein Ehrenwort wie folgt:
Mit einem Ehrenwort (oder durch eine schriftliche Ehrenwörtliche Erklärung) wird eine Aussage (Behauptung, Versprechen) feierlich bekräftigt. Der Erklärende bekundet, mit seiner Ehre, das heißt der Gesamtheit seiner Person, für die Richtigkeit der Aussage einzustehen.
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Für die Erteilung der Doktorwürde tritt als Übersetzung des Lateinischen fidem alci dare deutsch das Ehrenwort ein, in einigen Promotionsordnungen verstärkt als Ehrenwort an Eidesstatt.
Die Universität Bayreuth verlangt für Juristen keine eidesstattliche Erklärung. Aber wenn jemand wie Guttenberg, der doch immer so sehr auf Ehre und Moral, kurzum auf die bürgerlichen Tugenden reflektierte seine Ehre durch offensichtlichen Betrug bei der Doktorarbeit verliert, dann ist das zumindest moralisch dem Bruch eines Eides gleichzusetzen.
Wie bitte schön kann dann dieser Guttenberg noch davon sprechen, dass aus einem Eid für die Bundeswehrsoldaten Verpflichtungen erwachsen die bis zum Tod reichen sollen. Für ihn reicht ein gebrochenes Ehrenwort nicht einmal um ihn zum Rücktritt zu bringen. Er kann auch ohne Ehre Minister sein und Kanzlerkandidat werden.
Noch schlimmer aber ist, dass er von den Soldaten Vertrauen fordert. "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht und wenn er auch die Wahrheit spricht." ist alter deutscher Volksmund. Guttenberg hat nur gelogen. Vom Lebenslauf, über diverse Plagiate und vor allem als Kriegsminister:
Als Bundeswirtschaftsminister hat Guttenberg sich das "Gesetz zur Ergänzung des Kreditwesengesetzes" von der britischen Großkanzlei Linklaters komplett ausarbeiten lassen. Bei der Kundusaffäre hat er das Parlament und die Öffentlichkeit belogen und zum Schluss den Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan und den Staatssekretär Peter Wichert als Bauernopfer entlassen um seine eigene Person zu schützen.
Noch mieser war sein Verhalten gegenüber Brigadegeneral Henning Hars, der den Kriegsminister in einem Brief nach den Gründen für die Entlassung Schneiderhans gefragt hatte und dafür in den Ruhestand versetzt wurde. Die Truppe soll eben nicht denken oder fragen sondern zum Ruhme des Barons klaglos sterben und eine nette Bühne für seine Auftritte bilden.
Bei seiner angeblichen "Reform der Bundeswehr" stellt sich heraus, dass er das Parlament und die Öffentlichkeit belogen hat, indem er von Einsparungen faselte, die von Anfang an unmöglich waren und nicht einmal bemerkte, dass die Bundeswehr ohne Wehrpflichtige schon jetzt in Personalnöte kommt. Nun verlangt der Lügner und Betrüger mehr Geld, damit er es Friede Springer für eine Werbekampagne geben kann, mit der die Bundeswehr mehr Freiwillige bekommen soll, aber vor allem der Springerkonzern für seine Unterstützung dieses Betrügers belohnt werden soll. Er kauft sich sich die Springerpresse wie er sich über Spenden seinen Doktor gekauft hat.
Wie soll die Bundeswehr Vertrauen in einen Mann haben, der mal eben schnell den Kapitän der Gorch Fock ablöste und das Schiff an die Kette legen will, weil eine Soldatin bedauerlicherweise aus der Takelage fiel, aber der gleichzeitig zu dumm war, um feststellen zu lassen, dass der Kapitän zu Zeit des Unfalls gar nicht an Bord, sondern auf der Rückreise von einem Kurzurlaub und dem die von Guttenberg eingesetzte Untersuchungskommission nun bestätigt das kein disziplinarechtliches Fehlverhalten vorliegt.
Wie sollen die Soldaten einem Kriegsminister vertrauen, der ständig lügt und betrügt und sie lachend nach den Forderungen der Bildzeitung opfert. Sie können es nicht. Aber noch scheint die Zeit nicht reif, wo sie auch öffentlich zu ihren Ängsten und Meinungen stehen dürfen. Das zeigt ein Beitrag der auf dem Blog Soldatenglück nur ganz kurz stehen durfte und dann wieder kommentarlos verschwand. Die Zensoren dort haben immer noch nicht begriffen, dass die Zahnpasta nicht mehr in die Tube gedrückt werden kann, wenn sie einmal draußen ist. Duckhome bringt diesen Beitrag hier im Volltext, damit er eben nicht verloren geht:
http://soldatenglueck.de/2011/02/27/53982/guttenberg-abgang-nach-der-trauerrede/
Guttenberg – Abgang nach der Trauerrede
von Soldatenglück von Sebastian
Ehrlichkeit und Ehrverständnis sind die Basis aller Kameradschaft und Loyalität ist keine Einbahnstraße
Guttenberg ist nicht mehr zu halten. Hatte Soldatenglück.de in der Vorwoche – wie viele Soldaten in der Heimat und in den Auslandseinsätzen – dem Stabunteroffizier d.R. Karl-Theodor zu Guttenberg Loyalität und Kameradschaft auch in schweren Zeiten erwiesen und dabei unterstellt, dass der “Inhaber der Befehls- und Kommandogewalt” und beliebte Verteidigungsminister bei seiner Doktorarbeit 2006 wissenschaftliche Fehler gepaart mit menschlichen Schwächen auf Fauxpas-Niveau begangen hat, so lassen bei Lichte besehen die Entwicklungen und offenbar gewordenen Handlungen, Unterlassungen und Hintergründe in ihrer Intensität und Methode ein Pro-Guttenberg nicht mehr zu.
Nach dem Kriegswort-Verweigerer Franz-Josef Jung war dessen Nachfolger Karl-Theodor zu Guttenberg für die Soldaten und Soldatinnen und auch für die Öffentlichkeit eine willkommene und nötige Steigerung dessen, was die Politik der Bundeswehr als Minister zu bieten hat. Dazu noch einer, der beherzt die Nähe zu den Soldaten zwischen Heimatstandort und Kampfgebiet suchte und fand. Mit schneidiger Erscheinung, Dienstzeit bei Gebirgsjägerbataillon Mittenwald im Tornister und Abstammung aus dem Deutschen Widerstand, die Themen Bundeswehr, Soldaten, Auslandseinsätze auf die politische und mediale Tagesordung ganz nach oben katapultierte.
Das Thema Vertidigungspolitik als Mauerblümchen der Außenpolitik gewann an Eigenständigkeit und Profil, nicht zuletzt durch den direkten Popularitätsvergleich des Außenministers Westerwelle mit den Verteidigungsminister zu Guttenberg.
Soldaten wollen nicht viel, doch Immaterielles wie Respekt, Dankbarkeit und Anerkennung für den Einsatz schon. Die gefühlte Temperatur des Interesses der Bevölkerung und der politisch Verantwortlichen an der Bundeswehr und seinen Soldaten im Einsatz ist durch den Protagonisten Zu Guttenberg zweifensohne gestiegen. Begünstigt wurde Zu Guttenberg in der letzten Phase unter medialen und Oppositions-Beschuss durch die Medien des Axel-Springer-Verlages, besonders durch den auflagenstarkes Flaggschiff BILD-Zeitung, die in jeder Baubude der Republik mit ihren verkürtzen Aussagen in Großschrift das Leitmedium ist und an den Stammtischen die Lufthoheit inne hat.
Gegen Springer und gegen Guttenberg zu sein, dass darf in Deutschland keiner der Soldat ist. Aber vielleicht ändert sich das ja bald. In den letzten Jahren haben sich ja schon öfter die Soldaten auf die Seite der Bürger gestellt, wenn auch nicht in Deutschland.
Guttenbergs Rücktritt weiter zu fordern macht keinen Sinn. Der muss zurückgetreten werden. Aber es macht Sinn, das jeder der für Guttenberg ist, Ehrlosigkeit für keinen Makel hält. Dass die Springerpresse so denkt, verwundert niemanden. Man hat bei denen eher das Gefühl, das sie Ehrhaftigkeit hassen, weil Menschen von Ehre nicht mit ihnen zusammenarbeiten.
Da wunderst es schon eher wenn Volker Kauder und Angela Merkel Ehre für unwichtig halten, aber vielleicht gilt das nur für Wahlkampfzeiten? Es wundert allerdings niemanden, wenn sich Baden-Württembergs Regierungschef Stefan Mappus (CDU) voll hinter Guttenberg stellt. Von dem Menschenschinder der friedliche Demonstranten zusammenschlagen lässt, hat niemand erwartet, dass er mit dem Begriff Ehre etwas anfangen könnte.

Tags für diesen Artikel: anstand, bild, bundeswehr, ehrenwort, guttenberg, kriegsminister, mappus, merkel, springer-konzern, vertrauen
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Auf die Gefahr hin, politisch sehr traditionell, altmodisch und konservativ zu wirken – ich sehe hier auf dem Pullover des Noch-BMVertM zu G.
http://www.modepilot.de/2009/09/08/umfrage-zum-minister-im-acdc-shirt/
zwei mühsam als Voltsymbole getarnte Siegrunen der SS, die nur deshalb nicht als solche sofort erkannt werden, weil sie nicht nebeneinander, sondern untereinander stehn.
Soweit ich weiß gilt die SS hierzulande als „verbrecherische Organisation“.
Aus meiner StudieZeit erinnere ich, daß 1967/69 in Baden-Württemberg wegen Benützen von Nazisymbolen verfolgt wurde, wer ´n NPD-Plakat durch Hakenkreuze kenntlich machte. In diesem Bundesland (damaliger MP der „furchtbare Marinerichter“ Dr.iur. Filbinger) wurde auch der Sozialistische Studentenbund (SDS) im Sommersemester Ende Juni 1970 verboten …
Richard Albrecht, 280211
http://eingreifendes-denken.net
http://www.kevin-henderson.de/kiss-kiss-9905854.jpg
Gehen wir also dabei und schauen, wer welche Zeichen auf welchen Kleidungsstücken trägt hätten wir doch viel zu tun.
Hier geht es vielmehr um Anstand - unabhängig von anderen Zeichen - den es zu wahren gilt oder in diesem Falle wohl galt.
Doch kaum ist jemand wie ein z.G. ein wenig beim Volk angekommen - was neben der Bild, Stern und dem Spiegel auch der gesamten "Yellowpress" zu verdanken ist - sind sie nicht mehr in der Lage vernünftig und sachlich zu denken.
Jedes Wort gegen z.G. wird dann als persönlicher Angriff bewertet, denn die Sache an sich ist dann einfache Nebensache. Das es um genau das geht was der Herr Minister vortäuscht - nämlich Ehre, Anstand und Volksnähe - führen sich alle gemeinsam auf den Schlips getreten, denn es ist IHR Held.
Und bei Helden ist es völlig egal was sie tun, denn sie haben einen gewaltigen Stein im Brett wie man so schön sagt.
Dieser Stein ist allerdings ein Fels, der genau diesen Herrn erschlagen wird.
Mal ehrlich - gekaufte Dr-Titel sind doch schon lange bekannt - seit Pisa haben wir es auch bestätigt, das schulische Anerkennung - zu denen auch er Dr-Titel gehört - mehr nach Herkunft als nach eigenen Schulleistungen verteilt wird -
weder Bundeswehr noch Verteidigungsminister haben in der Gesellschaft einen besonderen Stellenwert - im Gegenteil -
also: was stimmt hier nicht.
ok - bestenfalls wird der designierte Bundeskanzler verbrannt - aber der hat ja nicht einmal die Bilderberger-Weihe - ist das alles?
Auf der anderen Seite hätten wir mit den Okörotz - E10-Benzin und den neuen Gewinnspitzen in der Mineralölindustrie einen Aufreger, der einige Politiker an die Laterne bringen könnte - würden diese Betrügereien die Titelseiten füllen - ststtdessen : Guttenberg!
Die PR-Agentur - die Guttenberg zur Vertuschung dieser Betrügereien herausgesucht hat, hat ihr Geld wirklich verdient. Biosprit, saftige Preiserhöhungen nach der Abschaffung des Normalbenzin zur Gewinnmaximierung und Ausbeutung nicht zuletzt aller Pendler hat schon ein besonderes G'schmäkle - möglicherweise wurde Baron G. nur deshalb Verteidigungsminister, um ihn auf dem PR-Altar zugunsten neuer gewinnmaximierungen zu opfern. Mal ehrlich, was prädistiniert diesen Herrn zum Verteidigungsminister ?
Übrigens - völlig unauffällig: der Bundespräsident ist auch abgetaucht!
mfg zdago
Also nur los..irgendwann wird auch er dem Druck nicht mehr entkommen können.
Zum Verhalten Merkels kann ich nur mutmaßen, dass sie wohl sehr froh darüber sein muss ein weiteres Opfer ihrer Männererledigungsliste beifügen zu können. Ansonsten ist ihr Verhalten nicht erklärbar (ob bei Merkels zuhause mit Prof. Sauer heiße Diskussionen laufen ? ).
Wer hat denn die ganze Sache eigentlich ursprünglich ins Laufen gebracht ?
http://www.youtube.com/watch?v=6cDZuQBtpVA&feature=player_embedded
http://www.youtube.com/watch?v=03PIPRlxuR0&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=ZNKdQz98X_w&feature=watch_response
Ich kann dieses Gelaber der Massenmedien nicht mehr hören, bin es leid, das das Volk so gedemütigt und abgestraft wird mit Steuern, Abgaben aller Art, Bevormundung und Einschränkungen, aber dieser *rsch mit Ohren seiert sich einen ab...Ekelhaft.
Die Arbeit eines Studenten mit dem Ziel, den Doktor zu schaffen, ist angekratzt und beschmutzt. Was macht unsere GröBKaZ mit Stasi Vergangenheit? Grinsekatze spielen und gut zureden. Bäh....
Seinen Fürsprechern ist immer noch nicht klar, mit ihm steht das politische System am Pranger. Mit der vermeintlichen Lichtgestalt Guttenberg hat sich die Regierungskoalition ein Kuckucksei ins Nest gelegt. Jeder Tag im Amt unterminiert weiter die Glaubwürdigkeit der Regierung und seiner Jubelschreiber.
Unfreiwillig regt der Fall Guttenberg viele, bisher unkritische Menschen dazu an, über das herrschende System in Deutschland neu nachzudenken. Erkenntnis ist die Grundlage für Veränderung.
Die DemoLosung in Berlin vorn paar Tagen
UND GEH´ ... DOKTORTITEL AM HINDUKUSCH VERTEIDIGEN
fand ich (fast) so originell wie weiland 1968 FORT MIT DEN ALPEN – FREIER BLICK AUFS MITTELMEER oder DIE PHANTASIE AN DIE MACHT oder SEID REALISTISCH - FORDERT DAS UNMÖGLICHE ;-)
Im übrigen meine ich: Es gibt ihn (nur in den ganzdeutschen dum-dum-dum-Medien von BILD bis SPIEGEL nicht), den realexistierenden MILITÄR INDUSTRIE KOMPLEX, der einen Schwerpunkt im Freistaat Bayern hat/te ...